Publizierungen von: Tina Thiele

cn-klappe: Das Ende des medialen Lagerfeuers

Wie wird sich das Fernsehen in den kommenden Jahren entwickeln? Wie wird es uns als Kreative, Künstler und Macher des Programms entwickeln? Und wohin?

Eine Podiumsdiskussion der Deutschen Akademie für Fernsehen (DAFF) im Rahmen des Filmfestes München. Auf dem Podium waren vertreten:

Kai Wiesinger (Autor, Produzent, Regisseur & Schauspieler der Web-Serie „Der Lack ist ab“)

Susanne Rath (Geschäftsfeldleiterin AV- und Produktionssysteme beim Institut für Rundfunktechnik)

Katharina Uppenbrink (Geschäftsführerin Initiative Urheberrecht)

Thomas Sessner (Redakteur beim BR)

Phillip Klausing (Head of Production von Pantaleon Films, verantwortlich für die Amazon-Serie „You Are Wanted“)

Es moderierte Jochen Greve, Drehbuchautor und Vorstand der DAFF.

 

Der Videobeitrag gliedert sich in folgende Kapitel (in der Ecke links oben anklickbar):

Intro

Kapitel 1: Status Quo: Das Fernsehen im digitalen Zeitalter

Kapitel 2: Quo Vadis: Faire Spielregeln auf dem digitalen Markt

Kapitel 3: Prognose: Das Wissen um den User

Kapitel 4: Publikumsdiskurs

Abspann & Dankeschön

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Daniele and the talented Mr. Rizzo

Von Emma Stone über Johnny Depp – „Daniele and the talented Mr. Rizzo“ bringt sie alle zum Staunen und Lachen. In ausgefallenen Kostümen kreiert er witzige Interviews. Selbst die Stars können sich seinem Charme nicht entziehen. | Foto © Marie Schmidt

Von Emma Stone über Johnny Depp – „Daniele and the talented Mr. Rizzo“ bringt sie alle zum Staunen und Lachen. In ausgefallenen Kostümen kreiert er witzige Interviews. Selbst die Stars können sich seinem Charme nicht entziehen. | Foto © Marie Schmidt

Von Emma Stone über Johnny Depp – „Daniele and the talented Mr. Rizzo“ bringt sie alle zum Staunen und Lachen. In ausgefallenen Kostümen kreiert er witzige Interviews. Selbst die Stars können sich seinem Charme nicht entziehen. Auf seiner Couch tummeln sich regelmäßig Hollywoods schönste Frauen und Superhelden. Damit erreicht ein Video schon mal eine Reichweite von über einer Million Klicks („Conjuring 2“ etwa). Auf der Berlinale moderierte er in diesem Jahr erstmals den „Internationalen Wettbewerb“. Auch beim Web-Comedy Format „Comedy Rocket“ darf man den Ruhrpottler seit 2015 regelmäßig in Aktion sehen. Sein Talent wurde 2017 mit Nominierungen beim Webvideopreis und beim Goldene Kamera Digital Award belohnt. Neben Comedy ist Danieles Leidenschaft die Schauspielerei. So war er bereits für „Alarm für Cobra 11“ oder den Horrorfilm „Stung“ vor der Kamera. Aktuell arbeitet er außerdem für Super RTL bei der Sendung „Einfach tierisch“ sowie als Außenreporter bei „Woozle Goozle und die Weltentdecker“. Für uns plaudert das Multitalent aus dem Nähkästchen. Daniele erzählt, wie er gleichzeitig als Schauspieler und Kreativer im Internet unterwegs ist, und wie es so ist, regelmäßig Hollywoods Sternchen zu belustigen.

Daniele, wie kamst Du zur Schauspielerei?
Ich kam damals mit der großartigen Ausrede, Jura zu studieren, nach Köln, zu der Zeit als RTL und Viva boomten. Und ich erinnere mich noch an meine erste Erfahrung vor Ort: Ich war bei einem offenen Casting, was überhaupt nicht funktioniert hatte. Da stand ich nun neben Oli Pocher. Die haben die Kamera ein Mal herumgeschwenkt. Von den 200 Kids, die da standen, wurden 10 genommen. Ich war natürlich nicht dabei. Wenn ich heutzutage in die Studios gehe, muss ich immer noch darüber lachen. Neben meinem Studienplatz hatte ich einen Praktikumsplatz bei Radio Köln in der Tasche und konnte beim Theaterstück „Die Zauberflöte“ vom Jugendclub mitmachen. Immer, wenn ich mal einen Tag freihatte, habe ich herumtelefoniert und nachgefragt, ob ich Komparserie machen könnte. So habe ich die Branche kennengelernt und festgestellt: Sie ist genauso bekloppt und funktioniert wie jede andere Branche: Jemand hat einen Fußball und entscheidet, wer mitspielen darf oder nicht. Weiterlesen

Wie kamst Du von der Komparserie in den Webvideobereich?
Eine Zeit lang kam ich von der Komparserie zu kleinen Castings und auch zu kleinen Rollen. Und ich habe schnell gemerkt, dass Folgendes passiert: „Ach, ein Italiener? Wir haben im Moment leider keine Espresso- oder Pizzaverkäuferrolle.“ Das ist auch 2017 immer noch so. Deshalb wusste ich: Ich muss mein eigenes Ding machen. Ich will nicht die nächsten zehn Jahre auf eine Espressoverkäuferrolle warten, also habe ich diese Interviews in Hollywood gemacht. Sony Pictures hatte mich das erste Mal zu einem Interview zum Kinofilm „Superbad“ eingeladen – die Highschool Komödie mit Michael Cera und Jona Hill. Nachdem ich da gut performt hatte, bekam ich Adam Sandler.

War Adam Sandler der erste große Interviewpartner?
Das war so der erste große Star. Man hatte mir die Möglichkeit gegeben, auf dem roten Teppich Interviews mit Hollywood-Sternchen zu machen. Durch eine Rolle im Reich-Ranicki-Film hatte ich damals eine Boyband-Frisur, die mich aussehen ließ wie Adam Sandler in „Leg dich nicht mit Zohan an“. So entstand zum ersten Mal das Konzept, dass ich einen Schauspieler in seiner eigenen Rolle antreffe, und zusammen mit etwas Improvisation hat das gut funktioniert. Nachdem ich Adam Sandler hatte, bekam ich irgendwie auch weitere Interviewpartner und konnte bei dem Konzept bleiben. Und so öffnete sich plötzlich eine neue Welt. Die Amerikaner denken, ich sei Thomas Gottschalk, Stefan Raab und der deutsche Jimmy Kimmel. Und für die Deutschen bin ich weiterhin nur der Daniele Rizzo (lacht).

Also war es Deine eigene Idee, die Interviews so witzig zu gestalten?
Genau, ich hab ein bisschen „funny bones“, und man muss sich ja mal klarmachen: Die werden dafür bezahlt, dass sie ertragen, dass man ihnen 500 Mal dieselbe Frage stellt. Ich geh da sozusagen schon wie ein Clown rein. Und beide gehen am Ende mit einem lachenden und einem blauen Auge raus, denn manchmal bin ich auch ein bisschen frecher, als ich eigentlich sein darf. Aber da reichen wir uns die Hand, denn auch sie bewegen sich in ihrer Rolle. Ihr Privatleben interessiert mich nicht, das ist für mich tabu, weil es in der Rolle nicht vorkommt. Deswegen kann man sich auf der einen Seite zurücklehnen und auf der anderen Seite ist es eine spannende Abwechslung.

Es ist ja so schwer, in den USA an Agenten und Manager ranzukommen. Wie umgehst Du das? Sprichst Du sie selbst an?
Mittlerweile ist es tollerweise sogar so, dass man für mich spricht. Die Kinoverleiher fragen mich an und es ist mir sogar schon passiert – und da war ich wirklich baff – dass ein Schauspieler meinte: „Ich kenn dich.“ Er hatte von Emma Stone das Video bekommen und sagte: „If you go to Germany, you have to meet this guy.“ So etwas spricht sich rum. Es sind ja oft die gleichen Agenten. Das ist so ähnlich wie in Deutschland: Wenn man einmal Matthias hatte, dann spricht es sich rum. Und dann hat man Jürgen und Til, und die wissen: Jetzt kommt gleich Daniele, jetzt können wir Spaß machen.

Die Stars kommen also inzwischen zu Dir. Hat denn noch jemand Einfluss auf Deinen Content oder kannst Du da immer noch Dein eigenes Ding durchziehen?
Bei der Kreativität gibt es keine Einschränkungen. Seit Kurzem gibt es aber einen Produktdesigner namens Max Neumeyer. Und der bastelt mir so tolle Kostüme. Also wenn das Kostüm fantastisch aussieht und eine Funktion hat wie wackelnde Ohren oder Greifarme, dann hat es Max gemacht. Bei mir sind sie ja meistens nur zusammengeschustert aus Kram aus dem Bauhaus oder Karnevalsladen.

Neben den Kostümen – was würdest Du sagen, ist die Geheimzutat, wie man Stars zum Lachen bringt? Bist Du selbst nicht nervös?
Ich glaube, man muss erstmal locker sein. Das ist die Hauptsache. Ich habe von klein auf schon von meinen Eltern gelernt, dass alle Menschen gleich sind und ich alle mit dem gleichen Respekt behandeln soll. Und mit eben diesem gleichen Respekt vor allen stelle ich mich der Situation. Daher bin ich nicht nervös und mache mir nicht ins Hemd, egal wer da vor mir sitzt. Dann kann man auch lockerer sein und aus einem drögen Interview ein dynamisches Gespräch entwickeln und dabei lustig sein.

Passieren hinter den Kulissen spannende, unerwartete Dinge oder haben sich für Dich durch Dein Interviewformat irgendwelche neuen Türen geöffnet?
Als ich mit den Interviews anfing, war ja so ein bisschen die Hoffnung zu sagen: „Hey, ich bin hier, ich bin lustig, ich bin cool, nehmt mich doch im nächsten Film mit!“ Bei meinem letzten Interview zu „Valerian“ hat beispielsweise Luc Besson gesagt: „Beim nächsten Film bist du dabei – bleib genau so, das ist super.“ Tatsächlich ist es so, dass man immer noch ein bisschen quatscht, wenn die Kamera aus ist, und da entstehen lustige Gespräche. Auch immer witzig ist, wenn ich auf Toilette bin, um mich umzuziehen oder zu schminken, und es kommt ein Interviewpartner, der auch auf Toilette muss und wird dann vorzeitig von mir im Kostüm überrascht – dann wird schon viel gelacht.

Gibt es noch jemanden, den Du besonders gerne mal interviewen möchtest?
Klar, also ganz oben auf meiner Liste sind die ganzen Italo-Amerikaner: Robert De Niro und Al Pacino. Pacino selbst hat ja als Comedian angefangen. Das zeigt, dass Comedy und Timing einem als Schauspieler sehr viel bringen können. Denn in jede Geschichte gehören Liebe, Witz und Humor. Die Menschheitsgeschichte ist voll mit Humor, auch in Momenten, in denen man vielleicht nicht lachen sollte.

Du hast ja auch zwei Gesichter: Der ernste Schauspieler und der lustige Interviewer. Wie lassen sich diese beiden Welten vereinen?
Für mich persönlich total einfach, faktisch bei der Arbeit manchmal schwierig. Denn es gibt manchmal Vorurteile und gegen die muss man einfach versuchen anzukämpfen. Teilweise sage ich schon: „Schickt bitte nur bestimmtes Material und Fotos und verschweigt, was ich sonst noch so mache.“ Einige googeln es trotzdem und finden es fantastisch – andere haben dann eine Comedybrille auf und kriegen mich da auch nicht mehr raus. Dafür gibt es kein Geheimrezept. Ich nehme Comedy auch sehr ernst, denn ich finde es unrealistisch, wenn man einen Film macht, in dem nicht gelacht wird. Humor liegt in unserer Natur. Ich finde manchmal schade am deutschen Film, dass versucht wird, alles möglichst ernst darzustellen, das wirkt dann eher unrealistisch.

Du bist bei zwei Agenturen – Barbarella und hb management. Wie funktioniert das?
Es ist tatsächlich manchmal nicht ganz einfach. Vor allem das mit den Interviews ist eine sehr personenbezogene Geschichte. Nur manchmal ist es mit viel Kommunikation verbunden, wenn viele Termine aufeinanderprallen. Das Team von Barbarella ist eher für den ernsten Teil zuständig, Heidrun Buchmaier von hb management betreut die „Kasper“, wie sie selbst als Hessin immer so schön sagt. Manchmal kriege ich sehr spontane und vage Anfragen, beispielsweise, ob ich mal eben nach New York fliegen kann für einen Interviewpartner, der erst mal geheim bleibt. Aber dieses Jahr habe ich es hingekriegt, immer direkt beiden Agenturen Bescheid zu sagen. Manchmal kommt auch mal eine Comedygeschichte bei Barbarella an, dann rufen sie bei hb management an und umgekehrt. Im Zweifel darf ich als Künstler entscheiden, und dafür danke ich beiden Agenturen.

Peilst Du in nächster Zeit irgendwelche Projekte an und hast Du spezielle schauspielerische Ziele?
Ich komme jetzt gerade vom Schnitt einer Serie, die ich vor Jahren mal geschrieben habe. Peter Thorwarth hatte mir mal eine Idee erzählt, und da haben wir vor fast acht Jahren immer mal wieder ein bisschen dran gearbeitet. Jetzt habe ich endlich zusammen mit der @d art medienproduktion einen ersten Teaser-Trailer mit Schauspielern dazu gedreht. Der liegt jetzt gerade im Schnitt und den wollen wir selbst anbieten, damit ich nicht an den kleinen Italo-Rollen hängen bleibe.

Bietet Ihr denTrailer Netflix und Co. oder Sendern an?
Wir bieten ihn allen an. Die Idee ist, dass es jeder so zehn Tage auf dem Schreibtisch liegen hat. Zunächst einmal geht er an die Sender. Und wenn da niemand die Hand hebt, geht’s weiter, denn ich habe keine Lust, dass das Projekt einschläft. Das ist wie bei ’nem Date – man weiß danach einfach, ob es was ist oder nicht.

Das Gespräch führten Mariam Misakian und Tina Thiele. Adam Sandler meets Daniele und Rizzos Blick auf „Valerian“ finden Sie auf Youtube. Und mehr über ihn selbst hier.


  

 

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Besetzung – Spiegel der Gesellschaft

Podiumsdiskussion des Bundesverbandes Casting (BVC) im Rahmen des Filmfestes München 2017 | © Holger Borggrefe

Die vorliegende cn-klappe zeigt einen Zusammenschnitt des BVC-Panels im Rahmen des Filmfestes München.

Deutschlands Gesellschaft ist multikulturell und multisexuell! Das sehen wir alle jeden Tag und jede Nacht in unserem Leben – nur nicht in Film und Fernsehen. Der BVC lud zu einem Diskurs der Hoffnung, um eine noch größere Sensibilität für dieses Thema schaffen zu können. Ein Diskurs, um neue Lösungsansätze zu finden und auch in fiktionalen Geschichten ein realistischeres Abbild unserer Gesellschaft zu erzählen.

Auf dem Podium diskutieren Vertreter folgender Berufsgruppen:
Claudia Kratochvil (Drehbuchautor, Producer)
Dominik Kempf (Redakteur ZDF-HR Fernsehfilm/Serie II)
Murali Perumal (Schauspieler)
Jakob M. Erwa (Regisseur)
Adnan Maral (Schauspieler, Produzent)

Die Casting Directors des BVCs waren vertreten durch:
Deborah Congia (BVC | Hamburg)
Marc Schötteldreier (BVC | Köln)
Daniela Tolkien (BVC | München)

Moderation: Stephen Sikder (BVC | München)

Der Beitrag gliedert sich in folgende Kapitel (Achtung in der Ecke links oben anklickbar!):

Intro
Kapitel 1: Diversität – Wieviel Realität wird abgebildet?
Kapitel 2: Rollenvorbilder – Migranten brauchen keine Samba-Musik!
Kapitel 3: Fiktion – Impulsgeber für die Realität!
Kapitel 4: Publikumsdiskurs – Erfahrungsberichte aus der Branche!
Abspann & Dankeschön

Offizielle Website des Bundesverband Casting (BVC):
www.castingverband.de

Gendertalk – Offener Brief des BVC an Autoren, Produzenten, Regisseure und Sendermitarbeiter in Deutschland:
https://castingverband.de/?p=2369

Viel Spaß beim Anschauen: Zur cn-klappe bei casting-network

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Roter Teppich zum Träumen – Neues aus der Traumfabrik: SMS Self Made Shorties Festival 2017

(c) Erik Mosoni

Als 17-Jähriger verlässt „Karl“ Lämmle 1884 Oberschwaben und wandert aus in die USA. 50 Jahre später ist Carl Laemmle ein legendärer Hollywood-Produzent und Boss eines internationalen Filmkonzerns. Nach seinem Tod 1939 droht er immer mehr in Vergessenheit zu geraten, obwohl er Unvergessliches geschaffen hat. Carl Laemmle gründet die Universal Studios und macht Hollywood zur Traumfabrik. Unter seiner Ägide entstehen Filme und Figuren, die sich ins Gedächtnis einbrennen wie „Dracula“ oder „Die Mumie“. Er setzt als Marketinggenie und Global Player Maßstäbe. Und er rettet zahlreichen Menschen das Leben.

Was hast Du geträumt, wovon träumst Du, was sind die Lebensträume die Dich leiten – oder die Alpträume, die Dich, womöglich, plagen? – Du träumst von Deinem eigenen Film? Dann mach ihn! Werde Filmfabrikant / Filmfabrikantin in Deiner eigenen Traumfabrik.

Unter dem Motto: Mein Traum – Neues aus der Traumfabrik gaben SchauspielervideosCrew United und die ZAV Künstlervermittlung in Zusammenarbeit mit Casting NetworkCinearte und Out Takes Schauspielerinnen und Schauspielern in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum vierten Mal die Chance, ihre Persönlichkeit in einem kurzen Film (max. drei Minuten) vorzustellen.

Am Freitag, den 23.06.2017 präsentierte dann die hochkarätige Jury bestehend aus: Franziska Aigner, Johannes Fabrick, Deborah Congia, Dr. Liane Jessen, Susanne Ritter, Anita SchneiderFlorentine Schara und Tim Seyfi  in einem vollbesetzten Kinosaal im Cinemaxx München die vorausgewählten 15 Self Made Shorties.

Im Folgenden ein paar Impressionen der Veranstaltung, Stimmen, weitere Eindrücke und natürlich die Gewinner-Shorties:

1. Platz SMS Self Made Shorties 2017: Kevin Patzke

2. Platz SMS Self Made Shorties 2017: Christian Ludwig

3. Platz SMS Self Made Shorties 2017: Jürgen Heimüller & Christoph Bangerter

(c) Erik Mosoni

Hier findet man die Shorties aller Nominierten: https://www.schauspielervideos.de/ecasting/ergebnis/sms-festival-2017

Stellvertretend für die vielen tollen Shorties, die es leider nicht in die Auswahl der 15 Nominierten geschafft haben, hat Urs Cordua eine Compilation mit Ausschnitten weiterer Traum-Shorties zusammengestellt:

Und wenn Ihr möchtet, gebt doch unter diesem Beitrag einen Kommentar ab und verweist per Link auf Euren Shorty mit Eurem Namen! Bis zum nächsten SMS Self Made Shorties Festival und 1000 Dank an alle, die mitgemacht haben!

Wir danken für die freundliche Unterstützung der Pensionskasse Rundfunk für die Finanzierung dieses Beitrages.

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Das 4. Self Made Shorties – Festival ist eine Veranstaltung von crew united & schauspielervideos in Kooperation mit casting-network und out takes, unterstützt von cinearte .

Grafische Gestaltung: Cernodesign

Konzeption und Beratung: ZAV Künstlervermittlung.

Daniel Philippen von der ZAV – Erfinder, Macher und Seele der SMS-Festivals (c) Erik Mosoni

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Faire Einkommensperspektiven im Bereich Schauspiel

v.l. Jaqueline Macaulay, Hans-Werner Meyer, Manuela Schwesig, Julia Beerhold, Ann-Kathrin Kramer, Harald Krassnitzer und Andrea Gerhard © Phil Dera

Am 14.2.2017 lud der Bundesverband Schauspiel (BFFS) in Kooperation mit dem Bundesfamilienministerium zu einem Stehempfang zum Thema „Gender Pay Gap im Bereich Schauspiel“ ein.

Vor rund 200 geladenen Gästen aus Politik und Kultur sprachen Bundesministerin Manuela Schwesig, Schauspielerin und BFFS-Vorstandsmitglied Julia Beerhold und die Podiumsgäste Ann-Kathrin Kramer, Harald Krassnitzer, Hans-Werner Meyer und Jacqueline Macauley über die Auswirkungen geschlechtsabhängiger Bezahlung und Präsenz auf dem Bildschirm und der Bühne.

Hintergrund-Fakten:

Die Lohnlücke zwischen Schauspielerinnen und Schauspielern betrug in den Jahren 2000 bis 2009 im Bereich Fernsehen im Schnitt 22,7 Prozent.
Quelle: Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL).

Nicht nur niedrigere Gagen für Frauen, sondern auch die geringere Präsenz weiblicher Figuren auf dem Bildschirm sind die Ursache für die Lohnlücke im Bereich Schauspiel.

Der Bundesverband Schauspiel fordert daher die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender und die Filmförderanstalten auf, regelmäßig ein Monitoring durchzuführen und zu veröffentlichen. Ein Mal im Jahr sollen Sender und Förderanstalten darlegen, wie viele Frauen und Männer sie vor der Kamera beschäftigen, und wie viel die Gesamtheit der Männer und die Gesamtheit der Frauen jeweils verdienen

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Crew United Berlinale Panel: Wie wollen wir Filme machen, wie wollen wir leben? – Ein Extrakt in Zitaten

Von links nach recht: Burkhard Blienert, Sol Bondy, Prof. Dr. Ursula von Keitz, Prof. Dr. Andreas Schreitmüller, Lisa Basten, Dr. Klaus Lederer, Christine Berg, Rüdiger Suchsland – FOTO: Christian Dosch

Im Folgenden haben wir versucht, die wesentlichen Aussagen unserer Panelgäste zusammenzustellen:

lederer

Dr. Klaus Lederer, Bürgermeister von Berlin, Senator für Kultur und Europa
Unterm Strich gibt es eine Gemeinsamkeit zwischen einem Metzger und einem Filmschaffenden, auch wenn diese gerne verwischt wird und Kunstschaffende dies selbst gerne lieber verdrängen würden: Es handelt sich um die Verausgabung menschlicher Arbeit. Insofern ist es ein Arbeitsprozess, der einen Wert hat und entsprechend entgolten werden muss […]. Dies sollte nicht nur über die Einflussnahme von Koalitionsverhandlungen und die damit einhergehende Kontrolle von Untergrenzen bei den Vergabekriterien erfolgen, sondern auch in der Branche selbst thematisiert werden, wie dies beispielsweise von Crew United und Ensemble Netzwerken im Theaterbereich bereits getan wird. Es braucht einen gesellschaftlichen Aufbruch, der deutlich macht, dass Kunst und Kultur nicht aus- schließlich anhand von Kriterien des Marktes und des Niederkonkurrierens erzeugt werden können.

Es geht hierbei nicht um den guten oder bösen Willen der Produzenten, sondern um bestimmte Marktstrukturen und Kräfteverhältnisse in einem bestimmten gesellschaftlichen Milieu und das ist hier die Kunst- und Kreativklasse. Es ist ein Missverständnis zu glauben, dass persönliche Freiheit einerseits verbunden sein muss mit der permanenten Gefahr des sozialen Falls ins Nichts. Es ist kein Zufall, dass die Kampfstärke der Gewerkschaften gerade in diesen prekären Bereichen so gering ist. Dies ist mit dem Wegdrängen der klassischen Gewerkschaftsorganisationen aus diesen Bereichen verbunden. Es gab Zeiten, in denen Filmschaffende in den Streik getreten sind. Heute kann dies durch die bestehenden Marktstrukturen umgangen werden.

basten
Lisa Marie Basten, Autorin und Wissenschaftlerin
Jörg Langers Umfrage aus dem letzten Jahr zeigte, dass nur einer von zehn Filmschaffenden ausreichend fürs Alter vorgesorgt hat. Nicht etwa weil Künstler kein Interesse daran haben, sondern zwei Drittel gaben an, dass ihnen schlichtweg das Geld hierfür fehlt. Es gibt ein strukturelles Problem: Wir haben nichts Vergleichbares zu den Gewerkschaften in anderen Bereichen, die eine Durchsetzungskraft haben und auf Augenhöhe verhandeln können. […] Die Film- und Fernsehbranche als Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft ist auch eine Modellbranche. Wir sind vor strukturelle Probleme gestellt, in denen auch der Gesetzgeber gefordert ist.

Die Diskussion geht an der Realität vorbei, wenn wir uns nicht immer wieder vor Augen halten, dass eine projekt- basierte Beschäftigung, die demnach keine unbefristete Vollzeitstelle ist, fundamental infrage stellt, was soziale Absicherung ist. Daher ist dies kein Luxusproblem, sondern eine Debatte, die essentiell für die Zukunft dieses Landes ist. Ein beispielhafter Ansatz wäre die Pensionskasse Rundfunk verpflichtend zu machen. Außerdem braucht es in irgendeiner Form Kontrollmechanismen. Die Festlegung des Sozialverträglichkeitsgesetzes alleine reicht an diesem Punkt nicht.

blienertBurkhard Blienert, Mitglied des Deutschen Bundestags, Filmpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion
Der Mindestlohn von 8,84 Euro wird verändern und verändert jetzt schon, da die Lohnuntergrenze Menschen hilft, die andernfalls abgespeist würden. […] Die Debatte sollte man jedoch losgelöst von der Mindestlohndebatte führen und schauen, wie die tatsächliche soziale Lage von Kreativen ist. Es ist schwierig im aktuellen System, das unter anderem nach 40-Stundenwochen ausgelegt ist, Antworten auf diese Fragen für die Filmschaffenden zu finden, wo viele weitere Aspekte wie beispielsweise Fehlzeiten zwischen den Produktionen hinzukommen.

bondySol Bondy, Filmproduzent, One Two Films GmbH

Ich kann nicht für alle Produzenten sprechen, aber bei einer kleinen Produktionsfirma wie unserer kam es bereits durchaus vor, dass wir den Mindestlohn nicht zahlen konnten. Das ist eine traurige Wahrheit und nichts, worauf wir stolz sind. Das betrifft nicht nur die Angestellten, sondern auch uns Geschäftsführer. Wir, als Produzenten von Filmen, die auf großen Festivals ausgezeichnet werden, erhalten in sechs Jahren Firma erst seit Januar diesen Jahres ein Gehalt auf Mindestlohnniveau.

keitzProf. Dr. Ursula von Keitz, Institutsleitung Filmmuseum Potsdam, Professorin Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf

Im Alter von 22 Jahren denken die meisten Studenten natürlich noch nicht unbedingt an ihre Altersvorsorge. Es gibt jedoch inzwischen einen starken Gründungsservice an der Uni. Das Bewusstsein dahingehend, ob man sich die Prekarisierung von allen möglichen Jobs auch im künstlerischen Bereich antut, ist in vollem Gange.

schreitmüller

Prof. Dr. Andreas Schreitmüller, Leiter der Hauptredaktion Spielfilm und Fernsehfilm ARTE
Es ist erschreckend, wie viel man über das Konsumentenverhalten weiß und in radikalem Kontrast dazu, wie gering das Bewusstsein für die sozialen Verhältnisse der Film- und Fernsehschaffenden ist – dies gilt auch für die Entscheidungsträger. Vergleicht man Frankreich und Deutschland, so fällt auf, dass in Frankreich vieles überreguliert ist. Das halte ich im kreativen Bereich jedoch für ambivalent, da dies Folgeschwierigkeiten mit sich ziehen kann. Was Sender-Budgets angeht, wurde in letzter Zeit häufig über zu kurze Drehzeiten geklagt, was immerhin auch eine Frage von fairen Arbeitsbedingungen ist. Daher ist es womöglich sinnvoll, sich auf die Produktion weniger Programme zu reduzieren und dafür im Einzelnen ein höheres Budget zur Verfügung zu stellen.

bergChristine Berg, Stellvertretender Vorstand / Leiterin Förderung, Filmförderungsanstalt

Das Ganze ist ein Zusammenspiel, in dem niemand alleine etwas bewirken kann. Die Politik hat bereits einen Anstoß gegeben, dass etwas passieren muss. Die FFA hat bereits vor drei Jahren eine Mindestförderquote eingerichtet. Wir fördern demnach weniger Projekte, diese jedoch mit mehr Geld, da wir der Ansicht sind, dass gute Budgets wichtig sind, damit die Beteiligten gut bezahlt werden können. Wie wir das, was der Gesetzgeber vorgegeben hat, umsetzen, d.h. ob wir die Löhne kontrollieren, müssen wir noch schauen. Es ist jedoch wichtig, dass neben den Sendern und den Länderförderungen vor allem von Seiten der Gewerkschaft ver.di für faire Arbeitsbedingungen gekämpft wird.

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cn-klappe: Wie wollen wir Filme machen, wie wollen wir leben?

Berlinale-Panel von Crew United mit Unterstützung der Pensionskasse Rundfunk.

Von links nach rechts: Burkhard Blienert, Sol Bondy, Prof. Dr. Ursula von Keitz, Prof. Dr. Andreas Schreitmüller, Lisa Basten, Dr. Klaus Lederer, Christine Berg, Rüdiger Suchsland

Der Film zeigt einen Zusammenschnitt des Berlinale-Panels von Crew United vom 9. Februar 2017 im Kesselhaus der Kulturbrauerei in Berlin. Die Redaktion des Schnitts hatte Tina Thiele von Casting Network.

Wenn vom Deutschen Film die Rede ist, geht es um seinen wirtschaftlichen Erfolg oder seinen künstlerischen Wert. Es geht nicht um die Menschen, die diese Werke herstellen, nicht um die Bedingungen, unter denen sie entstehen. Die Budgets sind so gestrickt, dass kaum Luft zum Atmen bleibt. Die Menschen, aber auch die Qualität der Filme bleiben auf der Strecke – und damit die künstlerische sowie wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit unserer Branche.

Die Situation der deutschen Filmbranche und dem Großteil der Menschen, die darin arbeiten ist desolat: Am Tropf von Sendern und Filmförderung, allein gelassen von der Politik, vertreten von zahnlosen Verbänden, unterbezahlt und überarbeitet oder Hartz 4, die Altersarmut fest im Blick. Als Filmland ist Deutschland ein Schwellenland. Nur zwei von fünf Filmschaffenden können allein von ihrem Beruf leben – das belegt eine aktuelle Umfrage des Bundesverbands „Die Filmschaffenden e.V.”, an der 3.827 Filmschaffende teilnahmen.

Doch erstmals zeichnen sich positive Veränderungen ab. Im neuen Filmförderungsgesetz werden erstmals Sozialverträglichkeit und Nachhaltigkeit als Ziele genannt, der Koalitionsvertrag der neuen Berliner Regierung weist in dieselbe Richtung, die Berücksichtigung der Pensionskassen-Beiträge auch bei geförderten Projekten ist dank der Limburger Lösung nur noch eine Frage der Zeit. Sind das nur Luftnummern, oder ist dies tatsächlich der zaghafte Anfang einer grundlegenden Verbesserung? Werden nur neue Regeln aufgestellt, oder auch die Menschen hinter diesen Zielen gesehen und gehört?

Was sind gangbare Alternativen und notwendige Veränderungen? Wer fühlt sich dafür verantwortlich? Wer ist bereit, neue Wege zu gehen? Das diskutierte der Filmkritiker und Cultural Activist Rüdiger Suchsland vor Eröffnung der Berlinale mit Gästen aus Film und Politik.

Auf dem Podium waren vertreten:

basten
Lisa Marie Basten, Autorin und Wissenschaftlerin Lisa Basten ist Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung und promoviert am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) zum Thema „Projektarbeit“ im Rahmen des Kollegs „Gute Arbeit. Ansätze zur Gestaltung der Arbeitswelt von Morgen“. Ihr Fokus liegt dabei auf den kreativen Branchen, in ihrer aktuellen Publikation „Wir Kreative! Das Selbstverständnis einer Branche“ stellt sie insbesondere die Film- und Fernsehwirtschaft in den Mittelpunkt. Nach einem Komparatistik- und Soziologiestudium war sie in links-alternativen Projekten in Europa unterwegs und landete schließlich in der Medienbranche. Mit einem Masterabschluss an der Hochschule für Film und Fernsehen (Filmuniversität „Konrad Wolf“ in Babelsberg) wandte sie sich den Arbeitsbedingungen in der Medienbranche zu. Seitdem liegt ihr Forschungsfokus auf dem Wandel der Arbeitswelt, Möglichkeiten kollektiver Organisation und Mitbestimmungsprozessen der Zukunft. Die gebürtige Münchnerin lebt seit 10 Jahren in Berlin und hat zwei Kinder. Fotocredit: © Helge Renner

bergChristine Berg, Stellvertretender Vorstand / Leiterin Förderung, Filmförderungsanstalt
Christine Berg ist seit dem 1. Februar 2012 stellvertretender Vorstand der Filmförderungsanstalt (FFA). In dieser Funktion verantwortet sie den gesamten Förderbereich der FFA. Zuvor war sie Projektleiterin des Deutschen Filmförderfonds (DFFF), der zum 1. Januar 2007 vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) eingeführt wurde und durch die FFA koordiniert wird. Davor war die gebürtige Hamburgerin u. a. Geschäftsführerin der Gesellschaft zur Förderung audiovisueller Werke in Schleswig-Holstein mbH (MSH) und Intendantin der Nordischen Filmtage Lübeck, Leiterin des Location-Büros der Filmförderung Hamburg sowie Aufnahmeleiterin bei verschiedenen Spielfilmproduktionen. Fotocredit: © FFA

blienertBurkhard Blienert, Mitglied des Deutschen Bundestags, Filmpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion
Burkhard Blienert ist Mitglied des Deutschen Bundestags und filmpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Er wurde am 30. März 1966 in Braubach geboren. Nach Abitur und Zivildienst studierte er an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und schloss mit einem Magister Artium (M.A.) ab. Von 1994 bis 2010 war er unter anderem Mitarbeiter bei Bundestagsabgeordneten, Geschäftsführer eines SPD-Unterbezirks und wissenschaftlicher Referent bei der SPD-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen. Aktuell ist er Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien des Deutschen Bundestags, Mitglied des Verwaltungsrates der FFA und Mitglied des Hörfunkrates von Deutschlandradio.

bondySol Bondy, Filmproduzent, One Two Films GmbH
Sol Bondy wurde 1979 geboren und ist in London, Spanien und Berlin aufgewachsen. Er studierte Filmproduktion an der dffb Berlin. Im Laufe seines Studiums produzierte er eine Vielzahl von mehrfach ausgezeichneten Kurzfilmen, z.B. mit dem Deutschen Kurzfilmpreis in Gold. Sein abendfüllender Abschlussfilm DIE VERMISSTEN wurde auf der Berlinale 2012 uraufgeführt und für den Europäischen Filmpreis nominiert. 2010 gründete er mit der Produzentin Jamila Wenske und dem Investor Christoph Lange die One Two Films GmbH in Berlin, die in sechs Jahren sechs Filme produzierte. 2013 absolvierte er das Trans Atlantic Partners Programm und wurde von der Fachzeitschrift Screen International als einer von weltweit 30 „Future Leader: Producers“ ausgezeichnet. 2015 konnte die indische Koproduktion ANGRY INDIAN GODDESSES einen der begehrten Publikumspreise in Toronto gewinnen. In 2016 gewann die finnische Koproduktion THE HAPPIEST DAY IN THE LIFE OF OLLI MÄKI den Hauptpreis der Reihe „Un Certain Regard“ in Cannes und den Europäischen Filmpreis. Sol Bondy ist Mitglied der Europäischen Filmakademie und doziert an diversen Filmschulen, z.B. der dffb Berlin, der Filmuniversität Babelsberg oder der FAMU (Prag). Fotocredit: © One Two Films

lederer

Dr. Klaus Lederer, Bürgermeister von Berlin, Senator für Kultur und Europa, Klaus Lederer ist seit Dezember 2016 Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa des Landes Berlin. 1974 in Mecklenburg geboren, zog er mit seinen Eltern Ende der 80er nach Berlin – hinein in die „Zeit der Wende“. Die spannende Zeit mit ihrem kreativen Chaos prägte ihn: sich engagieren, mitreden, mitmachen – anpacken ab 1992 in der PDS. Demokratischer Sozialismus – das Beste aus zwei Welten. Klaus Lederer studierte Rechtswissenschaften und ist Anwalt. Von 2003 bis 2016 saß er im Abgeordnetenhaus, war von 2005 bis 2016 Landesvorsitzender der LINKEN in Berlin. Als Landesvorsitzender führte er seine Partei als Spitzenkandidat in den Wahlkampf, in die Koalitionsgespräche und in die rot-rot-grüne Landesregierung, der er nun als Senator angehört. Fotocredit: © DiG/Trialon

schreitmüller

Prof. Dr. Andreas Schreitmüller, Leiter der Hauptredaktion Spielfilm und Fernsehfilm ARTE
Prof. Dr. Andreas Schreitmüller ist 1956 in Konstanz geboren. Nach seinem Studium der Linguistik an den Universitäten Konstanz und Manchester (UK) promovierte er zum Thema “Filmtitel”. Er war Lehrbeauftragter an der Jiao Tong-Universität Shanghai, stellvertretender Leiter der Kurzfilmtage Oberhausen und Redakteur beim ZDF in der Redaktion “Das kleine Fernsehspiel”. Seit 1991 ist er Leiter der Redaktion Fernsehfilm bei ARTE in Straßburg, seit 2000 zusätzlich Redaktionsleiter Spielfilm. Zudem arbeitet er als Honorarprofessor für Medienwissenschaft an der Universität Konstanz, ist Mitglied der französischen Filmakademie, der Europäischen Filmakademie sowie der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Andreas Schreitmüller wurde mit dem französischen Orden “Chevalier dans l’Ordre des Arts et Lettres” ausgezeichnet. Er veröffentlichte u.a. folgende Schriften: “Filme aus Filmen – Möglichkeiten des Episodenfilms” (1983), “Filmtitel” (1994) und “Alle Bilder lügen” (2005). Andreas Schreitmüller war Redakteur bei zahlreichen Filmen, u.a. “Drachenfutter”, “Jenseits der Stille”, “Lola rennt”, “Good Bye, Lenin!”, “Das Leben der Anderen“, “Sophie Scholl”, “Alles auf Zucker”, “Der freie Wille”, “Im Angesicht des Verbrechens”, “Wolke 9″ und “Victoria”. Fotocredit: © Stephanie Gagel

keitzProf. Dr. Ursula von Keitz, Institutsleitung Filmmuseum Potsdam, Professorin Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf
Prof. Dr. Ursula von Keitz lebt in Berlin, lehrt nach Professuren in Bonn und Konstanz seit 2014 an der Filmuniversität Babelsberg „Konrad Wolf“ und ist Direktorin des Filmmuseums Potsdam. Sie ist Mitglied des Netzwerks “FilmBildRaum” der Humboldt-Universität zu Berlin, Vorstandsmitglied von Cinegraph Babelsberg e.V. und Mitglied des Runden Tisches der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) zum sog. Vorbehaltsfilm. Seit 2012 ist sie Co-Leiterin des Langzeitprojekts zur Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland von 1945 bis zur Gegenwart der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). In den 1990er Jahren war sie u.a. als Sammlungsleiterin des Deutschen Filminstituts in Frankfurt am Main, als Ausstellungskuratorin, Drehbuchlektorin und Synchronregisseurin tätig. Sie hat zahlreiche Schriften zur Ästhetik, Geschichte und Theorie des Films veröffentlicht. Mitte 2017 erscheint beim Verlag Schüren der Band zur gleichnamigen Ausstellung “Alles dreht sich und bewegt sich. Der Tanz und das Kino”, die Ursula von Keitz am Filmmuseum Potsdam kuratiert. Fotocredit: © Universität Konstanz

Der Beitrag gliedert sich in folgende Kapitel:

Intro
Kapitel 1 − Bestandsaufnahme: Was ist faul im Staate Deutschland?
Kapitel 2 − Lösungsansätze: Quo Vadis?
Kapitel 3 − Publikumsstimmen

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Charlotte Siebenrock (BVC) im Interview

Charlotte Siebenrock | FOTO: Bernd Jaworek/UFA Serial Drama GmbH

Charlotte Siebenrock | FOTO: Bernd Jaworek/UFA Serial Drama GmbH

Wir sprachen mit der ehemaligen Besetzungschefin der UFA Serial Drama in Berlin/Potsdam, wie es nun nach der Schließung Ihrer Abteilung weiter geht.

Zur Situation
Ende Januar 2017 wurde die zentrale Casting-Abteilung der UFA Serial Drama am Standort Potsdam-Babelsberg aufgelöst. Ihre Leiterin Charlotte Siebenrock hat über 17 Jahre hinweg unter großem Engagement diese Abteilung aufgebaut und mit viel Knowhow für neue Gesichter in Serien gesorgt. Zu ihrem Team gehörten zuletzt ihre Assistentin Christina Göring, die Archivarin Stephanie Misgaiski und Heike Liebermann, die für das Casting der Kleindarsteller, Kinder und Jugendlichen zuständig war. Tina Thiele traf Frau Siebenrock abseits der Berlinale in einer ruhigen Altberliner Kneipe.

