- Studentenfilme: Ist ein Schauspieler, der nichts kostet, weniger wert?
- Selbständige „Schmarotzer“ anwesend?
- Warum es Ralph Herforth nicht mehr mit Veronika Ferres kann
- Abwärtsspirale Deutsches Kino: Ist Low-Budget das neue Branchenüblich?
- Rückstellungsvereinbarungen in der Filmbranche
- Schmiert Euch lieber ’ne Stulle, für das Catering reicht das Geld nicht mehr
- „Einfach“ frei sein!
- Einmal Star und zurück! Welche Schauspieler kennt man hierzulande?
- Das kleine Trauerspiel: Wie das ZDF vom Nachwuchs profitiert
- Der deutsche Schauspielerpreis (DSP) zur Berlinale 2012
- Studentenfilme: Ist ein Schauspieler, der nichts kostet, weniger wert?
- Die FSK wird bunt!
- Was ist Kunst wert? Sven Regener und das Urheberrecht
- Casting ganz anders: SMS Self Made Shorties zum Filmfest München
- Abwärtsspirale Deutsches Kino: Ist Low-Budget das neue Branchenüblich?
- Rückstellungsvereinbarungen in der Filmbranche
- „Einfach“ frei sein!
- Schmiert Euch lieber ’ne Stulle, für das Catering reicht das Geld nicht mehr
- cn-klappe: Was macht einen guten Agenten aus?
- Was Ihr schon immer das Ministerium fragen wolltet!
Impressionen Berlinale 2012: Deutscher Schauspielerpreis
Der Deutsche Schauspielerpreis wurde vom Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS) – anlässlich der Berlinale 2012 – zum ersten Mal vergeben: Sieben Preise von Schauspielern allen voran für Schauspieler.
“Inspiration” war hier das vordergründige Leitmotiv: Kollegen, die uns durch ihre Arbeit und den entsprechenden Rollen inspirieren.
Die Preisträger 2012:
- Beste Nebendarstellerin: Dagmar Manzel (für “Zettl” und “Die Unsichtbare”)
- Bester Nebendarsteller: Ulrich Noethen (für “Die Unsichtbare”)
- Beste Hauptdarstellerin: Petra Schmidt-Schaller (für “Das geteilte Glück”)
- Bester Hauptdarsteller: Stefan Kurt (für “Dreileben”)
- Ehrenpreis: Kulturstaatsminister Bernd Neumann
- Ehrenpreis Lebenswerk: Katharina Thalbach
- Überraschungspreis | Kategorie Nachwuchs: Alina Levshin („Kriegerin“)
Nominiert waren:
- Beste Nebendarstellerin: Jasna Fritzi Bauer, Dagmar Manzel, Lisa Wagner
- Bester Nebendarsteller: Justus von DohnÁnyi, Marcus Mittermeier, Ulrich Noethen
- Beste Hauptdarstellerin: Steffi Kühnert, Petra Schmidt-Schaller, Katja Riemann
- Bester Hauptdarsteller: Olli Dittrich, Milan Peschel, Stefan Kurt
Die Jury bestand aus folgenden Schauspielern:
- Tim Bergmann
- Hans-Werner Meyer
- Antoine Monot
- Thomas Schmuckert
- Stefanie Stappenbeck
- Jasmin Tabatabai
Durch den Abend führten:
- Stefanie Sick van Hees
- Antoine Monot (Vorstand BFFS)
Vorwort | Begrüßung:
- Klaus Wowereit
Laudatoren:
- Ulrich Höcherl, Chefredakteur Blickpunkt Film
- Anja Kling, Schauspielerin und Autorin
- Peter Lohmeyer, Schauspieler
- Anna Loos, Schauspielerin und Sängerin
- Prof. Jobst Plog, ehemals Intendant des NDR, BFFS-Beirat
- Detlef Buck, Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur
- Alina Levshin, Schauspielerin
Musikalische Einlagen:
- Jasmin Tabatabai und Band
- Leon Schmuckert & Vater Thomas Schmuckert
Die wirklich gelungene, bewegende und kurzweilige Verleihung dauerte ca. 2 Stunden. Die Aftershowparty ging bis in den Morgen.
Im Mittelpunkt unseres Beitrages haben wir Katharina Thalbach und Ihrem Laudator Detlev Buck den roten Teppich ausgerollt!
Hier ein paar Impressionen von der Verleihung am 12. Februar im Maritim!
