Starkes Wachstum

Zwei neue Mitglieder machen die Vereinigung der Berufsverbände gut dreimal so groß. Und werden sie wohl tiefgreifend verändern. | Foto © Die Filmschaffenden

Die gute Nachricht: Die Filmschaffenden wachsen – und zwar gewaltig! Zwei neue Mitglieder sind der Vereinigung von bislang zwölf Berufsverbänden am 14. Februar beigetreten: Der Bundesverband Schauspiel (BFFS) und der ­Synchronschauspielverband (IVS). Damit wird sich die Mitgliederzahl mehr als verdoppeln. Allein der BFFS gibt seine Mitgliederzahl über 2800 an.

Für Die Filmschaffenden ist dies wohl erstmal eine gute Nachricht. Ausgerechnet die Verbände der Regisseure und der Kameraleute, die diese gemeinsame Organisation aller Filmgewerke einst initiiert hatten, waren vor wenigen Jahren aus unterschiedlichen Gründen ausgetreten. Den Verlust dieser beiden mitgliederstärksten Verbände konnten auch Neueintritte nicht ausgleichen.

Der BFFS freilich tut dies gleich mehr als doppelt. Der arbeitete zwar schon länger immer mit einzelnen Verbänden und der Bundesvereinigung zusammen, schloss sich aber nicht an. „Wir waren tatsächlich vorsichtig”, sagt Heinrich Schafmeister vom Vorstand des BFFS.

Den Sinneswandel beschreibt er als ein Doppel aus „Psychologie” und „Lernprozeß”, verrät dabei auch das Selbstbewusstsein seines Verbands, der größer ist als alle bisherigen Filmschaffenden-Organisationen zusammen – samt Regie und Kamera: Die Schauspieler stünden nun mal vor der Kamera und finden daher („unverdientermaßen”) auch dann mehr Aufmerksamkeit, wenn sie sich zu berufsständischen Fragen äußern. Und wer Veränderungen wolle, müsse sich auch darum kümmern.

Noch ist der Beitritt nicht vollkommen. Die beiden Neuzugänge seien zwar einstimmig aufgenommen worden, aber vorerst als außerordentliche Mitglieder ohne Stimmrecht. Gerade dies ist wohl der Knackpunkt: Bislang hat jeder Mitgliedsverband eine Stimme – ungeachtet seiner tatsächlichen Größe. 44 Mitglieder hat zum Beispiel der junge Bundesverband Locationscouts.

Wann die Mitgliedschaft ordentlich wird, verrät Schafmeister nicht. Eine Arbeitsgruppe werde sich die Satzung „ansehen”, sagt Schafmeister diplomatisch auf Nachfrage, doch worauf es hinauslaufen dürfte, wird durch den nächsten Satz klarer: Es dürfe niemand überrollt werden, alle sollen damit leben können. „Wir werden immer vielstimmig bleiben. Die Frage ist: Wird es eine Kakophonie oder ein vielstimmiger Chor, den man gerne hören will?“

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