Wie geht es für Sie nach der Entlassung weiter?
Ab dem 1. März 2017 werde ich mich selbstständig machen. Casting | Buch | Regie heißt es dann auf meiner Website. Meine früheren Tätigkeits- und Interessenfelder, wie das Schreiben und das Inszenieren, möchte ich unbedingt wieder aufnehmen, bleibe dem Casting aber natürlich engstens verbunden. Ich bin und bleibe weiterhin Mitglied des Bundesverband Casting (BVC). Vor kurzem habe ich mich dem Verein Pro-QuoteRegie e.V. angeschlossen, weil ich dessen Zweck unterstützenswert finde. Die Fortführung meines Studiums der „Mittelalterlichen Geschichte“ ist eher privaten Interessen geschuldet.

Welche Projekte haben Sie in all den Jahren gecastet?
In meinem Vertrag stand, dass ich zuständig für „Hinter Gittern“ und sämtliche sonstige Formate der seiner- zeitigen Grundy UFA sei. Sehr schnell kamen weitere Projekte dazu wie „Bianca – Wege zum Glück“, woraus dann noch vier weitere Staffeln entstanden. Zudem gab es diverse Fernsehfilme wie z.B. „Held der Gladiatoren“. Außerdem habe ich von Beginn bis zuletzt für „Alles was zählt“ gecastet. Hinzu kamen noch „Verbotene Liebe“, ein Versuch einer Neuauflage von „Wege zum Glück“, „Block B – Unter Arrest“, ab 2016 „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und schließlich „Suspects“. Serien wie „Verliebt in Berlin“ oder „Braut wider Willen“ hat meine damalige Mitarbeiterin Sarah Lee gecastet, für „Tessa“ war Kristina Richter zuständig. Daneben gab es eine Vielzahl von Entwicklungsprojekten, die nur teilweise realisiert worden sind, für die aber auch besetzt werden musste. Insgesamt schätze ich, habe ich weit über 10.000 Live-Castings gemacht. Im Laufe der Zeit sind viele Produktionen eingestellt worden, und es gab deshalb auch schon früher Entlassungen in der Casting-Abteilung. Weiterlesen

Wo liegt ihr Speicher mit diesen 10.000 Videos?
Bei der von uns aufgebauten Datenbank castforward. Hier gibt es zwei Ansichten: eine externe und eine interne, die nur UFA-assoziierten Castern zugänglich ist. Dort sind u.a. circa 3.000 Schauspielerevaluationen von mir vermerkt.

Stichwort Nachwuchspflege & Aufbau. Hier wurde viel getan.
Seit 2008 wurden die Absolventen aller staatlichen Schauspielschulen, die auch in der ständigen Konferenz vertreten sind, eingeladen. Nina Haun und ich übernahmen je ein Wochenende mit jeweils circa 80 Schauspielstudenten, die alle ein Interview und eine Spielszene zu absolvieren hatten. UFA Nachwuchscasting war das Label, welches Nina Haun 2008 ins Leben gerufen hatte. In den letzten zwei Jahren haben wir auch noch einen Casting-Workshop gemacht. Dort wurden berufsvorbereitende Maßnahmen getroffen und unterschiedliche Fragen geklärt, für meinen Bereich etwa: Wie läuft der Besetzungsprozeß bei einer Serie ab, wie ist eine serielle Produktion aufgebaut, was ist die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) usw. Darüber hinaus bin ich so oft wie möglich zum Theatertreffen deutschsprachiger Schauspielstudierender und jedes Jahr zu den Vorsprechen an die staatlichen Hochschulen gefahren.

Was sind für Sie die signifikanten Unterschiede zwischen einem Casting für einen Film und für eine Serie?
Das muss man ganz klar in zwei Bereiche aufteilen: Wie ist es, bei einer Serie zu arbeiten und wie wird das nach außen hin wahrgenommen? Wenn jemand frisch von der Schauspielschule kommt, ist es nicht einfach, in einen hochfrequenten Arbeitsrhythmus einzusteigen. Es ist keine schlechte Schule, wenn man für ein paar Monate eine Serie dreht. Man muss sich allerdings fragen, was das mit meiner Außenwirkung macht, weil es in der Branche teilweise das Vorurteil gibt, dass ein Serien-Ensemble hauptsächlich aus Laien bestehe. Ich habe mich stets bemüht, die Besten zu akquirieren und zu verpflichten. Das hatte eine Sogwirkung auf andere Kollegen. Ich erinnere an „Wege zum Glück“, wo täglich 45 Minuten gedreht wurden. Diese Ensembles bestanden immer zu 85% aus staatlich ausgebildeten Theaterschauspielern.

Im Gegensatz zu früher treten heute auch Theaterschauspieler im Privatfernsehen auf…
Auf jeden Fall. Insofern immer weniger gedreht wird, ist ein Serien-Engagement finanziell gesehen schon sehr attraktiv, wie ein 6er im Lotto. Da muss man eventuell eben in künstlerischer Hinsicht Abstriche machen. Wenn ich mir allerdings das Gros der Fernsehfilme ansehe, ist das Niveau, bezogen auf die Qualität der Besetzung und die Dramaturgie häufig fragwürdig, da waren unsere Formate zum Teil auch nicht schlechter. Insofern finde ich es anmaßend, einem Schauspieler, der in einer Serie dreht oder Boulevardtheater spielt, einen Vorwurf zu machen.

Das war ja auch noch zu einer Zeit, als das Wort Casting in Deutschland ziemlich neu war!

Vor allem für meinen Bereich. Ich wurde z.B. 2000 bei Absolventenvorsprechen von ZAV-Mitgliedern gefragt, was ich denn dort mache. Als ich dann sagte, dass ich mir Berufsanfänger ansehe, waren viele überrascht, sahen sie doch in der Grundy UFA eine „Laiendarstellerverwertungsgesellschaft“. Darauf antwortete ich: „Das werde ich ändern.“ Das habe ich dann ja auch im Team mit der gesamten Besetzungsabteilung gemacht.

Welche Vorteile bringt es, als Casting Director eine Schauspielausbildung zu haben?
Ich selbst habe aus diversen Gründen eine private Ausbildung gemacht. Hilde Volk hat mir vier Jahre lang intensives Rollenstudium geschenkt. Parallel habe ich Sprecherziehung und ähnliches absolviert. Schlussendlich hat man aber am Ende handwerkliche Defizite. Der brennende Wunsch zu spielen war auch nicht durchgehend vorhanden. Ich arbeite sehr gerne mit Schauspielern, aber ich will nicht selbst spielen. So habe ich Ende der 1990er Jahre auch als freie Autorin, Regisseurin und Produzentin für das Fernsehen gearbeitet, was sich dann aber thematisch erschöpfte bis ich keine Lust mehr hatte. 2000 habe ich von der Ausschreibung der Grundy UFA gehört, mich vorgestellt und den Job bekommen. Ich weiß wie es ist, wenn man zum Casting eingeladen wird und keine Zusage bekommt oder auf der Volksbühne vor 700 Leuten spielt. Die Schauspieler waren mir immer viel näher. Ich bin ihnen sehr respektvoll begegnet und habe die Castings so druckfrei wie möglich gestaltet. Sie hatten Zeit, sich ungestört mit einem guten Einspielpartner im Castingraum „einzukitschen“. Es gab nie Castings ohne gute Einspielpartner. Wenn jemand behebbare Defizite hatte, habe ich ihm oder ihr das im Sinne einer konstruktiven Kritik auch gesagt.

Inwieweit spielen Social Media Kanäle wie Facebook, Instagram, Twitter und Co eine Rolle?
Bei mir nicht, aber bei Produzenten aus meiner Erfahrung schon. Ab und zu wurde von den Redaktionen oder Produzenten geäußert, doch bitte mal den „Youtuber“ oder die „Facebookerin“ anzusehen. Wenn jemand erfolgreich in einer Show war, entstand schnell eine Besetzungsidee für eine Serie. Ich kann mich daran erinnern, dass wir für „Hinter Gittern“ gebeten worden sind, „Tic, Tac, Toe“ zu besetzen. Das konnte ich dem damaligen Redaktionschef glücklicherweise ausreden, und es wurden letztendlich drei Absolventinnen für die Rollen besetzt. Solche Zumutungen gab es immer wieder und wird es auch immer geben. Was früher der Printbereich war, ist wohl heute das Netz.

Und Klickzahlen?
Mir ist das fremd, aber ich glaube, dass viele sich daran orientieren. Deswegen weiß ich gar nicht, was ich den Schauspielern raten soll. Es gibt bestimmt viele, die darauf gar keine Lust haben, aber inwieweit das ein Muss ist, ist mir unklar. Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber bezweifle, dass meine Kollegen da anders ticken. Für Sender und Produzenten spielt das alles sehr wohl eine Rolle.

Was ist Ihnen bei der Recherche nach einer guten Besetzung am wichtigsten?
Mir ist ganz klar die direkte Variante – selbstgecastet – am wichtigsten oder selbst gesehen im Theater, notfalls auch im Fernsehen oder Kino – wobei ich da genauer hinschauen muss, da hier naturgemäß viel manipuliert werden kann. Vorschläge durch Dritte hängen davon ab, wie objektiv diese Dritten sind. Datenbanken sind eine verlässliche Quelle, die ich nutze, wenn alles gut gepflegt ist. Die Social-Media Kanäle sind für mich irrelevant, weil ich da nicht aktiv und vertreten bin.

Was war die schönste Erinnerung, die Sie aus der UFA-Zeit mitnehmen?

Es war mir immer eine große Freude, die Absolventen zu sehen und deren Entwicklung zu verfolgen. Außerdem hatte ich wunderbare Mitarbeiterinnen und diverse unvergessliche Kollegen innerhalb der Firma und bei einigen Sendern.

Vielen Dank für das Gespräch!
Das Gespräch führte: Tina Thiele | Mitarbeit: Mariam Misakian
Charlotte Siebenrock (BVC)
Postfach 39 01 72
14091 Berlin
(Aktiviere Javascript, um die Email-Adresse zu sehen)
www.charlottesiebenrock.de

Hier eine Auswahl aus der Casting-Filmografie von Charlotte Siebenrock:

2016 Suspects
Regie: diverse | Produktion: RTL (UFA Serial Drama) | TV-Serie | Haupt- und Nebencast (1. Staffel)

2006-2016 Alles was zählt
Regie: diverse | Produktion: RTL (UFA Serial Drama) | TV-Serie |
Hauptcasting (seit 1. Staffel bis 11. Staffel)

2014-2015 Block B (AT: Wentworth)
Regie: Kai Meyer Ricks, Tina Kriwitz | Produktion: RTL (UFA Serial Drama) | TV-Serie |
Haupt- und Episodencast (seit 1. Staffel)

2014 Härte
Regie: Rosa von Praunheim | Produktion: Rosa von Praunheim Film | Kinospielfilm | Casting i.Z.m. Marcus Lachmann

2014 Alibi Agentur
Regie: Erik Schmitt | Produktion: ZDFneo (UFA Serial Drama) | Serienpilot | Casting

2012 Wege zum Glück
Regie: diverse | Produktion: ZDF (UFA Serial Drama) | TV-Serie | Haupt- und Episodencast (6. Staffel)

2010 Callgirl Undercover

Regie: Ulli Baumann | Produktion: Sat.1 (UFA Serial Drama) | Casting

2007 Meine wunderbare Familie
Regie: Bernhard Stephan | ZDF (UFA Serial Drama) | TV-Mehrteiler | Casting

2005-2007 Julia – Wege zum Glück
Regie: Gerald Distl, Christa Mühl, u.a. | ZDF (UFA Serial Drama) | TV-Serie | Casting (1. bis 3. Staffel)

2000-2006 Hinter Gittern – Der Frauenknast
Regie: diverse | Produktion: RTL (UFA Serial Drama) | TV-Serie | Casting (1. bis 10. Staffel)

2004-2005 Bianca – Wege zum Glück
Regie: Jurij Neumann | ZDF (UFA Serial Drama) | TV-Serie | Casting i.Z.m. Kristina Richter (1. bis 2. Staffel)

2003 Held der Gladiatoren

Regie: Jorgo Papavassiliou | Produktion: RTL (UFA Serial Drama) | Casting

Um Missverständnissen vorzubeugen:
Die Tätigkeit der Casting Directors Ingrid Cuenca (BVC), Nina Haun und Heidi Krell in Berlin/Potsdam sowie Tina Rinderspacher (BVC) in Köln sind von der Schließung nicht betroffen.

Das von Nina Haun 2008 aufgebaute UFA Nachwuchscasting wird natürlich weitergeführt.

Offizielle Stellungnahme der UFA:
„Castings für die bereits etablierten UFA Serial Drama-Serien werden nach wie vor von den zuständigen Castern der jeweiligen Produktionen betreut. Diese werden jetzt zusätzlich von freien Casting-Direktoren je nach Bedarf unterstützt. Castings für Light Fiction und Development-Projekte werden in erster Linie von der UFA Talentbase verantwortet.”

Zusatzinfo:
Heidi Krell erhielt jüngst bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten” Unterstützung von Tröber Casting, die aktuell zwei Hauptrollen für die Serie casteten.

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cn-klappe: Der Blick fürs Wahrhaftige!

ChristianPetzold

© Ein Zusammenschnitt der Veranstaltung FILMMAKERS-LIVE mit Christian Petzold, welche im Rahmen des Filmfest München 2016 stattfand. | cineuropa.org

„Ruhige Sequenzen, wenig Budget, nah am Leben – die Filme der Berliner Schule ähneln sich und sind doch grundverschieden.“ (arte-magazin 2017)
Mitte der 1990er Jahre macht eine Gruppe junger Filmemacher zum ersten Mal auf sich aufmerksam − ihre wichtigsten Vertreter: Christian Petzold, Thomas Arslan und Angela Schanelec. Weiterlesen

Auf dem Podium waren vertreten:
Christian Petzold (Drehbuchautor & Regisseur)
Jamey Fisher (Autor & Direktor des UC Davis Humanities Institute)

Es moderierte: Robert Fischer

Der Beitrag gliedert sich in folgende Kapitel (Achtung in der Ecke links oben anklickbar!):

Intro
Kapitel 1: Vom Kino zum Fernsehen
Kapitel 2: Gestalterische Freiheit beim „Polizeiruf“
Kapitel 3: Gemeinsam Geschichten erzählen
Kapitel 4: Drehvorbereitungen
Kapitel 5: Herausforderung Historienfilm

Infowebsite: www.filmfest-muenchen.de

Viel Spaß beim Anschauen: Zur cn-klappe bei casting-network

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Counting LIKES is not what counts

Counting LIKES is not what counts – Ein Zusammenschnitt der Veranstaltung der ZAV-Künstlervermittlung Berlin zum Thema: Zur Bedeutung der digitalen Reputation.

Die vorliegende cn-klappe zeigt einen Zusammenschnitt der Veranstaltung der ZAV-Künstlervermittlung Berlin zum Thema: Zur Bedeutung der digitalen Reputation. Eine offene Diskussion zu:

  • Social Media
  • Selfmarketing
  • Fanbased Funding

Auf dem Podium waren vertreten:
Prof. Udo Dahmen (Künstlerischer Direktor und Geschäftsführer der Popakademie Baden-Württemberg)
Manuel Dengler & Oskar Lingk (Social Media Experten & Inhaber der Agentur even.aducated)
Mo Dreher (Produktionsleiter & Dozent Filmwerkstatt München)
Anna Theil (Leitung Kommunikation Startnext Lab)
Tina Thiele (Autorin, Journalistin & Inhaberin von casting-network)
Oliver Zenglein (Inhaber von crew united)

Es moderierte: Petra Schwarz

Der Beitrag gliedert sich in folgende Kapitel (Achtung in der Ecke links oben anklickbar!):

Intro
Kapitel 1: Statements
Kapitel 2: Präsentation
Kapitel 3: Das Musik-Business im Internet – Was wäre übertragbar auf den Film- & Fernsehbereich!?
Kapitel 4: Publikumsdiskurs – Selbstvermarktung
Kapitel 5: Publikumsdiskurs – Netzwerken
Abspann & Dankeschön

Offizielle Website der ZAV-Künstlervermittlung: www.zav-kuenstlervermittlung.de

Viel Spaß beim Anschauen: Zur cn-klappe bei casting-network

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cn-kolumne: Christian Dosch über „Grünes Drehen“

Christian Dosch betreut in Zukunft die Themen „Fairness“ und „Nachhaltiges Drehen“ für crew united und macht sich parallel mit Spurfinder als freier Projektleiter selbstständig. Motiv: Christian Dosch | credit: crew-united

Christian Dosch betreut in Zukunft die Themen „Fairness“ und „Nachhaltiges Drehen“ für crew united und macht sich parallel mit Spurfinder als freier Projektleiter selbstständig. Nachdem er sieben Jahre die Film Commission Region Stuttgart geleitet hat, wechselt er nun wieder auf die Projektseite. Vor seinem An- kommen in Stuttgart hat er bei Kino- und TV-Spielfilmprojekten in München und Berlin mitgearbeitet und u.a. als Motiv-Aufnahmeleiter „Die Welle“ (Casting: Franziska Aigner, Zusatzcasting Kinder & Jugendliche: Uwe Bünker | BVC) und „Wickie und die starken Männer“ (Casting: Daniela Tolkien | BVC) betreut.

Ein neuer Ansatz beim Themenkomplex Nachhaltigkeit ist es Fairness und Nachhaltigkeit bzw. „Grünes Drehen“ gemeinsam zu denken. Kurz gesagt: ohne Fair, kein Grün. Wichtige Mitstreiter sind der Regisseur Christian Lerch sowie die Nachhaltigkeitsberaterin Nicola Knoch, die in München einen wirklich motivierenden „Runden Tisch” zum Thema „Grünes Drehen” gestartet haben. Gleichzeitig sind Die Filmschaffenden involviert, mit denen crew united in den letzten Jahren den FairFilm®Award entwickelt hat. Weiterlesen

INTERVIEW:

Sie sind neuer Projektleiter des Themenkomplexes Nachhaltigkeit bei crew united. Wie kam es dazu?
Ich habe mich Mitte des Jahres nach sieben Jahren Leitung der Film Commission Region Stuttgart selbstständig gemacht und kannte Oliver Zenglein und Vincent Lutz von crew united bereits aus der Zeit. Ich schätze die Arbeit des crew united-Teams sehr, sie bieten nicht nur die wichtigste Branchen-Plattform im deutschsprachigen Raum an, sondern nehmen auch eine Haltung zu Branchenthemen ein. Da mir Nachhaltigkeit und vor allem Fairness ein persönliches Anliegen sind, haben die beiden mich gefragt, ob ich Lust hätte mit an Bord zu gehen.

Was sind Ihre Aufgaben?
Unser Ansatz ist es, die Initiative zielgerichtet, aber auch behutsam und partizipativ, wachsen zu lassen. Einerseits strukturieren wir uns im Moment, andererseits können wir mit dem überarbeiteten Kriterienkatalog für die Fair Film-Umfrage von crew united ab Anfang Dezember auch schon konkrete Zwischenergebnisse zeigen. Meine Aufgabe würde ich ganz pragmatisch sehen: Ich unterstütze dort, wo ich gebraucht werde und bringe mein Wissen um Projektentwicklung und Finanzierung ein.

Was sind für Sie Kriterien für faires und nachhaltiges Filmschaffen?
Vieles von meinem Fairness-Verständnis ist in die Kriterien eingeflossen. Wir sehen diese als Einladung zum Gespräch und freuen uns über Feedback und Diskussion. Ich persönlich habe ein sehr breites Verständnis von Fairness. Es geht sicher um Tarifgagen und Arbeitszeiten, aber eben nicht ausschließlich. Wertschätzung, Arbeitsklima, Professionalität, Gleichbehandlung und berufliche Perspektiven zählen auch dazu. Fairness und Nachhaltigkeit sind beides Konzepte, die zum Glück nicht für klassische Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Konflikte taugen. Das ist vielleicht das Schöne: Filmproduzenten, Film-Dienstleister und Filmschaffende engagieren sich gemeinsam.

Wo sehen Sie aktuell die größten Mängel und was sind die Ursachen dafür?
Der größte Mangel ist der fehlende Austausch zu Fairness- und Nachhaltigkeitsthemen in der Branche. Viele Filmschaffende nehmen den Status Quo hin. Ein Grund dafür ist sicher, dass der Joballtag so anspruchsvoll und zeitintensiv ist, dass keine Zeit für Reflektion bleibt. Es kann nicht im unseren Sinne sein – und es ist alles andere als nachhaltig – einen hoch motivierten und kreativen Nachwuchs an Film- und Medienhochschulen auszubilden, sie etwa 5 bis 10 Jahre in Filmprojekten zu verbrennen, so dass am Ende nur der Branchenausstieg bleibt. Wir brauchen eine Branche, die langfristige Berufs- und Lebensperspektiven bietet.

Wie sahen bisher die Reaktionen der Berufsverbände auf Ihr erweitertes Konzept aus?
crew united hat auf der Internationalen Fachmesse für Filmtechnik und Postproduktion (CINEC) in München eine spannende Podiumsdiskussion veranstaltet, bei der auch Vorstände der Berufsverbände dabei waren. Dort war zu spüren, dass die Branche selbst ganz konkrete Vorschläge zu den Themen zu machen hat. Es geht darum, dass soziale, ökologische und ökonomische Themen gemeinsam gedacht werden. Die Themen sind verbunden durch die Haltung, mit der wir Mitmenschen und der Umwelt begegnen. Wir hoffen die Bundes- verbände von diesem integrierten Ansatz überzeugen zu können.

Welche Verantwortung tragen die Förderanstalten in Ihren Augen?
Das ist eine sehr spannende Frage, die man auch noch allgemeiner stellen kann. Tragen öffentliche Auftrag- geber oder Förderer mit der Beauftragung bzw. Förderung von Projekten und Dienstleistern nicht auch eine Verantwortung für eine ethische und faire Mittelverwendung? Oder konkreter: Können sich in einer Branche, die durch TV-Gelder öffentlich-rechtlicher Sender und durch öffentliche Filmförderung maßgeblich bestimmt wird, diese Institutionen wirklich aus der Diskussion um Fairness und Nachhaltigkeit heraushalten und auf Tarifautonomie und freien Wettbewerb verweisen? Meiner Meinung nach geht das nicht.

Stichpunkt Nachhaltigkeit und Umweltschutz – was wurde in der Vergangenheit falsch gemacht?
Unser Ansatz ist es, gerade nicht zu werten, wir sind weder Besserwisser noch Richter. Wir wollen ein Projekt starten, in den Erfahrungen, Beiträge, Ideen und Perspektiven der Branchenteilnehmer gesammelt werden. Aus der Branche, mit der Branche, für die Branche. Wir können einer Branche, die unter hohem Zeitdruck Filme produziert nicht weitere Vorschriften oder Richtlinien vorsetzen, die nicht gemeinsam entwickelt wurden. Wir können es nur umdrehen, fragen und sammeln: Welche Ideen habt ihr, Filmproduktionen nachhaltiger und fairer zu gestalten? crew united kann mit über 33.000 registrierten Filmschaffenden das Netzwerk dafür bieten.

Gibt es auch einen Preis, der faires Filmschaffen belohnt?
Der Bundesverband Die Filmschaffenden hat in den letzten Jahren gemeinsam mit crew united den ursprünglich Hoffnungsschimmer genannten Preis zum FairFilm®Award weiterentwickelt. Dieser wird jährlich im Rahmen der Berlinale verliehen. Die Grundlage dafür ist die Fairness-Umfrage von crew united. Die Umfrage für den FairFilm®Award 2016 begann am 1. Dezember 2016.

Wie kann man Fairness messen und wie viel Aufwand ist das?
Ein guter Gradmesser sind aus unserer Sicht die Projektbeteiligten selbst, am Ende eines Projekts hat man in der Regel ein ganz gutes, persönliches Gefühl für die Projektfairness. Aktuell können Filmschaffende die Filmprojekte, an denen Sie mitgearbeitet haben, am Ende des Kalenderjahres bewerten. Dies ist natürlich ein Anfang und kann z.B. im Rahmen der Relaunches zu einer kontinuierlichen Fairness-Bewertung ausgebaut werden. Natürlich bewerten im Moment auch lediglich die Filmschaffenden das Filmprojekt und die Frage, ob der Filmproduzent mit dem vorgegebenen Produktionsbudget bzw. der Anzahl an Drehtagen die Chance hatte das Filmprojekt fair herzustellen, ist damit noch nicht beantwortet. Auch sind zum Zeitpunkt der Umfrage einige Projekte noch in der Postproduktion, so dass z.B. manchmal auch die Perspektive der VFX-Dienstleister und Artists zu kurz kommt. Perspektivisch und abhängig von möglichen Finanzierungen wäre crew united sehr offen dies gemeinsam mit Partnern weiterzuentwickeln.

Wie ist die Resonanz von der Produzentenseite?
Viele Filmproduzenten sehen in der Fairness-Umfrage ein wertvolles Feedback-Tool und sind geknickt bei schlechten Fairness-Noten. Sie können ihre eigene Einschätzung überprüfen, erhalten eine ungefilterte Rückmeldung und können auf der Grundlage Entscheidungen treffen, wie sie in Zukunft Filmprojekte aufstellen wollen. Fairness ist ein Wert und ein Ziel, dass die meisten Filmschaffende und Filmproduzenten teilen. Es ist keine Einbahnstraße, schwarze Schafe gibt es auf beiden Seiten.

Haben Sie bereits positive Entwicklungen ausmachen können?
Meine persönliche – und überhaupt nicht empirisch beweisbare – Erfahrung ist die, dass ich gerade viel mit engagierten Menschen darüber spreche, wie sie sich Leben vorstellen und welchen persönlichen Beitrag sie für eine nachhaltigere Welt leisten möchten. Ich würde behaupten, dass die meisten Filmschaffenden, aber auch Filmproduzenten nicht aus ökonomischen Gründen die Branche gewählt haben. Es war eher die Begeisterung für Filmkunst, die Lust an kreativer Arbeit, der Wunsch durch Filme etwas zu bewegen und das Leuchten in den Augen beim Kinobesuch. Die zentrale Frage ist doch, welchen ökonomischen, sozialen und ökologischen Rahmen wir gemeinsam definieren, damit das Leuchten nicht erlischt.

Wenn Sie einen Appell an die Filmbranche richten könnten…
Mehr Utopie. Lasst uns nicht nur utopische Welten in den Filmen kreieren, sondern auch gemeinsam eine andere Arbeitswelt erfinden. Wenn wir es denken können, können wir es auch umsetzen.

Vielen lieben Dank für das Gespräch!

Das Gespräch führte: Tina Thiele | Ausarbeitung: Mariam Misakian

(FairFilm® ist eine eingetragene Marke von fairTV e.V.)

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Symposium der Deutschen Akademie für Fernsehen 2016 – Panel I: Nachwuchsförderung vs. Altersdiskriminierung

Von links nach rechts: Jörg Winger, Simone Stewens, Annette Reeker, Carola Raum, Gesine Enwaldt, Birgit Kniep-Gentis

Wir schließen die Reihe mit dem 1. Panel: Nachwuchsförderung vs. Altersdiskriminierung / Über Kollegialität und Konkurrenz

Moderation: Annette Reeker, Produzentin (nominiert für: “Cape Town”)

Teilnehmer:

Birgit Kniep-Gentis, Szenenbildnerin (nominiert für: “Schwarzach und die Hand des Todes”)

Carola Raum, Kostümbildnerin (nominiert für: “Mein Schwiegervater, der Stinkstiefel”)

Jörg Winger, Produzent (nominiert für: “Deutschland 83″)

Simone Stewens, Geschäftsführerin, ifs internationale filmschule köln gmbh

Gesine Enwaldt, freie Autorin (nominiert für: “Fast perfekt – Anke Engelke und die Selbstoptimierer”)

Herzlichen Dank an die Akademie und an Preproducer, dass wir die Aufzeichnung hier auch für alle, die nicht dabei sein konnten, zeigen können.

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Symposium der Deutschen Akademie für Fernsehen 2016 – Panel II: Mordopfer Genrevielfalt

Von links nach rechts: Philipp Steffens, Dr. Gabriela Sperl, Patrick Simon und Dr. Barbara Buhl

Es geht weiter mit dem 2. Panel: Mordopfer Genrevielfalt / Über die Auswirkungen der Krimiflut

Moderation: Dr. Gabriela Sperl, Produzentin (nominiert für: „Mitten in Deutschland: NSU – (Die Trilogie)“)

Teilnehmer:
Dr. Barbara Buhl, Leiterin der Programmgruppe Fernsehfilm und Kino, Westdeutscher Rundfunk

Philipp Steffens, Leitung Fiction, RTL Television GmbH (nominiert für: “Duell der Brüder – Die Geschichte von Adidas und Puma“)

Patrick Simon, Programm-Manager, ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH (nominiert für: “Mordkommission Berlin 1″)

Herzlichen Dank an die Akademie und an Preproducer, dass wir die Aufzeichnung hier auch für alle, die nicht dabei sein konnten, zeigen können.

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Symposium der Deutschen Akademie für Fernsehen 2016 – Panel III: Mitten in Deutschland – Ein Werkstattgespräch mit Christian Schwochow über Regiearbeit

Christian Schwochow (links) und Stephan Wagner im Gespräch

Aus in diesem Jahr veranstaltete die Deutsche Akademie für Fernsehen vor der abendlichen Preisverleihung ein Symposium mit 3 spannenden Panels. Wir veröffentlichen diesmal nicht alle drei auf einmal, sondern schenken nur immer einem unsere Aufmerksamkeit. Beginnen möchten wir mit dem sehr interessanten Gespräch mit einem beeindruckenden Christian Schwochow, der zu diesem Zeitpunkt der Aufzeichnung natürlich noch nicht wissen konnte, dass er am Abend dann für seinen Film Mitten in Deutschland: NSU – Die Täter: Heute ist nicht alle Tage mit dem Preis für die Beste Regie ausgezeichnet werden wird. Herzlichen Dank an die Akademie und an Preproducer, dass wir die Aufzeichnung hier auch für alle, die nicht dabei sein konnten, zeigen können.

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LIVE! Symposium & Verleihung der Auszeichnungen der Deutschen Akademie für Fernsehen 2016

Am 12. November 2016 finden zum vierten Mal Symposium und Preisverleihung der DEUTSCHEN AKADEMIE FÜR FERNSEHEN im Filmforum NRW im Museum Ludwig, Köln, statt.

Der Nachmittag vor der abendlichen Preisverleihung bietet mit intensiven Diskussionen und Werkstatt-Gesprächen, mit nominierten Kreativen aus allen Gewerken, Einblicke in die Rahmenbedingungen des Arbeitens für das Fernsehen.
In der festlichen Abendveranstaltung werden die Auszeichnungen in 21 Kategorien verliehen.
Die Preisträger werden von den rund 800 Mitgliedern der AKADEMIE gewählt:

Eine Auszeichnung von Fernsehschaffenden für Fernsehschaffende.

Hier geht es zu den Nominierungen 2016: http://www.deutscheakademiefuerfernsehen.de/rl/nominierten-fuer-ihre-preisverleihung-2016/

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cn-kolumne: Daniel Philippen und die Ausbildungsoffensive der ZAV

daniel

Über die Vermittlung von Schauspielern hinaus ist für die ZAV Berufsberatung ein wichtiges Arbeitsfeld. Dem widmet sich Vermittler Daniel Philippen mit einem besonderen Programm für die Ausbildung junger Schauspieler: der Ausbildungsoffensive16/20.

STECKBRIEF
Daniel Philippen
, aufgewachsen in Aachen, Studium der Neuen Geschichte, Literatur-, Musik- und Theaterwissenschaft. Danach Dramaturg am Theater in der Josefstadt in Wien, am Theater Hannover und am Bayerischen Staatsschauspiel. Parallel hier- zu Arbeiten mit freien Schauspielgruppen: u.a. Performance Review Committe (PRC) und Beinhardt Ensemble. Außerdem Producer der neuen deutschen Filmgesellschaft (ndF) und bei der die film gmbh und Dramaturg. Seit 2001 Arbeitsvermittler für Film und Fernsehschauspieler in der ZAV Künstlervermittlung München. Weiterlesen

Die ZAV Künstlervermittlung gibt es seit über sechzig Jahren. Sie ist eine Institution der Bundesagentur für Arbeit und vermittelt Künstler aller darstellenden Berufe, so auch Film- und Fernsehschauspieler und auch alle „Gewerke” hinter der Kamera. Wie es auf der Website heißt, kommen Film-Vermittler selbst aus der Filmbranche, verfügen über ein engmaschiges Beziehungsnetzwerk und begleiten ihre „Kunden” in den Niederlassungen Berlin, Hamburg, Köln und München mitunter ein ganzes Berufsleben lang. Die Vermittlung ist provisionsunabhängig.

INTERVIEW
2015 hat allein die ZAV Film/Fernsehen in München Schauspielgagen über rund 3,8 Millionen Euro aus annähend 500 Vermittlungen mit circa 2.000 Drehtagen vermittelt. Über die Vermittlung hinaus ist Berufsberatung ein wichtiges Arbeitsfeld. Dem widmet sich Vermittler Daniel Philippen mit einem besonderen Programm für die Ausbildung junger Schauspieler: der Ausbildungsoffensive16/20.

Du hast dieses Jahr in der ZAV Künstlervermittlung ein neues Programm ins Leben gerufen: die Aus- bildungsoffensive. Was kann man sich darunter vorstellen?
Die Ausbildungsoffensive ist ein Workshop-Angebot der ZAV Künstlervermittlung Film-Fernsehen für alle Studentinnen und Studenten der staatlichen Hochschulen und Akademien für Darstellende Kunst. Die Film- und Fernsehbranche ist selbst für Profis ab und zu gerne mal unübersichtlich. Die Fragen angehender Schauspieler sind daher vielfältig: Wie bewerbe ich mich? Wie gehe ich mit Datenbanken um? Wer entscheidet über mich? Wie bereite ich mich auf einen Dreh vor? Was wird von mir erwartet und wer erwartet mich am Drehort? Was soll ich und, mysteriöser noch, muss ich eigentlich nicht machen? Wie betreibe ich effizientes Marketing in eigener Sache? Und mit den ersten Film-Engagements kommen auch wieder Fragen: Steuern, Sozialversicherung, Krankenkasse, Pensionskasse, KSK, GVL, SGB III, Rente, Gagen, Rechte und Verträge. Zugegeben, das muss angehende Schauspieler noch nicht brennend bis ins Detail interessieren – aber ausweichen wird man diesen weniger künstlerischen Themen nicht können. Schauspielerei ist ein Beruf, mit dem man sein Leben meistern können soll. Auf Amerikanisch: How to make a living. Nicht schlecht, wenn sich in der Ausbildung schon klären lässt, wo es langgehen könnte und wo Hilfe zu finden ist.

Wie entstand die Idee zu diesem „Workshop-Angebot“?
Berufsberatung und Vermittlung sind tragende Säulen unserer Arbeit in der ZAV. So weit, so gut. Doch wir können uns auf unseren institutionellen Status allein nicht verlassen, sondern müssen immer wieder raus mit Serviceangeboten. Die Ausbildungsoffensive ist ein solches Angebot. Die Zeit ist günstig. Es hat sich mittlerweile die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Ausbildung nicht allein auf die Bühne fokussiert sein kann, du musst später als Schauspieler mehrere Pfeile im Köcher haben. Und nicht wenige Ausbildungsinstitute haben die schwierige Umstellung von Diplom- auf Masterstudiengänge genutzt, um gleichzeitig auch ihre Lehrpläne in ideellem Sinne zu reformieren – mit sehr professionellen Angeboten im Filmbereich. Hier können wir mit unserem Know-how prima ansetzen.

Was ist das Ziel der Ausbildungsoffensive?
Wir wollen den Blick der jungen Schauspieler erweitern, so dass sie ein Gefühl für die Zusammenhänge der gesamten Branche entwickeln. Es gab ja immer schon vereinzelte Workshops mit Experten aus der Branche. Das ist als Ergänzung total sinnvoll und spannend. Uns ist aber der Allround-Blick auf die Branche wichtig. Dazu gehört auch, dass die Studenten erkennen, dass sie bestimmte Rechte haben, dass ihnen Leistungen des Staates zustehen – übrigens auch unsere als Künstlervermittlung. Wir wollen den selbstbewussten Schauspieler, der nicht auf andere angewiesen ist. Wir wollen nicht erst dann Orientierung bieten, wenn sich nach dem Diplom die Fragen türmen, und der Weg zu uns erst mühsam gefunden werden muss. Wir wollen auf Studenten zugehen, begleitend, schon von Beginn an. Deshalb machen wir ihnen ein Angebot.

Wie läuft das Ganze ab?
Wir bieten über das Studium verteilt aufeinander aufbauende Module an, mehrstündige Workshops, die Schauspielern aller Semester freistehen zu besuchen. Positiver Nebeneffekt dieser Workshops ist, dass die Studenten uns kennenlernen und schon frühzeitig wissen, an wen sie sich in allen Fragen bezüglich der Film- und Fernsehbranche wenden können – auch dann noch, wenn das Studium beendet ist und erste Engagements auf der Bühne oder vor der Kamera warten.

Studenten dürfen also schon sehr früh an der Ausbildungsoffensive teilnehmen?
Ja! Wir wollen so früh wie möglich anfangen. Zunächst dachte ich, manche Inhalte sind für die ganz jungen Studenten uninteressant, etwa Renten-, Versicherungs- und Vertragsfragen. Aber im Gegenteil. Genau diese „trockenen Themen“ werden besonders nachgefragt. Und von Lehrerseite heißt es: „Das ist ein Beruf – das können die nicht früh genug erfahren.“ Da hat sich also auch etwas im Bewusstsein verändert.

Welche Universitäten bzw. Hochschulen nutzen dieses Angebot bisher?
Bis jetzt die Musik und Kunstuniversität Wien, die Universitäten Linz und Graz, die Akademie Ludwigsburg, BTA München, die Folkwang Universität der Künste, die Hochschulen in Hannover und Hamburg und die UdK Berlin – übrigens auch die Musicalklassen. Das sind eben jene Institute, die sich auch neu aufgestellt haben. Bei anderen stellen wir uns gerade vor. Wir sind ja noch am Anfang.

Warum sind private Schauspielschulen und ihre Schüler ausgeschlossen?
Wir sind eine staatliche Behörde und somit ist das vorgestellte Programm auch beschränkt auf die staatlichen Schauspielschulen und damit ausgerichtet auf jene Studenten, die einen Master-Abschluss ablegen werden.

Wäre ein solches Angebot nicht auch für ältere, gestandene Schauspieler, wichtig?
Total. Die meisten sind ja in Bezug auf den Filmberuf Autodidakten, beziehen ihr Wissen vom Hören-Sagen und aus Erlebtem. Nichtwissen ist das Feld für Vorurteile, Bevormundung, Minderwertigkeitskomplexe. Da gerät man leicht in die Passivitäts- und Resignationsfalle und es kostet viel Geld, auf das man Anspruch gehabt hätte. Deshalb ist uns die Berufsberatung so wichtig. Jeder kann diese in Anspruch nehmen. Und rausgehen soll er kenntnisreicher und damit freier, selbstbewusster und motivierter. Darüber hinaus würde ich gerne neue Möglichkeiten zum gegenseitigen Austausch in der ZAV einführen: so eine Art regelmäßigen ZAV „Konvent“, wo unserer Schauspieler Themen einbringen können. Auch Online müssen wir uns in diese Richtung bewegen.

Welchen Nutzen verspricht sich die ZAV?
Wir können uns im Vermittlungsalltag auf die individuellen Fragen und die jeweilige berufliche Situation der Schauspieler konzentrieren, weil das Grundwissen bereits vorhanden ist. Man muss sich außerdem immer wieder selbst auf den neuesten Stand bringen. Und nicht zuletzt lernen wir auch von den Studenten: Wie und was denken die über Film, Theater, Kunst, das Leben. Aktuell ist eine wahnsinnig computeraffine Generation am Start. Dieser Zeitgeist zeigt sich ja auch im permanenten digitalen Wandel der Datenbanken. Hier muss man dranbleiben, um mithalten zu können als Berater und auch als Vermittler. Diese Verantwortung habe ich übrigens auch gegenüber meinem eigenen Arbeitgeber: der Bundesagentur für Arbeit. Die muss sich darauf verlassen können, dass öffentliche Mittel passgenau eingesetzt werden, um den Einstieg junger Schauspieler in den sogenannten Ersten Arbeitsmarkt „Theater, Film und Fernsehen“ zu fördern.

Du bist ja außerdem so etwas wie der „Vater“ des Self-Made-Shorty. Wie kam es dazu?
Das ist der glamouröse Teil der Arbeit, dem liegt aber auch ein konkretes Vermittlungsanliegen zu Grunde. Ich wollte uns alle aus der lähmenden Mystifizierung des Showreels befreien. Mein Gott, das ist lediglich ein Hilfsmittel fürs Besetzen, und dabei geht es um die Person, nicht ums Showreel selbst, also: Mach’ es persönlich, mach’ es selbst, selfmade eben! Selbstgemachte Showreels gab es übrigens durchaus schon, aber diejenigen, die sie gemacht haben, haben selbst nicht daran geglaubt. Irgendwann ist mir dann der Kragen geplatzt, und ich hab gesagt: „So, das Ding ist klasse, das ist sexy, das ziehen wir jetzt mal ganz groß auf. Auf die Kinoleinwand damit und dann wird gefeiert!“ Mittlerweile ist das Shorty etabliert als Besetzungswerkzeug fernab des Festivals, und Schauspieler werden darüber besetzt.