Impressionen Berlinale 2012: Preisverleihung Hoffnungsschimmer
Für faire Produktionsbedingungen wurde von der Bundesvereinigung der Filmschaffenden Verbände zum zweiten Mal der Preis „Hoffnungsschimmer“ – anlässlich der Berlinale 2012 – vergeben.
22.000 Filmschaffende konnten über das Netzwerk crew united ihre fairsten Film- und Fernsehproduktion, bei der sie mitgewirkt haben, bewerten. Ca.1.400 Filmschaffende nutzen diese Möglichkeit aus 668 Filmen ihre fairste Produktion auszuwählen. 5 Filme wurden nominiert.
Preisträger 2011: Barbara von Christian Petzhold | Produktionsleitung: Dorissa Berninger Wettbewerb Berlinale 2012 | Kinostart: 8. März 2012
Hier ein paar Impressionen vom 11. Februar in der Vertretung des Landes Baden Württemberg.
Die auftretenden Personen in chronologischer Reihenfolge:
* Marion Kracht (Schauspielerin, Laudatorin)
* Rolf Becker (Schauspieler, Laudator)
* Florian Koerner von Gustorf (Produzent | Schramm Film, Koerner & Weber von „Barbara“)
* Dorissa Berninger (Produktionsleiterin von „Barbara“)
* Angelika Krüger-Leißner (medienpolitische Sprecherin der SPD Bundestagsfraktion)
Impressionen Berlinale 2012: Peugeot-BVC-Casting Night 2012
Bei der Peugeot-BVC-Casting Night – anlässlich der Berlinale 2012 – feierte der Bundesverband Casting (BVC) mit seinen Gästen und dies bereits zum dritten Mal.
Auf dem roten Teppich wurden die Gäste zunächst vom Blitzlichtgewitter der Presse begrüßt. Für eine hervorragende Betreuung sorgten allen voran die Casting Directors Anja Dihrberg und Gitta Jauch, die selbstverständlich alle Gäste (nicht nur die Schauspieler) namentlich nennen konnten.
Im darauffolgenden Raum standen alle anderen Mitglieder des BVC respektvoll zur Begrüßung im Spalier.
Der BVC wurde 2003 gegründet und vertritt die Interessen der Casting Directors aus dem deutschsprachigen Raum – tätig in den Bereichen Kino, Fernsehen, Theater und Werbung.
Er umfasst aktuell 36 aktive Mitglieder.
Neu im Verband ist Kristin Diehle (Casting Director aus Düsseldorf).
Hier ein paar Impressionen vom 11. Februar in der Vertretung des Saarlandes beim Bund!
Impressionen Berlinale 2012: crew call
Mit dem crew call trifft sich die virtuelle Filmgemeinschaft auch in der realen Welt und dies seit 5 Jahren.
Die Veranstaltung fand am 9. Februar im HBC parallel zur offiziellen Eröffnungsgala statt.
Der crew call ist eine Veranstaltung von crew united und schauspielervideos in Kooperation mit cinearte.
www.crew-united.com | www.schauspielervideos.de | www.cinearte.net
Hier ein paar Impressionen!
Weitere Informationen zum crew call 2012:
Artikel in der Berliner Zeitung: Beziehungen auf der Berlinale: Ich bin dein Netzwerk
Video-Protest: Wettbewerbsfilm zum 99Fire Films Award kritisiert Wettbewerb selbst
Der 99-Fire Films Award findet dieses Jahr zum 4. mal im Rahmen der Berlinale statt.
Die Facts:
Glamour, Schein, Blitzlichtgewitter: eine wirklich tolle Veranstaltung mit internationalen Sponsoren wie u.a. McDonald’s (2011) oder Fiat (2012).
Renommierte Jury bestehend aus „Constantin Film” Geschäftsführer Torsten Koch, Schauspielerin Bettina Zimmermann, Schauspieler Kai Wiesinger, Modedesigner Wolfgang Joop, Regisseur Leander Haußmann, Schauspieler Wotan Wilke Möhring, Schauspielerin Natalia Avelon, Schauspieler Roman Knizka und „Myvideo” Geschäftsführer Manuel Uhlitzsch.
Mitmachen kann laut eigenen Angaben der Veranstalter jeder Hobbyregisseur, Filmverrückte, Werber, Student, kreative Kopf mit Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Die Filmemacher kriegen unter einem Wortspiel-Motto (letztes Jahr bspw. „Kaffee”) die Gelegenheit, in exakt 99 Stunden einen Film zu konzipieren, zu drehen und zu schneiden, der wiederum genau 99 Sekunden lang sein darf. Der Gegner: Die Zeit.