Für die bisherigen Gewinner bedeuteten SMS einen nicht unerheblichen Karriere-Boost. Wie erklärst Du Dir den Erfolg dieses Projektes?
Wir machen doch alle den Beruf, weil wir mit Menschen, mit Künstlern, zu tun haben wollen. Das ist auch schauspielervideos & crew united wichtig, mit denen wir das ja mittlerweile zusammen aufziehen. Wir wollen doch alle in der Branche mit Leuten umgehen, die was zu sagen oder im besten Sinne etwas Merkwürdiges haben. Über ein Self Made Shorty kann man solche Leute entdecken und möchte sie näher kennenlernen. Man kann damit Vorschläge hervorragend kommunizieren. Es macht einfach Spaß, vor allem übrigens Regisseuren, ein Shorty anzuschauen und es mit anderen zu teilen. So kommt man dann ins Gespräch und wird besetzt. Das habe ich nun schon oft erlebt. Eigentlich war das, egal in welchem Beruf, immer mein Ziel: jemandes Fähigkeiten erkennen, diese anderen vermitteln und so, jemanden in Arbeit bringen. Darum heißt es ja auf der Visitenkarte schlicht, einfach und treffend: „Künstlervermittlung“ und in der E-Mail: (Aktiviere Javascript, um die Email-Adresse zu sehen)

Hast Du schon Informationen zu den SMS 2017?
2017 machen wir wieder ein SMS-Festival und verbinden noch den crew call von crew united damit: Filmfest, SMS, Party – ein Dreiklang an einem Tag und die ZAV mit ihren Klienten – denen vor und hinter der Kamera: Schauspieler und Stab/Technik mittendrin. Das wird ein Hot Spot beim Filmfest München, auf den ich mich jetzt schon freue. Das Thema geben wir im Frühjahr bekannt.

Mehr zur Ausbildungsoffensive der ZAV-Künstlervermittlung: PDF

Das Gespräch führte Tina Thiele.

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cn-klappe: Wer bestimmt die Dramaturgie: Regie, Produzent, Drehbuch oder Redakteur?

Podiumsdiskussion der Deutschen Akademie für Fernsehen (DAFF) im Rahmen des Filmfest München 2016 | © casting network

Auf dem Podium waren vertreten:
Dr. Gabriela Sperl (Produzentin)
Roland Suso Richter (Regisseur)
Frank Jastfelder (Redakteur Sky)
Jochen Greve (Drehbuchautor)
Michael Schmidl (Redakteur SWR).

Es moderierte:
Michael Brandner (BFFS)

Der Beitrag gliedert sich in folgende Kapitel (Achtung in der Ecke links oben anklickbar!):

Intro
Kapitel 1: Produktion vs. Redaktion
Kapitel 2: Effiziente Senderstrukturen
Kapitel 3: Regie-Alltag
Kapitel 4: Was macht Sky anders?
Kapitel 5: Alles auf den letzten Drücker?
Kapitel 6: War früher alles besser?
Abspann & Dankeschön

Offizielle Website der Deutschen Akademie für Fernsehen (DAFF)
www.deutschakademiefuerfrensehen.de

Viel Spaß beim Anschauen: Zur cn-klappe bei casting-network

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cn-kolumne: Ein Casting-Preis für Europa

Karin Dix koordiniert das International Casting Directors Network (ICDN), ist Leiterin der European Shooting Stars und hat nun mit dem Festival von Locarno den neuen European Casting Director Award ins Leben gerufen. | Foto © European Film Promotion

Frau Dix, woher kam die Idee, einen europäischen Casting-Preis ins Leben zu rufen?
Die Mitglieder des Internationalen Casting Directors Network (ICDN) treffen sich während der Berlinale im Kontext unserer Veranstaltung European Shooting Stars. Hier hat sich 2005 auch das Netzwerk gegründet. Die Casting Directors spürten einfach die Notwendigkeit, sich auszutauschen und sich kennenzulernen. Manche hatten am gleichen Film gearbeitet, aber kannten sich nicht. Während der jährlichen Mitgliederversammlung im Rahmen der Berlinale werden unterschiedliche Themen diskutiert. Zum Beispiel das Budget oder die Art und Weise wie gearbeitet wird und was bezahlt wird. Es ist wichtig für die Casting Directors, die unterschiedlichen Arbeitsmethoden zu kennen. Die Preisspannen in den unterschiedlichen Ländern differieren stark. Ein weiteres Thema ist die Nennung im Abspann. An welcher Stelle steht das Casting oder wird es überhaupt genannt? Die Akzeptanz der nationalen Filmakademien gehört ebenso zum Thema wie die fehlende Einladung in die Jurys der Filmfestivals und so weiter. Alles in allem gehört ein Casting Director noch immer nicht selbstverständlich zur Filmcommunity. Die Academy of Motion Picture Arts and Science (AMPAS) hat 2013 endlich einen neuen Zweig für Casting Directors gegründet. Zur Academy gehören mittlerweile einige der ICDN Casting Directors und ICDN Mitglied Lora Kennedy ist sogar Governor. Diese Entwicklung, Casting Directors mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen und ihnen im künstlerischen Dasein die Anerkennung zu zollen, die sie verdient haben, wollte das ICDN tatkräftig unterstützen und vorantreiben. Das ICDN hat sich deshalb einen Preis gewünscht.

Es gibt aktuell nur einen deutschen Casting-Preis, der von der Deutschen Akademie für Fernsehen verliehen wird. Welche Intention steckt dahinter, einen internationalen Casting-Preis zu vergeben? Weiterlesen

Die Internationalität des Preises erklärt sich einfach. Es gibt immer mehr internationale Produktionen, die auch ebenso besetzt werden müssen. Die European Film Promotion (EFP) stellt in Berlin seit Jahren internationale Schauspieler vor, die European Shooting Stars, die über die Landesgrenzen hinaus arbeiten wollen. Die Casting Directors der verschiedenen Ländern sind daran sehr interessiert. Natürlich ist jeder einzelne Casting Director auf die Szene seines eigenen Landes spezialisiert. In Berlin, und natürlich auch bei anderen Festivals, hat ein Casting Director aber auch die Möglichkeit, über die Landesgrenzen hinaus, Schauspieler, Produzenten, Regisseure, Agenturen etc. kennenzulernen. Ein Filmfestival ist immer eine gute Netzwerkmöglichkeit. In Berlin haben sich durch die Shooting Stars viele Aktivitäten parallel am gleichen Wochenende entwickelt. Es lohnt sich, dabei zu sein. Ein gutes internationales Netzwerk hilft bei der Arbeit. Für die ICDN Caster ist es von Vorteil, ihre Kollegen aus den unterschiedlichsten Ländern kennenzulernen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es viele Dinge vereinfacht, wenn man den Kollegen im Nachbarland mal um professionelle Hilfe oder einen Erfahrungsaustausch bei Kinoproduktionen bitten kann. Fernsehfilme haben wir in Locarno, in diesem Jahr zumindest, noch nicht berücksichtigt, obwohl das perspektivisch in Planung ist.

Nach welchen Kriterien wird der Casting-Preis vergeben?
Es gibt keine festgeschriebenen Kriterien für gutes Casting. Dennoch steht fest: Der Kinofilm darf nicht älter als zwei Jahre sein. Die Fachleute (die Mitglieder des ICDN) mussten sich einigen, was sie unter Qualität verstehen. Jedes europäische Land durfte einen Film nominieren. Das führte zu Diskussionen innerhalb des Landes. Gemeinsame Kommunikation ist nicht immer einfach. Aber letztlich hat es funktioniert und wir haben 18 Filme aus den unterschiedlichen Ländern und 21 vornominierte Casting Directors.

Wie läuft die Entscheidungsfindung ab?
Die Mitglieder des ICDN haben 21 Caster aus 18 Ländern, mit den entsprechenden Filmen, nominiert. Nur europäisch, obwohl die Mitglieder des ICDN auch aus nicht europäischen Ländern stammen (Russland, USA, Argentinien, Israel etc.). Alle Mitglieder durften abstimmen. Sieben Filme, die die meisten Punkte bekamen, wurden an Locarno weitergegeben. Das Festival hat eine unabhängige Fachjury eingesetzt, bestehend aus der Regisseurin Ursula Maier, dem ehemaligen Shooting Star Clotilde Coureau,  und dem Produzenten Peter Rommel, die nun den besten Casting Director auswählen. Der European Casting Director Award ist eine Kooperation des ICDN mit dem Festival del Film Locarno. Ohne das Engagement von Nadia Dresti wäre nichts entstanden. Ich muss das hier mal erwähnen, denn wir sind im Filmbereich ein peoples business und durch das unermüdliche Engagement starker Persönlichkeiten entsteht eben etwas Neues. In diesem Fall haben wir einen tollen partner in crime gefunden. Wir freuen uns schon auf Locarno!

Wie schwierig ist es, einen internationalen Konsens zu finden, Leistungen zu bewerten?
Qualität ist immer subjektiv, vor allem im künstlerischen Bereich. Ja, es ist schwierig und wie bei jedem Preis werden nicht alle einverstanden sein. Ich glaube nicht, dass das eine Frage von national oder international ist. Es gibt einen guten Cast oder eben nicht. Es ist keine Frage der Landesgrenzen. Ein guter Cast sind nicht nur ein überzeugende Hauptdarsteller, es ist das Zusammenspiel der Kräfte, die Komposition, eben eine sehr emotionale Angelegenheit.

Können nur Mitglieder des ICDN den Preis gewinnen und haben Newcomer-Casting Directors überhaupt eine Chance gegen die „alten Hasen“?
Man sieht an den Nominierungen des ICDN, daß nur zwei Casting Directores des ICDN in der finalen Runde sind. Interessanterweise haben die „alten Hasen“ oft gerade den Newcomern eine Chance gegeben.

Wann und wo wird die Preisverleihung stattfinden, und gibt es schon einen Namen für den Preis?
Die Preisverleihung findet am 7. August 2016 beim Festival del Film Locarno mit anschließendem Empfang statt. Wir freuen uns über eine rege Resonanz. Wie es sich in Locarno gehört, bekommt der Gewinner einen Pardo und wir hoffen auf ein gutes Medien-Feedback. Vielleicht sollten wir einen Namen ausschreiben? Momentan heißt der Preis einfach European Casting Director Award!

 

Diese sieben Casting Directors standen im Wettbewerb um den European Casting Director Award:

Simone Bär für „Land of Mine“ („Unter dem Sand“) | Regie: Martin Pieter Zandvliet | Dänemark/Deutschland 2015

Antoinette Boulat und Elsa Pharaon für „Standing Tall“ („La tête haute“) | Regie: Emmanuelle Bercot | Frankreich 2015

An Dorthe Braker für „Labyrinth of Lies“ („Im Labyrinth des Schweigens“) | Regie: Giulio Ricciarelli | Deutschland 2015

Amy Rowan für „My Name Is Emily“ | Regie: Simon Fitzmaurice | Irland/Schweden/Norwegen 2015

Yngvill Kolset Haga für „One Night in Oslo“ („Natt til 17.“) | Regie: Eirik Svensson | Norwegen 2014

Magdalena Szwarcbart für „The Mighty Angel“ („Pod mocnym aniolem“) | Regie: Wojciech Smarzowski | Polen 2015

Pauline Hansson für „Drifters“ | Regie: Peter Grönlund | 2015, Schweden

Gewonnen haben: Antoinette Boulat und Elsa Pharaon

 

Zur Person: Karin Dix wurde in Saarbrücken geboren und kam 1983 über London nach Hamburg. Ihre Karriere begann in der Kulturredaktion der „Hamburger Rundschau“. Sie wurde von Dieter Kosslick engagiert und half bei der Organisation des Low Budget Film Forums, Hamburgs erstem Filmfestival.  Ihr professioneller Werdegang führte von der Produktionsarbeit bei der Frankfurter Filmproduktion über das Theater (Produzentin bei Kampnagel Hamburg, später internationales Produktions- und Tourneebüro mit diversen Künstlern unter anderem Tiger Lillies und Victoria Chaplin) bis hin zur European Film Promotion (EFP). Sie entwickelte mit EFP das Projekt Shooting Stars, das im Laufe der Jahre zu einer der anerkanntesten Auszeichnungen für junge Schauspieler in Europa wurde. Neben diversen Film- und Diskussionsreihen betreut sie das International Casting Directors Network (ICDN), das aktuell 64 internationale Casting Directors aus 24 Ländern vereint. Ihr neuestes Projekt ist der European Casting Director Award in Kooperation mit dem Festival del Film Locarno.

 

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cn-klappe: Focus Casting – Wer passt warum zur Rolle?

© Holger Borggrefe

Die vorliegende cn-klappe zeigt einen Zusammenschnitt des BVC-Panels im Rahmen des Filmfest München.

Kriterien des Casting, der Regie und der Redaktion zur idealen Besetzung. Wer passt am besten zu der Rolle und zu dem Ensemble? Wie kommt es zu einer Entscheidung?

Als Regisseure/Redakteur waren vertreten:
Lars Montag (Regisseur)
Thorsten Ritsch (Redakteur ZDF)
Thomas Stuber (Regisseur)

Die Casting Directors des BVCs waren vertreten durch:
Anja Dihrberg (Berlin/Köln)
Karimah El-Giamal (Leipzig)
Stefany Pohlmann (München)

Moderation: Stephen Sikder (BVC) München

Der Beitrag gliedert sich in folgende Kapitel (Achtung in der Ecke links oben anklickbar!):

Intro
Kapitel 1: Zusammenspiel zwischen Redakteur & Caster
Kapitel 2: Redaktionell nicht durchsetzbar!?
Kapitel 3: Schranken in den Köpfen
Kapitel 4: Deal für die Quote
Kapitel 5: Marktwert erhöhen?!
Kapitel 6: Kreative Reibung im Casting-Prozess
Kapitel 7: Auf sich aufmerksam machen
Abspann & Dankeschön

Offizielle Website des Bundesverband Casting (BVC): www.castingverband.de

Viel Spaß beim Anschauen: Zur cn-klappe bei casting-network

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Aufzeichnung: Deutscher Schauspielerpreis 2016

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Im folgenden sehen Sie einen Zusammenschnitt des Deutschen Schauspielerpreises vom 20. Mai 2016. Aus rechtlichen Gründen musste das Livestream-Material gekürzt werden.

Der Mitschnitt des Livestreams wurde ermöglicht durch die Sponsoren:
Pensionskasse Rundfunk
Crew United
Preproducer
casting-network

Und ein herzliches Dankeschön an Schauspielervideos für das Hosting der Aufzeichnung.

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Livestream: Deutscher Schauspielerpreis 2016

Die Liveübertragung des Deutschen Schauspielerpreises 2016 wird präsentiert von Pensionskasse Rundfunk, Preproducer, Casting Network und Crew United.

Der Stream beginnt am Freitag, den 20. Mai um 18.30 Uhr

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cn-kolumne: 5 Jahre Deutscher Schauspielerpreis – Thomas Schmuckert im Interview

Motiv: Thomas Schmuckert | Credit: Katja Kuhl

Der Deutsche Schauspielerpreis wird am 20. Mai 2016 zum fünften Mal vergeben. Ein Grund mehr, ihn zu feiern. Thomas Schmuckert erzählt im folgenden Interview über den Preis, die Enstehungsgeschichte und den Marathon rund um die Organisation.

Steckbrief Thomas Schmuckert
Thomas Schmuckert, geboren am 1. April 1965, ist ein deutscher Schauspieler, Hörspiel- und Synchronsprecher. Nach dem Schauspielstudium, u.a. an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin, folgten Theaterengagements und Gastauftritte in ganz Deutschland, Luxemburg und sogar Philadelphia (USA). Seit 1994 steht Thomas Schmuckert für Film und Fernsehen vor der Kamera und ist in Spielfilmen, in Reihen und Serien wie zum Beispiel „Wilsberg und der Schuss im Morgengrauen“ (Casting: Sabine Weimann) und „SOKO Leipzig – Dumm gelaufen“ (Casting: Cornelia Mareth & Maria Rölcke) sowie in Kinofilmen wie „Kaptn Oskar“ (Casting: Marc Schötteldreier | BVC) zu sehen. Seine charismatische Stimme leiht er mannigfaltigen Rollen in Kinofilmen, Serien und Hörspielen – für seine Titelfigur „Dorian Hunter” in der gleichnamigen Hörspielserie erhielt er 2009 den Hörspiel Award als „Bester Sprecher”. Seit 2007 ist er außerdem Vorstandsmitglied beim Bundesverband Schauspiel (BFFS) und Mitinitiator und CEO des Deutschen Schauspielerpreises (DSP).

Herzlichen Glückwunsch – der Deutsche Schauspielerpreis wird zum fünften Mal vergeben! Was ist das für ein Gefühl?
Herzerwärmend in den Wahnsinn treibend! Wer hätte gedacht, dass aus einem kleinen Boot einmal eine so große Yacht werden würde, die aber nichts von ihrem Charme und ihrer Herzlichkeit eingebüßt hat. Ein tolles Gefühl! Weiterlesen

Was bedeutet diese Veranstaltung für Dich persönlich als „treibende Kraft”?
Es ist unglaublich schön zu sehen, dass sich ein Projekt, welches ich mit aus der Taufe gehoben habe, so weiter entwickelt hat. Natürlich gibt es Momente, wo ich mich bei dem Rock ’n’ Roll der Vorbereitung auf eine einsame Insel wünsche, aber ich liebe diese besondere Herausforderung neben meinem Beruf als Schauspieler, mein wunderbares Team und das Gefühl, wenn im Zoo Palast die Lichter angehen.

Warum wurde der Preis vorverlegt und welchen Kraftakt hat Euch dies gekostet?
Die Verleihung des Deutschen Filmpreises war ursprünglich für den 10. Juni geplant. Leider war dies bereits der Eröffnungstermin der Fußball-EM, sodass der Filmpreis auf unseren Termin ausweichen musste. Wie man sich vorstellen kann, war das für uns ein größerer logistischer Aufwand, da u.a. bereits die Locations zu dem bestehenden Termin gebucht und alle Partner und Sponsoren auf diesen Termin eingestellt waren, was nicht ohne Verluste blieb. Zum Glück hat sich am Ende aber alles zum Guten gewendet, und beide Preisverleihungen können nun doch noch in gewohntem Rahmen stattfinden.

Welche sind Deiner Meinung nach die größten Erfolge, die der Bundesverband Schauspiel (BFFS) mit der Einführung des Deutschen Schauspielerpreises verzeichnen konnte?
Der Preis hat das Selbstbewusstsein und die Gestaltungskraft unseres Berufsstandes gestärkt und in den Fokus gehoben. Außerdem hat er eine Debatte über schauspielerische Qualität angeschoben. Vom Bundesverband Schauspiel (BFFS) initiiert, schafft er Aufmerksamkeit für unsere Anliegen und zeigt, was Schauspieler als Gemeinschaftswerk auf die Beine stellen können.

Im letzten Interview hast Du von positivem Feedback berichtet. Aber gibt es auch Vorbehalte oder sogar negative Kritik?
Das Feedback ist insgesamt überwältigend positiv. Wer einmal dabei gewesen ist, hat den besonderen Geist dieser Preisverleihung gespürt. Aber natürlich gibt es auch vereinzelte kritische Stimmen. Das hat in der Hauptsache mit der faktischen Unmöglichkeit zu tun, allen unseren fast 3.000 Mitgliedern den Zugang zu der Preisverleihung zu ermöglichen.

Gibt es Hinweise darauf, dass die Auszeichnung den Preisträgern, insbesondere in der Nachwuchskategorie, helfen z.B. öfter besetzt zu werden?
Nominierungen oder Preise sind Hingucker, ein Glanzpunkt in der Vita und schaffen Aufmerksamkeit. Eine Auszeichnung mit dem Deutschen Schauspielerpreis ist auch ein Gütesiegel, denn es ist eine Auszeichnung der eigenen Berufsgruppe. Unsere bisherigen Nachwuchspreisträger, Alina Levshin, Kai Malina, Aylin Tezel, Emilia Schüle, Julius Feldmeier, Victoria Schulz und Anton Spieker, sind alle auf einem spannenden Weg, und wir wünschen ihnen von Herzen eine tolle Entwicklung und viele anspruchsvolle Rollenangebote.

Streaming-Plattformen wie Amazon oder Netflix und ihre eigenproduzierten Webserien werden immer populärer, wird hier die Leistung deutscher Schauspieler berücksichtigt?
Erstmals werden jetzt von großen Streaming-Plattformen wie Netflix oder Amazon Serien in Deutschland produziert. Netflix dreht eine zehnteilige Mystery-Serie mit dem Titel „Dark” um vier Familien in einer deutschen Kleinstadt unter der Regie von Baran do Odar. Auch Amazon wagt den Vorstoß mit der Serie „Wanted“ mit Matthias Schweighöfer in der Hauptrolle, der auch die Regie führen wird. Damit erhalten neben bereits etablierten Schauspielern, die in internationalen Serien mitwirken, wie z.B. Tom Wlaschiha („Game of Thrones”), Sebastian Koch und Alexander Fehling („Homeland”) oder Max Riemelt („Sense8”) auch viele andere Schauspieler hierzulande die Chance, in aufwändig für den internationalen Markt produzierten Serien ihr Können zu zeigen. Es wäre toll, wenn originär hierzulande produzierte Stoffe auch international auf Interesse stoßen und ihr Publikum finden würden.

Welchen Unterschied würde es machen, wenn die Jury statt aus Schauspielern auch aus Regisseuren, Redakteuren oder Casting Directors bestehen würde?
Dann wäre der Kern des Deutschen Schauspielerpreises berührt. Die Einzigartigkeit dieses Preises von Schauspielern für Schauspieler liegt, wie der Name bereits sagt, darin, dass nicht Menschen von außen, sondern Schauspieler mit ihrer professionellen Kenntnis des eigenen Berufes und der diffizilen Kunst, wahrhaftige Menschen und deren Geschichten zu gestalten, immer wieder darum ringen, warum eine Leistung nachhaltig inspirierend war.

Die Veranstaltung ist inzwischen innerhalb der Branche recht etabliert. Wäre es nicht wichtig, nun in der Öffentlichkeit verstärkt für mehr Wahrnehmung zu werben?
Ja. Trotz der großen Wahrnehmung in der Presse nach der Verleihung wäre es schön, wenn die inhaltlichen Aspekte dieses besonderen Preises stärker in der Öffentlichkeit behandelt würden, von den Kategorien bis zur Preisträger-Findung. Auf diesem Weg befinden wir uns. Deswegen wird dieses Jahr ein Livestream angeboten, damit man den DSP nicht nur zu Hause, sondern auch unterwegs verfolgen kann. Zudem gibt es eine neue Social Media Gruppe, welche durch diverse Social Media Clips bemüht ist, den Preis in all seiner Vor- und Nachbereitung für alle Interessierten greifbarer zu machen.

Ist die Veranstaltung in Deinen Augen inzwischen ausgereift?
Der Deutsche Schauspielerpreis ist ein Preis in Entwicklung. Ich hoffe, dass er das immer bleibt, denn was sich nicht mehr bewegt, erstarrt und verliert seine Kraft und seinen Zauber.

Welche Entwicklungen sind für die nächsten Jahre geplant?
Partner zu finden, die sich für einen längeren Zeitraum an den Deutschen Schauspielerpreis binden, damit die Finanzierung nicht jedes Jahr zu einem Krimi wird, ist mit Sicherheit die wichtigste Herausforderung. Auch inhaltlich werden wir den Preis natürlich wie in den Jahren zuvor immer weiter entwickeln.

Was war der schönste Moment in der „Geschichte“ des Preises?
Der schönste Moment ist natürlich immer der Nachhauseweg morgens um 06:00 Uhr nach der Party, wenn alles geglückt ist. In der kurzen Geschichte des Deutschen Schauspielerpreises gab es schon so viele schöne und berührende Momente. Ich denke da z.B. an den zu Tränen gerührten Theaterleiter Volker Ludwig, nachdem er den Ehrenpreis „Inspiration” als bahnbrechender Motor der freien Theaterszene erhalten hatte oder an die wunderbar lebenskluge Laudatio von István Szabó auf Rolf Hoppe.

Und der furchtbarste?
Als nach dem ersten Aufschlag des DSP 2012 die zweite Ausgabe beinahe gescheitert wäre. Zum Glück konnten wir das Ruder damals noch im letzten Moment herumreißen und diese Klippe des Anfangs umschiffen.

Dein persönliches Schlusswort?
Daumen drücken, durchhalten und am Ende ein grandioses Familienfest mit Charme und Herzlichkeit!

Vielen lieben Dank für das Gespräch!

www.bffs.de

Das Gespräch führte: Tina Thiele | Ausarbeitung: Mariam Misakian

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Lieber gar keine Reform als so eine?


Ein Gesetz, dass Urheber und ausübende Künstler stärken sollte, läuft Gefahr, sich ins Gegenteil zu verkehren. Betroffen sind nicht nur Autoren und Journalisten, sondern auch Filmschaffende wie Regisseure als Urheber, oder andere ausübende Künstler wie Cutter, Sounddesigner, Schauspieler u.v.a.

Der aktuelle Gesetzentwurf zur Reform des Urhebervertragsrechts, wie er nun von der Bundesregierung vorgelegt wurde, stößt auf massive Kritik auf Seiten der Urheber und ausübenden Künstler.

Während der Berlinale hatte Bundesjustizminister Heiko Maas bei einer Podiumsdiskussion des BFFS in der Akademie der Künste noch betont, dass er zentrale Punkte seines Reformvorhabens für das Urhebervertragsrecht wie bspw. den Auskunftsanspruch zugunsten der Urheber über die Nutzungs- und Verwertungsumfang ihrer Werke oder das Verbandsklagerecht durchboxen wolle.
Wenige Tage später wurde durch den Regierungsentwurf klar, dass dem Lobbying − insbesondere von Seiten der Verlage − in weiten Teilen nachgegeben wurde und zentrale Punkte des ursprünglichen Referentenentwurfs zum Opfer fallen werden. Weiterlesen

Der Grundsatz, dass jede Nutzung vergütet werden muss, wurde über Bord geworfen.
Damit sind Buyout-Vereinbarungen auch weiterhin zulässig sind. Produzenten und Sender müssen hier nicht im Vorfeld eine Regelung mit den entsprechenden Branchenverbänden der Urheber oder ausübenden Künstlern in einer gemeinsamen Vergütungsregel treffen.

Dies führt zu einer klaren Schwächung der Branchenverbände von Urhebern und ausübenden Künstlern. Die Möglichkeit wirklich faire Bedingungen und Voraussetzungen auszuhandeln unter denen Buyout-Vereinbarungen ausnahmsweise möglich sein könnten, wird gemindert.

Im Ergebnis bleiben Urheber und ausübende Künstler damit (wieder) dem Diktat und der Verhandlungsstärke der Sender und Produzenten alleine ausgesetzt.
Das betrifft viele Filmschaffende, die nach wie vor damit konfrontiert werden, in ihren Verträgen mit Buyout-Vereinbarungen leben zu müssen, mit denen umfangreiche Verwertung und Nutzungswege durch Einmalzahlungen abgegolten sein sollen.

Das wichtige Auskunftsrecht wurde extrem eingeschränkt und soll nur gegenüber dem Vertragspartner geltend gemacht werden dürfen.
Das Auskunftsrecht ist wichtig. Denn nur so kann ein Urheber erfahren, wie viel Geld der Verwerter mit seinem Werk verdient hat und was ihm damit zusteht. Dies war bisher schon nicht einfach, jetzt soll es nur gegenüber dem Vertragspartner gelten.
Damit wird anderen an der Herstellung des Filmwerks Beteiligten der Weg verbaut, diesen Anspruch gegenüber den Sendern, die ja hauptsächlich die beim Produzenten in Auftrag gegebenen Filmwerke nutzen, geltend machen zu können.

Aktuelle Gesetzgebung Referentenentwurf
Anfang des Jahres*
Gesetzesentwurf
10. März 2016**
Auskunftsrecht Geltendmachung möglich gestärkt und spezifiziert stark eingeschränkt
Verbandsklagerecht nicht vorhanden soll neu eingeführt bleibt bestehen, hat aber nur noch eingeschränkte Wirkung
Pauschalvergütung / Buyout-Vereinbarungen unverbindlich nur noch eingeschränkt erlaubt, wenn Vereinbarung mit Branchenverband vorliegt Weiterhin erlaubt, auch ohne Regelung mit Branchenverband

*Stand cn-klappe / Berlinale 2016
**Abstimmungsgrundlage für den Bundestag / Mitte April 2016

Zum Zusammenschnitt der BFFS-Podiumsdiskussion zur Großwetterlage im Urhebervertragsrecht vom 14. Februar 2016 im Rahmen der Berlinale

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cn-klappe: Braucht die Kultur Klimaziele?


Vorwort aus aktuellem Anlass:
Bei der vorliegenden cn-klappe handelt es sich um einen Mitschnitt des Panels „Braucht die Kultur Klimaziele? Ein Gespräch zur Großwetterlage im Urhebervertragsrecht“, welches im Rahmen der Berlinale am 14. Februar 2016 stattfand. Ausrichter der Veranstaltung waren der Bundesverband Schauspiel (BFFS) in Kooperation mit der Initiative Urheberrecht und der Akademie der Künste.

Zu dieser Zeit lag ein Entwurf zur Novelle des Urhebervertragsrechts vor, der von der Mehrheit der Interessenvertretungen der Künstler und Filmschaffenden begrüßt wurde. Gegen die Interessen der übermächtigen Sender und Verwerter wollte Bundesjustizminister Heiko Maas eine deutliche Stärkung der Urheber durchsetzen. Dies betraf u.a. die Beteiligung an der Auswertung durch eine Einschränkung von Buyout-Verträgen, die Option eines Verbandsklagerechts im Streitfall und eine weitgehende Auskunftspflicht über die erzielten Erlöse von Filmen und anderen Kunstwerken.

Als am 10. März nun der Regierungsentwurf bekannt wurde, schien nicht mehr viel von den guten Vorsätzen des Justizministers vom Kabinett übernommen worden zu sein. So ist die Auskunftspflicht deutlich eingeschränkt, Werknutzer können sich dem Verbandsklagerecht durch Austritt aus Verwerterverbänden entziehen, und der ursprünglich ausdrücklich vorgesehene Anspruch auf die Vergütung jeder einzelnen Nutzung würde wesentlich unkonkreter formuliert. Total-Buyout-Verträge bleiben auch künftig möglich. Weiterlesen

Es scheint fast so, dass die geballte Medienmacht (Verlage und Sender), die sich gegen die Gesetzesreform stellte, erheblich Druck auf das Kabinett ausübte und dieses davor kapitulierte.

Als Diskutierende waren vertreten:
Heiko Maas (Bundesjustizminister)
Prof. Dr. Albrecht Hesse (Juristischer Direktor des Bayerischen Rundfunks)
Christine Strobl (Geschäftsführerin der ARD-Tochter Degeto)
Fred Breinersdorfer (Drehbuchautor, Filmproduzent und Rechtsanwalt)
Bernhard F. Störkmann (Geschäftsführender Justiziar des BFFS)
Anette Frier (Schauspielerin | BFFS)
Stephan Wagner (Regisseur | Vorstand BVR)

Es moderierte:
Thomas Schmuckert (Schauspieler | Vorstand BFFS)

Der Beitrag gliedert sich in folgende Kapitel:
Hinweis: Die Kapitel (Playlist) sind in der linken oberen Ecke des Video-Players auswählbar.

  • Intro
  • Kapitel 1: Keynote Bundesjustizminister Heiko Maas
  • Kapitel 2: Statements
  • Kapitel 3: Auskunftsrecht & Schlichtungsoptionen
  • Kapitel 4: Verbandsklagerecht & Europäischer Urheberschutz
  • Schlusswort

Zur cn-klappe auf casting-network

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cn-kolumne: Die neue VdA-Vorstandsvorsitzende Sibylle Flöter im Gespräch

Sybille Flöter © Urban Ruths

Sibylle Flöter leitete von 1995 bis 2015 erfolgreich ihre eigene Schauspielagentur in München und war Gründungsmitglied des Verbandes der Agenturen für Film, Fernsehen und Theater, welcher 1998 von 16 namhaften Agenturen in Berlin gegründet wurde. Seit Beendigung ihrer aktiven Tätigkeit als Agentin ist sie Ehrenmitglied des Verbandes und arbeitet in diversen Arbeitskreisen mit. In der Mitgliederversammlung während der diesjährigen Berlinale ist die Diplompolitologin auf drei Jahre zur neuen Vorstandsvorsitzenden des Verbandes gewählt worden.

Verband der Agenturen für Film, Fernsehen und Theater
Der VdA vertritt seit 1998 die Interessen der privaten Künstler- Agenten in den Bereichen Film, Fernsehen und Bühne im deutschsprachigen Raum. Die 60 Mitgliedsagenturen repräsentieren über 2.600 Schauspieler, Regisseure, Autoren, Kameraleute und Komponisten.

Das Interview führte Tina Thiele von Casting Network

20 Jahre waren Sie mit Ihrer Agentur Sibylle Flöter als Schauspielagentin tätig. Was nehmen Sie für sich aus dieser Zeit mit?

Bevor ich mich selbstständig machte, hatte ich 22 Jahre lang im öffentlichen Dienst gearbeitet. Davon habe ich acht Jahre lang bei der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) den Film- und Fernsehbereich geleitet. Insgesamt 20 Jahre war ich daraufhin mit meiner eigenen Schauspieleragentur selbstständig. Während der langen Zeit im öffentlichen Dienst hatte ich das Gefühl dafür verloren, was ich kann und was ich tatsächlich leiste. Was ich aus der selbstständigen Berufstätigkeit mitgenommen habe, ist vor allem Selbstvertrauen. Als ich 1995 meine eigene Agentur eröffnete, war ich sehr unsicher, ob ich mich auf dem freien Markt würde behaupten können. Aber das hat 20 Jahre gut funktioniert und da wusste ich, das ist meine Leistung, dafür trage ich die Verantwortung. Ansonsten habe ich in der ganzen Zeit das gelernt, was das tägliche Brot aller Agenten ist: Auf eine freundliche Art und Weise konstant Widerstand zu leisten (lacht). Ich denke, dies habe ich im beruflichen Bereich gemeistert und es kam mir auch privat zugute.

Sie stehen dem Verband der Agenturen für Film, Fernsehen und Theater e.V. (VdA) als Mitbegründerin natürlich sehr nah. Was war damals der Ansporn den Verband mit zu gründen? Weiterlesen

Die Zeiten waren damals anders. Bis 1994 hatte die Bundesagentur für Arbeit das Monopol auf Arbeitsvermittlung. Sie hatte bundesweit nur 19 Lizenzen für private Agenturen vergeben, die sich im Verband Deutscher Schauspieler Agenturen organisiert hatten. Als das Monopol fiel, wurde der Markt dement- sprechend auch für private Arbeitsvermittler geöffnet, die jedoch immer noch um eine Erlaubnis der Bundesagentur nachsuchen mussten. Erst seit April 2002 bedarf die private Arbeitsvermittlung keiner behördlichen Erlaubnis mehr. Da in der 2. Hälfte der Neunzigerjahre der Film- und Fernsehmarkt seine goldenen Zeiten erlebte, war es nur folgerichtig, dass sich auch viele private Schauspieleragenturen neu gründeten. Gleichzeitig zeigte der Verband Deutscher Schauspieler Agenturen kein großes Interesse an der Mitgliedschaft neuer Agenten. Allem Anschein nach wollten die Agenturen dort als eine Art elitärer Zirkel lieber unter sich bleiben. Bernhard Hoestermann hingegen war derjenige, der herumgereist ist und keine Mühen scheute, als „einer der Neuen“ mit anderen neuen, auf den Markt gekommenen Agenten, zu sprechen. Das waren überwiegend spannende Persönlichkeiten mit zum Teil eindrucksvollen Klientenlisten, keine blutigen Anfänger. Die Idee von einem neuen, zweiten Verband, die er präsentierte, war insofern besonders ansprechend, als dass sie Raum für aktive Mitgestaltung ließ und eindeutig auf politische Teilhabe ausgerichtet war. Wir wollten Positionen vertreten und auch die Zukunft für unsere Berufsgruppe mitgestalten. Ich bin sehr froh darüber, dass ich dem Verband als Gründungsmitglied von Anfang an angehöre und mich gleichzeitig dort durch kontinuierliche Mitarbeit verwirklichen konnte.

Wer waren damals die Gründungsmitglieder und wie viele sind es heute

Zu den Gründungsmitgliedern zählten neben Bernhard Hoestermann auch Mechthild Holter von players, Marlis Heppeler, Carola Studlar, Sigrid Narjes von Above the line, Britta Imdahl, Frank Splanemann, Annette Sack von velvet, um nur einige zu nennen, die mir spontan einfallen. Heute sind wir mit 60 Mitgliedern, die rund 2600 Künstler vertreten, bereits ein starker Verband, der aber durchaus noch weiter wachsen sollte.

Wie kann man VdA-Mitglied werden?

Mitglied werden kann, wer drei Jahre hauptberuflich als Agent tätig ist. Eine weitere Voraussetzung ist, dass man im Jahr vor Antragstellung im Durchschnitt mindestens 18 Klienten vertreten hat. Allerdings planen wir, die Mitglieder abstimmen zu lassen, ob wir diese Begrenzung ändern sollten, um auch denjenigen den Beitritt zu erleichtern, die keine 18 Klienten vertreten oder vertreten möchten. Als wichtiger erachte ich, dass ein Bewerber zwei Befürworter aus dem Kreis der Mitglieder benötigt. Auf unserer Verbandswebsite kann man diese Voraussetzungen unter der Rubrik „Mitglied werden“ noch einmal genauer nachlesen.

Eigentlich hätten Sie jetzt Ihre wohlverdiente, selbstgewählte Rente genießen können, aber Sie haben den Vorstandsvorsitz des VdA übernommen. Wie kam es dazu?

Wenn man aufhört zu arbeiten, kommt es einem zunächst vor, als sei man in einem endlos langen Urlaub und statt der gewohnten To-Do-Listen holt man seine lang aufgeschobenen To-Want-Listen hervor. Aber was mir als Rentnerin fehlt, ist das zweckgerichtete Arbeiten. Wenn ich beispielsweise meine Sprachen auffrische oder mich in ein Thema einlese, dann mündet das nirgendwo hin, wo es sinnvoll ist oder gebraucht wird. Es ist nur schöner Selbstzweck. Wenn ich hingegen etwas im Verband gearbeitet hatte, war dies stets zweckgebunden und führte zu einem sichtbaren Resultat. Als dann die Anfrage kam, ob ich bereit wäre, mich für den Vorstand zur Wahl zu stellen, fand ich die Idee verlockend, weil ich im Vorstand im Team arbeiten würde und wir umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten hätten, die auch nachverfolgbar in ein Ziel münden. Außerdem war es eine reizvolle Vorstellung, weiterhin „am Ball“ zu bleiben, d.h. die Entwicklungen und Probleme der Branche mitzubekommen.

Der Verband kam auf Sie als Ehrenmitglied zu, um Sie zu fragen, ob Sie sich als objektive Instanz zur Vorstandsvorsitzenden wählen lassen. Welche Vorzüge bringen Sie für diese Position mit?

Dadurch, dass ich kein Geschäft mehr führe, muss ich wenig Rücksicht nehmen. Ich vertrete keine eigenen Interessen mehr und kann die Vorstandsarbeit unabhängiger und vielleicht auch objektiver betreiben. Schade ist, dass ich nicht mehr im Alltagsgeschäft mitbekomme, was die dringendsten Themen und Probleme sind, die anstehen. Aber dafür haben wir ja noch zwei aktive Vorstandsmitglieder. Was ich andererseits jedoch mitbringen kann, ist mehr Zeit.

Wer ist abgesehen von Ihnen noch mitgewählt worden?

Malte Lamprecht von der Agentur Schlag. Er ist dort Agent für Drehbuchautoren und Regisseure und Patric Adam, der in seiner Agentur Adam in Potsdam Schauspieler und Regisseure vertritt. Ich denke, wir sind ein gutes Trio.

Von links nach rechts: Malte Lamprecht, Sybille Flöter und Adam © Urban Ruths

Wussten Sie schon von Ihren Vorstandsvorgängern, wie viel Arbeit es ist, so einen Vereinsposten zu übernehmen?

Allerdings! Unsere Vorgänger haben in den letzten drei Jahren eine umfangreiche Agenda bearbeitet. Da kommt schon einiges zusammen. Wir haben am Tag nach der Wahl die Geschäftsübergabe gehabt und da schwirrte uns allen dreien der Kopf. Wir werden uns morgen treffen, um das ein bisschen zu sortieren und unsere Arbeit zu organisieren. Es gibt natürlich bestimmte Themenbereiche, an denen der Verband permanent arbeitet. Dazu gehören zum Beispiel die Themen „Berufsbild“ oder auch „Vertragsrecht“. Hinzu kommen einige, die jetzt gerade virulent sind, wie z.B. die Veränderungen im „Normalvertrag Bühne“ mit ihren Auswirkungen auf die Agenten.

Mögen Sie das aktuell virulente Thema zur Veränderungen des „Normalvertrag Bühne“ erläutern?

Bisher regelte der Tarifvertrag, dass das Theater und das Solomitglied grundsätzlich die, wegen eines Vertragsabschlusses, ggfs. anfallende Vermittlungsgebühr an eine Agentur jeweils zur Hälfte tragen. Damit sollte dem Schutzbedürfnis der Künstler als Arbeitnehmer Rechnung getragen werden, der sich gegenüber den Theatern in der Regel in einer sehr viel schwächeren Verhandlungsposition befindet, die durch die Einschaltung eines Agenten wesentlich verbessert werden kann. Im vergangenen Jahr wurde die entsprechende Regelung im „Normalvertrag Bühne“ jetzt jedoch neu gefasst. Nunmehr muss sich das Theater nur noch dann anteilig an der Agenturgebühr beteiligen, wenn das entweder im Vertrag mit dem Künstler ausdrücklich vereinbart wird oder wenn der Name des Künstlers dem Theater für das betreffende Engagement durch die Agentur „auf Anfrage“ des Theaters „bekannt gemacht wurde“. Das Theater müsste also aus freien Stücken bei der Agentur anfragen und um einen Besetzungsvorschlag bitten. Das ist ein Fall, der in der Praxis nicht vorkommen wird, schon gar nicht, wenn das Theater damit zur Beteiligung an der Agenturgebühr verpflichtet wird. Ein Theater, das in der Regel über eine funktionierende Dramaturgie verfügt, braucht nicht bei einer Agentur anzurufen, um Namen genannt zu bekommen. Trotzdem wird das Theater die Agentur beschäftigen, um Termine abzuklären und die Rolle evtl. anzubieten. Dazu braucht es die Mitarbeit der Agentur. Dennoch soll das Theater nicht mehr zur hälftigen Beteiligung an der Agenturgebühr verpflichtet sein, es sei denn, der Marktwert des Schauspielers ist so groß, dass er eine solche Beteiligung vertraglich vereinbaren kann. Selbst wenn eine Agentur für einen Klienten eine Initiativbewerbung ans Theater schickt und dieser Klient bekommt daraufhin ein Vorsprechen und schließlich auch die Rolle, gehen wir davon aus, dass das Theater eine Beteiligung an der Vermittlungsprovision mit der Begründung ablehnen würde, dass ihm der „Name des Künstlers“ nicht „auf Anfrage“ sondern vielmehr proaktiv von der Agentur selbst bekannt gemacht wurde. Für die Besetzung von Anfängerpositionen, für die sowieso mehr als genügend Bewerbungen ins Haus kommen, muss auch nicht bei Agenturen nachgefragt und folglich auch nicht gezahlt werden. Bei der betreffenden Änderung des „NV Bühne“ handelt es sich somit schlichtweg um ein Herausschleichen aus der guten alten Tradition, dass sich Theater und Schauspieler die Kosten der Agenturgebühr teilen. Davon sind Schauspieler und Agenten gleichermaßen betroffen und da müssen wir mit den Tarifparteien ins Gespräch kommen.

Ein ständiges Thema ist seit Jahren der VdA-Pool. Mögen Sie dieses Internet-Tool kurz erklären?

Bernhard Hoestermann und ein paar andere Verbandsmitglieder haben sehr frühzeitig die fortschreitende Digitalisierung im Besetzungsprozess und ihre Auswirkungen auf Agenturen erkannt und wollten, dass die Mitgliedsagenturen von diesem Prozess nicht überrollt werden. Ein Schauspieler muss inzwischen in mehreren professionellen Internet-Datenbanken mit seinem stets aktuellen Bewerbungsmaterial – also Vita, Fotos, Showreel – vertreten sein. Mit diesen digitalen Werkzeugen arbeiten Casting Direktoren, Regisseure, Produzenten und Redakteure. Damit eine Agentur das Material ihrer Schauspieler nicht in verschiedenen einzelnen Datenbanken pflegen muss, wurde ein verbandseigener Datenpool (VdA-Pool) geschaffen, in den alle Mitglieder ihre Klienten einpflegen und fortlaufend aktuell halten. Das ist keine weitere Schauspielerdatenbank und man kann den VdA-Pool auch nicht im Internet aufrufen. In dieser Datenbank befinden sich aktuell ca. 2600 Datensätze. Schauspielerdatenbanken können sich mit diesem VdA-Pool über eine Schnittstelle verbinden und darüber die Daten in ihre eigene Datenbank importieren. Damit pflegen die Mitgliedsagenturen nur eine einzige Datenbank, den verbandseigenen VdA-Pool, und alle angeschlossenen Datenbanken überspielen täglich die neuen Eingaben. Um mit dem sich stets fortentwickelnden Internet und der schnellen Weiterentwicklung der Technik mithalten zu können, muss auch der VdA-Pool ständig weiterentwickelt werden, da sich nicht nur die Technik, sondern auch das Medien- und Suchverhalten derjenigen, die besetzen, immer wieder verändert. Wir haben da eine sehr fitte und äußerst aktive Arbeitsgruppe, die den VdA-Pool begleitet und auch bestrebt ist, ihn vorausschauend auf einem anwenderfreundlichen und den Bedürfnissen angepassten Stand zu halten. Ein Dauerthema also.

Was verstehe ich unter der neu besetzten Schlichtungsstelle – ist das auch eine Arbeitsgruppe?

Unser Verband hat, wie manche andere Berufsgruppen auch, eine Schlichtungsstelle besetzt, die in Auseinandersetzungen und Streitfällen angerufen werden kann – übrigens nicht nur von VdA-Mitgliedern, sondern auch bei Streitigkeiten zwischen verbandsexternen Dritten und unseren Mitgliedern, auch von den betroffenen Dritten. Ziel der Schlichtungsstelle ist es, in Kenntnis der Branche eine sachgerechte Einigung auf einvernehmlichem Wege zu erreichen. Den Vorsitz führt ein ehemaliger Arbeitsrichter, der jetzt als Mediator tätig ist, was ihn in besonderem Maße zu diesem Amt befähigt. Vier Verbandsmitglieder sind Beisitzer der Schlichtungsstelle. Die Einzelheiten des Verfahrens sind in einer extra Schlichtungsordnung geregelt, die auf unserer Verbands-Website abrufbar ist. Nachdem der Schlichtungsausschuss den Sachverhalt durch Anhörung der Parteien und in der Regel nach Durchführung einer mündlichen Verhandlung aufgeklärt hat, arbeitet er eine begründete Schlichtungsempfehlung in Form eines Vergleichsvorschlags aus, der den Parteien unterbreitet wird. Diese Schlichtungsempfehlung kann dann entweder von den Parteien angenommen werden oder das Schlichtungsverfahren ist gescheitert. Das Schlichtungsverfahren bietet somit die Möglichkeit, ein wesentlich kostenintensiveres und langwieriges Gerichtsverfahren zu vermeiden.

Wie viele Arbeitsgruppen gibt es im Verband insgesamt und wie arbeiten diese?

Ich schätze augenblicklich zehn. Davon sind jedoch immer ein paar ruhend, weil aktuell nichts zu tun ist, aber dann wird manchmal durch eine äußere Entwicklung ein Arbeitskreis wieder aktiviert oder ein neuer bei Bedarf geschaffen. Auf unseren Mitgliederversammlungen, die zweimal im Jahr, im Februar und September, stattfinden, werden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen allen Mitgliedern präsentiert und diskutiert. Und das Plenum formuliert unter Umständen weitergehende Aufgaben für den Arbeitskreis

Haben Agenten einen schlechten Ruf als Widerstandskämpfer?

Wenn der Tag lang ist, gehen in einer Agentur viele Wünsche an die Schauspieler ein. Der Produktionsleiter will die Gage pauschalieren oder drücken, es gibt Terminprobleme, die auf dem Rücken des Schauspielers ausgetragen werden sollen. Sein Lieblingshotel kann leider nicht gebucht werden, weil es Messezeit ist und damit der Tarif zu teuer. Ein unbedeutender Internetblog will ein Interview und zwar kurzfristig. Der Produzent möchte, dass ein Schauspieler in eine bestimmte Talkshow geht, die der aber leider nicht mag. Die Pressestelle eines Senders hat immer noch nicht die Auswahlfotos für die Autogrammkarte geschickt. Ein Journalist will binnen 15 Minuten sein Interview autorisiert zurück und ein Casting Director will einen Anspielpartner für ein Live Casting, es geht dabei für den Schauspieler leider nicht um eine Rolle. Nicht alle Anliegen sind legitim oder berechtigt. Ein Schauspieler mit Agentur braucht aber nicht selbst dazu „Nein” zu sagen. Das macht seine Agentur. Die eine Hälfte des Tages verbringt ein Agent damit, Leute von seinen Schauspielern zu überzeugen, und er wirbt um ein „Ja”, die andere Hälfte des Tages sagt er ständig und konsequent „Nein”. Und dieses „Nein” muss so rüberkommen, dass es auf keinen Fall dem Schauspieler negativ angekreidet wird, dass es vom Gegenüber verstanden wird und dass der Agent trotz des „Neins” als liebenswürdige Person in Erinnerung bleibt, die man immer wieder gern anruft.

Ein guter Agent ist Widerstandskämpfer ohne offenen Kampf und so geschickt, dass er sich dabei auf keinen Fall einen schlechten Ruf einhandelt und auf keinen Fall Nachteile für seine anderen Klienten riskiert.

Wie soll das gehen? Es ist von Vorteil, gut und genau zuhören zu können und ruhig zu bleiben. Selbst wenn die Gegenseite lauter wird, bleibt man in der Stimmlage moderat und im Ausdruck freundlich oder reagiert mit Humor. Man tut gut daran, sich nachvollziehbare Argumente für die Position des Klienten zu überlegen, sollte aber auch Verständnis für die Belange der anderen Seite zeigen. Pausen im Gespräch muss man aushalten können, auch wenn sie lang werden und Killerphrasen von der Gegenseite überhört man, es sei denn man hat eine gute Replik. Wenn es sein muss, wiederholt man seine schlagkräftigsten Argumente immer wieder, notfalls endlos oder man denkt über eine neue Lösung nach, die für beide Seiten akzeptabel ist. Nur im schlimmsten Fall wird man das Gespräch ohne Ergebnis vertagen und beim nächsten Telefonat von vorn beginnen. Nein, ich denke Agenten haben keinen schlechten Ruf als Widerstandskämpfer. Bei den gestandenen Persönlichkeiten auf der Gegenseite herrscht eher so etwas wie Respekt vor einem starken Gegner.

Inzwischen gibt es in Deutschland auch Serien, die in erster Linie fürs Netz, fernab von Sendern, produziert werden. Spannend wäre eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Zukunft der Medienlandschaft und Formate beschäftigt!

Eine Arbeitsgruppe haben wir dazu noch nicht zusammengestellt, aber wir beschäftigen uns im Vorstand damit. Im Augenblick wird diese Thematik im Zusammenhang mit Nutzungsrechten und Verwertungsketten diskutiert. Das betrifft Wiederholungsverträge mit Sendern, in denen alle möglichen neuen Verwertungsarten festgelegt sind. Wir sind aktuell damit beschäftigt, in Erfahrung zu bringen, ob die dort festgelegten Prozentsätze an wieder- holungsfähigem Honorar den neuen Verwertungsketten angemessen sind.

Abschließend die Frage: Was würden Sie anderen Kollegen mit auf den Weg geben?

Unser Verband hat mir etwas ausgesprochen Wertvolles gegeben: den Austausch mit Kollegen. Als selbstständiger Agent ist man normalerweise in einer ziemlich einsamen Position. Denn wenn man nicht kompetente Mitarbeiter hat, mit denen man ein fachliches Problem diskutieren kann, dann bleiben einem nur noch die Kollegen. Ich finde es gut, dass es sich in den letzten Jahren so herausgearbeitet hat, dass wir uns vollkommen jenseits jeder Konkurrenz über Probleme austauschen und uns auch Ratschläge geben können. Dies sollte meiner Ansicht nach unbedingt weitergeführt werden, denn wir kochen alle mit dem gleichen Wasser. Man sollte nicht meinen, man sei besonders gut, wenn man sein Wissen als „Herrschaftswissen“ für sich behält. Gut ist es, wenn man sein Wissen teilt und erreicht, dass dann viele Agenten z.B. einen fragwürdigen Passus in Verträgen nicht mehr akzeptieren. Dann verändert sich etwas und der Markt wird für alle fairer. Das ist nicht einmal eine Frage des Alters, alle können voneinander profitieren. Auch ich profitiere von jungen Agenten mit frischen Ideen. Diese Ebene der Vertrautheit haben wir im Verband aber natürlich auch erstmal erreichen müssen und sie soll auch weiterhin auf diese Weise gepflegt werden.

Vielen herzlichen Dank für das Gespräch!


VdA – Verband der Agenturen
Das Gespräch führte: Tina Thiele | Ausarbeitung: Mariam Misakian

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cn-klappe: Die Schauspielerin Iris Berben im Gespräch

© Film- und Medienstiftung NRW

Die vorliegende cn-klappe zeigt einen Zusammenschnitt eines Gespräches Zusammenschnitt eines Gespräches im Rahmen des Film- und Kinokongress NRW mit der Schauspielerin und Preisträgerin des Herbert-Strate-Preises 2015.

Der Beitrag gliedert sich in folgende Kapitel:

Intro
Kapitel 1: Iris Berbens Weg zum Film
Kapitel 2: Die Filmbranche damals und heute
Kapitel 3: Die Schauspielerei ist ein Handwerk
Kapitel 4: Vom Sternchen zum Star & vom Kino zum Fernsehen
Kapitel 5: Die Magie des Kinos
Kapitel 6: Stagniert das deutsche Fernsehen?
Kapitel 7: Die Komödie als Krux des Schauspielers
Kapitel 8: Die gesellschaftliche Verantwortung des Einzelnen

Viel Spaß beim Anschauen: Zur cn-klappe bei casting-network

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cn-kolumne: Ein Jahr deska Deutsche Schauspielkasse – Heinrich Schafmeister im Interview

Heinrich Schafmeister | CREDIT: Steffi Henn

Über Heinrich Schafmeister
Statt eines „personalisierten“ Steckbriefes haben wir Heinrich Schafmeister ein paar Fragen zu seiner Person gestellt, um Euch ein lebhaftes Bild unseres Interviewpartners vermitteln zu können:

Deine eigentliche Leidenschaft galt dank der „Beatles“ der Musik, wie kam es dann trotzdem zum Abbruch des Musikstudiums und der Berufswahl Schauspieler?
Das war Ende der Siebziger: Ich zog schon seit Jahren mit Bands umher und machte Straßenmusik. Meine damalige Freundin brachte mich auf die Idee, mein Treiben durch eine künstlerische Ausbildung zu fundieren. Da ich damals gerade mit Piet Klocke und anderen Freunden in einer Rocktheaterband spielte und wusste, dass ich für ein Klavierstudium nicht virtuos genug sein würde, habe ich mich zur Schauspielaufnahmeprüfung an der Folkwang-Schule angemeldet. Womit ich nicht gerechnet hatte: Die haben mich aufgenommen. Und so bin ich auf die „schiefe Bahn“ der Schauspielerei geraten. Ich bin nicht unglücklich darüber! Weiterlesen

Was bedeutet es für Dich Schauspieler zu sein?
Das ist so ähnlich wie mit der Musik: Ich will Leute bewegen – zum Lachen, zum Weinen, im Kopf, im Herzen und im Handeln.

Dein Vater war Richter der Sozialgerichtsbarkeit. Würdest Du sagen, dass dies im Bereich „soziales Engagement“ positiv auf Dich abgefärbt hat?
Sagen wir, ich bin familiär „belastet“ und geprägt durch meine Heimat. Ich war noch nicht in der Schule, da wurde ich schon durch meinen Vater mit sozialrechtlichen Dingen konfrontiert. Aber mindestens so entscheidend für meine Entwicklung war meine Herkunft, das Ruhrgebiet. Da wird man geerdet und lernt zusammenzuhalten.

Wie bist du zum BFFS gekommen?
Mein Freund, Michael Brandner, hatte die – aus meiner damaligen Sicht – durchgeknallte Idee, endlich einen wirkungsmächtigen Schauspielverband zu gründen, weil es den eben in Deutschland nicht gab. Ich habe ihm damals vorgehalten: „Bei aller Liebe, Du kriegst doch nicht einmal sieben Schauspieler in ein und dieselbe Kneipe, wie willst Du denn sieben Leute zum Notar führen? Die brauchst Du nämlich, um einen Verein zu gründen.“ Michael war sauer über meine Besserwisserei, ging in eine Kneipe, holte dort sieben Schauspielerinnen und Schauspieler raus und schleppte sie zum Notar – fertig. Ein paar Tage nach der Gründung waren wir schon mehrere hundert Leute und die erste Vorstandswahl stand an. Ich ging sicherheitshalber aufs Klo, hatte aber nicht mit Michaels zweitem Streich gerechnet. Als ich zurückkam, war ich – in Abwesenheit – zum Schatzmeister gewählt worden. Ich hätte ja nun ablehnen können, aber Leonard Lansink, mein anderer Freund, machte mir mit ein paar liebbösen Worten klar, dass ich jetzt nicht kneifen dürfe. Und schon war ich drin, im aufregenden Abenteuer, dem buntfröhlichen Haufen von Schauspielerinnen und Schauspielern zu Gestaltungsmacht und -einfluss zu verhelfen.

Bleibt mit der ehrenamtlichen Arbeit für den BFFS noch genug Zeit fürs Schauspiel?
Ich stecke gerade in Vorbereitungen für ein neues Bühnenstück. Die Schauspielerei macht mir nicht nur Spaß und ist mein Beruf. Ich brauche sie auch als Vorstandsmitglied, um aus „berufenem“ Mund mich für die Probleme und Interessen meiner Kolleginnen und Kollegen einsetzen zu können. Und ich gebe zu: Wenn ich zwischen- durch drehe oder Theater spiele und mich ganz auf die Schauspielarbeit konzentrieren darf, ist das fast wie Urlaub für mich.

Fragen zur deska Deutsche Schauspielkasse:

Die deska Deutsche Schauspielkasse wird jetzt ein Jahr alt. Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, sie zu gründen?
Not macht erfinderisch! Als BFFS und ver.di 2010 anfingen, mit der Produzentenallianz übertarifliche Kinoerlösbeteiligungen zu verhandeln, stellte unser Gegenüber sehr früh eine Vorbedingung: Mit der Organisation und den Kosten der Verteilung an die unterschiedlichen Kreativen wollten sie nichts am Hut haben. Ich fragte mich: „Aha, und wer dann?“ Angesichts der riesigen grundsätzlichen Probleme und Streitpunkte, die damals bei den Verhandlungen zunächst im Vordergrund standen, stieß ich mit meiner nachgelagerten Frage bei den anderen Beteiligten zunächst auf wenig Gehör. „Das wird sich am Ende schon fügen“, dachten viele – ja, von wegen! Spätestens Ende 2012 zeichnete sich ab, dass auch ProSiebenSat.1 eine Vereinbarung über Folgevergütungen nur beschließen würde, wenn unsere Seite dem Sender das Problem der Verteilung abnimmt. Ab da war klar: Wir brauchen eine Institution wie die deska Deutsche Schauspielkasse.

Könntest Du das Konzept der Deutschen Schauspielkasse einmal „Für Dummies“ erklären?
Der BFFS handelt mit Sendern bzw. Produzenten für Schauspielerinnen und Schauspieler, die in erfolgreichen Filmen mitwirken, urheberrechtlich begründete Folgevergütungen aus. So was hat es vorher nicht gegeben. Das geschieht entweder in Form von Tarifverträgen wie bei den Kinoerlösbeteiligungen mit der Produzentenallianz oder auf Basis sogenannter „Gemeinsamer Vergütungsregeln“ mit Sendern wie mit ProSiebenSat.1.

Zwei Bedingungen werden dabei immer gleich sein:

Erstens werden diese Verträge – gerade wenn sie Schauspielerinnen und Schauspieler betreffen – stets Gesamtbeteiligungen vorsehen, die dann streng nach den Verteilregeln der jeweiligen Vereinbarungen an die Einzelnen aufgeteilt werden müssen.

Zweitens wird sich kein Filmhersteller bzw. Sender je darauf einlassen, diese Verteilung hausintern durchzuführen. Sie ist umfangreich, lässt sich nicht nebenher erledigen und würde zu erheblichem Personalaufwand führen. Daher die Notwendigkeit der Deutschen Schauspielkasse.

Was bedeutet das im Einzelnen, und welche Schwierigkeiten gibt es?
Jede Verteilung begünstigt circa 20 bis 40 Schauspielerinnen und Schauspieler. Ihre Anteile richten sich nach der Größe der Rollen, die wiederum anhand der jeweiligen Drehtage berechnet werden. Fehlen diese Drehtagangaben – und das betrifft bei ProSiebenSat.1 zurzeit 96 Prozent der Fälle – müssen die Filme gesichtet und die Präsenz aller Rollen gemessen werden.

Müssen hier wieder die Schauspieler die Daten einspeisen?
Nein! Das liegt in der Verantwortung der Verteilstelle. Diese holt die Informationen von den Sendern bzw. Produzenten ein, berechnet die Anteile und bietet den Berechtigten die Folgevergütungen an. Dazu müssen, weil oft exakte Besetzungslisten fehlen, viele der Schauspielerinnen und Schauspieler identifiziert und ihre Kontakt- und Bankdaten recherchiert werden, welche permanent wechseln. Alle Berechtigten werden einzeln angeschrieben und um ihre Einwilligung zum Verteilungsprozedere gebeten. Manche der Berechtigten sind im Ausland, haben den Namen gewechselt oder sind bereits verstorben. Der Teufel steckt im Detail!

Können das nicht die Verwertungsgesellschaften machen?
Offenbar nicht. Die VG Bild-Kunst lehnt die Übernahme der Verteilung der tariflichen Kinoerlösbeteiligung für den Kreis der Regie-, Kamera-, Filmeditorleute etc. ab. Das Hauptgeschäft von Verwertungsgesellschaften ist, die Zweitverwertungsrechte ihrer Mitglieder wahrzunehmen. Dazu beschließen sie in Eigenregie Verteilungspläne. Nun möchten sie nicht im Nebengeschäft Verteilungen abwickeln, die von externen Tarifverträgen bzw. gemeinsamen Vergütungsregeln bestimmt werden und zwangsläufig von ihren eigenen Plänen abweichen. Die VG Bild-Kunst fürchtet, dass dies bei ihr intern Ärger verursachen könnte.

Hat die Deutsche Schauspielkasse diesen Interessenkonflikt nicht?
Nein, denn sie ist keine Verwertungsgesellschaft, sie nimmt keine Rechte wahr, hat keine Mitglieder und macht keine Verteilungspläne. Sie wurde vom BFFS als reiner Dienstleister ins Leben gerufen. Sie steht im Dienst der Tarifverträge bzw. gemeinsamer Vergütungsregeln, die der BFFS aushandelt, und muss die Verteilung streng nach den Bestimmungen dieser Vertragswerke vornehmen. Bei dieser Aufgabe hat die Deutsche Schauspielkasse keinen eigenen Ermessensspielraum.

Bei der Deutschen Schauspielkasse rechnet Ihr ja nicht nur die Erlösbeteiligung aktueller, sondern auch von vergangenen Produktionen aus – wie groß ist der Altlasten-Stapel?
Ja, bei ProSiebenSat.1 konnten wir vom BFFS durchsetzen, dass auch Folgevergütungen für erfolgreiche Filme, Reihen- und Serienepisoden gezahlt werden, die vor Vertragsschluss am 1. Juli 2013 entstanden sind – die sogenannten „Altfälle“. Es handelt sich dabei um circa 550 Produktionen, für die insgesamt knapp vier Millionen Euro an die Schauspielerinnen und Schauspieler verteilt werden müssen. Knapp zwei Millionen davon hat die Deutsche Schauspielkasse bereits bis Ende Oktober 2015 abgewickelt.

Muss man beim BFFS Mitglied sein, um den Service der Deutschen Schauspielkasse in Anspruch zu nehmen oder kümmert Ihr Euch um jeden Schauspieler?
Alle mitwirkenden Schauspielerinnen und Schauspieler werden begünstigt – unabhängig davon, ob sie beim BFFS Mitglied sind. Dies gilt sowohl für den Kinoerlösbeteiligungstarifvertrag als auch die gemeinsamen Vergütungsregeln mit ProSiebenSat.1. Aber ich will den zunehmenden Unmut nicht verschweigen. Viele BFFS Leute fragen: Warum sollen wir Mitgliedsbeiträge für die Durchsetzung von Folgevergütungen zahlen, von denen dann auch Nichtmitglieder profitieren können? Wir nehmen diese Kritik sehr ernst. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass Gewerkschaften wie der BFFS ihre Aufgabe gerade darin sehen, allgemeine Branchenstandards zu setzen. Wer politisch gestalten will, muss sich auch zugunsten Dritter engagieren. Der BFFS tut das. Außerdem sind durch diese Erfolge viele überzeugt worden, dem BFFS beizutreten.

Wie trägt sich die Deutsche Schauspielkasse finanziell und personell?
Die deska hat einen kleinen Mitarbeiterstab: Einschließlich der beiden Geschäftsführer arbeiten sechs Leute für die deska. Der BFFS hat darauf bestanden, dass der Sender sich an den Verwaltungskosten beteiligt. Den anderen Teil der Verwaltungsaufwendungen tragen die Berechtigten. Das sind 13,75 Prozent ihrer Beteiligung. Zum Vergleich: Die GEMA z. B. hat 400 Mal größere Verteilmassen im Jahr und zweigt davon über 15 Prozent für ihre Verwaltung ab. Ich sage das nur, um Missverständnisse zu vermeiden.

Was für Missverständnisse meinst Du?
Zum einen schmälert die Beteiligung der Sender an den Verwaltungskosten nicht die Schauspiel-Ausschüttungssumme. Sie stehen der Berufsgruppen Regie und Drehbuch in nichts nach. Zum anderen, müssen keine Mitgliedsbeiträge zur Finanzierung unserer Tochtergesellschaften – Deutsche Schauspielerpreis GmbH und deska Deutsche Schauspielkasse GmbH – herhalten. Hierfür fühle ich mich persönlich verantwortlich. Umgekehrt fließen auch keine Schauspielkassen-Gelder zum BFFS. Aber natürlich nutzen wir Synergieeffekte. Wäre die deska keine Tochtergesellschaft des BFFS, würde die Verteilung natürlich mehr Kosten verursachen.

Bekommst Du ein monetäres Honorar?
Na klar, diese Arbeit kann ja nicht gratis sein. Dafür hat auch die BFFS-Mitgliederversammlung plädiert: Die Angestellten unserer Tochtergesellschaft sollen nicht aus einem falsch verstandenen Wohltätigkeitsgefühl heraus ausgebeutet werden. Das gilt auch für mich. Mein Posten als Vorstand der deska-Geschäftsführung ist nicht Bestandteil meiner ehrenamtlichen BFFS-Vorstandstätigkeit.

Was sind die akuten Ziele des BFFS und der Deutschen Schauspielkasse?
Der BFFS ist mit Höchstdampf dabei, weitere Folgevergütungsverträge auszuhandeln – mit RTL und mit den ARD-Sendern, dort sind wir insbesondere mit dem BR intensiv im Gespräch. Mit ProSiebenSat.1 reden wir schon über eine Erweiterung der bestehenden Vereinbarung. Wir wollen unbedingt auch fiktionale Comedy-Formate einbeziehen. Diese Ziele wären ohne die Deutsche Schauspielkasse unerreichbar, darum hat ihr Aufbau und ihre Zukunftsfähigkeit absolute Priorität. Zurzeit wird noch der Berg der Altfälle abgewickelt. Wir müssen die deska so ausrüsten, dass sie auch in solchen Zeiten zuverlässig weiterarbeiten kann, wenn dieser Berg abgetragen ist. Wenn weniger Erlösbeteiligungen zur Auszahlung anstehen und folglich weniger Verwaltungsgebühren eingenommen werden.

Wie ist das Feedback, dass Ihr von Seiten der Schauspielergemeinschaft bekommt?
Formal läuft das ja so ab: Nur wenn die oder der Berechtigte die Einwilligung gibt, mit dem ganzen Verteilprozedere einverstanden zu sein, wird die Beteiligung an sie oder ihn ausgezahlt. Bisher hat niemand abgelehnt. Das ist natürlich erfreulich – wenn auch wenig verwunderlich. Darüber hinaus bewegen sich die Reaktionen der berechtigten Schauspielerinnen und Schauspieler zwischen freudiger Überraschung und großer Dankbarkeit. Wir erhalten Waschkörbe voll herzlicher E-Mails und Briefe. Das motiviert uns sehr, auf diesem Wege fortzufahren. Es gibt auch Leute, die ihren Geldsegen erst für einen dummen Scherz halten. Die kaum glauben können, dass die Buyout-Gagen-Praxis zumindest bei ProSiebenSat.1 tatsächlich beendet ist.

Was möchtest Du Deinen Schauspielkollegen für die Zukunft mit auf den Weg geben?
Ich möchte ihnen Mut machen. Ich sage immer: „Wir haben den schönsten Beruf der Welt, den man aber nicht weiterempfehlen kann.“ Letzteres ist so, weil wir Schauspielerinnen und Schauspieler uns allzu lange nicht wirkungsvoll zusammengeschlossen hatten. Soziale und wirtschaftliche Rahmenbedingungen sind ohne unseren Einfluss gewuchert – und lassen uns im Stich. Seit Gründung des BFFS hat sich aber das Blatt endlich gewendet.

Wir haben zwar noch einen langen Weg vor uns – die amerikanische SAG hat für ihre Erfolge auch immerhin 80 Jahre gebraucht – aber der Anfang ist gemacht. Der BFFS ist in kurzer Zeit zum mitgliedsstärksten Berufsverband der Film- und Fernsehbranche herangewachsen. Er arbeitet eng mit dem anderen Schauspielverband, dem Synchronschauspielverband (IVS) zusammen. Der BFFS pflegt seine Partnerschaft zu ver.di und den anderen Filmschaffenden-Verbänden. Das alles macht den BFFS so „sozial mächtig“, dass er als einziger Berufsverband in unserer Branche Tarifverträge abschließen kann. Damit haben wir uns zur Gewerkschaft gemausert.

Wir haben einen Vertrag mit ProSiebenSat.1 und sind in Verhandlungen mit anderen Sendern. Wir haben das Durcheinander unserer Sozialversicherungspflicht bei Dreharbeiten klären lassen und den Gesetzgeber veranlasst, sich um unsere soziale Absicherung zu kümmern, z. B. beim Anspruch auf Arbeitslosengeld 1. Wer hätte all diese Fortschritte – wohlgemerkt, die von Schauspielerinnen und Schauspielern erkämpft wurden – noch vor zehn Jahren für möglich gehalten?

Aber von nix kommt nix! Wir dürfen nicht wieder in die Einzelkämpferzeiten zurückfallen. Auch für den BFFS gilt: Ein bloßer Brauchtumsverein für Schauspieler, der keine Wirkung auf sein Umfeld entfalten will, wäre überflüssig. Der BFFS muss weiter mit Lust, Charme und Phantasie ein- und angreifen.

Vielen lieben Dank für das Gespräch!

www.bffs.de

www.bffs.de/deska

www.jutta-schafmeister.de/steckbrief/heinrich-schafmeister

Das Gespräch führte: Tina Thiele | Ausarbeitung: Catharina Chlupathy

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cn-klappe: Symposium & Verleihung der Auszeichnungen der Deutschen Akademie für Fernsehen 2015

Mit einem Symposium zu aktuellen Themen und der feierlichen Verleihung der Auszeichnungen ehrt die DEUTSCHE AKADEMIE FÜR FERNSEHEN auch 2015 herausragende Leistungen in allen Gewerken der Fernsehproduktion. Es sind die Auszeichnungen, die die über 700 Mitglieder der AKADEMIE ihren Kolleginnen und Kollegen zusprechen – also Auszeichnungen von Fernsehschaffenden für Fernsehschaffende.

Das Programm des Symposiums ist hier zu lesen: Symposium 2015

Hier sind die Gewinner: http://www.deutscheakademiefuerfernsehen.de/node/216

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cn-klappe: Tom Tykwer im Gespräch

Tom Tykwer im Gespräch – © casting-network

Die vorliegende cn-klappe zeigt einen Zusammenschnitt des Cologne Conference-Werkstattgespräches mit dem Regisseur und Preisträger des Hollywood Reporter Awards.

Der Beitrag gliedert sich in folgende Kapitel:

Intro
Kapitel 1: Erste Schritte im Kino
Kapitel 2: Der Weg zum Regisseur
Kapitel 3: Die eigene Handschrift
Kapitel 4: Der Durchbruch mit „Lola rennt“
Kapitel 5: Anrufe aus Hollywood
Kapitel 6: Die neue Technik verändert das Drehen
Kapitel 7: Neues Terrain Fernsehserie
Abspann & Dankeschön

Viel Spaß beim Anschauen: Zur cn-klappe bei casting-network

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cn-kolumne: Ein Interview mit der Schauspielmanagerin Sibylle Breitbach

Steckbrief Sibylle Breitbach
Sibylle Breitbach ist das Gesicht hinter Wasted Management. Eine Frau, die schon immer den Austausch mit anderen Menschen und Kulturen geschätzt und gepflegt hat. Bereits als Geschäftsführerin des Kölner Hotels Chelsea förderte sie talentierte Künstler. Unbewusst streute sie damit bereits den Samen für ihre Zukunft, denn die Begegnung mit Heike Makatsch sollte Sibylle Breitbachs Leben für die kommenden 20 Jahre prägen. Der beidseitige Wunsch nach einer Zusammenarbeit legte das Fundament für Wasted Management. Heute kann sich Sibylle Breitbach mit einigen Namen rühmen, die unter ihren Fittichen zu Film- und Fernsehgrößen gewachsen sind. Dennoch bleibt sie genügsam und geht vorurteilslos auf die Suche nach Talenten, die zu ihr passen. Sibylle Breitbach ist ein Bauchmensch mit Köpfchen, dem Herz am rechten Fleck und eigentlich eine eher interviewscheue Persönlichkeit. Wir haben uns umso mehr über die Zusage zu einem persönlichen Gespräch gefreut.

Seit 20 Jahren bist Du als Schauspielmanagerin im „Business“ tätig. Wie kam es dazu?
Ich habe zu der Zeit das Hotel Chelsea in Köln geleitet, wo wir auch gerade sitzen. Das war eine wahnsinnig aufregende Zeit, in der ich die Freiheit hatte, mich kreativ austoben zu können. Das Hotel war sozusagen meine Plattform, wo ich mit Musikern, Plattenfirmen und Künstlern zusammenarbeiten konnte. Ich organisierte im Chelsea oft Ausstellungen bildender Künstler. Martin Kippenberger, Walter Dahn oder Joesph Kosuth zum Beispiel zahlten teilweise mit ihren Bildern bzw. Installationen. So erhielt das Chelsea im Laufe der Zeit eine recht umfangreiche Kunstsammlung. Es machte mir damals schon viel Spaß, direkt mit Künstlern und Kreativen zusammenzuarbeiten. Als der Inhaber des Hotels nach einigen Jahren Auslandsaufenthalt dauerhaft zurück nach Deutschland kam, führte er andere Strukturen im Hotel ein. Das war der Zeitpunkt, wo mir klar wurde, dass sich das in eine Richtung verändert, die nicht mehr die meine ist. Weiterlesen

Es war auch die legendäre Viva-Zeit, als Du das Chelsea geleitet hast?
Genau. Über Steve Blame, der zu der Zeit von MTV London nach Köln kam, um VIVA II aufzubauen, lernte ich dort Heike Makatsch kennen. Wir mochten uns auf Anhieb und beschlossen, zusammenzuarbeiten, ohne zu wissen, was daraus werden könnte. So nahm vor 20 Jahren alles seinen Anfang.

Wie sah die Zusammenarbeit am Anfang aus?
Heike war eine der ersten Moderatorinnen bei VIVA und das Medieninteresse war gigantisch. Es gab damals Agenturen wie Pool Position, die zum Beispiel Stefan Raab vertreten haben. Heike suchte aber nach etwas anderem. Als wir uns kennenlernten, hatte sie das Gefühl, das in mir gefunden zu haben, und wir fingen einfach an. Zu Beginn musste ertastet werden, was wir machen wollen und was nicht. Das Interesse an Heike als Schauspielerin entstand durch ihre Präsenz bei VIVA. An Dorthe Braker lud sie zum Casting für Detlev Bucks Kinofilm „Männerpension“ ein – und sie bekam die Rolle. Dadurch hat sie ihre Leidenschaft für die Schauspielerei entdeckt.

Würdest Du sagen, dass so ein Pool wie damals bei VIVA, wo Nachwuchs gefördert und diese als Ikonen wahrgenommen wurden, heute fehlt?
Ich denke, das war eine ganz andere Zeit, in der noch Platz und Raum für Vorbilder, Ideale oder Ikonen, wie Du es nennst, war. Heute ist alles schnelllebiger, heute ist alles ausgerichtet auf Formate wie zum Beispiel DSDS oder das Supertalent, wo es sich um eher kurzfristigen „Ruhm“ handelt. Es ist völlig klar, dass, aufgrund der medialen Entwicklung, so ein Konzept wie bei MTV und VIVA heute nicht mehr funktioniert.

War damals die Zeit unbeschwerter?
Ich weiß nicht, ob die Zeiten unbeschwerter waren, wir waren unbeschwerter. Es war eine Zeit, in der man viel mehr experimentieren konnte.

Hast Du dich gleich als Managerin vorgestellt?
Nein, ich habe erst mal gesagt: „Heike Makatsch und ich arbeiten zusammen.“ Es war auch schwierig, einen Namen für die Agentur zu finden, aber irgendwann konnte ich meine Telefonnummer nicht mehr nur auf irgendwelche Zettel schreiben. Es musste eine konkrete Firmierung her. Für den Namen Wasted Management habe ich mich rückblickend mit ein wenig Selbstironie entschieden. Es war der Versuch auszudrücken, dass man sich selbst, mit dem was man tut, nicht zu ernst nehmen sollte. Dass wir unsere Sachen machen, und das hoffentlich gut, und mehr ist es nicht.

Wie kam es schlussendlich zu dem Begriff Management?
Ich habe den Begriff „Management” nicht bewusst gewählt. Mir war damals gar nicht klar, was der Unterschied zwischen „Management“ und „Agentur“ ist. Natürlich bekam ich mit, dass es verschiedene Agenturen gab. Da war Pool Position, die sich auf Moderatoren spezialisiert hatten, und Players, als Schauspieler-Agentur. Für mich war das alles noch sehr neu.

Du hast ja wirklich alles hinter Dir gelassen und Dich in einem Beruf selbstständig gemacht, in dem Du noch gar keine Erfahrung hattest. Konntest Du dort etwas von Deinen bisherigen Tätigkeiten nutzen?
Die Ausbildung und Berufserfahrung im Justizministerium haben mir eine gute Basis mitgegeben und die fünf Jahre im Hotelmanagement waren mein kreatives Spielfeld, wo ich ausprobieren konnte, was mir noch liegt. Auch, wenn es eine ganz andere Branche war, eine andere Herangehensweise, konnte ich vieles von dem anwenden, was ich im Justizministerium, wo alles von einem sehr klaren, strukturierten Ablauf bestimmt war, gelernt hatte. Dadurch konnte ich zum Beispiel Verträge verstehen und verhandeln. Der Rest war ein bisschen Freestyle, was ich aber im Hotel rund um die Uhr hatte. Das hat mir dann die innere Sicherheit und Zuversicht gegeben, dass das alles schon klappt.

Dein Schwerpunkt heute ist ja der Filmbereich. Wie kam es dazu?
Das hat sich alles sehr organisch entwickelt. Heike Makatsch war, wie erwähnt, eine der ersten Moderatorinnen bei VIVA und kam durch „Männerpension” zur Schauspielerei. Sie wusste vorher nicht, ob ihr die Schauspielerei liegt, hat es ausprobiert und ihre Leidenschaft dafür entdeckt. Es war ein ganz natürlicher Prozess, dass wir uns in diesem Bereich orientierten und etablierten.

Du hast ja auch noch andere Klienten, Sibel Kekilli zum Beispiel.
Sibel Kekilli und ich haben uns vor fast elf Jahren über den Film „Gegen die Wand” kennengelernt. Ich hatte den Film auf der Berlinale damals nicht gesehen, aber natürlich gehört, dass Fatih Akin dafür mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde. Ralph Schwingel, damals Produzent bei Wüste Film, stellte den Kontakt zwischen Sibel und mir her, ich sah mir „Gegen die Wand an” und war wahnsinnig beeindruckt von ihrer unglaublichen Präsenz und der Intensität ihres Spiels. Daraufhin haben wir uns getroffen und arbeiten seitdem zusammen.

Gibt es eine besonders positive Erfahrung für Dich in den letzten 20 Jahren?
Wenn ich die 20 Jahre Revue passieren lasse, dann gab es viele tolle Erfahrungen, und es gab natürlich auch weniger tolle. Ein Highlight war auf jeden Fall die erste Zusammenarbeit mit David Enthoven, dem Manager von Robbie Williams. Mit ihm während der Deutschlandtour von Robbie Williams zusammenzuarbeiten, war geprägt von großem Vertrauen, das er mir von Anfang an entgegen gebracht hat. Er ist jemand, der einen unglaublich motiviert und inspiriert, der sich für die Arbeit, die man macht, immer wieder bedankt und sich mit einem über die Erfolge, die man erzielt, freut. Das war schon eine ganz besondere und sehr ungewöhnliche Erfahrung. Das Schöne ist, dass es bei allen weiteren Konzerten ebenso war.