1. Preis – „Bester Film” erhält 9.999 €
2. Preis – „Beste Kamera” erhält 999 € für eine Teamparty
3. Preis – „Beste Idee” erhält 999 € für eine Teamparty
„Publikumspreis” powered by MyVideo erhält 999 € für eine Teamparty.
Jubelndes Publikum, feine Party, beste Verköstigung und und und. Aber wie sieht es hinter den Kulissen tatsächlich aus? Damit hat sich ein Bewerber-Team dieses Jahr näher beschäftigt.
Innovatives Serienpotential: Privatsender vs. Öffentlich-Rechtliche
Anja Kling & Britta Hammelstein sind "Hannah Mangold & Lucy Palm" | Foto: © SAT.1 Wolfgang Wilde, Bernd Jaworek
Sat.1 ist mit „Danni Lowinski“ und „Der letzte Bulle“ die Zuschauerbindung und Image-aufwertung im Bereich Deutsche Fiction erfolgreich gelungen. Erfreulich zu sehen ist, dass dieser Kurs weiter angesteuert wird. Im Januar erblickten zwei neue Piloten das Licht der Fersehgeräte: „Hannah Mangold & Lucy Palm“ sowie „Wolff – Kampf im Revier“.
Ich persönlich schaltete ohne große Erwartungen zufällig letzte Woche Dienstag ein, als „Hannah Mangold und Lucy Palm“ als 90-minüter zur Prime-Time auf Sendung ging. Was sich meinem geschulten und sicherlich auch Krimi-übersättigten Auge da aufbot, glich fast einer Erleuchtung.
Fernsehserien: Besser als Kino?
© AMC
Unter dem provokanten Titel „Besser als Kino?“ lud das Filmbüro Nordrhein-Westfalen im Dezember zu einem Symposium nach Köln ein, um über epische Erzählformen in modernen Fernsehserien zu diskutieren. Die These: „Das Kino hat einen Teil seiner künstlerischen Vorreiterolle verloren.“ Wichtige Impulse für filmisches Erzählen seien in letzter Zeit eher aus der früher verpönten Gattung der Serie gekommen – jedenfalls im englischsprachigen Raum. Im Filmforum NRW diskutierten Produzenten, Autoren und Redakteure mit dem überwiegend selbst aus der Branche stammenden Publikum darüber, welche Chancen diese Entwicklung auch für deutsche Filmemacher bietet.
Natürlich durften die eingeladenen Gäste auch ihre eigenen Projekte vorstellen. Auffallend war dabei, dass es sich bei gleich zwei Präsentationen gar nicht um Serien im engeren Sinn handelte.
ZAV Panel: Kellnern bis der Tatort kommt
ZAV Panel in Berlin im Winter 2011 | © casting-network
Aktueller Videobeitrag: Ein Zusammenschnitt des 3. Netzwerkforums der ZAV Künstlervermittlung Berlin im Winter 2011
Es diskutierten:
Frank Witter (Schauspieler u.a. | ZAV-Berlin)
Sigrid Andersson (Coach | Die Tankstelle)
Sophie Molitoris (Casting Director | molitoris casting)
Charlotte Siebenrock (Head of Casting | Grundy UFA)
László I. Kish (Schauspieler und Coach | ZAV-Berlin)
Julia Beerhold (Schauspielerin | Vorstand BFFS)
Moderation:
Thomas Melzer (ZAV- Künstlervermittlung Berlin)
Der deutsche Schauspielerpreis (DSP) zur Berlinale 2012

Die erste Auszeichnung von Schauspielern für Schauspieler: Der vom BFFS initiierte „Deutsche Schauspielerpreis“ (DSP) wird am 12. Februar 2012 anlässlich der Berlinale im Hotel Maritim verliehen.
Der Preis wird von der Jury – bestehend aus Jasmin Tabatabai, Stefanie Stappenbeck, Tim Bergmann, Thomas Schmuckert, Antoine Monot Jr. und Hans-Werner Meyer – in sechs Kategorien vergeben.
Die Idee einen eigenen Schauspielerpreis zu erschaffen, schlummerte in BFFS Kreisen schon länger. Der Kinderwunsch war da, das Baby musste allerdings erst gezeugt werden. So eine Herausforderung braucht schließlich erst ein finanzielles Fundament.
Nachdem 2009 die letzte große BFFS Party im Rahmen der Berlinale stattgefunden hatte, konnte die erfolgreiche Feier in den Folgejahren 2010 und 2011 leider nicht wiederholt werden. Zahlreiche Sponsoren waren aufgrund der Wirtschaftskrise nicht mehr verfügbar. Ein Empfang in der Größenordnung ist in der Regel im fünf- bis sechsstelligen Bereich einzuordnen. Die BFFS-Mitgliedsbeiträge sollten davon unberührt bleiben. Zur alljährlichen Mitgliedervollversammlung während der Berlinale werden die Ausgaben immer transparent besprochen und da ist es eindeutig, dass der Verband die Mittel für sinnvolle soziale und politische Zwecke zugunsten unserer Berufsgruppe investieren muss statt für einen einzigen Abend zu verkonsumieren.
Crowdfundig Deluxe: Fans finanzieren Stromberg – der Film
© Brainpool | Foto Willi Weber | Christoph Maria Herbst aka "Bernd Stromberg"
Seit dem 15. Dezember ist die Finanzierung von „Stromberg - der Film“ als Crowdfundig Aktion angelaufen.
Zunächst war ich entsetzt darüber, dass eine solch erfolgreiche Produktion nicht ausreichend Filmförderung oder Finanziers zusammen kriegt. So heißt es laut Spiegel-Online „so energisch Erfinder und Autor Ralf Husmann und die Produktionsfirma Brainpool ihr Anliegen bei möglichen Geldgebern auch anbrachten – eine ordentliche Summe war für das Projekt nie zusammengekommen“. Unvorstellbar!
Also hat man sich nun an die verlässlicheren Quellen gewendet: Die Fans!
Bis zum 15. März soll per Online-Crowdfunding eine Million Euro Startkapital eingesammelt werden. Der Rest des Budgets wird unter anderem über den Verkauf von Fernsehrechten eingenommen.
Autor Ralf Husmann sieht das Projekt auch als eine Art Marktforschung, um zu ermitteln, „wie wichtig wir den Fans sind, wie sehr sie sich mit unserer Serie identifizieren“.
Und nach nur fünf Tagen (!) zeichnen sich schon gewaltige Resonanzen ab: knapp 230.000 € ist schon in den Topf geflossen.
Frohe Weihnachten! Finanzministerium beschert Kamerateams 12 % mehr Umsatz
Mit einer aktuellen Kurzinformation (FM Schleswig-Holstein VI 358-S 7240-051) weist das Finanzminsterium Schleswig-Holstein seine Finanzämter an, bei der Herstellung von Akquisitionsmaterial durch Kamerateams den ermäßigten Umsatzsteuersatz zu berücksichtigen. Ist das Kamerateam für eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt tätig, ist dies eine äußerst positive Nachricht. Denn, anders als vorsteuerabzugsberechtigte Produktionsgesellschaften, bezahlen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten keine Umsatzsteuer aus. Das Kamerateam hat insoweit selber aus der Pauschale die Umsatzsteuer abzuführen. Wurde beispielsweise eine Tagesgage i.H.v. EUR 1.000 vereinbart, bedeutete dies (unterstellte man bislang den regulären Umsatzsteuersatz), dass das Kamerateam EUR 159,66 an das Finanzamt abführen musste. Nach der nunmehr erfolgten Klarstellung sind es nur noch EUR 65,42. Das bedeutet ein Umsatzzuwachs von 12 %. Gute Aussichten zum Jahresende!
Interview mit Sabine Bernardi & Iris Baumüller
-
Sabine Bernardi und Iris Baumüller | © casting-network
Anlässlich des heutigen Kinostarts von „Romeos…anders als du denkst!“ sprachen wir mit der Drehbuchautorin und Regisseurin Sabine Bernardi sowie mit Casting Director Iris Baumüller (Die Besetzer | BVC) allen voran über das aufwendige Casting des Hauptdarstellers „Lukas“!
Ganzes Interview lesen?
cn-klappe als Newsletter
Auszüge:
S.B.: Wo ist der Schauspieler und wo die Privatperson? Das ist in diesem Alter natürlich besonders spannend. Am Theater oder an Schauspielschulen ist der Wunsch nach besonderen Rollen schon hoch im Kurs, vor dem Extrem der beiden Hauptrollen haben sich dann aber doch einige gescheut, viele auch wegen des Themas.