Du hast ja mehrere Klienten zu betreuen. Wie machst Du das?
Ich habe mich bewusst dafür entschieden, mit nur wenigen Klienten zu arbeiten. Das hat sich, wie gesagt, sehr organisch und aus der Zusammenarbeit mit Heike Makatsch heraus entwickelt. Dadurch, dass ich mit nur wenigen Klienten zusammenarbeite, habe ich die Möglichkeit, ganz individuell zu arbeiten. Denn die Künstler, die ich vertrete, sind sehr unterschiedliche und sehr eigene Persönlichkeiten, was für mich sehr wichtig und auch sehr spannend ist. Dadurch bin ich ganz anders gefordert und kann gemeinsam mit ihnen viel genauer überlegen, wo wir hinwollen und was wir machen wollen. Ich verstehe die Zusammenarbeit mit meinen Klienten als Teamwork.

Wie viele Drehbücher liest Du in der Woche und gibt es bei Dir auch mal eine Pause?
Das ist sehr unterschiedlich. Und ja, Pausen gibt es bei mir auf jeden Fall – die finde ich extrem wichtig.

Wo wir gerade bei Drehbüchern sind, Du hast ja auch eine Drehbuchautorin unter Deinen Klienten. Wie ist da die Zusammenarbeit entstanden?
Ich habe Miriam Dehne über gemeinsame Bekannte kennengelernt. Ich fand damals schon ihren Film „Little Paris” ganz besonders und finde generell die Art, wie sie schreibt und die visuelle Umsetzung dessen unglaublich schön. Sehr speziell und mit einer sehr eigenen Poesie in allem, was sie macht.

Ich würde gerne noch auf zwei neue Klienten von Dir eingehen, die Schauspielerinnen Pheline Roggan und Violetta Schuralow.
Beide sind sehr unterschiedlich. Ich weiß noch als ich Pheline Roggan in „Soul Kitchen” gesehen habe, da war ich hin und weg. Über die Jahre hatte ich sie ein bisschen aus den Augen verloren. Es war dann eine wunderbare Fügung, dass mich Mia Abadi von Prag PR anrief und fragte: „Möchtest Du Dich nicht mal mit Pheline Roggan treffen? Sie hat eine tolle Agentur, aber ein Management könnte für ihre weitere Entwicklung einfach nochmal eine andere Richtung vorgeben.” Wir lernten uns kennen und haben dann beschlossen, miteinander zu arbeiten. Wir befinden uns noch in der sogenannten Richtig-Kennenlernen-Phase, und ich finde die Entwicklung, die momentan stattfindet, sehr aufregend und sehr vielversprechend.

Bei Violetta Schurawlow war es so, dass sie auf mich zukam. Wir haben uns getroffen, und ich fand sie auf Anhieb interessant. Sie hat eine faszinierende Ausstrahlung und dazu gleichzeitig etwas total Bodenständiges. Ich dachte, sie ist wieder ein ganz anderer Typ als meine anderen Klienten, aber ich hatte keine Ahnung, wie sie vor der Kamera wirkt, weil es noch nichts von ihr zu sehen gab. Dann hatte mir die Produktion von Til Schweiger eine Szene mit ihr aus „Honig im Kopf” zur internen Ansicht zur Verfügung gestellt und danach war für mich klar, dass ich mit ihr zusammenarbeiten will. Sie hat großes Talent und ich finde es spannend, mit ihr diesen Weg zu gehen und zu sehen, was wir alles gemeinsam machen und erreichen können.

Wie ist das bei Deinen Klienten mit Absagen, nehmen sie diese persönlich?
Natürlich ist eine Absage immer erst mal eine Enttäuschung, aber wenn die Absage nicht persönlich, sondern inhaltlich begründet ist, dann ist alles okay.

Du hast also so eine Art Ruhe und Gelassenheit entwickelt, im Laufe der Jahre?
Die Gelassenheit habe ich nach 20 Jahren tatsächlich, weil ich weiß, es geht immer weiter, und wir kriegen das alles hin. Das ist bei mir ganz tief verankert. Ich bin dankbar dafür, mit den Klienten, die ich vertrete, zusammenzuarbeiten und in einem ständigen Entwicklungsprozess zu sein. Ich denke, dass Dinge immer einen Sinn haben, auch wenn man ihn oft erst im Nachhinein begreift. Diese Erkenntnis macht alles leichter. Man lernt, dass jede Veränderung auch eine neue Chance birgt.

Vielen Dank für das Gespräch zum 20-jährigen Jubiläum!

www.wasted-management.de

Das Gespräch führte: Tina Thiele | Ausarbeitung: Catharina Chlupaty, Madlen Scheffler & Carla Schmitt

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cn-klappe: Vor der Kamera. Hinter der Kamera. Perspektivwechsel – Der Schauspieler im Regiestuhl

© Holger Borggrefe

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Podiumsdiskussion des Bundesverbandes Casting (BVC) im Rahmen des Filmfestes München 2015

Als Schauspieler/Regisseure waren vertreten:

Simon Verhoeven
Giulio Ricciarelli
Andy Niessner

Die Casting Directors waren vertreten durch:

Anja Dihrberg (BVC)
Gitta Jauch (BVC)
Manolya Mutlu (BVC)

Es moderierte Stephen Sikder (BVC).

Der Beitrag gliedert sich in folgende Kapitel:
(Hinweis: Die Kapitel (Playlist) sind in der linken oberen Ecke des Video-Players auswählbar.):

Intro
Kapitel 1: Neuer Blickwinkel durch Perspektivwechsel?
Kapitel 2: Was sollten Schauspieler und Regisseure beim Dreh beachten?
Kapitel 3: Wie arbeiten Schauspieler und Regisseure optimal zusammen?
Kapitel 4: Welche Aspekte sind bei der Besetzung entscheidend?
Kapitel 5: Was macht einen guten Regisseur aus?
Kapitel 6: Hat sich die Beziehung zum Beruf Schauspieler verändert?

Abspann & Dankeschön

Offizielle Website des Bundesverband Casting (BVC):
www.castingverband.de

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Roter Teppich für die Liebe – SMS Self Made Shorties Festival 2015

© sKatrin Krammer – http://www.katrinkrammer.de/

Wer kennt ihn nicht, den legendären Erfolgssong der Beatles: „All you need is love!“ Am 18. Mai 1967 erhielten die Beatles von der BBC den Auftrag, für die Fernseh-Sendung „Our World“ ein Lied zu komponieren. Die Sendung war die erste weltweit ausgestrahlte Live-Fernsehproduktion, die am 25. Juni 1967 live in 31 Länder übertragen und von mehr als 400 Millionen Zuschauern gesehen wurde. Während der Veranstaltung wurde „All You Need Is Love“ live gespielt, ein Teil der Instrumentierung war Playback. Dieses Playback entstand am 14. Juni 1967 – anders als üblich – in den Londoner Olympic Studios. Dort wurden in Studio 1 insgesamt 33 Takes von „All You Need Is Love“ aufgenommen. Der Song entstand innerhalb eines Monats zwischen dem Auftrag der BBC und der ersten Aufnahmesession und repräsentierte perfekt die Atmosphäre des „Summer of Love“ im Jahr 1967. Veröffentlicht wurde die Single in Deutschland bereits am 30. Juni 1967 (Großbritannien: 7. Juli 1967, USA: 17. Juli 1967). Die Platte führte drei Wochen lang die englische Hitparade an und wurde zum vierzehnten Nummer-eins-Hit der Beatles in den USA, wo sie eine Woche auf Rang 1 stand. Insgesamt erreichte sie in zehn Ländern den ersten Rang der jeweiligen Hitparade. Die Single verkaufte alleine in Großbritannien 500.000 Exemplare, weltweit wurden insgesamt über drei Millionen Singles verkauft.
Liebe – also immer wieder ein großes Thema: Was oder wen, wer mit wem? Tragisch wie die „Love Story“, dramatisch, katastrophal, neurotisch, sehnsuchtsvoll, erfüllt oder unerhört. Verliebt, verlobt, verlassen, zu zweit, zu dritt, allein oder zu zweit allein…

Unter dem Motto „Love Shorties – Das Festival des Liebesfilms“ gaben Schauspielervideos, Crew United und die ZAV Künstlervermittlung in Zusammenarbeit mit Casting Network, Cinearte und Out Takes Schauspielerinnen und Schauspielern in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum dritten Mal die Chance, ihre Persönlichkeit in einem kurzen Film (max. drei Minuten) vorzustellen.

Am Freitag, den 03.07.2015 präsentierte dann die hochkarätige Jury bestehend aus: Jule Ronstedt, Anna Ewelina, Alexander Held, Iris Baumüller, Rebecca Gerling, Mai Seck, Daniela Tolkien, Charlotte Siebenrock, Birgit Metz, Ewa Karlström, Uli Aselmann, Oliver Haffner, Nadine Wrietz und Florian Hacke in einem vollbesetzten Kinosaal im Mathäser Kino die vorausgewählten 15 Self Made Shorties.

Im Folgenden ein paar Impressionen der Veranstaltung, Stimmen, weitere Eindrücke und natürlich die Gewinner-Shorties:

Link zum Film

1. Platz SMS Self Made Shorties 2015: Florentine Schara

Link zum SMS-Shorty von Florentine Schara

2. Platz SMS Self Made Shorties 2015: Diana Marie Müller & Matthias Renger

Link zum SMS-Shorty von Diana Marie Müller & Matthias Renger

3. Platz SMS Self Made Shorties 2015: Nagmeh Alaei

Link zum SMS-Shorty von Nagmeh Alaei

Alle Nominierten:

© schauspielervideos

Hier findet man die Shorties aller Nominierten und die von 100 weiteren, die von der Jury geliebt wurden: http://www.schauspielervideos.de/ecasting/ergebnis/sms-festival-2015

Stellvertretend für die vielen tollen Shorties, die es leider nicht in die Auswahl der 15 Nominierten geschafft haben, hat Urs Cordua eine Compilation mit Ausschnitten weiterer Love-Shorties zusammengestellt:

Link zur Compilation

PS: Leider ist es uns nicht möglich, alle 600 SMS-Shorties zu veröffentlichen. Weitere 100 Lieblinge der Jury könnt Ihr aber hier sehen: http://www.schauspielervideos.de/ecasting/ergebnis/sms-festival-2015. Und wenn Ihr möchtet, gebt doch unter diesem Beitrag einen Kommentar ab und verweist per Link auf Euren Shorty mit Eurem Namen! Bis zum nächsten SMS Self Made Shorties Festival und 1000 Dank an alle, die mitgemacht haben!

Wir danken für die großzügige Unterstützung der Pensionskasse Rundfunk, einem wichtigen Partner für das SMS-Festival, aber vor allem für die Altersvorsorge aller Filmschaffenden!

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Das 3. Self Made Shorties – Festival ist eine Veranstaltung von crew united & schauspielervideos in Kooperation mit casting-network und out takes, unterstützt von cinearte, corduafilm, dem Int. Filmfest München und cernodesign.

Konzeption und Beratung: ZAV Künstlervermittlung.

 

 

ZAV Künstlervermittlung Film / TV
Kapuzinerstr. 26,
80377 München
Tel +49 (0)89 381 707-19
mobil +49 (0)176 430 648 52
(Aktiviere Javascript, um die Email-Adresse zu sehen)

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cn-kolumne: Ein Interview mit der deutsch-türkischen Schauspielerin Meryem Uzerli

Meryem Uzerli Meryem Uzerli | Foto: © Urban Ruths

Steckbrief Meryem Uzerli

Bei Meryem Uzerli handelt es sich um eine deutsch-türkische Schauspielerin aus Kassel, die durch Ihre Rolle in der türkischen Erfolgsserie „Muhtesem Yüzyil“ (Casting: über die Produktion) zum Star wurde. Ihren Anfang nahm Meryems Schauspielkarriere bereits in ihrer Jugend an der freien Waldorfschule in Kassel. Diese weckte durch ihre Vielfalt an Theaterprojekten Meryems Liebe zum Schauspiel und förderte ihr Potential. Im Anschluss folgte die Ausbildung im Schauspielstudio Frese in Hamburg, nach deren Absolvierung sie an einigen deutschen Produktionen mitwirkte. Ihre Karriere hat Meryem aber letztendlich „dem Sprung ins kalte Wasser“ zu verdanken, als sie den Entschluss fasste, sich auf die historisch vielschichtige Rolle der „Hürrem Sultan“ zu bewerben, der ersten Sklavinkonkubine, die von einem Sultan in die Freiheit entlassen und von selbigem geehelicht wurde. Für Ihre darstellerischen Leistungen in dieser Rolle wurde Meryem mehrfach ausgezeichnet und genießt mittlerweile auch weit über die Türkei hinaus großes Ansehen.

Die Serie „Muhtesem Yüzyil“ hat Sie zu einem internationalen Star gemacht, wie kamen Sie an die Rolle?
Ich habe mal in einem freien Theaterprojekt mitwirken dürfen und lernte dort einen Schauspielkollegen kennen, über den ich dann eine weitere Kollegin kennenlernte, bei der wir als größere Reisegruppe während der Berlinale übernachten durften (wir kamen zu dem Zeitpunkt alle aus Hamburg angereist). Der Kontakt blieb über Facebook bestehen und Jahre später war es diese Kollegin, die mich anrief und mir von dem Projekt erzählte. Sie wisse von einer Produktion, für welche bereits tausende Mädchen weltweit gecastet wurden, man aber noch nicht die passende Besetzung gefunden hätte. Sie hatte von mir erzählt und ich wurde zum Casting nach Istanbul eingeladen. Weiterlesen

Sie lebten seinerzeit noch in Deutschland, wie lief das Casting ab?
Ich kam in Istanbul an und wurde in die Produktionsfirma gefahren, wo an einem großen Tisch bereits die beiden Regisseure, der Produzent, die Producerin, die Casterin und die Drehbuchautorin saßen. Ich wurde generell über mein Leben „befragt“. Es war eine längere, ungezwungene, nette Unterhaltung. Ein Abend zum Kennenlernen. Ich bekam vier Szenen, die ich über Nacht vorbereiten sollte und am nächsten Morgen war das Casting, samt männlichem Hauptdarsteller, der bereits feststand und den Regisseuren. Nach dem Casting ging es zurück ins Hotel, mit der Aufgabe aufzuschreiben wie ich die Rolle sehe (Psychologie der Figur usw.) Den ganzen nächsten Tag verbrachte ich mit der Drehbuchautorin für die Rollenanalyse. Den darauffolgenden Tag lernte ich den restlichen Cast kennen und es fanden Leseproben mit den Regisseuren statt. Am Abend wurde mir mitgeteilt, dass ich die Rolle habe.

Wie wurden Sie in der Türkei auf- und angenommen?
Ich wurde sehr herzlich auf- und angenommen.

Hat man Sie dort als Deutsche oder als Türkin angesehen?
Als Meryem mit deutsch-türkischem Blut :-)

Wie haben Sie sich auf Ihr Leben in der Türkei vorbereitet?
Das war nicht wirklich möglich. An dem Abend, als ich erfuhr dass ich die Rolle habe, wurde mir mitgeteilt, dass ich am nächsten Morgen nach Berlin fliegen, meine Sachen packen solle, um am Abend zurückzukehren. Die Dreharbeiten begannen bereits zehn Tage später und die Zeit davor wurde geprobt. Ich bin also ins kalte Wasser gesprungen.

Wie vertraut waren Sie vorher schon mit der türkischen Kultur?
Vertraut. Aufgrund dessen, dass mein Vater Türke ist und ich in meiner Kindheit diverse Urlaube dort verbringen durfte. Selbstverständlich ist es etwas anderes, wenn man plötzlich dort arbeitet und dort lebt. Zumindest war es mir nicht komplett fremd.

Wie hat sich Ihr Verhältnis zu Ihren türkischen Wurzeln in dieser Zeit verändert?
Ich hatte seit meinem letzten Familienurlaub dort (der Jahre zurück lag) nicht mehr wirklich einen Bezug. Dies hat sich dann sehr schnell verändert. Ich habe meine türkische Seite Schritt für Schritt wieder auferstehen lassen. Es war wunderschön, mit der Zeit zu sehen wie sehr ich doch eigentlich auch dort zu Hause bin. So ein starkes Gefühl. Das Herz hat es gleich verstanden.

Wie haben Sie die Rolle der Frau in der Türkei kennengelernt?
Ich lerne auf der ganzen Welt die unterschiedlichsten Frauen kennen und finde, dass wir alle etwas gemeinsam haben: Wir sind stärker als wir oft glauben.

Fühlen Sie sich als Ikone und Vorbild?
Ich bin einfach dankbar, dass so vielen Menschen meine Arbeit gefällt.

Wie hat sich die Wahrnehmung Ihrer Person in Deutschland verändert, werden Sie jetzt auch hier öfter auf der Straße angesprochen?
Ja, das passiert des Öfteren.

Bekommen Sie in Deutschland jetzt mehr Rollenangebote?
Bisher war und bin ich zeitlich sehr in internationale laufende Produktionen eingespannt, u.a mit der Produktionsfirma O3 und dem TV Giganten MBC, und habe meine Aufmerksamkeit gezielt nur meinen aktuellen Projekten gewidmet. Ich befinde mich jedoch derzeit in Verhandlungen für eine neue Kinoproduktion und hoffe daher sehr bald auch in Deutschland ausgestrahlt zu werden.

Welche prägnanten Unterschiede gibt es zwischen der deutschen und der türkischen Filmlandschaft?
Dazu kenne ich die deutsche Filmlandschaft zu wenig. Aus zeitlichen Gründen hatte ich nicht die Möglichkeit diese in den letzten Jahren mitzuverfolgen. Somit wäre mein Urteil momentan nicht professionell. Ich kann allerdings sagen, dass neue Gesichter, also unbekannte Schauspieler, in der Türkei mehr Chancen bekommen als hier.

Bald stehen Sie wieder in der Türkei vor der Kamera, was können Sie dazu erzählen?
Zuerst werde ich im Balkan einen Kinofilm drehen. Ab August geht es dann in die Türkei, um eine neue TV Weekly zu beginnen. Die Serie spielt, im Gegensatz zu der letzten, in der heutigen Zeit. Vom Genre her ist es ein Drama und die Bücher sind sehr spannend, aber ich darf darüber noch nichts erzählen.

Was sind Ihre Träume?
Dass meine Tochter immer gesund und glücklich ist.

Vielen Dank für das Gespräch!

www.meryem.me
www.lyons.de

Anmerkung der Redaktion:
Eigentlich hatte die Redaktion, unterstützt von Göksu Centinkaya, zuerst für eine Ausgabe zum Filmland Türkei und nach einem deutschen Spezialisten zum Thema Türkei recherchiert. Dabei waren wir von Göksu auf Meryem Uzerli aufmerksam gemacht worden. Schnell stand außer Frage, dass Meryem, als Person und mit ihrer Geschichte, nicht einfach als Korrespondentin für das Filmland Türkei, sondern vielmehr als Beispiel und Vorbild für Ihre Branchenkollegen dient, ebenfalls „den Sprung ins kalte Wasser“ zu wagen. Wir danken in diesem Sinne Meryem Uzerli für den persönlichen Einblick, Ihrem Agenten Dany Lyons und seiner Assistentin Yvonne Narwan für die zuvorkommende Vermittlung, Göksu Centinkaya, der uns auf diese wertvolle Schauspielerin und ihre Geschichte aufmerksam gemacht hat und Euch für Eure Aufmerksamkeit.

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cn-kolumne: Thomas Schmuckert (BFFS) über den Deutschen Schauspielerpreis 2015

Steckbrief Thomas Schmuckert
Thomas Schmuckert, geboren am 1. April 1965, ist deutscher Schauspieler, Hörspiel- und Synchronsprecher. Nach dem Schauspielstudium, auch an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin, folgten Theaterengagements und Gastauftritte in ganz Deutschland, Luxemburg und sogar Philadelphia (USA). Seit 1994 steht Thomas Schmuckert für Film und Fernsehen vor der Kamera und ist in Spielfilmen, in Reihen und Serien wie zum Beispiel „Wilsberg und der Schuss im Morgengrauen“ (Casting: Sabine Weimann) und „SOKO Köln – Unter Verdacht“ (Casting: Sandra Köppe) sowie in Kinofilmen wie „Kaptn Oskar“ (Casting: Marc Schötteldreier | BVC) zu sehen. Seine charismatische Stimme leiht er mannigfaltigen Rollen in Kinofilmen, Serien und Hörspielen – für seine Titelfigur „Dorian Hunter” in der gleichnamigen Hörspielserie erhielt er 2009 den Hörspiel Award als bester Sprecher. Seit 2007 ist er Vorstandsmitglied im Bundesverband Schauspiel (BFFS) und Mitinitiator des Deutschen Schauspielerpreises.

Der Deutsche Schauspielerpreis wird nun bereits zum vierten Mal vergeben. Ist die Organisation inzwischen „business as usual“?
Wenn Du glaubst, dass aus einer Bergbesteigung mittlerweile ein gemütlicher Waldspaziergang geworden ist, dann täuschst Du Dich. Um eine neue und junge Preisverleihung wirklich zu etablieren und in den Köpfen zu verankern, rechnet man ca. 5 Jahre. Die Partner und Sponsoren rennen uns noch keineswegs mit üppigen Finanzspritzen die Türen ein. Die richtigen Partner zu finden, die einen Bezug zu unserer Idee und zu unserem Berufsstand haben, ist ein langwieriger und oft mühsamer Prozess. Aber wir sind auf einem guten Weg. Von „business as usual“ sind wir auch noch aus einem anderen Grund weit entfernt. Zum Glück! Wir befinden uns in der schönen und spannenden Phase des Aufbaus und Experimentierens, um dem Deutschen Schauspielerpreis immer stärker ein unverwechselbares Gesicht zu geben. Überraschungen, vor allem beim Spiel mit der klassischen Form der Preisverleihung, sind garantiert! Als Gesamtkoordinator des Deutschen Schauspielerpreises liegt mir eins besonders am Herzen: Den Kern dieses Preises von Schauspielern für Schauspieler zu erhalten und auszubauen. Dieser begründet sich in dem umwerfenden ehrenamtlichen Engagement der Kolleginnen und Kollegen für „ihren“ Preis als Würdigung ihres Berufes und erzeugt die besondere Herzlichkeit und charmante Familienatmosphäre, die den Deutschen Schauspielerpreis auszeichnen. Weiterlesen

Die Preisvergabe wurde vom Februar in den Mai verlegt. Wieso?
Die Berlinale als Anziehungspunkt für Filmschaffende aus ganz Deutschland war eine gute Umgebung, um den Deutschen Schauspielerpreis unter den Kolleginnen und Kollegen der Branche und der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Das ist uns gelungen. Aber die Dichte an Veranstaltungen bei der Berlinale ist enorm hoch. Ein Event jagt das andere. Die Aufmerksamkeit wendet sich sofort dem nächsten Hype zu. Wir haben den Deutschen Schauspielerpreis in den Mai verlegt, um dem Preis ein Alleinstellungsmerkmal und einen eigenen Platz im Jahreskalender der Film- und Fernsehbranche zu geben. Zum anderen tauschen wir gerne die oft eisigen Winde und den Schneematsch im Februar gegen frühsommerliche Temperaturen, einen Hauch Croisette und Leichtigkeit in der schönsten Jahreszeit in Berlin ein.

In der Vergangenheit habt Ihr auch mit den Organisatoren des Deutschen Fernsehpreises zusammengearbeitet. Nun wird dieser abgeschafft. Wie stehst Du dazu?
Zusammenarbeit ist zu hoch gegriffen. Es gab einen Austausch über die Auswahl bemerkenswerter fiktionaler Fernsehproduktionen des jeweiligen Jahres. Das war sehr konstruktiv und hilfreich. Bereits 2010 hatte sich der Deutsche Fernsehpreis mit der Abschaffung der Auszeichnungen für die meisten Einzelleistungen und Gewerke in eine Sackgasse manövriert. Bis auf die beiden Hauptdarsteller wurden die sieben weiteren persönlichen Kategorien für Nebendarsteller, Regisseure, Autoren, Kameraleute, Cutter, Komponisten und Ausstatter nicht mehr vergeben. Seitens des BFFS hatten wir damals mit der Aktion „Wir sind preiswert!“ gegen diese Missachtung der eigentlichen Schöpfer und Gestalter fiktionaler Fernsehwerke protestiert. Es war gleich-
zeitig die Geburtsstunde der Deutschen Akademie für Fernsehen e.V., die sich als Stimme der Kreativen des Deutschen Fernsehens versteht. Man muss ja nicht gleich mit dem großen Goethewort „Stirb und werde!“ um die Ecke kommen. Aber eine Besinnungspause birgt immer die Chance auf einen Neuanfang. Vielleicht ist sogar die Vision einer Zusammenarbeit der Stifter des Deutschen Fernsehpreises mit der Deutschen Akademie für Fernsehen denkbar, die seit 2013 jährlich herausragende Leistungen der einzelnen Gewerke der Fernsehproduktion auszeichnet, denn: Eine Würdigung haben diese Leistungen in jedem Fall verdient!

Gewinnt der Deutsche Schauspielerpreis dadurch an Bedeutung? Und vielleicht sogar neue Sponsoren?
Die Überschneidungen zwischen dem Deutschen Schauspielerpreis und dem Deutschen Fernsehpreis waren gering. Der Deutsche Fernsehpreis wurde im Wesentlichen von den Stiftern ARD, ZDF, RTL und Sat.1 finanziert und zeichnete die gesamte Palette der Fernsehproduktion aus, fiktionale wie dokumentarische Werke, die Reportage ebenso wie Sportjournalismus, Show, Dokutainment oder Comedy. Der Deutsche Schauspielerpreis dagegen ist ein unabhängiger Preis von Schauspielern für Schauspieler, ähnlich den Screen Actors Guild Awards in Amerika. Er würdigt herausragende und inspirierende schauspielerische Leistungen, egal ob in Kino oder Fernsehfilmen, in zum Teil neuen, innovativen Kategorien, und versucht Qualitätsmaßstäbe zu setzen.

Werden in Deutschland künstlerische Leistungen der Film- und Fernsehbranche generell nicht genügend gewürdigt?
So pauschal würde ich das nicht sagen. Aber natürlich fällt der Unterschied zum Beispiel zu den USA, Großbritannien oder Frankreich auf, wo Schauspielerinnen und Schauspieler viel mehr als „Kulturgut“ wertgeschätzt und geliebt werden. Um es etwas klischeehaft zu sagen: In Frankreich kennen und lieben alle ihre Filmstars. Der Berliner dagegen stöhnt auf, wenn er ein Halteverbotsschild einer Filmfirma vor seiner Haustür entdeckt und schimpft auf die „Fernsehfuzzis“. Gründe dafür gibt es sicher zahlreiche: Sie liegen in unserer Geschichte begründet, in unserem merkwürdigen Verhältnis zum Erfolg, in einer nur nach Quote schielenden Senderpolitik, die lange genug in risikoloser Selbstbeschneidung immer nur das Gleiche in Auftrag gegeben und kaum innovative Formate entwickelt hat, in einer betrüblichen Tendenz, Talente schnell in den Himmel zu heben, um sie ebenso schnell wieder herunterzustürzen. Dabei erzählen Filmschaffende im besten Fall Geschichten über dieses Land und seine Menschen, loten Untiefen, Missstände und das Zusammenleben in einer sich rasant wandelnden Gesellschaft aus. Daraus könnte Selbstvergewisserung und Identitätsstiftung erwachsen als Teil eines kulturellen Selbstverständnisses. Auf der anderen Seite: Schauspieler wie auch andere Künstler sollten sich wieder viel mehr in gesellschaftliche und politische Debatten einmischen, sich als prägenden und Identität stiftenden Teil dieser Gesellschaft begreifen und Verantwortung übernehmen. Nur wer über den Tellerrand schaut, wird auch außerhalb seiner Suppenschüssel wahrgenommen.

Wie ist das Feedback der Branche im Angesicht Eures Engagements?
Alle wollen dabei sein, weil der Deutsche Schauspielerpreis nicht nur eine sehr kurzweilige und unterhaltsame Veranstaltung ist – man denke an die Verwandlung einer Laudatio in eine Zwerchfell erschütternde Comedy durch Milan Peschel 2013 – sondern auch eine Art Familienfest der Branche mit einem klaren Bekenntnis zu fairen Arbeitsbedingungen und Qualitätsmaßstäben. Ein Beispiel: Als ich auf der Berlinale den Regisseur Christian Schwochow zu unserer diesjährigen Preisverleihung eingeladen habe – er kannte den Deutschen Schauspielerpreis bereits von der ersten Verleihung an – bekam er sofort leuchtende Augen und schwärmte von dem besonderen Geist und Stil dieses Preises. Aus dem Munde eines der inspirierendsten Regisseure dieses Landes, der sich durch eine großartige Schauspielerführung auszeichnet, hat mich dieses Kompliment besonders gefreut.

Allen voran die Jurys des Deutschen Schauspielerpreises müssen sich intensiv mit den großartigsten Schauspielleistungen unserer Branche auseinandersetzen. Wie schätzt Du die Professionalität, das Talent und die Fähigkeiten der deutschen Spitzenschauspieler ein? Gibt es Besonderheiten im internationalen Vergleich?
Auf dem letzten Filmfest München stellte Dominik Graf, befragt nach dem Casting für seinen Film „Die geliebten Schwestern,“ fest, dass ihm viele Entscheidungen nicht leicht gefallen seien. Es gäbe zurzeit in Deutschland einfach eine Breite hervorragender Schauspielerinnen und Schauspieler, wie er es noch nie erlebt hätte. Unabhängig vom Bekanntheitsgrad. Ich kann dem nur zustimmen. Was ich im Zusammenhang mit dem Deutschen Schauspielerpreis an differenziertem, anregendem, berührendem und verführendem Schauspiel sehen durfte, war bemerkenswert. Ausländische Produktionen, die in Deutschland drehen, haben das schon längst erkannt. Manchmal bemerkt die hiesige Film- und Fernsehlandschaft augenscheinlich nicht, welche Schätze vor ihrer Nase liegen. Oder erst sehr spät wie im Falle von Lina Wendel. Nach ihrem Film „Silvi“ haben sich plötzlich alle überschlagen, was für eine tolle Schauspielerin sie sei, und es regnete Nominierungen und Auszeichnungen. Eine Entdeckung im Alter von 50 Jahren! Ein „kleines Wunder“, worüber wir uns mit ihr von Herzen freuen. Dabei war sie auch in den Jahrzehnten davor eine großartige Schauspielerin, die nur endlich einmal eine Rolle und das Vertrauen angeboten bekam, zu zeigen, wozu sie schauspielerisch in der Lage ist. Es gibt in Deutschland viele Lina und Lino Wendels – mehr Entdeckungsfreude, Neugier und vor allem Entschei- dungsmut würde sie zu Tage fördern.

Der Preis wird für besonders „inspirierende“ Schauspielerleistungen vergeben. Aber gibt es hierzulande überhaupt genügend Formate, die die künstlerische Entfaltung von Schauspielern erlauben?
Billy Wilders Ausspruch: „Für einen guten Film braucht man drei Dinge: ein gutes Buch, ein gutes Buch, ein gutes Buch“ hat zeitlose Gültigkeit. Das Format und das entsprechende Drehbuch setzen jeder Darstellung enge Grenzen. Aus einem eindimensional und flach geschrieben Charakter in einem schnell gedrehten seriellen Format lässt sich bei aller Begabung und Anstrengung kein vielschichtiger, abgründiger Charakter entwickeln. Aus einer Currywurst lässt sich nun mal kein Rinderfilet zaubern. Ich möchte hier gar nicht in das Horn des allgemeinen Gejammers über die schmale Fernsehkost des immer Gleichen aus Krimi- und Krankenhausserien (zumal die auch exzellent sein können), über Quotenhörigkeit und Mutlosigkeit stoßen. Spannender finde ich den zart spürbaren Prozess eines Umdenkens – sicherlich getrieben von HBO, Netflix, Amazon und Co., ausgelöst von Scharen gerade jüngerer Zuschauer, die den Sendern weglaufen hin zu innovativen, international erfolgreichen Serien wie „House of Cards“, „Homeland“, „Game of Thrones“, „Breaking Bad“, „Borgen“ u.v.a. Es gibt sie auch bei uns, die innovativen, gewagteren, cooleren Formate, wie Matthias Glasners auf der Berlinale vorgestellte Serie „Blochin“, „Deutschland 83“ von RTL, „Schuld“ oder das mit Spannung erwartete gemeinsame Serienprojekt von ARD und SKY „Babylon Berlin“ unter der Regie von Tom Tykwer, aber auch schon etwas ältere Formate wie z.B. „München Mord“ oder „Der Tatortreiniger“, die zeigen, dass das Verlassen ausgetretener Pfade, der Aufbruch zu neuen Erzählweisen möglich ist und sich Tempo, Witz und manchmal sogar Action mit Anspruch vereinen lassen. Die spannende Frage ist, ob dies nur Ausnahmeerscheinungen sind oder sich hier ein Richtungswechsel andeutet. Dänemark hat es vorgemacht. Welche Fülle an guten Filmen und Fernsehserien in Kinoqualität aus einem so kleinen Land kommen ist atemberaubend. Das Erfolgsgeheimnis: talentierte Drehbuchautoren werden gebührend gefördert. Sie erhalten einen wöchentlichen Lohn und vor allem ein hohes Maß an Eigenständigkeit und Verantwortung, was sich in einem großen Mitspracherecht bei der gesamten Umsetzung des Stoffes niederschlägt. Abgesehen vom ernüchternden Hick-Hack und der Kürzung des Deutschen Filmförderfonds (DFFF) ist es erfreulich, dass immer mehr Kollegen das Heft selbst in die Hand nehmen und wunderbare eigene Filme drehen, wie beispielsweise unter unseren Mitgliedern Tom Lass oder Tom Sommerlatte.

Provokant gefragt: In der öffentlichen Wahrnehmung werden Schauspieler manchmal klischeehaft als narzisstische oder egozentrische Selbstdarsteller gesehen. Die Organisation Eures Preises unter dem Motto „von Schauspielern für Schauspieler“ erfordert aber ein hohes Maß an Teamgeist und gemeinschaftlichem Engagement. Wie passt das zusammen?
Wollen wir hier wirklich auf das Klischee vom narzisstischen Selbstdarsteller eingehen? Die rasante Entwicklung des Bundesverbandes Schauspiel, in dem sich in kurzer Zeit über 2.700 Schauspielerinnen und Schauspieler zusammengeschlossen haben, um gemeinsam engagiert für bessere Arbeitsbedingungen, faire Vergütung, einen sozialen Schutz, der diesen Namen überhaupt verdient und angemessene Urheberechtsgesetze als wirtschaftliche Grundlage zu kämpfen, spricht eine komplett gegenteilige Sprache. Hier opfern immer mehr Kolleginnen und Kollegen ihre Freizeit, um sich im Team ehrenamtlich zu engagieren. Mit Erfolg! Dass der Deutsche Schauspielerpreis ein Gemeinschaftswerk ist und gerade deshalb diese Kraft, Bodenständigkeit und Herzlichkeit ausstrahlt, wird Ende Mai wieder spürbar werden. Götz George hat es bei seinem Dank für den „Ehrenpreis für das Lebenswerk” sinngemäß so ausgedrückt: Dies sei ein Preis, den er im Gegensatz zu anderen gerne annimmt. Weil er von Leuten kommt, die etwas von dem Beruf verstehen. Den Schauspielern nämlich.

Der Deutsche Schauspielerpreis dankt seinen Hauptpartnern Peugeot, GVL, der Pensionskasse Rundfunk, der Peter Ustinov Stiftung, der Kauri CAB, der ver.di FilmUnion, dem Hotel am Steinplatz und seinen weiteren Unterstützern aufs Herzlichste.

www.schauspielerpreis.com
www.bffs.de

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cn-klappe: Martina Gedeck im Gespräch

Martina Gedeck im Gespräch – © casting-network

Ein Zusammenschnitt des Cologne Conference-Werkstattgespräches mit der Schauspielerin und aktuellen Preisträgerin der Goldenen Kamera

KAPITEL 1: Mehr als nur eine (Neben-) Rolle
KAPITEL 2: Die Berufung zur Schauspielerin
KAPITEL 3: Die Zusammenarbeit mit dem Regisseur
KAPITEL 4: Die Arbeit mit (US-) Amerikanern
KAPITEL 5: Die Bedeutung von Preisen

Viel Spaß beim Anschauen:
www.casting-network.de

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cn-kolumne: Roland Hemmo im Interview – Grundsatzurteil für Synchronschauspieler

hemmo3In unserer ersten Zeitgeist-Kolumne sprachen wir mit Roland Hemmo über seinen Sieg vor dem Landgericht Berlin. Der 1946 in Weißwasser geborene Synchronschauspieler hatte im vergangenen Jahr geklagt, nachdem sein Name nicht im Abspann eines von ihm mitsynchronisierten Films genannt wurde – und Recht bekommen.

Roland Hemmo, der in über 1.200 Produktionen so namenhaften Schauspielern wie Brendan Gleeson, Jim Broadbent oder Brian Cox seine Stimme leiht, ist außerdem Mitbegründer des Interessenverbands Synchronschauspieler und setzt sich seit Jahren für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen seines Berufstands ein.
www.ivs-ev.info

Weiterlesen

Seit wann gibt es den Interessenverband Synchronschauspieler und wie kam es zur Gründung?
Der Verband, kurz IVS, hat sich am 1. März 2006 gegründet. Die Situation war damals, dass einige Produktionsfirmen begannen Synchronschauspieler als Selbstständige abzurechnen, teilweise mit ausgesprochen widersinnigen und schwer nachzuvollziehenden Begründungen. Sie wollten einfach die Sozialabgaben der Sprecher einsparen. Eine unglaubliche Unverschämtheit mit schlimmen Folgen für uns. Von fehlenden Versicherungszeiten bis zu späteren Renteneinbußen (bei mir etwa 80,00 Euro pro Monat – ein Leben lang). Als Reaktion darauf haben sich mehrere Synchronschauspieler zusammengeschlossen: Das war die Geburtsstunde des IVS.

Wie funktioniert der Austausch unter den Mitgliedern?
Da gibt es zum einen unsere Verbandszeitschrift „Unsyncbar“, die einmal im Quartal erscheint. Außerdem haben wir seinerzeit ein Internetforum eingerichtet, in dem anfangs noch äußerst rege Diskussionen unter den Mitgliedern stattfanden. Bedauernswerterweise hat die Beteiligung in den letzten Jahren stark nachgelassen. Das gilt leider auch für unsere alljährliche Mitgliederversammlung oder regelmäßig in unseren Büroräumen stattfindende Themenabende. Es ist schade, dass nur ein Bruchteil unserer Mitglieder diese Veranstaltungen wahrnimmt.

Wie viele Mitglieder zählt der Verband heute?
Momentan gibt es 220 registrierte Mitglieder, zwischenzeitlich waren es sogar 280. Es könnten mehr sein, jede Stimme zählt.

Wie steht der IVS zu anderen Verbänden?
Mit dem Verband deutscher Sprecher (VDS) pflegen wir sehr gute Beziehungen. Wir haben auch tatsächlich vor unserer Gründung diskutiert, ob wir uns diesem Sprecherverband anschließen. Allerdings legt der VDS seinen Fokus primär auf die Selbstständigkeit seiner Mitglieder und fasst Sprecher als eine heterogene Gruppe im klassischen Sinn zusammen. Daher haben wir zur Abgrenzung auch die Bezeichnung „Synchronschauspieler“ gewählt. Dementsprechend sind wir dem BFFS inhaltlich eigentlich näher, nicht zuletzt weil deren Vorstandsmitglied Thomas Schmuckert auch viele Synchronarbeiten übernimmt. Mit ihnen arbeiten wir am intensivsten zusammen. Ein Verband, dem ich eher kritisch gegenüberstehen, ist der Synchronverband Die Gilde, da er die oppositionellen Parteien von Produktionsfirmen, Schauspielern und Autoren vereinigt. Aus unserer Sicht eine verbandstechnische und gewerkschaftliche Unmöglichkeit. Alte Weisheit: Wenn wir in einem Boot sitzen, sollten wir froh sein, dass wir nicht alle auf einer Seite stehen!

Wie ist es um die Arbeitsbedingungen deutscher Synchronschauspieler im internationalen Vergleich bestimmt?
Diese Frage lässt sich nur schwer beantworten, da häufig die Arbeitsumstände in den anderen Ländern ganz unterschiedlich sind. Von einem italienischen Kollegen weiß ich über die Produktionsabläufe in seiner Heimat, dass dort in Kurzschichten von etwa vier Stunden gearbeitet wird und diese auch einzeln abgerechnet werden. In Spanien kam es vor einigen Jahren beinahe zu einem Streik der Synchronschauspieler aufgrund der Löhne und Arbeitsbedingungen. Das wäre bei uns undenkbar. Ich glaube im internationalen Vergleich schneidet Deutschland eher schlecht ab, was den Umgang mit seinen Synchronschauspielern angeht. Hinzu kommt, dass es hierzulande schwierig ist, sich in der Kreativwirtschaft in Gewerkschaften zu organisieren. Und ehrlich gesagt ist auch ver.di leider keine große Hilfe.

Ein Erfolg für Sie war hingegen das Urteil vom Landesgericht Berlin. Wie lange mussten Sie darauf warten?
Das ging glücklicherweise relativ schnell. Nachdem ich im März vergangen Jahres die Klage eingereicht hatte, kam das Urteil bereits Anfang November. Es gibt jedoch auch das Beispiel eines Kollegen, der auf Paragraphen 32a des Urheberrechtgesetzes, also auf Nachvergütung klagt. Dieser Prozess erstreckt sich inzwischen über acht Jahre.

Kann man den Ausgang Ihres Prozesses als Präzedenzfall werten?
Ich denke, das kann man durchaus, zumindest für Sprecher in Hauptrollen. Allerdings bedeutet das Urteil für mich noch nicht das Ende des Rechtsstreits. Das Urteil sagt bisher nur aus, dass der Name des Synchronschauspielers bei Kinovorführungen genannt werden muss. Neue Verwertungsformen wie Streaming- oder Download-Plattformen schließt das leider nicht mit ein. Daher bereite ich mit meinem Anwalt gerade eine zweite Klage vor.

Glauben Sie Ihr Urteil macht es anderen Synchronschauspielern möglich, ihr Recht rückwirkend einzuklagen, beispielsweise bei der Wiederauflage eines Films?
Das ist insofern schwierig, als dass das Urheberrecht gerade in den letzten Jahren immer wieder modifiziert wurde. Auch mein Urteil begründet sich auf einen Entwurf, den es so erst seit wenigen Jahren gibt. Beispielsweise habe ich 1993 Judd Hirsch in der Serie „Taxi“ synchronisiert. 2013 schließlich wurde die komplette Serie in Deutschland auf DVD veröffentlicht, das aktuelle Urheberrecht galt also schon. Dennoch wurde keiner der deutschen Sprecher genannt. Dass eine große Firma wie Paramount, die die DVD-Boxen produziert, vor der Veröffentlichung nicht die aktuellen und veränderten Bedingungen prüft, ist mir unverständlich. Wenn man heutzutage die Promillegrenze von 0,8 überschreitet, lässt sich das auch nicht damit entschuldigen, dass man zu meiner Fahrschulzeit vor vierzig Jahren noch einen deutlich höheren Wert angesetzt hat.

Wie reagieren die Produktionsfirmen und Ihre Kollegen auf das Urteil?
Persönliche Rückmeldungen der Firmen auf das Urteil gibt es nicht, deren Reaktion drückt sich eher durch Nichtbeachtung aus, sprich weniger Engagements. Dies ist mir nicht unbekannt. Als vor ein paar Jahren der IVS seine verabredete (!) Musterklage gegen die Berliner Synchron AG eingereicht hatte, hat sich das sichtbar in der Arbeitssituation der Aktiven niedergeschlagen, so dass diese viele Jahre weniger Arbeit hatten. Leider nehmen die Produktionsfirmen so einen Rechtsstreit immer sehr persönlich. Heute habe ich das Glück als Synchronschauspieler in mehreren Serien beschäftigt und somit gewissermaßen unabdingbar zu sein. Die persönliche Reaktion meiner Berufsgenossen war auch etwas mau. Nur wenige Kollegen haben sich bei mir gemeldet, um mir zu gratulieren. Der generelle Tenor schwankt eher zwischen Desinteresse und Ablehnung, was ich auf ein fehlendes oder zumindest geringes Selbstbewusstsein der deutschen Synchronschauspieler zurückführe. Gut ein Drittel des Berufsstandes ist meiner Meinung nach verhältnismäßig leidenschaftslos am Werk. Die wollen lediglich Geld verdienen und nicht auffallen. Es wundert mich eher bei Sprechern, die auch Schauspieler sind. Denen sollte es nicht völlig gleichgültig sein, wenn ihre kreative Leistung ungeachtet bleibt und herabgewürdigt wird. Aber diese Haltung gibt es, man glaubt es kaum, auch unter Regisseuren.

An welchen weiteren Punkten sehen Sie Bedarf, die Rechte der Synchronschauspieler juristisch einzufordern?
Sie sagen es: Juristisch unsere Rechte einfordern! Das ist wohl der Weg, der uns bleibt: sehr traurig. Die  Branche ist nicht in der Lage, ihre Probleme und arbeitsrechtlichen Beziehungen gemeinsam zu regeln. Problematisch wird es immer, wenn jemand alle Rechte an seinem künstlerischen Schaffen abtritt, darum drehte sich beispielsweise auch meine Klage. Verträge müssen in einigen Punkten, hierzu gehört auch die Namensnennung, eben verhandelt werden.
Die „formelle“ Abtretung so en passent auf der Rechnungsrückseite ist ungültig, sagt das Urteil, grob gesagt. Sogenannte Total-Buy-Out-Verträge sind leider heutzutage immer öfter Gang und Gäbe. So etwas ist einfach unverschämt und hält gerade in Zeiten derart vielfältiger Verwertungsmöglichkeiten zur Vorsicht an. Erst vor kurzem hat die Firma Scalamedia aus München sogenannte Rahmenverträge versandt, die diverse Grundsätze der Synchronarbeit regeln sollen. Für so eine Art Vertrag macht unser Verband sich zwar schon seit Jahren stark, allerdings ist dieser Entwurf allein deshalb schon inakzeptabel, weil er über unseren Kopf hinweg angefertigt wurde. Stattdessen müsste man sich zusammensetzen und einen solchen Kontrakt gemeinsam erarbeiten. Ich sagte es bereits: So gehört sich das zwischen zwei Partnern. Und: Ohne uns „geht” kein Synchron!

Vielen lieben Dank für das Gespräch!

Das Gespräch führte: Tina Thiele | Ausarbeitung: Niklas Ploghöft

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cn-klappe: Der Filmemacher Til Schweiger

Der Filmemacher Til Schweiger im Gespräch © casting-network

Im Rahmen der Verleihung der Kinoprogrammpreise NRW in Köln ging der Herbert-Strate-Preis an Til Schweiger. Verliehen wird die Auszeichnung an Personen, die besonderes Engagement für den Deutschen Film und die Branche bewiesen haben. Mit seinem Namen erinnert der Preis an den ehemaligen Kinobetreiber und FFA-Präsidenten Herbert Strate. Zwei Gründe waren ausschlaggebend für die Ehrung von Til Schweiger. Zum einen hat er wie kaum ein anderer die Schaulustigen ins Kino gelockt und das Publikum für den deutschen Film begeistert. Zum anderen ist er mannigfaltig in seinen verschiedenen Berufsrollen. So ist er nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Regisseur, Produzent und Drehbuchautor tätig. Damit steht Til Schweiger nun auf einer Stufe mit ehemaligen Preisgewinnern wie Margarethe von Trotta, Sönke Wortmann und Tom Tykwer.

Seinen Durchbruch hatte Til Schweiger mit der Bernd-Eichinger-Komödie „Manta, Manta“ (Casting: Horst D. Scheel). Seither ist er nicht nur einer der bestbeschäftigten Schauspieler Deutschlands, sondern auch der kommerziell erfolgreichster Regisseur und Produzent (Barefoot Films) hierzulande. Anlass genug für einen Rückblick auf seine Karriere.

Hier eine Auswahl „seiner“ erfolgreichsten Filme:

  • Manta, Manta (1991) – 1,2 Millionen
    Regie: Wolfgang Büld | Produktion: Neue Constantin Film
    Casting: Horst D. Scheel
  • Der bewegte Mann (1994) – 6,5 Millionen
    Regie: Sönke Wortmann | Produktion: Neue Constantin Film, Olga Film
    Casting: Horst D. Scheel
  • Das Superweib (1996) – 2,3 Millionen
    Regie: Sönke Wortmann | Produktion: Neue Constantin Film
    Casting: Sabine Schroth (BVC)
  • Männerpension (1996) – 3,3 Millionen
    Regie: Detlev Buck | Produktion: Boje Buck Produktion
    Casting: An Dorthe Braker (BVC)
  • Knockin’ on Heaven’s Door (1997) – 3,6 Millionen
    Regie: Thomas Jahn | Produktion: Buena Vista International Film Production
    Casting: in eigener Regie
  • (T)Raumschiff Surprise (2004) – 9,1 Millionen
    Regie: Michael (Bully) Herbig | Produktion: HerbX film
    Casting: Rita Serra-Roll
  • Barfuss (2005) – 1,5 Millionen
    Regie: Til Schweiger | Produktion: Barefoot Films
    Casting: Sabine Weimann
  • Keinohrhasen (2007) – 6,3 Millionen
    Regie: Til Schweiger | Produktion: Barefoot Films
    Casting: Emrah Ertem
  • 1 1/2 Ritter (2008) – 1,8 Millionen
    Regie: Til Schweiger | Produktion: Barefoot Films
    Casting: Emrah Ertem
  • Männerherzen (2008) – 2,2 Millionen
    Regie: Simon Verhoeven | Produktion: Wiedemann & Berg
    Casting: Anja Dihrberg (BVC)
  • Inglorious Basterds (2008) – 2,1 Millionen
    Regie: Quentin Tarantino Produktion: Universal Pictures, Weinstein Company
    Casting: Jenny Jue, Johanna Ray, Germany: Simone Bär
  • Zweiohrküken (2009) – 4,2 Millionen
    Regie: Til Schweiger | Produktion: Barefoot Films
    Casting: Emrah Ertem
  • Kokowääh (2010) – 4,3 Millionen
    Regie: Til Schweiger | Produktion: Barefoot Films
    Casting: Emrah Ertem
  • Tatort: Kopfgeld (2013) – 12,5 Millionen
    Regie: Christian Alvart | Produktion: Constantin Television
    Casting: Emrah Ertem
  • Kokowääh 2 (2013) – 2,7 Millionen
    Regie: Til Schweiger | Produktion: Barefoot Films
    Casting: Emrah Ertem
  • Honig im Kopf (2015) – über 5 Millionen (Stand 16. Februar)
    Regie: Til Schweiger Produktion: Barefoot Films
    Casting: Emrah Ertem

Die vorliegende cn-klappe zeigt das Werkstattgespräch, welches im Rahmen der Verleihung stattfand.
Der Beitrag gliedert sich in folgende Kapitel:
Intro
Kapitel 1: Die Anfänge
Kapitel 2: Hollywood
Kapitel 3: Vorbilder
Kapitel 4: Der perfekte Cast
Kapitel 5: Der Filmemacher
Abspann & Dankeschön

Es moderierte Ute Soldierer.

Zur cn-klappe “Der Filmemacher Til Schweiger”

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cn-kolumne: Marken, Markt und Marketing

© Fotostudio Schloen

Ein Interview mit Dr. Marco Motullo von CPI Celebrity Performance über die Welt der Werbegesichter im digitalen Zeitalter

CPI Celebrity Performance GmbH
Die in Berlin ansässige Firma bietet mit einem datengetriebenen Ansatz fundierte und unabhängige Beratungsleistungen rund um den Einsatz von einflussreichen Persönlichkeiten für Vermarktungs- zwecke. Zu den Klienten zählen führende werbetreibende Unternehmen, Werbe- agenturen, Künstlermanager und Medien- unternehmen. Gemeinsam mit Partnern und führenden Professoren in den Bereichen Marktforschung und Infor- mationstechnologie entwickelt CPI innovative Marktforschungsmethoden sowie Web- und Social Media-Analyse- tools, um Unternehmen und Künstler- manager beim Einsatz von Celebrities in der Kommunikation optimal beraten zu können.

STECKBRIEF: Dr. Marco Motullo
Dr. Marco Motullo ist Gesellschafter der CPI Celebrity Performance GmbH. Zuvor war er als Projektmanager und Executive Assistant des Global Head of Consumer Adhesives bei der Henkel AG & Co. KGaA sowie als selbstständiger Unternehmensberater tätig. Im Anschluss an sein Studium der Betriebswirtschaftslehre lehrte und forschte er an der Universität Münster mit den Schwerpunkten Strategisches Marketing und Marktforschung. Dr. Motullo ist zudem als Dozent und Lehrbeaufragter an verschiedenen Hochschulen tätig.

Jedes Land hat die Werbe-Ikonen, die es verdient. Für Frankreich fallen mir sogleich die Schauspieler Carla Bruni, Gérard Depardieu und Catherine Deneuve ein. Waren es hierzulande vermehrt Adlige und Staatsmänner, werben heutzutage Verona Pooth oder Boris Becker neben der Deutschen Fußball Nationalmannschaft und anderen prominenten Sportlern. Welche Einschätzung haben Sie diesbezüglich?
Vorweg lässt sich sagen, dass Sportler oftmals sehr beliebt sind und somit auch gern als Testimonials genutzt werden. Unser Unternehmen CPI Celebrity Performance hat gemeinsam mit XAD Service eine Studie durchgeführt, in der wir für den Zeitraum von Juni 2013 bis Juni 2014 insgesamt über 200 TV-Werbekampagnen ausgewertet haben, in denen Prominente auftraten. 77 der dort eingesetzten Testimonials waren Sportler. Aber auch Schauspieler und TV-Persönlichkeiten wie Moderatoren spielen im Testimonial-Bereich eine große Rolle.

Komplettes Interview auf casting-network lesen

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Was waren die besten Filme 2014?

Jake Gyllenhaal in Nightcrawler

Wer kennt nicht die Unentschlossenheit, mit welchem Streifen man den harten Arbeitstag entlohnen soll. Wir empfehlen einen Blick in die alphabetisch sortierte Bestenliste des „American Film Institute“ (AFI) für das Jahr 2014:

American Sniper
Birdman
Boyhood
Foxcatcher
The Imitation Game
Interstellar
Into the Woods
Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis
Selma
Unbroken
Whiplash

ODER NOCH BESSER wäre doch eine eigene Liste. Daher wüssten wir von gerne von Euch:
>>> Was waren Eure Lieblingsfilme im Jahr 2014? <<<

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cn-special: Around the World in 14 Films 2014 – Sieben Fragen an Festivalleiter Bernhard Karl

Titelseite des diesjährigen Programmheftes

Vom 28. November bis 7. Dezember 2014 werden 14 (+6) cineastische Höhepunkte des jungen Weltkinos aus 14 Ländern in Berlin gezeigt. Wir sprachen mit dem Festivalleiter über das cineastische Jahr 2014 in all seinen Facetten und das aktuelle Festivalprogramm. Weiterlesen

STECKBRIEF BERNHARD KARL
Konzept, Leitung und Programm

© Christian Riss

Studium der Kunstgeschichte, Regieassistent an der HFF München und an den Münchner Kammerspielen bei Dieter Dorn und Peter Zadek, als Theaterregisseur Inszenierungen in Ulm, Oberhausen, Zürich und Berlin, seit 2001 Arbeit als Casting Director bei Anja Dihrberg. Seit 2008 Internationaler Programm-Kurator bei Filmfest München. Seit 2012 Leitung F.I.N.D.plus an der Schaubühne Berlin.

 

Welche Filmregion hat Dich 2014 besonders beschäftigt?
Das Kino Osteuropas. Wie so häufig ist die kreative Vielfalt im osteuropäischen Kino Ausdruck eines umgreifenden gesellschaftlichen Wandels, was nicht nur die erweiterte Aufarbeitung der Vergangenheit betrifft, sondern auch der Gegenwart. Bestes Beispiel dafür ist unser russischer Eröffnungsfilm „Leviathan“ Andrey Zvyagintsev, der ein unhaltbar korruptes amoralisches Gesellschaftsgefüge im Heute zeigt, das so keine Zukunft mehr haben kann.

Dein Lieblingsfilm 2014?
Wie immer: mehrere. Und natürlich genau die 20, die in diesem Jahr bei uns im Programm sind (lacht). Aber – die Länge ist hier auch Programm: Wer die 5 Stunden und 40 Minuten von Lav Diaz’ Gewinnerfilm von Locarno „From What is Before“ erlebt hat, wird mir zustimmen. Das ist vielleicht das größte Kinoerlebnis des Jahres. Es stellt sich aber nur mit etwas ein, was auch mir in dieser Zeit oft schwerfällt – mit anachronistischer Geduld!

Wer gehört zur Zielgruppe des Festivals?
Eigentlich Alle. Natürlich, wer kein Englisch spricht, oder nicht englisch lesen kann, und keinerlei Er-fahrung mit komplexeren filmischen Erzählweisen hat, wird es bei uns schwer haben. Man wünscht sich mehr Interesse bei den Menschen, die sonst nicht ins Kino gehen und hier das besondere Live-Erlebnis suchen. Um diese zu gewinnen, bedürfte es mindestens eines zentralen Beitrags in den „Tagesthemen“, am besten am Sonntag vorm „Tatort“ (lacht), oder einer flächendeckendende Berichterstattung.

Die Überraschung des Jahres?
„The Tribe“ aus der Ukraine. Ein Erstlingswerk. Jetzt auch nominiert als „European Discovery“ bei den European Film Awards. Ein Film, der 130 Minuten komplett in Gebärdensprache erzählt wird. Ohne Untertitel. Ein Film, der zu den Wurzeln des Kinos zurückführt und in seiner Zeichnung einer unzivilisierten, verrohten Gesellschaftsorganisation fast archaisch wirkt.

Welcher Schauspieler oder Schauspielerin hat Dich 2014 nachhaltig berührt?
Melisa Sözen, die in Nuri Bilge Ceylans „Winterschlaf“ mit wenigen Auftritten das gesamte weibliche Geschlecht zu verkörpern scheint, und dem vergleichsweise dumpf-verkopft-eitlen „Männlichen“ widersteht und die 17-jährige Jun Yoshinaga, die in Naomi Kawases naturmystischem Bilderkosmos „Still the Water“ pure Liebe verkörpert. Außerdem das gesamte US-Männerensemble in Bennett Millers „Foxcatcher“.

Dein Nachwuchstalent im Bereich Regie 2014?
Der israelische Filmemacher Nadav Lapid, der mit seinem zweiten Film „The Kindergarten Teacher“ die für mich künstlerisch schlüssigste Antwort auf die Aporie des Nahost-Konflikts formuliert. Menschen wie sein Protagonist führen keine Kriege.

Welche Tendenzen erkennst Du im Weltkino des Jahres 2014?
Das künstlerische Kino ist mehr denn je Ausdruck der gesellschaftlichen Pressionen in der Folge des kapitalistischen „Freibriefs“ nach dem Kollaps der weltweit relevanten kommunistischen Regimes.
Sagen wir es lakonisch: Es geht eben nur ums Geld. Mit Geldproblemen ist oft die Totalerosion von spirituellen Inhalten verbunden, von fundamentalistisch pervertierten Glaubensideen gar nicht zu sprechen. Das künstlerische Kino versucht, manchmal fast zu häufig, eine quasi-Realität wiederzugeben. Deshalb kommt jeder zweite „Festivalfilm“ von der Erzähl- und Bildgestaltung her, meist „dokumentarisch“ daher.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview erschien am 19. November 2014 im cn-special von casting-network!
Website: www.14films.de

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cn-kolumne: Die Pensionskasse Rundfunk – Altersvorsorge in Eigenregie

Walter Schumacher, Iris Gebing Motiv: Walter Schumacher, Iris Gebing, Credit: casting-network

Für freie Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks existiert ein besonderes Modell der Altersabsicherung, das vielen potenziellen Nutznießern nicht bekannt ist. Ein Interview mit Iris Gebing und Walter Schumacher soll Abhilfe schaffen.

Im Gespräch mit Tina Thiele erläuterten die beiden Vertreter der Pensionskasse Rundfunk die Vorzüge der von ihnen angebotenen Altersvorsorge. Unter anderem winken den Mitgliedern dieses speziellen Anlagesystems beträchtliche Zuschüsse durch den Arbeitgeber!

Weiterlesen:
www.casting-network.de

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cn-klappe: BVC Panel – 3 Schauspieler fragen, 3 Casting Directors antworten

© Holger Borggrefe

Bei der diesjährigen Podiumsdiskussion des Bundesverbandes Casting (BVC) im Rahmen des Filmfestes München stellten sich drei etablierte Casting Directors den Fragen von drei prominenten Schauspielern. In einer lockeren Atmosphäre gewährten die Casting-Profis tiefe Einblicke in ihren Alltag und die Entscheidungsprozesse in der Besetzungsphase. In diesem Zusammenhang wurde auch besprochen, wie Schauspieler ihre eigenen Chancen verbessern können.

Im Namen der Schauspieler wurden Fragen gestellt von:
Michael Kranz (BFFS)
Christina Hecke (BFFS)
Heio von Stetten (BFFS)

Die Casting Directors waren vertreten durch:
Iris Baumüller (BVC)
Daniela Tolkien (BVC)
Susanne Ritter (BVC)

Es moderierte Stephen Sikder (Vorstand BVC)

Link zum Video-Beitrag:
www.casting-network.de

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cn-kolumne: FILMLAND RUSSLAND: ZWISCHEN DEN WELTEN

Katharina Spiering & Markus Kunze

Unsere Reihe „Filmländer weltweit“ geht in die zweite Runde.

Letztes Jahr starteten wir die Reihe mit dem „Filmland China“. Als Interviewpartner stand uns Volker Helfrich, der als deutscher Schauspieler in China Fuß gefasst hat, zur Verfügung.

In diesem Jahr nehmen wir das „Filmland Russland“ unter die Lupe. Weiterlesen

Für das Interview standen uns die Schauspieler Katharina Spiering und Markus Kunze, die nicht nur vor Ort arbeiten, sondern auch hervorragende Russland-Kenner sind, Rede und Antwort.

Im Zeitraum von Ende November 2013 bis Anfang April 2014 entstand nach mehreren Vorgesprächen das folgende Interview, welches Tina Thiele mit den beiden Schauspielern gemeinsam auf der Berlinale 2014 führte.

Auch hier standen erneut die persönlichen Eindrücke rund um Arbeitsweisen und Unterschiede im Vergleich von Russland zu Deutschland im Mittelpunkt des Gespräches.

Julius Dasche hat zudem mit freundlicher Unterstützung des in Deutschland beheimateten Russland-Experten Nikolaj Nikitin einige Fakten über Russland als Filmland zusammengetragen.

Weiterlesen:
www.casting-network.de

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cn-kolumne: Ein Preis von Schauspielern für Schauspieler!

Thomas Schmuckert

Motiv: Thomas Schmuckert | Credit: Katja Kuhl & Deutscher Schauspielerpreis

Wir sprachen mit Thomas Schmuckert (BFFS-Vorstand) über den Deutschen Schauspielerpreis, der am 10. Februar im Rahmen der Berlinale verliehen wird.

Der Deutsche Schaupielerpreis
Die Grundidee:
Der Deutsche Schauspielerpreis wurde vor zwei Jahren vom Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler e.V. (BFFS) ins Leben gerufen und während der Berlinale 2012 zum ersten Mal verliehen. Die Preisverleihung ist eine Non-Profit-Veranstaltung, die nur durch ein breites ehrenamtliches Engagement der Schauspielerinnen und Schauspieler, zahlreicher Freunde und Unterstützer, Förderer und Sponsoren ermöglicht wird.

Er ist eine Auszeichnung von Schauspielern für Schauspieler, er spiegelt den besonderen Blickwinkel von Schauspielern und würdigt Persönlichkeiten, die in besonderer Weise und nachhaltig inspirieren, die Raum für Kreativität schaffen und Horizonte erweitern, die sich für den deutschen Film als Kulturgut und für die Schauspielkunst einsetzen.

Link zum Interview:
www.casting-network.de

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cn-special: Around the World in 14 Films 2013 – Sieben Fragen an Festivalleiter Bernhard Karl

Eröffnungsfilm im Babylon, Berlin: „Le Passé – Das Vergangene“, Regie: Asghar Farhadi | © Memento Films, Foto ®: Carole Bethuel

Vom 29. November bis 7. Dezember 2013 werden 14 (+4) cineastische Höhepunkte des jungen Weltkinos aus 14 Ländern in Berlin gezeigt. Wir sprachen mit dem Festivalleiter über das cineastische Jahr 2013 in all seinen Facetten und das aktuelle Festivalprogramm. Weiterlesen

STECKBRIEF BERNHARD KARL
Konzept, Leitung und Programm

© Christian Riss

Studium der Kunstgeschichte, Regieassistent an der HFF München und an den Münchner Kammerspielen bei Dieter Dorn und Peter Zadek, als Theaterregisseur Inszenierungen in Ulm, Oberhausen, Zürich und Berlin, seit 2001 Arbeit als Casting Director bei Anja Dihrberg. Seit 2008 Internationaler Programm-Kurator bei Filmfest München. Seit 2012 Leitung F.I.N.D.plus an der Schaubühne Berlin.

 

Welche Filmregion hat Dich 2013 besonders beschäftigt?
Der asiatische Kontinent. Ich glaube es ist uns wirklich gelungen, ein repräsentatives Line-up des aktuellen Weltkinos, vom Nahen Osten bis zu den Philippinen, nach Berlin zu holen. Wir zeigen das politische Kino eines Mohammad Rasoulof oder Rithy Panh, das ästhetische Kino eines Jia Zhangke oder das narrative von Hirokazu Kore-eda – eine Ansammlung von Meistern ihres Fachs mit herausragenden Filmen, sogar innerhalb ihres eigenen Werks.

Dein Lieblingsfilm 2013?
„A Touch of Sin“ von Jia Zhangke.

Wie reagiert das Arthouse-Kino auf globale Probleme wie Finanzen, Repression oder Krieg?
Direkt und unchiffriert – „Le Capital“ von Costa-Gavras ist ein erstaunlich „junger“, satirischer und unvermittelter Abgesang auf den weltbedrohenden Finanz-Zirkus. Mohammad Rasoulofs „Manuscripts don’t burn“ stellt den iranischen Geheimdienst bloß und enthüllt fast „journalistisch“, während „The
Attack“ nicht zu Unrecht auf der Frankfurter Buchmesse als „Beste internationale Literaturverfilmung des Jahres“ ausgezeichnet wurde, indem er die aberwitzigen Verstrickungen von jüdischem und palästinensischem Leben heute direkt nachzeichnet.

Im Programm finden sich neue Werke vieler „Altmeister“ wie die Coen-Brüder, Alejandro Jodorowsky oder Costa-Gravas. Kein guter Jahrgang für die jungen Meister?
Doch, aber die „alten“ Meister zeigen auch, wie jung sie noch sein können − besonders der beste Coen-Film seit „No Country for Old Men“. Die Jugendlichkeit und Frische von Costa-Gavras oder die Genialität des anarchischen „Grandseigneurs“ Alejandro Jodorowsky, der persönlich zu uns kommen wird, um sein „Vermächtnis“ „La Danza de la Realidad“ vorzustellen, sind ein eindrücklicher Beweis.

Auch Regisseurinnen fehlen natürlich nicht im Line-up. Welche Geschichten erzählen sie?
Extrem persönliche. Autobiographischer als Sarah Polley mit „Stories We Tell“ kann man kaum arbeiten. Mira Fornay hat ihre schmerzlich realistische Alltagsstudie „My Dog Killer“ in ihrer Heimatstadt gedreht, nur mit natürlichem Licht und Laien aus der Region. Nicht weniger authentisch: Elisa Fuksas, Tochter einer berühmten Architektenfamilie, die in „Nina“ eine charismatische junge Frau in magische römische Architekturräume stellt. Außerdem nicht zu verpassen: Sophie Fiennes spinnt weiter an der theoretischen Aufarbeitung ihrer subjektiven Filmgeschichte, purer Genuss für den Intellekt und die Lachmuskeln.

Der deutsche Beitrag „Love Steaks“ hat noch keinen Verleih? Ist der Film zu radikal?
Das sollen andere entscheiden – dieser Hammer-Film wird im Kino nicht zu verhindern sein! ☺

Digitale Vertriebswege werden immer wichtiger. Arthouse-Filme und Filmtheater erscheinen immer noch als Einheit. Wo liegt die Zukunft von Kunstkino und digitalem Vertrieb?
Hoffentlich in enger Zusammenarbeit, denn der Zweit-, manchmal sogar Erstauswertung eines künstlerisch radikalen Films über digitale Auswertungsformen wird man sich nicht entziehen können. Wir alle vergöttern zu Recht die Leinwand, nur dürfen wir der Distribution von formal ungewöhnlichem Kino nicht im Wege stehen. Mancher Film wird „online“ zu Kult. Zu wünschen wäre, dass durch die „Banalisierung“ von großen Visionen auf kleinen Home-Bildschirmen und die Vereinsamung der Rezipienten eine Re-Kultivierung des Gemeinschaftsraums „Kino“ einsetzt – man darf ja träumen …

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview erschien am 20. November 2013 im cn-special von casting-network!
Website: www.14films.de

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cn-klappe: Ein ganzer Tag zum Thema Casting 2013

Ein ganzer Tag zum Thema Casting – © casting-network

Mit dieser cn-klappe möchten wir Ihnen einen kleinen Einblick der Veranstaltung CAST IN AND FIND OUT 2013, dem Werkstattgespräch und der Preisverleihung des Deutschen Casting-Preis an Susanne Ritter (BVC) geben.

Nach der erfolgreichen Premiere im Jahr 2009 veranstaltete casting-network, auf Initiative von Lars von Saldern in Kooperation mit der internationalen filmschule köln (ifs), am Freitag, den 4. Oktober, im Rahmen der Cologne Conference erneut ihr Casting-Event: Zum fünften Mal hatten Schauspieler die Gelegenheit, sich in persönlichen Gesprächen den Casting Directors und anderen Gästen wie Regisseuren, Redaktueren, Produzenten und Verleihern vorzustellen. Und es ging hoch hinaus: Als Gastgeber konnte das Hotel im Wasserturm gewonnen werden. Weiterlesen

Insgesamt erreichten uns in diesem Jahr 410 Bewerbungen.
Die privaten Agenturen schlugen insgesamt 214 Klienten vor.
Hinzu kamen noch 196 freie bzw. von der ZAV vertretene Schauspieler.
Von diesen wurden aufgrund der Begrenzung von zwei Vorschlägen pro Agentur 36 Schauspielerinnen und Schauspieler ausgelost. Daraus ergab sich eine Auswahlliste von 250 Schauspielern. Die Qual der Wahl hatten nun die teilnehmenden Casting Directors und anderen Gäste, die sich für folgende Schauspieler entschieden:

Die diesjährigen Casting Directors und weiteren Gäste waren:

  • Susanne Ritter (Deutsche-Casting-Preisträgerin 2013 | BVC)
  • Cornelia von Braun (BVC)
  • Iris Baumüller (BVC)
  • Annkathrin Heubner (BVC)
  • Marc Schötteldreier (BVC)
  • Almut Getto (Regisseurin)
  • Sven Unterwaldt (Regisseur)
  • Hansjörg Thurn (Regisseur)
  • Sascha Mürl (Redaktionsberater Fiction RTL)
  • Gabriele Graf (Produzentin)
  • Helge Sasse (Senator Entertainment AG)

Diese hatten nun die Qual der Wahl und haben sich für folgende Schauspieler-Innen entschieden, die wir Ihnen in diesem Jahr auch alle mit in einem kleinen Interview präsentieren:

  • Gisela Aderhold
  • Christin Alexandrow
  • Daniel Axt
  • Julian Bayer
  • Carla Becker
  • Lara Beckmann
  • Katrin Brockmann
  • Volker Büdts
  • Tim Casey
  • Jasin Challah
  • Merle Collet
  • Julius Dombrink
  • Mateusz Dopieralski
  • Nico Ehrenteit
  • Sahin Eryilmaz
  • Birger Frehse
  • Nicola Fritzen
  • Tinka Fürst
  • Lilly Gropper
  • Max Hemmersdorfer
  • Mathias Junge
  • Patrick Kalupa
  • Denise M’Baye
  • Yung Ngo
  • Corinna Nilson
  • Mark Pohl
  • Julia Röhricht
  • Lutz Scheffer
  • Mathias Schlung
  • Maximilian Seidel
  • Andrea Sihler
  • Tim Olrik Stöneberg
  • Jamie Watson
  • Renée Weibel
  • Eva Wiedemann
  • Lili Zahavi

Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle noch mal für die vielen tollen Bewerbungen an alle Schauspieler und Agenten, drücken wir Ihnen für ein nächste Mal ganz fest die Daumen.
Zum cn-klappe Videobeitrag auf casting-network

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cn-kolumne: Filmland China – Ein Interview mit Volker Helfrich

Volker Helfrich - Filmland China

Volker Helfrich am Set für die TV-Serie “领袖” (grob übersetzt “Führer”) als „Otto Braun“ in der Provinz jiangxi bei jian

Zusammen mit dem in China lebenden und arbeitenden Schauspieler werfen wir einen Blick auf die dort boomende Filmlandschaft.

Auf der Berlinale begegnen sich alljährlich zahlreiche internationale Casting Directors, Agenten, Schauspieler und andere Fachleute, die sich über die individuelle Art und Weise austauschen, wie in unterschiedlichen Ländern Castings durchgeführt werden. Allen voran die Shooting Star-Events, organisiert von der European Film Promotion (EFP) unter der Leitung von Karin Dix, bilden hierfür eine wichtige Plattform. Beim „public forum Shooting Stars: The actor’s Role: How to become valuable“ berichtete Debbie McWilliams (Casting Director UK) über die Besetzung von chinesischen Schauspielern in dem „James Bond”-Film „Skyfall”. Dabei stellte sie auch klar heraus, dass China als Filmland und Geldgeber für die weltweite Filmindustrie immer mehr an Bedeutung gewinnt. Im Publikum saß interessanterweise auch ein chinesischer Casting Director… Weiterlesen

Es entstand die Idee nachzuforschen, wie die Casting-Landschaft in China aussieht und ob sie sich wesentlich von hiesigen Vorgehensweisen unterscheidet. Trotz erheblicher Bemühungen konnten wir zu dem erwähnten Casting Director nicht vordringen und auch keine weiteren offiziellen Informationen über seine Casting-Arbeit finden, sondern „nur“ als Produzent.

Aus Insiderkreisen erfuhren wir, dass der deutsche Schauspieler Volker Helfrich vor einigen Jahren nach China ausgewandert ist. Er erklärte sich sofort bereit, seine Erfahrungen mit uns und Ihnen zu teilen.

Über den Zeitraum von März bis Juli 2013 entstanden in regelmäßigen Abständen mehrere Interviews über Skype und E-Mails. Darüber hinaus hat uns Volker Helfrich selbst aufgezeichnete Audiodateien gesendet.

Fakten zum Filmland China und das Interview finden Sie HIER.

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cn-klappe: BFFS-Keynote 2013 für die Film- & Fernsehbranche

Foto © BFFS

Der Schauspieler Heinrich Schafmeister (Vorstand BFFS) informiert über den aktuellen Verhandlungsstand von:

Tarifvertrag für Schauspielerinnen und Schauspieler
Ergänzungsvertrag Erlösbeteiligung Kinofilm
Interne Verteilung Erlösbeteiligung Kinofilm & die geplante Deutsche Schauspielkasse
Gemeinsame Vergütungsregeln mit ProSiebenSat.1

Die Veranstaltung fand am 29. Juni 2013 im Sendlinger Tor Theater im Rahmen des Filmfestes München 2013 statt und war öffentlich zugänglich. Weiterlesen

Aufgrund der komplexen Thematik haben wir uns nicht zuletzt für den Gesamteindruck dazu entschlossen, Ihnen Heinrich Schafmeisters Keynote in voller Länge zu zeigen.
Einzig und allein die Publikums-Stimmen wurden nahezu alle rausgeschnitten, was keine Zensur darstellt, sondern in der Tatsache begründet ist, dass einfach vergessen wurde, dies im Vorfeld absegnen zu lassen.

STATUS QUO
Während der Tarifvertrag für Schauspieler und Schauspielerinnen zwar fertig verhandelt ist, steht hier nur noch die letztendliche Zustimmung des Vorstandes der Produzentenallianz aus – mit der aber alle im September fest rechnen.

Der Ergänzungstarifvertrag Erlösbeteiligung Kinofilm ist von allen unterschrieben. Die zugehörigen internen Verteilungsschlüssel werden bis Ende dieses Jahres entschieden.
Ab 01.01.2014 tritt er in Kraft, so dass ein Jahr darauf die ersten Kinoerlösbeteiligungen ausgezahlt werden können.

Die Deutsche Schauspielkasse befindet sich im Aufbau und soll in Zukunft die Kinoerlösbeteiligungen und die zwischen BFFS und ProSiebenSat.1 vereinbarten Folgevergütungen vereinnahmen und an die Schauspieler auskehren.
Ab 2014 wird die Deutsche Schauspielkasse ihre Arbeit aufnehmen und zunächst beginnen, die Folgevergütungen für alte ProSiebenSat.1-Erfolgsfilme an die Schauspieler auszuschütten.

Die gemeinsamen Vergütungsregeln mit ProSiebenSat.1 sind bereits seit 01.07.2013 in Kraft. Die diesbezügliche „Einstiegsgage“ von 880 Euro ist also schon bindend.

Offizielle Website des Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS):
www.bffs.de

Link zum cn-klappe Video-Beitrag auf casting-network:
www.casting-network.de

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cn-klappe: BVC-Panel – Schauspieler “Casting Director” ein Missverständnis & Jubiläums-Special


Podiumsdiskussion des Bundesverbandes Casting (BVC) im Rahmen des Filmfestes München 2013

Als Gäste auf dem Panel waren anwesend:
Sonja Döhring (Arbeitsvermittlerin, ZAV-Berlin)
Michael Roll (Schauspieler, BFFS)
Lutz Schmökel (Schauspieleragent, Above the Line München, Vorstandsvorsitzender VdA)

Sowie die BVC-Casting Directors:
Anja Dihrberg (Berlin)
Fritz Fleischhacker (Wien)
Stefany Pohlmann (München)
Marc Schötteldreier (Köln)

Moderation:
Stephen Sikder (Casting Director München, Vorstand BVC)

Jubiläums-Special


Glückwünsche von der Peugeot-BVC-Casting Night zum 10-Jährigen Bestehen des Verbandes mit und von 10 BVC Casting Directors sowie Ottfried Fischer, Joachim Kroll, Heikko Deutschmann, Anna Fischer u.a.

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Roter Teppich für die Heimat – SMS Self Made Shorties Festival 2013

© Katrin Krammer

am Freitag, den 05.07.2013 präsentierte die hochkarätige Jury (Silke Fintelmann, Corinna Glaus, Siegfried Wagner, Marc Schötteldreier, Wolfgang Murnberger, Uli Aselmann, Alexander Ollig, Marlene Morreis, Mirco Reseg, Günther van Endert und Petra Tilger) im Mathäser Kino einem vollbesetzten Kinosaal die vorausgewählten 15 Self Made Shorties zum Thema Heimat.

Unter dem Motto „Filmt Euch, zeigt Euch, präsentiert Euch“ gaben Schauspielervideos, Crew United und die ZAV Künstlervermittlung in Zusammenarbeit mit Casting Network, Cinearte und Out Takes Schauspielerinnen und Schauspielern in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum zweiten Mal die Chance, ihre Persönlichkeit in einem kurzen Film (max. drei Minuten) vorzustellen.

Überaus vielseitig und kreativ näherten sich die Schauspieler in ihren Videos dem Heimatbegriff und lieferten einen dialektischen und filmischen Querschnitt mit Lokalkolorit durch ganz Europa. Aus den fast 350 Einreichungen kamen 15 Finalisten auf die große Leinwand, die nicht unterschiedlicher hätten sein können. Das Spektrum reichte vom bayerischen Schauspieler im Hasenkostüm über einen Stummfilm oder der Beerdigung der Heimat bis hin zum BVB-Fan in Berlin. Reich geschmückt mit den unterschiedlichsten Dialekten bot sich dem Publikum ein facettenreiches Programm, das im Kinosaal für eine großartige Stimmung sorgte. Am Ende gewann schließlich der aus Hannover stammende Schauspieler Florian Hacke mit seiner Vorstellung von Heimat – ganz ohne Dialekt!

Nach der von Daniel Philippen charmant und engagiert moderierten Preisverleihung luden die Veranstalter zu einem Get-Together im Kinofoyer ein, bei dem alle Teilnehmer gefeiert wurden und der Heimat-Begriff im persönlichen Gespräch zwischen Castern, Produzenten, Regisseuren und Schauspielern vertieft wurde. Ein dialektreicher Abschluss eines erfolgreichen 2. SMS-Festivals.

Im Folgenden ein paar Impressionen der Veranstaltung, Stimmen, weitere Eindrücke und natürlich die Gewinner-Shorties: Weiterlesen


https://www.schauspielervideos.de/video/outtakes?vi=1&vk=10052940

1. Platz SMS Self Made Shorties 2013: Florian Hacke

Link zum SMS-Shorty von Florian Hacke

2. Platz SMS Self Made Shorties 2013: Christin Alexandrow

Link zum SMS-Shorty von Christin Alexandrow

3. Platz SMS Self Made Shorties 2013: Kai Hufnagel

Link zum SMS-Shorty von Kai Hufnagel

Alle Nominierten:

© corduafilm

Alle weiteren 12 nominierten SMS Shorties finden Sie hier zum Anschauen!

SPECIAL:TEAM

Special 1 von Bejo Dohmen, Yung Ngo, Renée Weibel und Dirk Moritz

Link zum Shorty

Special 2 von Claudia Funke, Bettina Kenney, Martin Baden

Link zum Shorty

Stellvertretend für die vielen tollen Shorties, die es leider nicht in die Auswahl der 15 Nominierten geschafft haben, hat Urs Cordua eine Compilation mit Ausschnitten weiterer ca. 40 Heimat-Shorties zusammengestellt:

Link zur Compilation

PS: Leider ist es uns nicht möglich, alle 345 SMS-Shorties zu veröffentlichen. Wenn Ihr aber möchtet, gebt doch unter diesem Beitrag einen Kommentar ab und verweist per Link auf Euren Shorty mit Eurem Namen! Bis zum nächsten SMS Self Made Shorties Festival und 1000 Dank an alle, die mitgemacht haben!

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Filmfest München – Veranstaltungstipps

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Rundum das Filmfest München gibt es eine Reihe von interessanten Veranstaltungen, auf die wir hiermit gerne hinweisen möchten:

Freitag, 28. Juni
Aktionsbündnis ES BRENNT aus 14 Berufsverbänden und Gewerkschaften
um 17.00 Uhr auf dem Karlsplatz/Stachus

Film- und Fernsehschaffende werden auf die zunehmend prekären Arbeitsbedingungen bei Film und Fernsehen aufmerksam machen. Denn die Missstände betreffen alle – die vielen unsichtbaren Profis hinter den Kulissen ebenso wie die Stars im Rampenlicht, die freien MitarbeiterInnen genauso wie Festangestellte und auf Produktionsdauer Beschäftigte.

Alle Filmschaffenden sind herzlich zum Mitmachen eingeladen.

Samstag, 29. Juni 2013
BFFS-KEYNOTE
von 11:00 Uhr bis 12:30 Uhr
im Kino „Filmtheater Sendlinger Tor“, Sendlinger-Tor-Platz 11, 80336 München

Zum ersten Mal in der Geschichte der deutschen Film- und Fernsehindustrie haben
Schauspielerinnen und Schauspieler für sich einen eigenen Tarifvertrag ausgehandelt.
Daran beteiligt waren der BFFS und ver.di auf der einen und die Produzentenallianz auf der
anderen Seite. BFFS-Vorstandsmitglied Heinrich Schafmeister erläutert die Ergebnisse bzw. den Verhandlungsstand.

Die Veranstaltung ist öffentlich.

Weiterlesen

Sonntag, 30. Juni 2013
Filmstandort Deutschland: Sind die fetten Jahre vorbei?
Podiumsdiskussion der ver.di FilmUnion
von 11.00 bis 13.30 Uhr
im Festivalzentrum Gasteig, Rosenheimer Straße 5, 81667 München, Black Box

Die deutsche Kinofilmproduktion ist lebendiger und vielfältiger denn je. Umso härter geht es künstlerisch, strukturell und wirtschaftlich zur Sache. Die großen Fragen: Kunst, Markt und Filmschaffende – Stoff genug für eine interessante Momentaufnahme mit Menschen, die im deutschen Film etwas zu sagen haben.

Einführung: Eberhard Hauff

Podium: Matthias Esche, Geschäftsführer Bavaria Film; Christoph Fisser, Filmproduzent Studio Babelsberg; Eberhard Hauff, ehem. Leiter Münchner Filmfest; Bettina Reitz, Fernsehdirektorin Bayerischer Rundfunk; Klaus Schaefer, Geschäftsführer FilmFernsehFonds Bayern; Matthias von Fintel, ver.di; Heinrich Schafmeister, bffs;

Moderation: Corinna Spies, Journalistin

Die Veranstaltung ist öffentlich.

Sonntag, 30. Juni 2013
IDS-Panel: Biotop Film – gehört der Schauspieler zu den geschützten Arten?
Festivalzentrum Gasteig, Rosenheimer Straße 5, 81667 München, Black Box
von 14.30 bis 16.30 Uhr

Die Filmbranche in Deutschland wurde im Jahre 2011 mit insgesamt 281,9 Mio. Euro gefördert – 139,4 Mio. Euro kamen vom Bund und 142,5 Mio. Euro von den verschiedenen Länderförderungen. Nach Angaben des Erich Pommer Instituts wurden im Jahre 2011 insgesamt 538 Filme gefördert, davon 48 Großprojekte mit mehr als 1 Mio. Euro Förderbudget. Was aber bedeuten diese Zahlen für diejenigen, die dem Film ihr Gesicht geben, den Schauspielern? Sind durch die vielfältigen Förderungen Lebensräume für Schauspieler geschaffen, die ihnen das Überleben nachhaltig sichern oder bedingen sie möglicherweise sogar den Niedergang des schillernden Berufsstandes der Schauspieler?

Gäste:
Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Kulturstaatsminister a.D.
Prof. Hans Gerhard Stockinger, Vorsitzender der CSU-Filmkommission (angefragt)
Notker Schweikhardt, Bündnis 90/Die Grünen, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Kultur
Jochen Kather, Produktionsleiter (angefragt)
Moderation: Irina Wanka

Die Veranstaltung ist öffentlich.

Montag, 1. Juli 2013
Podiumsdiskussion “Neue Geschäftsmodelle für Filmproduzenten”
Festivalzentrum Gasteig, Rosenheimer Straße 5, 81667 München, Filmfest-Lounge
von 14.00 bis 16.30 Uhr

Rechtsanwalt Michael Augustin bringt einen der nach dem Wall Street Journal weltweit führenden Futuristen zum Münchner Filmfest: Gerd Leonhard, der seine profunden Visionen über die Zukunft der Filmbranche präsentiert. Hieraus lassen sich ganz klare neue Geschäftsmodelle ableiten, die RA Augustin mit ihren derzeitigen rechtlichen Grenzen beschreiben wird. So wird erarbeitet, wie gerade mit dem Internet auch künftig mit Filmen Geld verdient werden kann, und was deshalb schon jetzt unbedingt zu beachten ist.

Anschließend diskutieren hierüber: Thomas Sessner (BR Redaktion Kino Kino), Egbert van Wyngaarden (Prof. für Transmedia und Dramaturgie an der Macromedia), Dan Maag (Geschäftsführer der Pantaleon Films GmbH gemeinsam mit Matthias Schweighöfer) und Max Wiedemann (Geschäftsführer Wiedemann & Berg).

Der Eintritt ist frei. Es wird jedoch um kurze E-Mailbenachrichtigung an (Aktiviere Javascript, um die Email-Adresse zu sehen) gebeten, da die Plätze begrenzt sind.

Dienstag, 2. Juli 2013
Schauspieler – Casting Director – ein Missverständnis
Gasteig, Rosenheimer Straße 5, 81667 München, Carl-Orff-Saal
von 11.00 bis 13.00 Uhr

Die Gäste:
Sonja Döring – Arbeitsvermittlerin, ZAV Berlin
Michael Roll – Schauspieler
Lutz Schmökel – Agent, Above the Line, VdA, München
Die Casting Directors:
Anja Dihrberg (BVC) Berlin
Fritz Fleischhacker (BVC) Wien
Stefany Pohlmann (BVC) München
Marc Schötteldreier (BVC) Köln
Moderation: Stephen Sikder (BVC) München

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion gibt es die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Der Eintritt ist frei! Zur Einschätzung des zu erwartenden Zuspruchs bitten wir um Anmeldung bis zum 28. Juni unter (Aktiviere Javascript, um die Email-Adresse zu sehen). Eine Platzreservierung ist leider nicht möglich und kann nicht garantiert werden. Einlass ist möglich solange der Platz reicht. Die Veranstaltung wird aufgezeichnet und im Internet auf www.casting-network.de veröffentlicht.

Dienstag, 2. Juli 2013
Podiumsdiskussion: Europäische TV Serien im Writer’s Room?
Einblick in die Drehbuchentwicklung von amerikanischen Erfolgsserien
Gasteig, Rosenheimer Straße 5, 81667 München, Black Box
von 10.30 bis 12.00 Uhr

Wie funktioniert der Writer’s Room? Welche Rolle spielt der Showrunner für die serielle Produktion? Die Arbeitsstrukturen der US-Serien sind in Europa kaum verbreitet. Eignen sie sich überhaupt für den europäischen TV-Markt und seine Autorenkultur? Oder ist kooperatives Schreiben mit mehreren Autoren hierzulande nicht erfolgreich umsetzbar? Auf Einladung der MEDIA Antenne München spricht der amerikanische Autor und Produzent Frank Spotnitz (Akte X, Hunted) über das Showrunner System, die Arbeit im Writer’s Room und die Unterschiede zwischen Fernsehproduktionen in Hollywood und Europa. Spotnitz, der dreifache Gewinner eines Golden Globe und mehrfach für Emmy nominiert, hat über 40 Episoden von Akte X als einer der Autoren geschrieben. Er ist außerdem Showrunner und Autor der britischen Serie Hunted, die nach dem amerikanischen Arbeitsmuster entstanden ist. Das MEDIA Programm der Europäischen Union unterstützt Weiterbildungsangebote für Produzenten und Autoren von Serien, z.B. The European TV Drama Series Lab (Erich Pommer Institut) und Serial Eyes (DFFB Berlin). Frank Spotnitz unterrichtet in beiden Programmen.

Die Veranstaltung ist öffentlich. Anmeldung unter (Aktiviere Javascript, um die Email-Adresse zu sehen)

Dienstag, 2. Juli 2013
Crowdfunding in Deutschland und den USA
Gasteig, Rosenheimer Straße 5, 81667 München, Black Box
19.30 Uhr

In den USA erfreuen sich Crowdfunding-Plattformen unter Filmschaffenden immer größerer Beliebtheit. Deutsche Pendants sind noch lange nicht so erfolgreich. Woran liegt das? Und welches Potenzial hat Crowdfunding letztendlich in Deutschland? Diese Fragen wollen wir mit folgenden Experten (in englischer Sprache) erörtern:

Adele Romanski, US-Produzentin und –Regisseurin
Julia Dietze, deutsche Schauspielerin
Tino Kreßner, CFO und Mitgründer der Crowdfunding-Plattform startnext.de
Andreas Bareiß, Rechtsanwalt, Noerr LLP
Moderation: Johannes Kuhn, Nachrichtenredakteur, sueddeutsche.de

Eine Veranstaltung des US-Generalkonsulats München in Zusammenarbeit mit der Internationalen Münchner Filmwochen GmbH. Eintritt frei/Anmeldung von Einzelpersonen nicht erforderlich; Gruppen melden sich bitte unter (Aktiviere Javascript, um die Email-Adresse zu sehen) an.

Freitag, 5. Juli 2013
“Jung, kreativ, gut ausgebildet sucht… – Zukunftsperspektiven für den Filmnachwuchs”
Podiumsgespräch der SPD-Landtagsfraktion
Gasteig, Rosenheimer Straße 5, 81667 München
von 19.00 bis 20.30 Uhr in der Black Box

Welche Perspektiven haben junge Filmschaffende in der expandierenden Medienbranche? Ist ein Abschluss an einer Filmhochschule Garant für den erfolgreichen Berufseinstieg? Welchen Einfluss hat der Siegeszug der digitalen Technik auf Produktionsbedingungen? Wie kooperieren Unternehmen bei der Nachwuchsförderung?

Es diskutieren:
Prof. Mathias Allary, Geschäftsführer Allary Film, Macromedia HMK
Dr. Nicole Hess, Projektleiterin Film des Migros-Kulturprozent
Maja Reichert, Künstlerische Mitarbeit, HFF München
Daniel Vogelmann, Regisseur, Studierender HF
Prof. Wolfram Winter, Executive Vice President Communications, Sky Deutschland
Moderation: Isabell Zacharias, Kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.

Anmeldung: (Aktiviere Javascript, um die Email-Adresse zu sehen), Eintritt frei

Weitere Veranstaltungshinweise (Events, Parties, Panels…) finden Sie auf Filmfest München sowie kompakt und tagesaktuell im cn-kalendar von casting-network.

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BILANZAUFNAHME: Die deutsche Schauspieleragenturen-Landschaft!

© Straßenverkehrsamt

Auffällig viele Meldungen von Schließungen im Fachbereich Schauspieleragenturen/Managements erreichten unsere Redaktion in den vergangenen Monaten. Wobei, auf Wunsch der entsprechenden Agenten, nur schätzungsweise 50 Prozent dieser „Aufgaben“ im cn-magazin in dieser Rubrik veröffentlicht wurden. Wir fanden, dass es mal wieder Zeit für eine Bilanzaufnahme im deutschsprachigen Raum ist: Stirbt die private Agenturen-Landschaft aus? Aber blicken wir erst einmal zurück und schauen uns an, wie sich die Agenturenlandschaft in Deutschland entwickelt hat! Weiterlesen

 

© Deutscher Filmpreis

Die Nachkriegszeit
Lassen Sie uns im Folgenden wehmütig die goldenen Jahre der Weimarer Republik und seiner professionellen Schauspielervermittlung im Spannungsgeflecht von Theatern, Produktionsfirmen und Studios sowie den vielen Talentscouts und Theateragenten überspringen und auf die Nachkriegszeit konzentrieren: Hierzulande waren für die Vermittlung von Schauspielern nach dem 2. Weltkrieg allen voran die Künstlerdienste und die ZBF der Bundesagentur für Arbeit verantwortlich. Diese Vermittlungsstellen für Statisten, Musiker, Artisten, Models und Schauspieler entstanden zunächst in München, Hamburg, Berlin und Düsseldorf. Neben den staatlichen Einrichtungen gab es nur eine Handvoll privater Agenturen, die durch Lizenzen zur Schauspielervermittlung berechtigt waren. Die ersten privaten Agenturen wurden 1948/49 angemeldet und trugen zumeist die Namen ihrer Besitzer: Jovanovic, Kunz-Wieler oder Pulvermacher-Rameau. Zeitdokumenten, vor allem Schauspielerbiografien und Interviews zufolge, führten in den 1950er Jahren solche privaten Agenturen u. a. auch Rudolph Löwenthal, ein Herr namens Frankfurter, Elli Silman (Silbermann), Ilse Alexander, Ruth Killer und Erna Baumbauer (siehe Foto). Vermutlich hatten die meisten dieser frühen Vermittlungsagenturen noch Altlizenzen aus der Weimarer Republik, die ursprünglich den Theateragenten erteilt worden waren. Die meisten dieser Lizenzen zur Schauspielervermittlung erteilten die Alliierten in den jeweiligen Besatzungszonen. Mit solch einer Lizenz konnte beispielsweise Stefanija Jovanovic (wie eine Urkunde von der amerikanischen Militärregierung belegt) bereits am 17. Januar 1946 ihre Agentur Jovanovic (wieder) eröffnen.

Motiv: out cast-Archiv | © casting-network

Fall des Arbeitsmonopols und Lizenzmodells
Hoch her ging es in der Agenturen-Landschaft und der Schauspielervermittlung erst wieder Anfang/Mitte der 1990er Jahre. Als 1994 das Monopol der Bundesanstalt für Arbeit zur Vermittlung von Schauspielern fiel, stieg die Zahl der gewerblichen Künstlervermittlungen explosionsartig. Für die Vermittlung von Schauspielern bedurfte es keiner Lizenz mehr und die Nachfrage des Marktes nach „neuen“ Schauspielern war durch das Aufkommen der neuen Privatsender enorm gestiegen. Im Jahr 2005 gab es in den Medienhandbüchern rund 250 Einträge privater Agenturen und die ZBF-Agenturen-Filialen, deren vier Fernsehabteilungen rund 6.000 Schauspieler umfassten. Im Kern umfasste die Tätigkeit eines privaten Agenten die Kontaktaufnahme mit Produzenten, Regisseuren und Casting Directors, das Lesen von Drehbüchern, die Beratung, Verwaltung und den Versand von Bewerbungsunterlagen der Schauspieler (allen voran noch per Post), Dreh- und Terminplanung und Honorarverhandlungen. Ganz klar konnte sich die ZBF um die Belange nicht so intensiv kümmern wie die privaten Agenturen, die in der Regel zwischen 20 und 30 Schauspieler vertraten. Wohingegen die ZBF bis heute keine Vermittlungsgebühr erhebt, war zu der Zeit bei den privaten Agenturen eine Vermittlungsgebühr von 10-12 Prozent gängig. Mit einem erweiterten Leistungsspektrum von Interview-Vereinbarungen sowie die Aushandlung von Marketingstrategien, um die Schauspieler bestmöglich auf dem Markt zu positionieren, konnten Managements im Durschnitt bis zu 20 Prozent veranschlagen. Während die ZBF jedes Jahr einen Katalog mit den aktuellen Schauspielerabsolventen herausgab, offerierten die privaten Agenturen alljährlich einen umfassenden Katalog ihrer Klienten mit Fotos und Vitae. Darüber hinaus orderte man ggf. ein VHS-Band, welches in den letzten zehn Jahren von der DVD abgelöst wurde. Bereits um die Jahrtausendwende erschienen die ersten Internet-Datenbanken auf dem Markt, in welchen sich Schauspieler mit Name oder sogar schon Foto und Vita, teilweise auch mit Demoband, eintragen konnten. Zu den Datenbank-Pionieren zählen: schauspielervideos (1999), filmfernsehen: Wer ist bei Wem? (1999), filmmakers (2000) und crew united (1997 | seit 2003 auch für Schauspieler), Das haptische Bewerbungsmaterial wanderte ins Netz (siehe Foto: out cast-Archiv). Das anfängliche Versprechen: „Datenbanken ersparen Zeit und ermöglichen mehr Raum für persönliche Treffen“ ging allerdings nicht auf. Im Gegenteil: Der „Medienwahn“ hielt Einzug.

 

Die ZAV-Künstlervermittlung
2007 erfolge eine Fusion der Künstlerdienste und ZBF zur ZAV-Künstlervermittlung als gemeinsame Service-Einrichtung der Bundesagentur für Arbeit unter dem Dach der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV). Zeitgemäß, denn längst konnte man die klare Einteilung der Künstlergruppen nach den aktuellen Anforderungen des Marktes nicht mehr aufrechterhalten. Der „einfache“ Künstler hat sich im Laufe der Jahre zum Patchwork-Akrobaten entwickelt. Gingen Schauspieler früher schnurstracks nach ihrer Ausbildung ans Theater und übten dort jahrelang ihren Beruf an einem Haus aus, gestaltet sich der Alltag eines Schauspielers heutzutage facettenreicher: ein Gastspiel hier, eine Sprechertätigkeit dort und ein Dreh hier, wenn es gut läuft. Weiterhin besitzt die ZAV-Künstlervermittlung vier Filialen im Film- und Fernsehbereich in den Hauptmedienstandorten Köln, München, Hamburg und Berlin mit aktuell 9.000 Schauspielern. Wie gehabt, werden alle staatlichen Schauspielerabsolventen mit einem Foto und Vita in den ZAV-Katalog aufgenommen, der an potentielle Auftraggeber jedes Jahr versendet wird. Darüber hinaus wurde eine Website eingerichtet, die allerdings mit einem einzigen Foto sehr einfach gehalten ist. Das Verhältnis zwischen der nicht gewerblichen Vermittlungsanstalt und den gewerblichen Agenten hat sich in den letzten Jahren eindeutig entspannt: Einige sehen die ZAV zwar weiterhin als begünstigte Konkurrenz, die sich an den Mitteln aller Künstler, also auch derer, die von einer privaten Agentur vertreten werden, bereichert, doch die Stimmung ist diesbezüglich weitaus entspannter. Sorgen sind andere, wie Werner Kleinfeld, als Bereichsleiter verantwortlich für die ZAV-Künstlervermittlung unterstreicht: „Im Fernsehbereich ist die Nachfrage nach Schauspielern in den letzten Jahren erheblich zurückgegangen, wohingegen das Kinosegment, allen voran hier in Köln, durch die Film- und Medienstiftung NRW stabil geblieben ist. Für den Rückgang gibt es unterschiedliche Gründe: Zum einen ist hier die finanzielle Situation anzuführen (auch bei den Öffentlich-Rechtlichen gab es starke Einbußen – Stichwort: ARD-Degeto). Auf der anderen Seite hat sich der Markt vermehrt auf die Produktion von Scripted Reality Formaten konzentriert, wo folglich keine Schauspieler mehr gebucht werden. Längerfristige Hoffnungen für Schauspieler setze ich in den Gamesbereich oder großangelegte Serien nach amerikanischem Vorbild.“

© VdA

Verband der Agenturen für Film, Fernsehen und Theater e.V. (VdA)
Am 27. März 1998 gründete sich auf Initiative von 16 neuen Agenturen der Verband der Agenturen für Film, Fernsehen und Theater e.V. (VdA) in Berlin. Gründungsmitglieder waren u. a. Sigrid Narjes, Carola Studlar und Bernhard Hoestermann. Bereits sieben Jahre nach seiner Gründung hatte sich die Zahl der im VdA vertretenen Agenturen verdoppelt: Im Jahre 2005 betreuten und vertraten insgesamt 32 Agenturen mit 1.071 Schauspielern, 118 Regisseuren, 132 Drehbuchautoren und 21 Kameraleuten. Erneut lässt sich eine Verdoppelung verbuchen: Aktuell gehören dem Verband 65 Agenturen an. Durch diese repräsentiert der VdA zugleich mehr als 2.600 Schauspieler, Regisseure, Autoren und weitere Filmschaffende. Konnte im Jahr 2005 noch jeder Interessent Mitglied im VdA werden, der seit mindestens einem Jahr hauptberuflich als Agent arbeitet, mindestens acht Künstler fortlaufend betreut und über eine branchenöffentliche Klienten-Präsentation verfügt, wurde die Satzung in diesen Punkten im Frühjahr 2013 verschärft: Erst wer seit mindestens drei Jahren vor Antragstellung aktiv hauptberuflich eine Tätigkeit als Agent bzw. Agentur ausübte und in dieser Funktion in den 12 Monaten vor Antragstellung im Durchschnitt mindestens 18 Künstler vertreten hat, kann dem Verband beitreten. Seit 2012 ist der VdA auch außerordentliches Mitglied der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e. V. (Spio) und feiert 2013 feiert seinen 15. Geburtstag. Lutz Schmökel, 1. Vorstands- vorsitzender des Verbandes, bilanziert: „Die Agenturen mussten durch Gagenrückgänge und geringere Produktionsvolumen einen Umsatzrückgang von bis zu 50 Prozent verkraften und die Situation wird sich weiter verschärfen. Ziel des VdA ist, die Arbeits- bedingungen zu verbessern und der Branchendebatte über die schwierige Lage der Filmbranche mit positiven Lösungsansätzen zu begegnen.”

© VdSA

Der Verband deutscher Schauspieler-Agenturen (VdSA)
Der Verband deutscher Schauspieler Agenturen, dessen Hauptaufgabe die berufsständische Interessenvertretung ist, wurde bereits 1990 in München gegründet. Im Jahr 2005 waren hier 15 Agenturen/Managements (zum größten Teil solche, die ehemalige „Altlizenzen“ übernommen hatten) Mitglied. Im Spannungsfeld zwischen „art & business“, übernehmen die aktuell 17 Verbandsmitglieder das umfassende Management sämtlicher professioneller Belange eines Schauspielers. Agenturen jüngeren Gründungsdatums sind hier weniger zu finden, denn „eine überschaubare Mitgliederzahl soll es auch bleiben, damit ein persönlicher Kontakt nicht verloren geht“, so die Website des Verbandes. Aktuell vertritt der Verband rund 800 Schauspieler. Traditionsbewusst kann man den Verband und seine Mitglieder in jedem Fall nennen. Die Agentur Alexander wird heute nicht mehr von Ilse Alexander, sondern von Carla Rehm (1. Vorsitzende des VdSA) geführt: Der Name als Markengarant wurde beibehalten. Die Agentur Jovanovic wurde von 1990 bis zu Ihrem Tod 1998 von Elfie Thuy weitergeführt, die dort 1969 als Assistentin angefangen hatte und auch jahrelang Mitglied im VdsA war.
Aktuell leitet Sabine Schröder, jahrelang Frau Thuys Assistentin, die Agentur unter gleichem „Label“.

 

Die privaten Agenturen: Zahlen & Fakten
Definiert man, dass eine Schauspieleragentur/Management mindestens drei Schauspieler vertritt, schätzen wir die Zahl der Agenturen laut den einschlägigen Schauspielerdatenbanken und der entsprechenden Rubrik auf casting-network auf 350 – Agenturen mit dem Schwerpunkt Werbung und Kinder- & Jugendbereich, die gleichzeitig als Casting-Departement fungieren, außen vor. Demnach ist in den letzten acht Jahren eine erneute Steigerung von 40 Prozent festzuhalten. Für den deutschsprachigen Raum weisen die Datenbanken aktuell um die 18.000 Schauspieler auf (filmmakers: 20.000 Schauspieler | crew united & schauspielervideos: 18.400). So schätzt Heinrich Schafmeister (Vorstand BFFS): „dass die Zahl aller Schauspieler in Deutschland zwischen 12.000 und 15.000 liegt, aber die Anzahl der Schauspieler, die einem Drehort nahe kommen, nur bei ca. 4.500.“ Gegenüber den erwähnten Schließungen von Schauspieleragenturen in den letzten 12 Monaten gab es wiederum – die Waage haltend – genauso viele Neugründungen in einer Größenordnung von summa summarum 15 Firmen. Vom Profil her waren Neugründungen auf der einen Seite Agenturen, die sich vom Charakter her auf Schauspieler diverser ethnischer Gruppen spezialisiert haben, wie beispielsweise das Label Noir mit afro-deutschen / Schwarzen Schauspielern und OrientalArtists mit orientalischen Schauspieler oder bestimmter Altersklassen Agentur 50plus oder 60plus; auf der anderen Seite fachkundige Profis, wie beispielsweise ehemalige Casting Directors wie Kristina Richter mit Gold Berlin, die sich dazu entschlossen haben, „die Seite zu wechseln“ und eine Agentur zu gründen oder ehemalige Assistenten von Agenturen, die sich nun unter ihrem Namen selbstständig gemacht haben, wie beispielsweise Beate Mittermayer, ehemalige Assistentin von Carla Rehm. Apropros Name: während in den 1990er Jahren gerne „künstliche“ Firmennamen für Agenturen gewählt wurden, tendieren viele Agenturen wieder zu Ihrem eigenen Namen als Label zurück, wie beispielsweise Charade nun unter dem Label der Inhaberin Antje Schlag läuft, genau wie Agentur stokedboy umbenannt wurde nach ihrem Inhaber Peter Fley. Als aktuelles Beispiel ist hier auch die „ehemalige“ Agentur kings anzuführen (siehe auch MOVEMENT: Personalien in dieser Ausgabe), die Frank Oliver Schulz und Andi Slawinski nun jeweils unter ihrem eigenen Namen führen, um klarer die persönliche Note zu unterstreichen. Ein Blick auf die Website der beiden Agenturen lohnt sich: Dezent umrahmt von den Agenturnamen stehen hier allen voran die Schauspieler mit Fotos im Vordergrund. Auffällig ist die direkte Verlinkung zu schauspielervideos: Aktuelle Daten werden für einen vereinfachten Pflegeaufwand direkt und effektiv über die Plattform bereitgestellt. Festzustellen, ist weiterhin „der Trend“, dass bestehende Agenturen verstärkt eine separate Rubrik für Nachwuchsschauspieler einrichten.

Der mediale Wahn: Quo Vadis?
Seit jeher geht es im Kern-Casting-Prozess darum, den passenden Darsteller – alle Kriterien die dies bedingen außen vor – für das entsprechende Projekt zu finden. Betrachtet man hier die letzten 12 Jahre, avancierte, allen voran durch den Einzug der neuen Medien, das „Bewerbungsmaterial“ von Schauspielern (Foto als Visitenkarte | Vita als Referenz und Demoband als visuelle Arbeitsprobe) im Netz als das unabdingbare Ausgangs- und Kommunikationshilfsmittel im Besetzungsprozess der Entscheider. Hier die prägnanten Stationen im Überblick:

Weimarer Republik bis Nachkriegszeit
Im Vordergrund stand der persönliche Austausch – man ging ins Theater. Fotos galten als Starpräsenz für die Fangemeinde.

Mitte/Ende der 1990er Jahre
Einführung von Schauspielerkatalogen | Fotos | Vita | VHS Kassetten.

Jahrtausendwende
Das Internet mit Schauspielerdatenbanken löst die haptischen Medien ab, wobei die VHS-Kassetten zunächst noch von der DVD abgelöst werden.

Die letzten 3-5 Jahre
Das Web 2.0: Die (permanente) interaktive Mitarbeit des Schauspielers/Agenten ist gefordert!

  • Der Mediamanager von schauspielervideos kommt auf den Markt und ermöglicht es Schauspielern, jederzeit das Demoband zu aktualisieren, zu erweitern und sogar mit Filmprojekten in der Vita zu verknüpfen. (Wobei zu erwähnen ist, dass castforward die ersten Anbieter waren, die es per Upload ermöglichten, Showreels in Sequenzen unterteilt hochzuladen).
  • e-casting von filmmakers geht als offizielles Portal an den Start, um einem breiteren Kreis an Schauspielern zu ermöglichen, sich durch einen visuellen Appetizer für ein konkretes Projekt ins Gespräch zu bringen.
  • Die cast-box von casting-network ermöglicht die aktive Mitarbeit von Schauspielern/Agenturen im Casting-Prozess durch Postfach und Kommunikationssystem.

Aktuell
Die Tendenz zur Nutzung der sogenannten „Cloud“, also der zentralen Ablage des Materials im Internet, zeichnet sich mehr und ab: Vorreiter sind hierzu beispielsweise die beiden bereits erwähnten fusionierten Internetplattformen crew united und schauspielervideos, aber auch der VDA-Pool – als Hilfsmittel für Agenturen, Daten nur noch an einer Stelle zu pflegen.

Fazit
Die Gretchenfrage lautet: Wie schafft es die Branche den Absprung vom anonymen und unpersönlichen medialen Wahn wieder zurück zu einem persönlichen Austausch und einer ausgewogenen Nutzung der neuen Medien.

NRW UNGESCHMINKT, YOUNG TALENTS; F*A*M*E, CAST IN AND FIND OUT, CASTSPEEDCASTING oder die aktuell laufende SMS-SHORTIE-Ausschreibung sind wichtige Bemühungen der Branche, wieder ihre persönliche Note zu fördern!

…to be continued…

Verwendung der Begriffe “Agentur” und “Management” im Artikel
Wenn im Artikel von Agenturen die Rede ist, sind hiermit auch Managements inbegriffen, was allen voran der Vereinfachung dient, aber auch folgendem Hintergrund: Gegenüber den USA hat sich die klare Einteilung von Agentur | Management und einer PR-Agentur hierzulande nicht (!) durchgesetzt.
In den USA hat ein Schauspieler bspw. einen Agenten, der die Jobs ranschafft, einen Manager, der mit ihm Strategien austüftelt und – allen voran, wenn der Schauspieler bekannt ist, (projektbezogen) einen PR-Agenten. Alle drei Parteien bekommen einen bestimmten Satz an Tantiemen. In der Regel wird ein Schauspieler im deutschsprachigen Raum von einer Agentur oder(!) einem Management vertreten. Wie im Artikel beschrieben dürfen Managements für ein erweitertes Portfolio einen höheren Prozentsatz an Tantiemen nehmen.
Vom Leistungsspektrum her übernehmen „Agenturen“ hierzulande – was auch mal betont werden sollte – vielfach aber auch teilweise Management- und PR-Aufgaben ohne eine höhere Provision.

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cn-klappe: Diskurs der Deutschen Akademie für Fernsehen (DAfF)

Diskurs der Deutschen Akademie für Fernsehen (DAfF)

Diskurs der Deutschen Akademie für Fernsehen (DAfF) | Foto © casting-network

Ein Auftrag, den man nicht ablehnen kann –
Welches Programm fordert die Politik und welches liefern die öffentlich-rechtlichen Sender?

Es diskutierten zum Thema:
Peter Frey (Chefredakteur des ZDF)
Florian Hager (stellvertretender Programmdirektor ARTE)
Wolfgang Kubicki (medienpolitischer Sprecher der FDP Schleswig-Holstein)
Ines Pohl (Chefredakteurin der taz)
Dagmar Reim (Intendantin des RBB)

Begrüßung:
Gerhard Schmidt (Produzent & Vorstand DAfF)

Keynote:
Adriana Altaras (Schriftstellerin & Schauspielerin)

Moderation:
Harald Staun (Medienseite der FAS)

Die Veranstaltung fand am 14. Februar 2013 im Rahmen der Berlinale in der Landesvertretung NRW statt.
Offizielle Website der Deutschen Akademie für Fernsehen (DAfF):
www.deutscheakademiefuerfernsehen.de

Link zum cn-klappe Video-Beitrag auf casting-network:
www.casting-network.de

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cn-klappe: Internationales Casting-Panel

Diskussionsteilnehmer | © Sebastian Noack

How do international casting directors work?
What are the basics issues for internationally working actors?
What do casting directors want to see?

Es diskutieren auf Englisch:
Uwe Bünker (Casting Director Germany | BVC)
Anja Dihrberg (Casting Director Germany | BVC)
Corinna Glaus (Casting Director Switzerland | BVC)
Beatrice Kruger (Casting Director Italy | AIC)
Debbie McWilliams (Casting Director Great Britain)
Juliette Ménager (Casting Director France | ARDA)
Hannes Jaenicke (Actor Germany as „Special Guest” | BFFS)

Initiatorin, Organisation & Moderation:
Julia Beerhold (Actress Germany and member of the BFFS executive committee)

Kooperationspartner:
Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK)
Institut für Schauspiel-, Film- und Fernsehberufe (iSFF)
Eventagentur FEEL & RED
European Film Promotion (EFP)
Bundesverband Casting (BVC)
Sebastian Noack Fotografie

casting-network hat als offizieller Medienpartner diese Diskussionsrunde als cn-klappe aufbereitet!

Zum cn-klappe Video-Beitrag

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cn-kolumne: Ein Interview mit Corinna Glaus (BVC)

Corinna Glaus (BVC) | © Livio Piatti

Anfang des Interviews:

Seit 1997 führen Sie erfolgreich ein Casting Büro in der Schweiz. Wie sind Sie überhaupt zum Casting gekommen?
Zum Casting bin ich wie die meisten meiner Kollegen über Umwege gekommen. Nach dem Abitur habe ich mit dem Studium in den Fächern Ethnologie und Volkskunde angefangen, immer mit der Idee, dass ich gerne am Theater arbeiten möchte! Schlussendlich habe ich das dann auch in Deutschland realisiert. Zurück in der Schweiz habe ich zunächst selbst in der freien Szene Stücke inszeniert und bin irgendwann zum Film gekommen. In der Schweiz gab es bis dahin keinerlei professionelle Casting-Büros. Beim Fernsehen gab es bis dahin eine eher vernachlässigte Schauspielerdatei, die nur ab und zu mal von Produktionsleitern gefüttert wurde.

Mögen Sie an dieser Stelle Ihre und die Geschichte des Schweizer Castings skizzieren?
Ganz klar ist die Geschichte von Wellen geprägt: In den 1950er Jahren gab es, allen voran, Filme, die in schweizerdeutscher Sprache gedreht wurden. Diese wurden dann teilweise mit deutschen Schauspielern besetzt, die sich bemühten, Schweizerdeutsch zu sprechen (lacht). Lange Zeit wurde dann nur noch in „Hochdeutsch“ gedreht und die Schweizer Weiterlesen

Produktionen haben ausschließlich in Deutschland gecastet. In den 1990er Jahren gab es – zumindest in der deutschsprachigen Schweiz – eine Wiederentdeckung unserer Sprache: Sowohl Kino- als auch Fernsehfilme wurden in Originalsprache, also Schweizerdeutsch, gedreht. In dieser Zeit war ich als Regieassistentin tätig und mit einem Schauspieler liiert, so dass viele Regisseure auf mich zukamen und fragten: „Du kennst doch so viele Schauspieler. Weißt du nicht noch jemanden?” – da habe ich diese Marktlücke realisiert. Zudem hatte ich ein Kind und wollte nicht mehr ständig auf Dreh sein, also habe ich entschieden: Ich steige da ein und versuche das aufzubauen. Weiterhin als Regieassistentin tätig, habe ich parallel versucht, als Casterin Fuß zu fassen. Ganz klar, es war eine ziemlich harte Aufbauarbeit, denn die ersten Jahre konnte ich nicht davon leben. Ein neuer Meilenstein, war das Jahr 1998: Das Schweizer Fernsehen hatte Ruth Hirschfeld als feste Casterin engagiert und Casting als Beruf wurde immer mehr wahrgenommen und professionalisiert.

In welchen speziellen Bereichen sind Sie als Casting Director tätig?
Ich kann es mir natürlich nicht immer aussuchen und würde manchmal auch gerne absagen… doch ich bin selbstständig und das heißt auch, Kompromisse zu machen. Grundsätzlich besetze ich Spielfilme für Kino und Fernsehen – aktuell mehr Kinoproduktionen als fürs Fernsehen. Ab und zu kommt es vor, dass Regisseure, mit denen ich beim Film arbeite, Werbe-Produktionen machen und mich für die Besetzung anfragen, was für mich dann auch Sinn macht. Ebenfalls hat es sich ergeben, dass ich Jugendliche für Hauptrollen besetzen sollte und mich so in das Spezialgebiet des Jugend-Castings eingearbeitet habe. Gerade in diesem Bereich braucht man viel Zeit und Raum.

Was verstehen Sie persönlich unter Casting?
Meine Arbeit verstehe ich als künstlerische Dienstleistung an Regie und Produktion mit dem Ziel dem Auftraggeber bei der Realisierung seines Filmes, so gut als irgend möglich, mit meinem Wissen und Können zu helfen. Das Casting ist der erste Moment, bei dem die Regie mit den Schauspielern zusammen kommt. Diese erste Begegnung von Künstlern ist ein sehr sensibler Moment, insbesondere, wenn der Regisseur auch noch der Drehbuchautor des Projekts ist. Nach jahrelangem Schreiben hat er bestimmte Figuren im Kopf…und plötzlich kommt da ein Schauspieler daher und bringt diese Figur zum Leben. Dieser erste Moment der wechselseitigen Begegnung ist für mich ein unglaublich spannender Augenblick, geradezu ein Schlüsselmoment. Denn nicht selten kommt es vor, dass Regisseure oder Autoren hier schon fast physische Widerstände oder aber auch extreme Freude entwickeln. Hier wird sozusagen eine Geschichte vom Papier lebendig… Es geht also bei einem Casting nicht darum, herauszufinden ob der Schauspieler gut ist oder nicht, sondern ob er die Regie zu dieser Figur und zu einer Zusammenarbeit inspirieren kann – und ob er oder sie in das ganze Puzzle, also Ensemble, hineinpasst.

Vollständiges Interview:
http://www.casting-network.de/

Das Interview führte:
Alexander Krebs | Ausarbeitung: Tina Thiele & Carla Hörschler

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cn-kolumne: NRW ungeschminkt – Schauspieler im Portrait!

BFFS Collage 1

Von links nach rechts: Marc Schötteldreier (BVC) | Rolf Berg (BFFS) | Iris Baumüller (BVC) | Tina Seydel (BFFS) | Antoine Monot, Jr. (BFFS-Vorstand) | Vorne: Pamela Wershofen (Redakteurin/WDR mediagroup) mit Sohn in der Astor Film Lounge am 4. Oktober 2012 im Rahmen der Cologne Conference

HINWEIS: Die cn-klappe ist abrufbar, indem Sie das Bild anklicken.
PRELUDE
In kurzen Selbstportraits präsentieren sich sowohl bekannte als auch noch zu entdeckende Talente und geben einen kreativen, rührenden, humorvollen oder ganz puren Einblick in das, was sie als Schauspieler/-innen ausmacht. Als Ergänzung zum „Standard-Demoband“ und der damit verbundenen Schubladen-Problematik „Einmal Koch immer Koch“ sollen diese Clips das Bild des Schauspielers erweitern.

AKT 1: GENESE– Wie es begann…
Sommer 2010: Kölner BFFS-Stammtisch im Cafe Central! Weiterlesen

Eingeladen waren die Casting Directors Iris Baumüller und Marc Schötteldreier zum monatlich stattfindenden Treffen.

Rolf Berg erinnert sich: »Die Bude war rappelvoll! Klar, jeder wollte die Chance nutzen, um sich zu zeigen bzw. in Erinnerung zu bringen. Überrascht war ich, dass die beiden alle Schauspieler mit Namen ansprachen: sie kannten wirklich alle! Ein Thema des Abends war dann auch das Band, wo eben nicht immer das ganze Potential eines Schauspielers zu sehen ist… Iris schlug also spontan vor, dass alle einen Termin bekommen. Mein Blick ging zu Marc rüber. Das werde ich nicht vergessen: er erbleicht. Mein Blick geht erneut zu Iris rüber. Die war inzwischen auch bleich!«

BFFS Collage 2

Iris Baumüller (BVC) | Kölner Stammtischquartier: Cafe Central | Marc Schötteldreier (BVC)

AKT 2: DAS PROJEKT – Wie es entstand…

Angestoßen von den Kölner Casting Directors Iris Baumüller und Marc Schötteldreier kam das Projekt somit ins Rollen. Die Organisation und Durchführung dieses aufwändigen Projekts, welches sich über zwei Jahre erstreckte, lag allen voran in den Händen der Kölner BFFS-Stammtisch-Paten und Schauspieler Elmira Rafizadeh, Tina Seydel, Antje Mairich sowie Rolf Berg unter der Leitung von Julia Beerhold (BFFS-Vorstand | Ressort: Aus- & Weiterbildung u.a.).

Die Aufnahmen fanden in den Räumen der Besetzer und Marc Schötteldreier Casting statt.

Die Firma kreatiFILM (Inhaber: Susanne Bohlmann und Lars Filthaut sowie Mitarbeiter) unterstützten das Projekt, indem sie Kamera, Licht und Schnitt für einen symbolischen Unkostenbeitrag von 20 Euro pro Band zur Verfügung stellten.

An dieser Stelle ein herzlicher Dank an den Schauspieler Markus Haase, der sich als Proband bereitgestellt hat. Neben seinem Final-Cut Interview dürfen wir auch den Entstehungsprozess, sprich die Studioaufnahme, in voller Länge der Öffentlichkeit zeigen: Vielen Dank!

BFFS Collage 3

Impressionen im Casting-Büro: Die Besetzer mit Julia Beerhold, Tina Seydel & Rolf Berg | Proband Markus Haase und Lars Filthaut (kreatiFILM) beim Technik-Check | Anja Lindner & Schauspielerin Marja Krings beim Schnitt.

AKT 3: DIE INTERVIEWS – Wie es aussieht…

Im Laufe von zwei Jahren entstanden insgesamt 128 NRW ungeschminkt Videos, aus denen eine Jury repräsentativ 20 Beispiele auswählte.

Die Jury bestand aus:
Iris Baumüller (BVC | Die Besetzer)
Marc Schötteldreier (BVC | Marc Schötteldreier Casting)
Pamela Wershofen (Redakteurin/WDR mediagroup)
Sonja Ewers (Producerin Senator Film)
Richard Huber (Regisseur)

Im Rahmen der Cologne Conference wurden am 4. Oktober in der Astor Film Lounge in drei Blöcken die folgenden „Clips“ gezeigt:

I. Block:

Ela Paul
Markus Haase
Anuk Ens
Tobias Licht
Petra Kalkutsche
Fredrik Jan Hofmann
Katrin Wolter
Daniele Rizzo
Anna Schäfer
Jan van Weyde

II Block:

Julia Grafflage
Navíd Akhavan
Željka Preksavec
Marcel Batangtaris
Kati Rausch
Wichart von Roëll
Nina Vorbrodt
Roman Pertl
Julia Beerhold
Piet Fuchs

III Block:

Zum Abschluss folgten Stimmen prominenter BFFS-Schauspieler aus NRW:
Heinrich Schafmeister, Anette Frier, Paul Faßnacht, Nadja Becker, Nina Vorbrodt, Tobias Licht und Tatjana Clasing.

Alle NRW ungeschminkt Videos sind abrufbar unter:
You Tube | BFFSde

BFFS Collage 4

casting-network zeigt in der cn-klappe diese fünf NRW ungeschminkt-Videos als Beispiele.

AKT 4: STIMMEN – Wie es ankommt!

Im Laufe der „Preisverleihung“ melden sich die Juroren sowie Antoine Monot, Jr., der stellvertretend für die an diesem Tag verhinderte Julia Beerhold vor Ort den Vorstand vertrat, zu Wort.

Anbei eine Sammlung weiterer Feedbacks von Casting Directors, die die Videos mittlerweile, durch die freundliche Unterstützung der Film- & Medienstiftung NRW, zugeschickt bekamen.

»Interviews, wie die hier gezeigten, sind eine Hilfe für meine Casting Arbeit. Je mehr Material aktuell ist, desto besser. Die Interviews vermitteln einen anderen Eindruck als das Demoband, und ich fand sie extrem inspirierend. Bitte mehr!«
(Anja Dihrberg/BVC | Berlin & Köln)

»Schauspieler-Interviews können ergänzend hilfreich sein, wenn sie technisch im Showreel eingebunden sind. Besetzen würde ich aufgrund eines Interviews nicht, aber sie machen Lust mehr sehen zu wollen – „ungeschminkte“ Eindrücke sind oft hilfreich.«
(Siegfried Wagner/BVC | München)

»Schauspieler-Interviews fand ich bisher immer spannend. Ich kann durch Interviews angeregt werden, den Schauspieler/die Schauspielerin anders wahrzunehmen – also in jedem Fall eine Ergänzung. Durch das Projekt wird das Schauspieler-Potential in NRW deutlich und es macht Lust auf mehr. Dennoch ersetzen auch solche Portraits keine Live-Castings!«
(Kristin Diehle/BVC | Düsseldorf)

BFFS Collage 5

Anja Dihrberg (BVC) | Siegfried Wagner (BVC) | Kristin Diehle (BVC)

NACHWORT

Kooperationspartner war neben der Cologne Conference auch die Astor Film Lounge.

Gefördert wurde das Projekt von der Film- und Medienstiftung NRW.

Tina Thiele von casting-network begleitete NRW ungeschminkt von Beginn an als Journalistin.

Es wäre sehr schön, wenn das Pilotprojekt im bundesweiten Raum für alle (BFFS-)Schauspieler Schule machen würde!
Sponsoren sind herzlich willkommen.

Ansprechpartner Julia Beerhold: (Aktiviere Javascript, um die Email-Adresse zu sehen)

Tina Thiele (Autorin & Journalistin) studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften und im Anschluss Kulturelles Management in Köln. Zwischen 1998 und 2002 war sie als Casting Director (Kinoprojekt „Edelweisspiraten“, TV-Debut „Futschikato“ u.a.) tätig. Heute arbeitet sie ausschließlich als Autorin, Journalistin und Dozentin. Ihr Fachbuch „Casting“ basiert auf einer fünfjährigen Recherchearbeit. 2007 gründete sie, darauf aufbauend, die Online-Redaktion casting-network. Darüber hinaus schreibt sie für diverse Fachzeitungen (cinearte xl, Newsletter der Film- & Medienstiftung NRW u.a.). Seit 2011 ist Vorsitzende von out-takes, dem Blog der Film- und Fernsehbranche. Parallel lehrt sie als Dozentin im Fachbereich Casting an diversen Filmhochschulen und Akademien – allen voran mit Iris Baumüller (BVC). Dabei sind die Interviews – insbesondere für Nachwuchsschauspieler ohne jegliches Demobandmaterial seit etlichen Jahren ein fester Bestandteil der Workshop-Arbeit.

www.tinathiele.de
www.casting-network.de
www.out-takes.de

FOTOCREDITS:

Alle Fotos stammen von casting-network bis auf die folgenden:
Iris Baumüller | Heike Sieber
Marc Schötteldreier | tomtrambow
Anja Dihrberg | Thomas Pritschet
Siegfried Wagner | privat

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cn-special: Around the World in 14 Films 2012 – Sieben Fragen an Festivalleiter Bernhard Karl

Around the World in 14 Films

Around the World in 14 Films

Vom 30. November bis 8. Dezember 2012 werden 14 cineastische Höhepunkte des jungen Weltkinos aus 14 Ländern in Berlin gezeigt. Wir sprachen mit dem Festivalleiter über das cineastische Jahr 2012 in all seinen Facetten und das aktuelle Festivalprogramm.

© Christian Riss

© Christian Riss

Bernhard Karl: Studium der Kunstgeschichte, Regieassistent an der HFF München und an den Münchner Kammerspielen bei Dieter Dorn und Peter Zadek, als Theaterregisseur Inszenierungen in Ulm, Zürich und Berlin, 2001 bis 2007 Casting Director bei Anja Dihrberg Casting u.a. für Sönke Wortmann, H. Handloegten, E. Atef, S. Schipper, A. Kleinert und Hal Hartley („Fay Grim”). Seit 2008 „Internationaler Programmer” beim Filmfest München.

 

 

Welche Eindrücke hinterlässt das cineastische Jahr 2012?

Ein Filmjahr, das, weltweit gesehen, aus meiner Sicht geprägt ist von der Polarisierung zwischen Unterhaltungskino und Autoren-Kino. Wir erleben seit einigen Jahren, durch die Gesetze des Marktes auf der einen und die künstlerische Freiheit durch die digitalen Möglichkeiten auf der anderen Seite, dass sich „verkaufbare“ und „künstlerisch eigensinnige“ Ästhetiken oft unvereinbar gegenüberstehen. Immer weniger Filme schaffen eine Verbindung
zwischen „Kommerz“ und „Kunst“. Einige herausragende Filme, die diesen „Graben“ leichtfüßig überwinden, zeigen wir in diesem Jahr: zum Beispiel unser Eröffnungsfilm „Beasts of the Southern Wild“, die skurrile russische „Chapiteau-Show“ oder Ann Huis hinreißende Hong Kong-Geschichte „A Simple Life“.

Die Überraschung des Jahres? Weiterlesen

Das brillante portugiesische Familiendrama „Blood of my Blood“ von João Canijo, die emotionale und ästhetische Offenbarung „Hail” aus Australien und das feine, großartig fotografierte Großstadt-Community-Porträt aus Brasilien, „Neighbouring Sounds“.

Wo bleibt der iranische Film in diesem Jahr?

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die aus unserer Sicht weltweit wirklich herausragenden Filme nach Berlin zu
bringen. Um ehrlich zu sein, krankt das iranische Kino natürlich im Moment an den immensen politischen Restriktionen im Land. Wir wollten keine Kompromisse machen und aus politischen Gründen einen iranischen Film zeigen, den wir künstlerisch nicht auf dem Niveau unserer anderen ausgewählten Filme sehen.

Stimmt der Eindruck, dass in letzter Zeit wieder mehr kleine Filme einen Verleih gefunden haben?

Ja, das ist absolut richtig! Ich muss sagen, mich überrascht, wie viele Verleiher in Deutschland wieder bereit sind, Risiken einzugehen und Filmen auf dem Markt eine Chance geben wollen, die ungewöhnlich „neu“ erzählt sind. So arbeiten wir mit Piffl Medien zusammen und zeigen das Berlin-Preview von Pablo Larraíns Pinochet-Groteske „No“. Peter Mettlers philosophischer Bilderkosmos „The End of Time“ wird von Real Fiction ins Kino gebracht. Auch Cristian Mungius „Beyond the Hills“ wird 2013 von Wild Bunch Germany gestartet, trotz zweieinhalb
Stunden Länge und einem nicht unbedingt „sexy“ Thema.

Woran liegt das, haben doch die Arthouse-Verleiher momentan sehr zu kämpfen?

Ich glaube, dass viele Zuschauer einfach „durch“ sind mit diesen abgegriffenen Erzählmodellen. Sie wollen auch mal auf eine Entdeckungsreise gehen, etwas sehen, was Sie noch nicht kennen. Das spüren die Verleiher und hoffen natürlich mit Ihrer Auswahl diesem Bedürfnis zu entsprechen. Auch wenn dies von den Verkaufszahlen her auch oft misslingt. Die Zuschauer wollen, wenn sie schon eine Kinokarte kaufen, etwas „Besonderes“ erleben. Die Möglichkeiten durch Bezahl-Fernsehen, Internet und DVD/Blu-Ray sind so immens, da muss ein Film schon ein eruptives „Live“-Erlebnis sein, oder eben „neue“ Welten versprechen.

Wo steht das Festival aktuell? Was ist erreicht? Was noch nicht?

Ich denke, was wir wirklich geschafft haben, ist eine gewisse „Verlässlichkeit“, dass bei uns einmal im Jahr eine qualitativ hohe Auswahl des Weltkinos zu sehen ist. Ich merke auch, dass wir mit unseren Paten-Anfragen, sei es bei Regisseuren, Schauspielern, Journalisten oder anderen Kulturpersönlichkeiten, auf Respekt und großes Interesse stoßen. Auch ein gewisses „Stamm-Publikum“ scheint uns sicher. Ein Riesenproblem bleibt, dass man in Berlin, ohne die nötigen finanziellen Ressourcen und bei einer Flut kultureller Parallelangebote, kaum neue
Publikumsschichten für das Festival gewinnen kann. Partys, Panels und Events diverser Art, die neue Aufmerksamkeit schaffen könnten, können wir uns einfach durch das fehlende Geld nicht leisten.

Was können Sie aus den 17 Festivalbeiträgen besonders empfehlen?

Ein Meilenstein des jüngeren afrikanischen Films ist das Flüchtlingsdrama „La Pirogue“, das beim Filmfest München 2012 den Preis für den besten internationalen Film gewann. Und ich empfehle Mads Brüggers unglaublich dreiste journalistische Provokation „The Ambassador“ und den radikalen chinesischen Venedig-Regie-Preis-Gewinner „People Mountain People Sea“.

Vielen Dank fürs das Gespräch!

Das Interview erschien am 22. November 2012 im cn-special von casting-network!

Website: Around the World in 14 Films

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cn-kolumne: Ein Interview mit der Deutschen Casting-Preis-Trägerin 2012 – Daniela Tolkien (BVC)

Tolkien-Preis

Deutscher Casting-Preis-Trägerin 2012: Daniela Tolkien (BVC)

Deutscher Casting-Preis-Trägerin 2012: Daniela Tolkien (BVC) | © casting-network

Ganzes Interview bei casting-network lesen.

Wir sprachen mit der Gewinnerin des deutschen Casting-Preises über ihre Arbeit als Casting Director, aber auch mal ganz persönlich über sie als Mensch.

Was war für Sie Ihr wichtigster Film?
Mein wichtigster Film war eigentlich mein erster Film: „Vergiss Amerika” von Vanessa Jopp.

Welche Erinnerungen haben Sie noch an dieses erste Projekt, welches im Jahr 2000 erschien?
Gab es zum Beispiel einen Credit?

Ja! Es gab einen Credit im Vorspann. „Vergiss Amerika” war deshalb so wichtig, weil er so wahnsinnig viele Türen geöffnet hat: Der Film war toll geworden und hat für Vanessa quasi die Eintrittskarte in die Filmwelt bedeutet und somit für mich irgendwie auch. Die erste Arbeit gleich so hinzulegen, war wirklich gut und hat den restlichen Weg auch ziemlich erleichtert.

Bei Ihrer Dankesrede zum Casting-Preis sagten Sie, dass diese Auszeichnung Ihnen unheimlich gut tut.
Was genau hat der Preis bei Ihnen ausgelöst und wer hat Ihnen die freudige Botschaft überbracht?

Das stimmt und fing damit an, dass an einem Montagmorgen – um schätzungsweise zehn Uhr – ein Anruf kam:
„Hier Herr Disch von der Cologne Conference!“ Da habe ich schon gedacht: „Oh Gott! Das gibt’s ja nicht! Das kann doch nicht wahr sein?“ Dann hab ich sofort laut gejubelt, so dass mein Gesprächspartner später sagte: „Das war der lustigste Anruf, den er seit langem gemacht hat.“ Als er mir dann unheimlich viele Fakten mitteilte, hab ich ihn gebeten, dass er jetzt mal aufhören soll, weil ich sowieso nichts verstehe, von dem was er mir gerade sagt. Da war die Freude schon riesig! Ich war ehrlich überrascht darüber, dass der Preis mir so eine Freude bereitet, weil ich das Gefühl hatte, ich mache meine Arbeit und ich bekomme dafür auch meistens gutes Feedback, doch den Preis zu bekommen, hat sich dann doch nochmal ganz anders angefühlt: Eine offizielle Anerkennung für die Arbeit, die man sich macht: Wie Nahrung war das!

Der Preis war somit nochmal eine Bestätigung innerhalb der Branche aus dem Mikrokosmos heraus und somit eine Anerkennung des Makrokosmos?
Ja, so eine Preisverleihung, bei der man gleichzeitig mit so tollen Regisseuren wie Michael Winterbotton oder François Ozon ausgezeichnet wird, ist schon was Feines!

Ganzes Interview bei casting-network lesen.

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cn-klappe: Ein ganzer Tag zum Thema Casting 2012

EIN GANZER TAG ZUM THEMA CASTING

Zum Video-Beitrag auf casting-network.de

Mit dieser cn-klappe möchten wir einen kleinen Einblick von CAST IN AND FIND OUT 2012 und der Preisverleihung des Deutschen Casting-Preis an Daniela Tolkien (BVC) geben.
Nach der erfolgreichen Premiere im Jahr 2009 fand am Freitag, den 5. Oktober, im Rahmen der diesjährigen Cologne Conference zum vierten Mal das Casting-Event CAST IN AND FIND OUT an der internationalen filmschule köln (ifs) als Gastgeber in Kooperation mit casting-network statt. Weiterlesen

Insgesamt erreichten uns in diesem Jahr 440 Bewerbungen – nochmals eine deutliche Steigerung zum vergangenen Jahr, als sich 364 Schauspielerinnen und Schauspieler bewarben. Von den knapp 300 privaten Agenturen wollten sich mehr als die Hälfte diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und schlugen 237 Klienten vor. Hinzu kamen noch 155 freie bzw. von der ZAV vertretene Schauspieler. Von diesen wurden aufgrund der Begrenzung von zwei Vorschlägen pro Agentur 40 Schauspielerinnen und Schauspieler ausgelost. Daraus ergab sich eine Auswahlliste von 277 Personen.

Die diesjährigen Casting Directors und weiteren Gäste waren:

Daniela Tolkien (Deutscher-Casting-Preisträger 2012 | BVC)
Cornelia von Braun (Casting Director | Vorstand BVC)
Susanne Ritter (Casting Director | BVC)
Kristin Diehle (Casting Director | BVC)
Marc Schötteldreier (Casting Director | BVC)
Iris Baumüller (Casting Director | BVC)
Annkathrin Heubner (Casting Director | BVC)
Gabriele Graf (Produzentin)
Sascha Mürl (Redaktionsberater Fiction RTL)
Selim Sevinc (Producer Zeitsprung Commercial)
Thomas Durchschlag (Regisseur)
Peter Thorwarth (Regisseur)

Diese hatten nun die Qual der Wahl und haben sich für folgende Schauspieler-Innen entschieden:

Ben Akkaya
Tina Amon Amonsen
Jules Armana
Marie-Luise Arriens
Nikolaus Barton
Isabel Berghout
Nadine Dubios
René Erler
Linda Foerster
Clara Gerst
Arne Gottschling
Katharina Hackhausen
Sebastian Husak
Anna Julia Kapfelsperger
Jens Kipper
Maximilian Klas
Maja Lehrer
Kristin Naefe
Robert Neumann
Stefan Preuth
Knud Riepen
Miriam Rixen
Ines Schiller
Sophie Charlotte Schirmer
Mirja Smejkal
Stephan Stock
Daniel Urban
Maria Weidner
Ryan Wichert
Luisa Wietzorek
Lea Willkowsky
David Winter
Andrea Wolf
Irina Wrona
Matthias Zera
Thomas Ziesch

Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle noch mal für die vielen tollen Bewerbungen an alle Schauspieler und Agenten. Sollten Sie es dieses Jahr nicht geschafft haben, drücken wir Ihnen für das nächste Mal ganz fest die Daumen!

Zum Video-Beitrag auf casting-network.de

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Deutscher Casting-Preis 2012: Wir gratulieren Daniela Tolkien (BVC)!

Casting-Preisträgerin 2012 Daniela Tolkien (BVC)

Casting-Preisträgerin 2012 Daniela Tolkien (BVC) | © Christian Hartmann

Im Rahmen der Cologne Conference wird in diesem Jahr als Casting Director Daniela Tolkien (BVC) mit dem Deutschen Casting-Preis 2012 ausgezeichnet. Seit 1997 (mit einer Pause zwischen 2004 und 2008) wird bei der Cologne Conference, dem Internationalen Fernseh- und Filmfest Köln, ein Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Besetzungstätigkeit im Spielfilm verliehen. In Fachkreisen gilt dieser heute mit 10.000 Euro dotierte Preis als „Lola“ unter den Auszeichnungen für die Casting-Branche. Im Gegensatz zur Deutschen Filmakademie – die bedauerlicherweise keine Casting Directors in die Akademie aufnimmt – wird beim Deutschen Casting-Preis die kreative Leistung honoriert.
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Die bisherigen Preisträgerinnen waren:

  • 1997 An Dorthe Braker (BVC)
  • 1998 Heta Manscheff (BVC)
  • 1999 Nessi Nesslauer
  • 2000 Anja Dihrberg (BVC)
  • 2001 Rita Serra-Roll
  • 2002 Simone Bär
  • 2003 Sabine Schroth (BVC)
  • 2004 Risa Kes
  • Pause
  • 2008 Franziska Aigner
  • 2009 Nina Haun (BVC)
  • 2010 Ulrike Müller (BVC)
  • 2011 Sophie Molitoris

Auffällig ist, dass bislang ausschließlich weibliche Kandidatinnen abgeräumt haben, was sicherlich auch mit der Verhältnismäßigkeit zu tun hat. So gibt es in Deutschland tatsächlich nur etwa 17 Prozent männliche Casting Directors. Sabine Schroth kommentierte das mal in einer Frauenzeitschrift: „Für Regisseure und Produzenten sind wir ein willkommenes Korrektiv ihres eigenen Geschmacks. Wir repräsentieren ganz nebenbei den weiblichen Teil des Publikums.“
Was nicht heißt, dass die männlichen Besetzungsprofis weniger einfühlsam wären oder keine frauenaffinen Filme vorbildlich besetzen könnten. Schließlich haben sich unter anderem Stephen Sikder (BVC), Marc Schötteldreier (BVC), Uwe Bünker (BVC), Clemens Erbach (BVC), Emrah Ertem oder Siegfried Wagner (BVC) auf ihrem Gebiet und mit langjähriger Erfahrung bereits einen Namen gemacht.
Die Jury-Entscheidung zum Casting-Preis wird jedenfalls demokratisch und anhand eingereichter aktueller Projekte gefällt. So wurde die vergangenen Jahre etwa Franziska Aigner für ihre Besetzung in „Die Welle“, Nina Haun für „Alle anderen”, „So glücklich war ich noch nie”, „Hilde” und Ulrike Müller unter anderem für „Die Fremde“ ausgezeichnet. Sophie Molitoris konnte im letzten Jahr mit dem Fernsehfilm „Neue Vahr Süd“ (Regie: Hermine Huntgeburth | Buch: Christian Zübert) überzeugen – schon der zehnte Film, bei dem sie mit der Regisseurin zusammengearbeitet hat.
Dieses Jahr setzte sich die Jury erneut zusammen aus Barbara Thielen (Leiterin Fiction/Serie RTL), Torsten C. Fischer (Regisseur), Ulrich Höcherl (Chefredakteur „Blickpunkt Film“), Martin Zimmermann (Produzent 20.15 Film- und Fernsehproduktion) und Dr. Martina Richter (Direktorin der Cologne Conference) und begründet ihre Entscheidung wie folgt:
„Daniela Tolkien, die im letzten Jahr mit überraschenden, eigenwilligen und gelungenen Entscheidungen Film- und Fernsehproduktionen wie „Wickie auf großer Fahrt“, „Offroad“, „Das Haus der Krokodile“ oder „Polizeiruf 110: Denn sie wissen nicht, was sie tun“ mitgestaltete, erhält dieses Jahr auf der Cologne Conference den Casting-Preis 2012.
Mit einem guten Gespür für vielversprechende Newcomer und einem originellen Blick auf die Rollenprofile etablierter Darsteller hat die Casterin mit eigener Schauspielerfahrung von der turbulenten Action-Komödie über das Familienabenteuer und die Krimireihe bis zur Live-Action-Verfilmung einer Animations-Kultserie immer wieder überraschende Besetzungen zusammengestellt.“

Daniela Tolkien ist Mitglied im Bundesverband Casting (BVC).
Das Preisgeld wurde dieses Jahr von der Senator Filmproduktion, action concept und Westside Filmproduktion gestiftet.
Es gab insgesamt 65 Filmeinreichungen, aus denen insgesamt 34 Casting Directors nominiert wurden.
Im Werkstattgespräch mit Daniela Tolkien gewährt der Casting Director aus München im MAKK Museum für Angewandte Kunst einen Einblick in die Herangehensweise an ihre Arbeit. 10.00 Uhr.
Die feierliche Preisverleihung findet am 5. Oktober abends im WDR Sendesaal statt und wird dann auch als cn-klappe demnächst zu sehen sein.
Weitere Informationen gibt es auch auf der Homepage der Cologne Conference.

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cn-klappe: BVC – Casting zwischen Kunst und Quote

BVC Panel 2012 – © casting-network

Eine Podiumsdiskussion des Bundesverband Casting (BVC) im Rahmen des Filmfest München 2012

Es diskutierten:

Thomas von Hennet (Vizepräsident und Co-Produzent, ProSiebenSat.1)

Charlotte Siebenrock (Casting Director, BVC)

Markus Zimmer (Geschäftsführer Concorde Filmverleih)

Heidi Ulmke (Produzentin, FFP New Media GmbH)

Marc Schötteldreier (Casting Director, BVC)

Die Moderation:

Stephen Sikder (Casting Director, Vorstand BVC)

Zum Video-Beitrag auf www.casting-network.de

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cn-special: Interview mit der Filmfest München-Leiterin Diana Iljine

 

© Sonja Calvert

Einleitung:
Im Rahmen des cn-specials zum Filmfest München von casting-network, führte Alexander Krebs ein kurzes Interview mit der Leiterin des renommierten Festivals, Diana Iljine. Seit diesem Jahr leitet sie das Festival zum ersten Mal und übernimmt sogleich zum 30-jährigen Jubiläum das Ruder ihres Vorgängers Andreas Ströhl.

Interview:
Alexander Krebs: Frau Iljine, in diesem Jahr sind Sie die neue Leiterin des Filmfest München. Was gefällt Ihnen an Ihrer Tätigkeit?

Diana Iljine: Am liebsten schaue ich Filme. Aber als Geschäftsführerin hat man auch jede Menge an anderen Aufgaben zu meistern. Aber es ist eine wunderbare Herausforderung! Dennoch bleibt natürlich auch Platz, um Filme zu schauen. Und dies trägt einen auch über manch schlaflose Nacht hinweg.
A.K.: Gab es denn bisher viele schlaflose Nächte?

D.I.: Das gibt es immer bei einem Festival dieser Größe! So ein Festival ist tatsächlich wie ein großes Schiff. Vom Maschinenraum bis zum Hauptdeck gibt es viele verschiedene Ebenen. Natürlich muss das Schiff in Stand gehalten werden und dafür sind nicht immer alle Mittel da. Dann gibt es hier und da eben schon einmal solche schlaflosen Nächte.

A.K.: Wie kam es dazu, dass Sie das Ruder von Ihrem Vorgänger als Kapitän – Andreas Ströhl – übernommen haben?

D.I.: Andreas Ströhl hat als Kapitän auf einem anderen Dampfer angeheuert. Und ich wurde von verschiedenen Seiten aus Politik und Filmwirtschaft gefragt, ob ich mir vorstellen könne, Leiterin des Filmfestes zu werden.

A.K.: Welcher Kurs bleibt denn altbewährt?

D.I.: Wir haben ein hochkarätiges Programm mit den besten Filmen des Sommers! Die Maschinen laufen sozusagen auf Hochtouren. Ganz besonders wichtig für uns ist, dass sich an Deck des Schiffes die Filmschaffenden mit dem Publikum treffen. Diese Begegnungen liegen mir sehr am Herzen. Das Team, also „die Mannschaft“, ist auch fast komplett an Bord geblieben.

A.K.: In welche Richtung wird das Schiff denn neu gelenkt?

D.I.: Wir haben im Lagerraum etwas ausgemistet und sind dadurch flotter unterwegs. Die Segel haben auch eine neue Farbe, sie sind rot mit Sonnenbrille drauf – unser neues Design in diesem Jahr. Wir haben versucht das Programm übersichtlicher zu gestalten und die Reihen neu zu gliedern. Dabei geht es weniger darum, woher ein Film kommt, sondern vielmehr wie er gemacht ist.

A.K.: Das finde ich auch sehr wichtig!

D.I.: Vorher hat die Einteilung noch nach Ländern stattgefunden. Zum Beispiel gab es den franz-ösischen oder den fernöstlichen Film. Jetzt sagen wir zum Beispiel einfach, „Independent“ gibt es überall auf der Welt, nicht nur in den USA.

A.K.1: Haben Sie denn jetzt schon Lampenfieber bevor es am 29. Juni los geht?

D.I.: Lampenfieber habe ich schon, seekrank bin ich Gott sei Dank noch nicht… aber es ist auch gut, wenn der Adrenalin-Spiegel steigt. Volle Kraft voraus!

A.K.: Auch wenn das Filmfest München keinen eigenen Wettbewerb hat, so werden dennoch Preise in verschiedenen Kategorien verliehen. Trotzdem die Frage: Wer wird Fussball-Europameister?

D.I.: Natürlich Deutschland!

A.K.: Sehr gut! Das ist doch ein gelungener Abschluss!

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cn-kolumne: Ein Interview mit Brien Dorenz und Heinrich Schafmeister

Wir sprachen mit dem Rechtsanwalt und dem Schauspieler in Ihrer Funktion als Justiziar und Vorstandsmitglied des BFFS über den Aufbau des Verbandes und über aktuelle Probleme, welche die Schauspieler und somit den BFFS beschäftigen: Urheberrecht, Tarife, GVL und Arbeitslosengeld 1.

Link zum Interview!

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cn-klappe: ecasting pro & contra

Link zum Video!

Aktueller Videobeitrag: ecasting: pro & contra
Wie ernst zu nehmen ist dieser „neue” Markt oder ist es nur ein Modetrend? Ein Zusammenschnitt des Panels am filmhaus babelsberg.

Auf dem Podium sitzen:
Heidi Krell (BVC)
Suse Marquardt (BVC)
Charlotte Siebenrock (BVC)
Clemens Erbach (BVC & filmmakers)
David Althammer (schauspielervideos)
Heiko Reichenberger (Goldbaum Management & rising-star)
Antoine Monot (BFFS)

Als Gäste wurden desweiteren geladen:
Jacqueline Rietz (VdNA)
Daniel Krauss (Regisseur, Produzent & Schauspieler)
Sonja Döring (ZAV Berlin)
Birgit Menzel (Die Agentin)

Moderation:
Tina Thiele (Autorin, Journalistin: casting-network)

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cn-kolumne: Ein Interview mit Richard Sammel

Richard Sammel | © Björn Kommerell

Anlässlich der Oscar-Verleihung sprachen wir mit dem in Berlin und Paris lebenden Schauspieler (bekannt u. a. aus „Casino Royale”, „Inglourious Basterds” und ab Mai 2012 in „The Third Half” und in „La Montanha” zu sehen) allen voran über seine internationale Film- und Fernsehkarriere.

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cn-klappe: ZAV Panel: Kellnern bis der Tatort kommt

ZAV Panel in Berlin im Winter 2011 | © casting-network

Aktueller Videobeitrag: Ein Zusammenschnitt des 3. Netzwerkforums der ZAV Künstlervermittlung Berlin im Winter 2011

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Es diskutierten:
Frank Witter (Schauspieler u.a. | ZAV-Berlin)
Sigrid Andersson (Coach | Die Tankstelle)
Sophie Molitoris (Casting Director | molitoris casting)
Charlotte Siebenrock (Head of Casting | Grundy UFA)
László I. Kish (Schauspieler und Coach | ZAV-Berlin)
Julia Beerhold (Schauspielerin | Vorstand BFFS)

Moderation:
Thomas Melzer (ZAV- Künstlervermittlung Berlin)

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cn-kolumne: Interview mit Sabine Bernardi & Iris Baumüller

Sabine Bernardi und Iris Baumüller | © casting-network

Anlässlich des heutigen Kinostarts von „Romeos…anders als du denkst!“ sprachen wir mit der Drehbuchautorin und Regisseurin Sabine Bernardi sowie mit Casting Director Iris Baumüller (Die Besetzer | BVC) allen voran über das aufwendige Casting des Hauptdarstellers „Lukas“!

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Auszüge:

S.B.: Wo ist der Schauspieler und wo die Privatperson? Das ist in diesem Alter natürlich besonders spannend. Am Theater oder an Schauspielschulen ist der Wunsch nach besonderen Rollen schon hoch im Kurs, vor dem Extrem der beiden Hauptrollen haben sich dann aber doch einige gescheut, viele auch wegen des Themas.

I.B.: Es passiert öfters, dass Agenten ihren Klienten meine Anfragen vorenthalten, weil sie das Buch vorlektoriert und als nicht passend befunden haben bzw. bereits andere (Karriere)Pläne für ihren Schützling haben, oder aufgrund des Budgets von vornherein „nein“ sagen. Das erfahre ich dann, wenn ich einen Schauspieler zufällig treffe und bei meiner Nachfrage gesagt bekomme, dass er/sie davon überhaupt nichts wusste. Ich finde es gut, wenn Agenten Projekte transparent machen.

S.B.: Ein Debütfilm ist natürlich ein wesentlicher Schritt, um beruflich Fuß zu fassen. Auch wenn „Romeos“ eine Kino-koproduktion mit dem ZDF war und ich sehr durch die Redaktion gefördert wurde, (…) lag das Budget bei 650.000 Euro, somit gehört es einfach dazu, seinen Debütfilm unter größten Anstrengungen zu stemmen und seinen Lebensunterhalt in der Zeit mit was anderem zu verdienen.

Anmerkung der Redaktion:
Der Film wurde von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) mit einer Altersfreigabe von 16 Jahren eingestuft. Als Begründung für diese Entscheidung nannte der Prüfungssitz „die Schilderung einer völlig einseitigen Welt von Homosexualität“ die eine „verzerrte Realität“ wiederspiegeln würde und daher „zu einer Desorientierung in der sexuellen Selbstfindung führe.“ Die FSK entschuldigte sich mittlerweile für diese diskriminierende Wortwahl in der Altersfreigabe. Es bleibt allerdings bei der Einstufung ab 16.

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cn-klappe: Die Deutsche Akademie für Fernsehen: Geht´s noch?! – Das Fernsehen stößt an seine Grenzen

Ein Zusammenschnitt der Podiumsdiskussion der neu gegründeten Akademie
am Vortag des Deutschen Fernsehpreises 2011!

Einführung:
Wilfried Schmickler (Kabarettist)

Es diskutierten:
Stefan Raiser (Produzent, Dreamtool)
Carlo Rola (Regisseur)
Julia Beerhold (Schauspielerin, Vorstand BFFS)
Prof. Dr. Fred Breinersdorfer (Autor, VDD)
Gerhard Schmidt (Produzent und Stellvertretender Vorstand Deutsche Akademie für Fernsehen)

Moderation:

Dr. Ulrich Spies (Adolf-Grimme Institut)

Einführung: Wilfried Schmickler (Gesamter Beitrag siehe Link unten)

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cn-klappe: Ein ganzer Tag zum Thema Casting 2011

Charly Hübner hielt die Laudatio zum Casting-Preis 2011 an Sophie Molitoris | Foto © casting-network

Ein Zusammenschnitt von Cast in and find out,
des Werkstattgesprächs mit Sophie Molitoris,
der Gewinnerin des Deutschen Casting-Preis sowie der Verleihung
im Rahmen der Cologne Conference vom 30. September 2011.

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cn-kolumne: Der deutsche Casting-Preis: Weiterhin fest in Frauenhand

Castingpreisträgerin 2011 Sophie Molitoris | © Thomas Leidig

Im Rahmen der Cologne Conference wird in diesem Jahr als Casting Directorin Sophie Molitoris mit dem Casting-Preis 2011 ausgezeichnet. Seit 1997 (mit einer Pause zwischen 2004 und 2008) wird bei der Cologne Conference, dem Internationalen Fernseh- und Filmfest in Köln, ein Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Besetzungstätigkeit im Spielfilm verliehen. In Fachkreisen gilt dieser heute mit 10.000 Euro dotierte Preis als „Lola“ unter den Auszeichnungen für die Castingbranche. Im Gegensatz zur Deutschen Filmakademie – die bedauerlicherweise keine Casting Directors in die Akademie aufnimmt – wird beim Deutschen Casting-Preis die kreative Leistung honoriert. Die bisherigen Preisträgerinnen waren: Weiterlesen

1997 An Dorthe Braker (BVC) | 1998 Heta Manscheff (BVC) | 1999 Nessi Nesslauer | 2000 Anja Dihrberg (BVC) | 2001 Rita Serra-Roll | 2002 Simone Bär | 2003 Sabine Schroth (BVC) | 2004 Risa Kes | Pause | 2008 Franziska Aigner | 2009 Nina Haun (BVC) | 2010 Ulrike Müller (BVC)

Auffällig ist, dass bislang ausschließlich weibliche Kandidatinnen abgeräumt haben. Was sicherlich auch mit der Verhältnismäßigkeit zu tun hat. So gibt es in Deutschland tatsächlich nur etwa 17 Prozent männliche Casting Directors. Sabine Schroth kommentierte das mal in einer Frauenzeitschrift: „Für Regisseure und Produzenten sind wir ein willkommenes Korrektiv ihres eigenen Geschmacks. Wir repräsentieren ganz nebenbei den weiblichen Teil des Publikums.“

Was nicht heißt, dass die männlichen Besetzungsprofis weniger einfühlsam wären oder keine frauenaffinen Filme vorbildlich besetzen könnten. Schließlich haben sich unter anderem Stephen Sikder (BVC), Marc Schötteldreier (BVC), Uwe Bünker (BVC), Clemens Erbach (BVC), Emrah Ertem oder Siegfried Wagner (BVC) auf ihrem Gebiet und mit langjähriger Erfahrung bereits einen Namen gemacht.

Die Jury-Entscheidung zum Casting-Preis wird jedenfalls demokratisch und anhand eingereichter aktueller Projekte gefällt. So wurde die vergangenen Jahre etwa Franziska Aigner für ihre Besetzung in „Die Welle“, Nina Haun für „Alle anderen”, „So glücklich war ich noch nie”, „Hilde” und Ulrike Müller unter anderem für „Die Fremde“ ausgezeichnet.

Dieses Jahr setzte sich die Jury zusammen aus Barbara Thielen (Leiterin Fiction/Serie RTL), Torsten C. Fischer (Regisseur), Ulrich Höcherl (Chefredakteur „Blickpunkt Film“), Martin Zimmermann (Produzent 20.15 Film- und Fernsehproduktion) und Dr. Martina Richter (Direktorin der Cologne Conference). Das Preisgeld wird von der Bavaria Film, der Colonia Media und Westside Filmproduktion gestiftet.

Es gab insgesamt 61 Filmeinreichungen, aus denen insgesamt 35 Casting Directors nominiert wurden. Die Juryentscheidung zu Gunsten von Sophie Molitoris fiel einheitlich aus. Alle fünf Jury-Mitglieder haben eine ihrer fünf Stimmen an Molitoris gegeben, die mit dem Fernsehfilm „Neue Vahr Süd“ (Regie: Hermine Huntgeburth | Buch: Christian Zübert) überzeugen konnte – schon der zehnte Film, bei dem sie mit der Regisseurin zusammengearbeitet hat.

In Sophie Molitoris Portfolio können sich aber noch ganz andere Schätze sehen lassen. So war sie etwa schon für die Besetzung in Fatih Akins Kino Debüt „Kurz und schmerzlos“ verantwortlich. Es folgten die Akin-Filme „Im Juli“ (2000) und „Solino“ (2002).

In einem Interview mit Tina Thiele antwortete Molitoris mal auf die Frage, welche Eigenschaften ein Casting-Director haben sollte: „Menschenliebe, Offenheit, gute Menschenkenntnis, Empathie, also Fähigkeit der Einfühlung. Während des Castings/Vorstellungsprozesses den Schauspieler-/in zunächst ankommen lassen und auch bei Unsicherheiten Sicherheit vermitteln können. Professionelle Abgrenzung, lachen können, seinen Beruf immer und immer wieder lieben. Dazu gehört auch sicher Organisationstalent, Flexibilität und Diplomatie.“ Und was ist für Sie ein guter Cast? „Wenn ich die Schauspieler-/innen im Film vergesse und nur noch die Charaktere sehe. Authentisch eben.“

Ein ganzer Tag zum Thema Casting: Ein Zusammenschnitt des Werkstattgesprächs mit Sophie Molitoris sowie der feierlichen Preisverleihung im Gerling Quartier Köln am 30.09. wird als cn-klappe demnächst zu sehen sein.

Weitere Informationen gibt es auch auf der Homepage der Cologne Conference.

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cn-kolumne: Interview mit Marc Conrad

Marc Conrad | © ConradFilm

Wir sprachen mit dem freien Produzenten von ConradFilm über die Produktion und Finanzierung von Kino- und TV-Formaten sowie seiner Rolle im Casting-Prozess.

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cn-klappe: Was macht einen guten Agenten aus?

© casting-network

Der Verband der Agenturen (VdA) diskutierte im Rahmen des Filmfest München 2011 über die Funktionen eines Agenten. Themen waren u.a. die Kommunikation mit den Klienten und die Präsentation nach außen, sowie Gagenverhandlungen, aber auch die Rolle des Agenten als Bezugsperson und Vertrauter.

Es diskutierten:

Aelrun Goette (Regisseurin, BVR)
Sigrid Narjes (above the line, VdA)
Sabine Schroth (Casting Director, BVC)
Uli Aselmann (d.i.e. film, Produzentenallianz)

Moderation:
Antje Schlag (Agentur Schlag, Vorstand VdA)

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cn-klappe: Von der Figur im Drehbuch bis zur Rolle im Film

© casting-network

Im Rahmen des Filmfest München 2011 veranstaltete der Bundesverband Casting (BVC) eine Podiumsdiskussion zum Thema „Von der Figur im Drehbuch bis zur Rolle im Film“.
Wie im vergangenen Jahr erschienen auch diesmal zahlreiche interessierte Fachbesucher. Für alle, die nicht live dabei sein konnten, gibt es hier nun die zusammengefasste Video- Aufzeichnung von casting-network.

Es diskutieren:

Christine Hartmann (Regisseurin, BVR)
Sandra Nedeleff (Schauspielerin, Drehbuchautorin, Regisseurin)
Stefany Pohlmann (Casting Director, BVC)
Thomas Biehl (Redakteur, ProSiebenSat.1)
Jochen Greve (Drehbuchautor, VDD)
Benedikt Röskau (Drehbuchautor, VDD)
Michael Schmidl (Redakteur, SWR)
Siegfried Wagner (Casting Director, BVC)

Moderation:
Stephen Sikder (Casting Director, Vorstand BVC)

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