I.B.: Es passiert öfters, dass Agenten ihren Klienten meine Anfragen vorenthalten, weil sie das Buch vorlektoriert und als nicht passend befunden haben bzw. bereits andere (Karriere)Pläne für ihren Schützling haben, oder aufgrund des Budgets von vornherein „nein“ sagen. Das erfahre ich dann, wenn ich einen Schauspieler zufällig treffe und bei meiner Nachfrage gesagt bekomme, dass er/sie davon überhaupt nichts wusste. Ich finde es gut, wenn Agenten Projekte transparent machen.
S.B.: Ein Debütfilm ist natürlich ein wesentlicher Schritt, um beruflich Fuß zu fassen. Auch wenn „Romeos“ eine Kino-koproduktion mit dem ZDF war und ich sehr durch die Redaktion gefördert wurde, (…) lag das Budget bei 650.000 Euro, somit gehört es einfach dazu, seinen Debütfilm unter größten Anstrengungen zu stemmen und seinen Lebensunterhalt in der Zeit mit was anderem zu verdienen.
Anmerkung der Redaktion:
Der Film wurde von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) mit einer Altersfreigabe von 16 Jahren eingestuft. Als Begründung für diese Entscheidung nannte der Prüfungssitz „die Schilderung einer völlig einseitigen Welt von Homosexualität“ die eine „verzerrte Realität“ wiederspiegeln würde und daher „zu einer Desorientierung in der sexuellen Selbstfindung führe.“ Die FSK entschuldigte sich mittlerweile für diese diskriminierende Wortwahl in der Altersfreigabe. Es bleibt allerdings bei der Einstufung ab 16.
Die FSK wird bunt!
"zugegeben, etwas unscharf, aber die FSK könnte dem ja Profil verleihen", so Sabine Bernardi zum symbolischen Geschenk "FSK 14"
Ich – Regisseurin und Autorin von “Romeos” – habe die Begründung des FSK-Urteils am 25.11.11 erhalten und es kurz darauf öffentlich gemacht. Gleichzeitig habe ich die FSK um eine Stellungnahme zu diesem zutiefst diskrimierenden Urteil gebeten. Noch ohne Antwort. Ich möchte klare Worte benutzen – die FSK Begründung ist eine Frechheit. Sie ist beleidigend, verletzend und aufs schärfste zu kritisieren. Ich schließe mich dabei vollständig der Argumentation des LSVD (Lesben- und Schwulenverband Deutschland) an, der sofort nach Bekanntgabe Beschwerde bei der FSK eingereicht hat. Die Beurteilung der FSK hat mich erstmal sprachlos gemacht – als Regisseurin des Films, vor allem aber als Mensch.
Inzwischen habe ich meine Sprache wiedergefunden und möchte ergänzend zur Stellungnahme des LSVD einen Offenen Brief an die FSK richten:
An die Geschäftsführung der FSK Frau von Wahlert und Herr Poßmann sowie die Vertreter der OLJB (Obersten Landesjugendbehörde) bei der FSK,
als Geschäftsführende der FSK fordere ich Sie zu einer überfälligen Stellungnahme bezüglich der FSK Begründung zu „Romeos“ auf und bitte Sie entschieden, entsprechende Konsequenzen zu ziehen. Ich setzte die Öffentlichkeit ins Cc:
Wen interessiert’s? Europa verteilt seine Filmpreise
Heute werden in Berlin die „Europäischen Filmpreise” verliehen. Wahrscheinlich guckt wieder keiner zu wie schon vor vier Jahren beim Jubiläum. Die Gala ist glamourös, doch wie man sich selbst inszeniert, muss Europas Filmwelt noch lernen. | Foto © Europäische Filmakademie
Wenn demnächst mal wieder einer über Hollywood lästert, könnte man entgegnen, dass sich wenigstens das Publikum dafür interessiert. Drum müssen Hollywoods Produktionen auch zuerst mal im eigenen Land ihr Budget wieder einspielen, der Rest der Welt kommt dann als Extra dazu.
Sogar eine trockene Preisverleihung wird zum Großereignis, das dann (wie man hier ab der fünften Minute sehen kann) auch wieder für die eigenen Produkte adaptiert wird. Kurz: Wenn Hollywood sich selber feiert, schaut man gerne zu – und nicht nur im eigenen Land, sondern rund um die Welt.
Auch ein deutscher Privatsender schickt sein Team zur „Oscar“-Verleihung, um live am Roten Teppich brandheiße Statements einzufangen und die schönsten Abendroben zu bewundern. Und es gibt Leute, die sich gerne mitten in der Nacht vor den Fernseher legen und vier Stunden lang zuschauen, wie bekannte Filmstars auf der Bühne Witzchen reißen, die ihnen Drehbuchautoren aufgeschrieben haben. Auf Englisch, ohne Untertitel, und wenn die Sonne aufgeht, ist es Montag. Mehr als eine halbe Million sollen das in diesem Jahr gewesen sein – doppelt so viele wie im Jahr zuvor.
Das gesamteuropäische Gegenstück gibt es seit 24 Jahren. Anfangs hatte er sogar einen richtigen Namen, heute heißt er weniger zauberhaft nur noch „Europäischer Filmpreis“, hat aber wenigstens eine Gala, die auch nicht so viel bescheidener ist als die in Los Angeles. Nur guckt kaum einer hin. Wieso auch, wenn die Hälfte der Filme, die auf der Auswahlliste stehen, eh keiner kennt, weil sie entweder nie zu sehen waren oder zwar filmkunstbegeisterte Kritiker auf Festivals erfreuen, aber filmkunstbegeisterte Kinobetreiber in den Ruin treiben?
Endlich Künstler! Rechtskräftiges Urteil zu Gunsten von Casting Directors
„Endlich Künstler!“ (Franziska Aigner)
Die Pressemitteilung von Franziska Aigner:
In einem bahnbrechenden Urteil vom 23.09.2011 hat das Finanzgericht München die Tätigkeit der Münchner Casting-Direktorin Franziska Aigner als künstlerische Tätigkeit im Sinn des § 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG qualifiziert, so dass diese Tätigkeit nicht der Gewerbesteuer unterliegt.
Nach den Feststellungen des Finanzgerichts München erreicht die Tätigkeit der Klägerin in ihrer konkreten Ausgestaltung durch die Komposition des Schauspielerensembles eine künstlerische Gestaltungshöhe, da sie damit die dem Film Bild gebenden Akteure bestimmt und auf einen der primären künstlerischen Wirkungsgrade des Films – die personelle Bildgebung der Geschichte- in entscheidender Weise Einfluss nimmt.
Die vom Finanzamt München zuvor erlassenen streitgegenständlichen Gewerbesteuermessbescheide, gegen die sich Franziska Aigner im Klagewege gewehrt hat, wurden vom Finanzgericht München aufgehoben.
Das Urteil ist rechtskräftig.
Eine anonymisierte Fassung des Urteils kann über die Rechtsanwaltskanzlei Michael Fröschl angefordert werden. Frau Sabine Falkenberg steht dort für weitere Auskünfte jederzeit gerne zur Verfügung.
Kommentar der Redaktion:
Nach zwei Jahren Rechtsstreit hat Franziska Aigner Recht bekommen:
Das Finanzgericht München erkennt die Tätigkeit als Casting-Direktorin als künstlerische Tätigkeit an.
Hier wäre auch ein Umdenken der Deutschen Filmakademie endlich an der Zeit. Die künstlerische Arbeit der Casting Directors wird in Deutschland (außer im Rahmen der Cologne Conference) nirgendwo anders gewürdigt, geschweige denn mit einem Preis ausgezeichnet.
Zur Person: Franziska Aigner wurde am 3. Dezember 1960 in Ludwigsburg geboren. Nach dem Abitur zog es sie nach Berlin, wo sie zunächst Germanistik, Publizistik und Theaterwissenschaften studierte, sich dann aber entschloss, in München eine Buchhändlerlehre zu absolvieren.
Nach der Ausbildung führte sie ihr Weg wieder in ihre Heimatstadt. Dort eröffnete und leitete sie zwei Buchhandel-Filialen des Familienbetriebes „Buchhandlung Eigner“.
1989 ging es zurück nach München. Nach der Kinderpause und Geburt ihrer zwei Kinder machte sie sich als Casting Director selbständig. Ihr Besetzungsdebut war ein „Tatort“ von Jobst Oetzmann.
Seit 1994 arbeitet sie nun als freier Casting Director in München.
2008 gewann sie den deutschen Casting-Preis im Rahmen der Cologne Conference. Zahlreiche Fernsehspiel- und Kinoformate zählen mittlerweile zu ihrer Filmographie.
www.franziska-aigner-casting.de




Anmerkung der Redaktion: