Publizierungen von: Oliver Zenglein

FFG 2022 – Stellungnahmen 3: Crew United

„Soziale und ökologische Nachhaltigkeit jetzt!“ fordert die Branchenplattform Crew United. Oder einfacher gesagt:  Die Agenda 2030 gilt auch für die Filmbranche. | Foto © Archiv

„Soziale und ökologische Nachhaltigkeit jetzt!“ fordert die Branchenplattform Crew United. Oder einfacher gesagt:  Die Agenda 2030 gilt auch für die Filmbranche. | Foto © Archiv

Das Filmförderungsgesetz (FFG) prägt die deutsche Filmkultur und Filmwirtschaft, der Gesetzgeber schafft damit den gesetzlichen Rahmen und beauftragt die Filmförderungsanstalt (FFA) mit der Umsetzung. Eine Novellierung des FFG muss mit den kultur-, gesellschafts- und umweltpolitischen Zielen der Bundesregierung übereinstimmen.

Eines der wichtigsten Zielsysteme, denen sich die Bundesregierung verpflichtet hat, sind die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030, die „Sustainable Development Goals“. Sie richten sich an Regierung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft.

Die deutsche Filmbranche ist bei sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit leider nicht Vorreiter, sie hinkt vielmehr weit hinterher: Studien weisen auf die drohende Altersarmut vieler Filmschaffender hin; Projektarbeiter*innen (insbesondere Solo-Selbstständige) fallen durch das soziale Netz; Diesel-Generatoren sind der Standard an Filmsets; der Gender Pay Gap ist bittere Realität vieler weiblicher Filmschaffender. Weiterlesen

Gesundheit und Wohlergehen, hochwertige Bildung, Geschlechtergleichheit, weniger Ungleichheit, keine Armut, nachhaltige Produktion und Klimaschutz sind globale Ziele, die mit der FFG-Novellierung für die Filmbranche konkretisiert und spezifiziert werden müssen. Die Filmbranche betreibt aktuell Raubbau am Menschen und an der Umwelt. Die FFA und andere Filmförderungen fördern sozial- und gesellschaftskritische Filmwerke, gleichzeitig reproduziert das Fördersystem selbst soziale Mißstände und begünstigt prekäre Arbeit. 

Obwohl ein Hinwirken auf sozialverträgliche Arbeitsbedingungen als gesetzliche Aufgabe der FFA bereits seit der letzten FFG-Novelle verankert ist, hat die FFA im Bereich soziale Nachhaltigkeit bis heute nichts unternommen. Der Gesetzgeber hat die Möglichkeit und die Pflicht, diese Mißstände mit der FFG-Novellierung zu verändern.

Die Branchenplattform Crew United macht mit dieser Stellungnahme zur FFG-Novellierung konkrete Vorschläge zur Stärkung der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit in der Filmbranche. 

Mit acht Kernforderungen zeigt Crew United konkrete Möglichkeiten für den Gesetzgeber und die FFA die Filmbranche sozial und ökologisch nachhaltig zu entwickeln. Crew United ist eng verbunden mit der Initiative „Zukunft Deutscher Film“ und sieht in den „Frankfurter Positionen zur Zukunft des Deutschen Films“ Forderungen zur Stärkung der Filmkultur, welche die eigene Stellungnahme ergänzen. Über folgende Frage lohnt sich ein Nachdenken: Führt eine sozial und ökologisch nachhaltige Filmproduktion langfristig nicht auch zu einer wirtschaftlich und kulturell erfolgreichen Filmbranche? Einfach weil Talent die entscheidende Ressource ist, die wir für die Branche begeistern und an sie binden sollten?

Umgekehrt funktioniert es auf jeden Fall nicht: Gut ausgebildete Absolvent*innen von  Filmhochschulen, deren Ausbildung sechsstellige Summen gekostet hat und die dann die Branche verlassen, weil sie keine Chance erhalten sich künstlerisch zu verwirklichen und/oder aus ihrer Passion ein funktionierendes Arbeits- und Lebensmodell zu machen, sind weder kulturell noch ökonomisch nachhaltig.

1. Nachhaltigkeit braucht Mindeststandards!

Wir fordern, dass für Projekte, die mit Mitteln der FFA, des DFFF und des GMPF gefördert werden, die Einhaltung sozialer und ökologischer Mindeststandards auf Basis bestehender Gesetze und ­Tarifverträge durchgesetzt wird. Darüber hinaus müssen in einem Branchendialog Standards entwickelt werden, die den spezifischen Arbeitsformen der Film- und Fernsehbranche gerecht werden.

Begründung: Die FFA vergibt Mittel auf gesetzlicher Grundlage des FFG. Mit der Vergabe dieser Mittel geht aus unserer Sicht eine ethische, soziale und ökologische Verantwortung einher, welche die FFA bisher nicht wahrnimmt. Die zunehmende Prekarisierung von Film- und Fernsehschaffenden in Deutschland ist hinreichend belegt, die dringende Handlungsnotwendigkeit im Bereich Klimaschutz ist nur noch bei realitätsfernen Gruppen umstritten. Projekte, die durch FFA gefördert werden, sollten auf soziale und ökologische Mindeststandards verpflichtet werden. 

Zudem braucht es eine in Richtlinien mündende Verständigung darüber, was sozialverträgliche Arbeitsbedingungen und ökologische Standards in der Filmwirtschaft sind. Bei einer Förderung durch das Österreichische Filminstitut ist die Kalkulation kollektivvertraglicher Mindestgagen als Fördervoraussetzung beispielsweise in den Richtlinien definiert. 

Eine tragfähige und wirkungsvolle Festschreibung kann nur auf Grundlage eines gemeinsamen Konsenses entstehen, hierbei sollte neben den Sozialversicherungsträgern, den Vertretern der Gewerke, der Produzenten und Förderer auch die Wissenschaft beteiligt werden. 

Ein Nationaler Grüner Drehpass sollte gemeinsam mit der Branche entwickelt werden und verpflichtende ökologische Mindeststandards definieren.

2. Nachhaltigkeit braucht Dialog!

Wir fordern die Gründung eines FFA-Ausschusses für soziale und ökologische Nachhaltigkeit.

Begründung: In den Strukturen der FFA braucht es einen verbindlichen Raum für den Austausch zu sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit und eine Verortung des Themas als Querschnittsaufgabe der FFA. Es ist nicht ausreichend Nachhaltigkeit als Randthema in anderen Ausschüssen zu besprechen, eine Nachhaltigkeitsstrategie der FFA ist bisher nicht ersichtlich. Der Ausschuss für soziale und ökologische Nachhaltigkeit sollte die Berufsverbände und Interessenvertretungen der Filmschaffenden beteiligen und auch Kompetenz aus anderen Branchen der Kultur- und Kreativwirtschaft und der Wissenschaft integrieren. Die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie für die Filmbranche, die Nachhaltigkeit nicht nur behauptet, sondern auch selbst lebt, kann nur partizipativ gemeinsam mit der Branche geschehen. Der Ausschuss sollte in Folge auch beauftragt werden, Nachhaltigkeitsrichtlinien für die Förderkommissionen zu entwickeln.

3. Nachhaltigkeit braucht Ressourcen!

Wir fordern, mindestens zwei Prozent des Jahresbudgets der FFA für Fördermaßnahmen zur Stärkung der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit zu reservieren und zwei Vollzeitstellen innerhalb der FFA für diese Themen zu schaffen.

Begründung: Die Jahre seit der letzten Novellierung haben gezeigt, dass die Zuweisung von Aufgaben an die FFA ohne hinterlegte personelle und finanzielle Ressourcen keinen Fortschritt bringt. Nach Paragraf  159 FFG sind bis zu 10 Prozent der Einnahmen für die Erfüllung der Aufgaben nach Paragraf  2 FFG zu verwenden. Wir empfehlen hier zusätzlich einen Mindestanteil von zwei Prozent für Nachhaltigkeitsprojekte zu definieren und zu prüfen, ob die von der FFA verwalteten DFFF- und GMPF-Budgets in die Berechnung einbezogen werden können. Die Bedeutung und der Wert von Nachhaltigkeit für die Zukunft unserer Gesellschaft muss sich finanziell in der Budgetaufteilung der FFA widerspiegeln.

4. Nachhaltigkeit braucht Transparenz!

Wir fordern die Ausweitung der Berichtspflichten von Förderempfängern zu Aspekten sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit sowie eine verpflichtende CO2-Bewertung geförderter Projekte und die Einführung von Stichprobenkontrollen durch die FFA.

Begründung: Für die Bewertung und Steuerung von Nachhaltigkeit in der Filmbranche braucht es ein kontinuierliches Monitoring sozialer und ökologischer Themen mit einer einheitlichen, verlässlichen und breiten Datenbasis. Das Kalkulationsschema der FFA ist Branchenstandard und wird zum Beispiel von regionalen Filmförderungen adaptiert. 

Diesem Vorbild folgend, sollte die FFA eine Nachhaltigkeitsbewertung für Filmprojekte und Kinos entwickeln und als Branchenstandard etablieren. Dabei erscheint es sinnvoll, bei Antragstellung verpflichtend einen Katalog der geplanten Maßnahmen abzufragen, über deren Umsetzung Förderempfänger bei Förderabrechnung zu berichten haben. Damit verbunden sollte eine verpflichtende CO2-Bewertung geförderter Projekte (ex ante/ex post) sein. Ziel muss sein, Lernprozesse bei den Fördernehmern auszulösen, öffentlich verfügbare Best Practices aufzubauen und wiederholte Verfehlungen gegebenenfalls auch zu sanktionieren. 

Die aktuell in Paragraf 67 (11) FFG formulierte Informationspflicht des Filmherstellers gegenüber der FFA ist insofern nicht ausreichend, als es natürlich nicht nur darum gehen kann, ob ein Branchentarifvertrag oder vergleichbare soziale Standards „anwendbar sind“, sondern ob und welche sozialen und ökologischen Maßnahmen rückblickend auch wirklich angewendet wurden. 

Zu prüfen wäre auch eine Ausweitung der Transparenzpflichten der FFA hinsichtlich Förderentscheidungen. Die Argumentation der FFA, dass Stichprobenkontrollen zu aufwendig beziehungsweise zu kompliziert sind und personell nicht geleistet werden können, greift aus unserer Sicht nicht. Die Stichproben können einerseits (wie andere Schlussprüfungen) an eine Prüfungsgesellschaft ausgelagert beziehungsweise mit dieser kombiniert werden, zudem kann auch für eine Nachhaltigkeitsbewertung von geförderten Projekten ein standardisiertes Verfahren ähnlich wie bei der Prüfung von Regionaleffekten, deutschen Herstellungskosten oder kulturellem Eigenschaftstest entwickelt werden.

5. Nachhaltigkeit braucht Anreize!

Wir fordern Filmpreise für Fairness, Nachhaltigkeit, Gendergerechtigkeit oder Diversität wie zum Beispiel den FairFilmAward Fiction/Non-Fiction in die Referenzpunkteliste der FFA aufzunehmen.

Begründung: Der Erfolgsbegriff nach Paragraf 73 (2) FFG bedarf einer Nachjustierung. Der Erfolg eines Films sollte sich nicht nur am wirtschaftlichen Zuschauererfolg oder am künstlerischen Erfolg bei international bedeutsamen Festivals und Preisen bemessen, sondern auch an seiner erfolgreichen (im Sinne von nachhaltigen) Filmherstellung. Es sollte für Filmproduzenten ein Anreizsystem geschaffen werden, Filmwerke nachhaltig herzustellen.

6. Nachhaltigkeit braucht Expertise!

Wir fordern, Filmprojekte vor den Sitzungen der Förderkommissionen durch eine*n Sachverständige*n nach sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit beurteilen zu lassen und den Kommissionen fachliche Expertisen an die Hand zu geben.

Begründung: Die rotierenden Förderkommissionen beurteilen Filmprojekte vor allem nach wirtschaftlichen und künstlerischen Gesichtspunkten. Die Kompetenz, die Informationen und die Zeit zur Beurteilung nach sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit sind bei der Vielzahl eingereichter Projekte häufig nicht vorhanden.

Die MFG Filmförderung Baden-Württemberg hat mit der Vorprüfung von Projekten durch eine*n Herstellungsleiter*in ein erfolgversprechendes Pilotprojekt gestartet, das ausgeweitet und von der FFA adaptiert werden sollte.

7. Nachhaltigkeit braucht Diversität und ­Gendergerechtigkeit!

Wir fordern die Einführung von Diversitätsstandards nach internationalem Vorbild und die Einführung einer Geschlechterquote vor und hinter der Kamera. Wir fordern, dass mindestens die Hälfte der Filmfördergelder an Projekte geht, in denen Frauen verantwortlich vertreten sind.

Begründung: Chancengleichheit, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Elternhaus und Hautfarbe muss Selbstverständlichkeit werden und ist eine Grundbedingung der Demokratie. Menschen mit Handicap oder Migrationshintergrund sind in der Filmbranche unterrepräsentiert, ihnen sollte der Zugang zur Branche erleichtert werden. 

Wir zitieren in diesem Punkt die Forderungen des Bundesverbands Regie und ProQuote Film, schließen uns diesen an und sehen die Diversity Standards des British Film Instituts und die Gender Equality Strategy von Eurimages als wichtige Referenzpunkte. Die Fördergremien, der Vorstand und das Präsidium der FFA sollen mit ihrer geschlechterparitätischen Besetzung dazu beitragen, dass Geschichten, die diverser und gendersensibler erzählt werden, gefördert werden. 

Für uns sind Geschlechtergerechtigkeit und Diversität untrennbare Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kinofilmbranche, denn nur so können neue Perspektiven, Diskurse, Dramaturgien und Erzählformen entstehen.

8. Nachhaltigkeit braucht gute Arbeit für Alle!

Wir fordern, die gesetzlichen Regelungen zu Sozialverträglichkeit auf alle Formen projektbasierter Arbeit auszuweiten und zum Beispiel Freelancer, Solo-Selbstständige und hybride Arbeitsformen zu berücksichtigen. Wir fordern eine Aus- und Weiterbildungsstrategie, um Projektpersonal in der Filmbranche nachhaltig zu entwickeln.

Begründung: Der Verweis auf den Tarifvertrag ist ein mögliches, aber kein hinreichendes Kriterium für sozialverträgliche und nachhaltige Arbeit. Dies gilt einerseits deshalb, weil der Anteil tarifgebundener Unternehmen laut Produzentenstudie 2018 nur bei zirka einem Fünftel der am Markt agierenden Produktionsunternehmen liegt, und andererseits, weil nur ein Teil der Beschäftigungsformen in der Filmbranche durch einen Tarifvertrag geregelt werden kann. Der Anteil an Freelancern und Solo-Selbstständigen ist in der Branche (wie in allen kreativen Branchen) überdurchschnittlich hoch. 

Die Filmbranche darf als Teil der Kreativwirtschaft daher nicht nur als Vorreiter in Punkto innovativer, sinnerfüllter und selbstbestimmter Arbeit politisch gepriesen werden, es liegt auch in der Verantwortung des Gesetzgebers, gute und nachhaltige Rahmenbedingungen für Arbeit zu organisieren. Konkret darf sich die Aufgabe der FFA nach Paragraf 2 Ziffer 9 FFG auf sozialverträgliche Bedingungen hinzuwirken nicht nur auf Arbeitnehmer als „beschäftigtes Personal“ beziehen, sondern muss unbedingt auch Freelancer und Solo-Selbstständige als „beauftragtes Personal“ berücksichtigen. 

Der aktuelle Fachkräftemangel bei Filmschaffenden macht deutlich, dass die junge Generation bei der Wahl von Ausbildung oder Studium Film und Medien nicht mehr automatisch auf Platz 1 setzt. Zudem zeigt sich, dass die Branche dabei versagt hat, eigene Ausbildungsstrukturen aufzubauen, Projektpersonal zwischen den Filmprojekten kontinuierlich weiterzubilden und Menschen in der Branche nachhaltige Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen – und sie nicht zu verbrennen.

 

 

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2. FairFilmAward Non-Fiction: Die Nominierten

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Am 9. Mai 2019 verleihen wir in Kooperation mit dem DOK.fest München, mit Unterstützung der Pensionskasse Rundfunk  und im Namen zahlreicher Branchenverbände zum zweiten Mal den FairFilmAward Non-Fiction. Er zeichnet die Produktionsfirma aus, welche die fairsten Produktions- und Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Dokumentarfilmen in den letzten zwölf Monaten ermöglichte.

Am 15.4.2018, ist die erste Bewertungsphase abgelaufen, in der alle an non-fiktionalen Projekten der vergangenen zwölf Monate beteiligten Filmschaffenden und Dienstleister die Produktionsfirmen bewerten konnten. Eine Bewertung setzt sich aus jeweils sieben Teilnoten zu folgenden Bereichen zusammen: Vertrag, Gagen und Entgelte – Arbeitszeiten, Arbeitsschutz und Arbeitsplatz – Chancengerechtigkeit, Gleichbehandlung und Diversität – Kommunikation und Arbeitsklima – Professionalität und Qualifizierung – Nachhaltigkeit, Solidarität und Perspektiven – Umgang mit Protagonist*innen.

Nominiert für den 2. FairFilmAward Non-Fiction sind:

# Ifage Filmproduktion GmbH
# Flare Film GmbH
# Bilderfest Factual Entertainment

Der Gewinner wird bei der Verleihung FFA Non-Fiction & VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis am 9. Mai bekanntgegeben.

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Die Nominierungen für den Fair Film Award Fiction 2019

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Mit dem alten Jahr ist auch die Umfrage bei Crew United zur fairsten Spielfilm- und Serienproduktion 2018 zu Ende gegangen! Herzlichen Dank für die großartige Beteiligung! Da wir dieses Mal eine offizielle Unterstützung seitens der Verbände und Organisationen mit einem minimalen finanziellen Commitment verbunden haben, um die Kosten für die Preisverleihung nicht alleine stemmen zu müssen, sind nicht ganz so viele dabei wie im letzten Jahr, aber noch eine recht stolze Zahl!

Danke an: Berufsverband Kinematografie e.V., Berufsvereinigung Filmton e.V., Bundesverband Beleuchtung und Bühne e.V., Bundesverband Casting e.V., Bundesverband der Fernsehkameraleute e.V., Bundesverband deutscher Stuntleute e.V., Bundesverband Filmschnitt Editor, Bundesverband Locationscouts e.V., Bundesvereinigung Maskenbild e.V., Deutsche Akademie für Fernsehen e.V., Deutsche Filmakademie e.V., Interessenverband Deutscher Schauspieler e.V., Verband der Agenturen für Film, Fernsehen und Theater e.V., Verband der Berufsgruppen Szenenbild und Kostümbild e.V., Verband der Requisiteure & Set Decorator e.V., Verband Deutscher Filmproduzenten (VDFP), Verband Deutscher Nachwuchs-Agenturen, Verbände PRO Tarif (VPT), Filmverband Südwest e.V., VRFF Die Mediengewerkschaft – BG Freie Produktionswirtschaft, EU XXL Film Schnittstelle, FairTV

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Es sind wie immer viele Altbekannte unter den Nominierten. Und ganz besonders: Der Sieger von 2013 ist gleich zweimal nominiert! Insgesamt sind die Gesamtnoten durch die genauere Bewertungsmöglichkeit in 7 Kategorien im Schnitt etwas nach unten gegangen.

KATEGORIE SPIELFILM

Polizeiruf 110 – Tatorte
Claussen+Putz Filmproduktion GmbH
Durchschnittsnote: 1.36
Teilnoten:
# Chancengerechtigkeit, Gleichbehandlung und Diversität 1,20
# Vertrag, Gagen und Entgelte 1,60
# Kommunikation und Arbeitsklima 1,50
# Arbeitszeiten und Arbeitsschutz 1,00
# Professionalität und Qualifizierung 1,10
# Umweltschutz 1,67
# Nachhaltigkeit, Solidarität und Perspektiven 1,50

Polizeiruf 110 – Dunkler Zwilling
Filmpool Fiction GmbH
Durchschnittsnote: 1.40
Teilnoten:
# Chancengerechtigkeit, Gleichbehandlung und Diversität 1,25
# Vertrag, Gagen und Entgelte 1,19
# Kommunikation und Arbeitsklima 1,40
# Arbeitszeiten und Arbeitsschutz 1,38
# Professionalität und Qualifizierung 1,33
# Umweltschutz 1,93
# Nachhaltigkeit, Solidarität und Perspektiven 1,43 Weiterlesen

Polizeiruf 110 – Kindeswohl
Filmpool Fiction GmbH
Durchschnittsnote: 1.40
Teilnoten:
# Chancengerechtigkeit, Gleichbehandlung und Diversität 1,47
# Vertrag, Gagen und Entgelte 1,29
# Kommunikation und Arbeitsklima 1,47
# Arbeitszeiten und Arbeitsschutz 1,41
# Professionalität und Qualifizierung 1,41
# Umweltschutz 1,33
# Nachhaltigkeit, Solidarität und Perspektiven 1,35

Hier geht es zur kompletten Liste: https://www.crew-united.com/survey/FairFilmAward_2019_Fiction_Spielfilm.htm

KATEGORIE SERIE

Das Wichtigste im Leben (aka Wann sind wir da?)
Bantry Bay Productions GmbH
Durchschnittsnote: 1.88
Teilnoten:
# Chancengerechtigkeit, Gleichbehandlung und Diversität 1,73
# Vertrag, Gagen und Entgelte 1,82
# Kommunikation und Arbeitsklima 1,91
# Arbeitszeiten und Arbeitsschutz 1,45
# Professionalität und Qualifizierung 1,91
# Umweltschutz 2,33
# Nachhaltigkeit, Solidarität und Perspektiven 2,10

SOKO Stuttgart (Folge 221-245)
Bavaria Fiction GmbH
Durchschnittsnote: 1.96
Teilnoten:
# Chancengerechtigkeit, Gleichbehandlung und Diversität 1,89
# Vertrag, Gagen und Entgelte 2,14
# Kommunikation und Arbeitsklima 1,97
# Arbeitszeiten und Arbeitsschutz 1,72
# Professionalität und Qualifizierung 1,86
# Umweltschutz 2,28
# Nachhaltigkeit, Solidarität und Perspektiven 12,04

Tierärztin Dr. Mertens (Folge 70-78)
Saxonia Media Filmproduktionsgesellschaft mbH
Durchschnittsnote: 1.98
Teilnoten:
# Chancengerechtigkeit, Gleichbehandlung und Diversität 1,67
# Vertrag, Gagen und Entgelte 2,18
# Kommunikation und Arbeitsklima 2,00
# Arbeitszeiten und Arbeitsschutz 1,82
# Professionalität und Qualifizierung 1,82
# Umweltschutz 2,36
# Nachhaltigkeit, Solidarität und Perspektiven 1,381

Hier geht es zur kompletten Liste der Kategorie Serien: https://www.crew-united.com/survey/FairFilmAward_2019_Fiction_Serie.htm

Und hier finden Sie eine Auswertung nach Produktionsfirmen: https://www.crew-united.com/survey/FairFilmAward_2019_Fiction_Produktionen.htm

Crew United wird in den nächsten Tagen alle nominierten Produktionen kontaktieren und eine finale Bewertungsrunde durchführen, damit wirklich alle an den Projekten Beteiligten Ihre Stimme abgeben.

Die Sieger werden am 7. Februar beim Crew Call Berlin 2019 bekannt gegeben und ausgezeichnet. Für alle, die nicht vor Ort sein können gibt es wieder einen Livestream und zusätzlich werden wir die Aufzeichnung hier auf Out Takes und unserem YouTube Kanal veröffentlichen!

Abschließend noch ein herzliches Dankeschön an die Pensionskasse Rundfunk, die uns auch in diesem Jahr wieder eine große Unterstützung ist!

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1. FairFilmAward Non Fiction: Die Nominierten

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Wir verleihen am 3. Mai 2018 in Kooperation mit dem DOK.fest München und mit Unterstützung der Pensionskasse Rundfunk erstmals den FairFilmAward Non-Fiction. Er zeichnet die Produktionsfirma aus, welche die fairsten Produktions- und Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Dokumentarfilmen in den Jahren 2016/17 ermöglichte. Der Preis wird verliehen im Namen zahlreicher Branchenverbände.

Gestern, am 22.4.2018, ist die Bewertungsphase abgelaufen, in der alle an nonfiktionalen Projekten im Zeitraum vom 1.1.2016 bis heute beteiligten Filmschaffenden und Dienstleister die Produktionsfirmen bewerten konnten. Eine Bewertung setzt sich aus jeweils sieben Teilnoten zu folgenden Bereichen zusammen: Chancengerechtigkeit, Gleichbehandlung und Diversität – Vertrag, Gagen und Entgelte – Kommunikation und Arbeitsklima – Arbeitszeiten und Arbeitsschutz – Professionalität und Qualifizierung – Umgang mit Protagonist.innen – Nachhaltigkeit, Solidarität und Perspektiven

Nominiert für den 1. FairFilmAward Non Fiction sind:

# Florianfilm Gmbh

# Flare Film GmbH

# Zero One Film GmbH

Das Gesamtergebnis finden Sie hier: https://www.crew-united.com/survey/2018_FairFilmAward_NonFiction_Produktionen.htm

Der Gewinner wird bei der Verleihung FFA Non-Fiction & VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis am 3. Mai im Anschluss an die Konferenz GANZ GROSSES KINO – Die Konferenz zur Zukunft des deutschen Kinodokumentarfilms am 03. Mai 2018 – bekanntgegeben. Tickets für die Konferenz am Vormittag gibt es unter https://konferenz-ganz-grosses-kino.eventbrite.de.

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4 Thesen von Edgar Reitz zur Zukunft des Deuschen Films #zukunftfilm

Edgar Reitz, Schirmherr und Mitinitiator des Kongresses zu Perspektiven der deutschen Film- und Kinokultur ZUKUNFT DEUTSCHER FILM, im Kurzinterview mit Christian Dosch von Crew United.

Seine 4 Thesen:

1. Der deutsche Gremienfilm hat ausgedient.

2. Das Fernsehen muss sich vom Kinofilm komplett zurückziehen.

3. Wir brauchen das Kino als Ort der Filmkultur.

4. Wir fordern Filmbildung in allen Schulen.

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Cinemascopeverbot und fast keine Experimente

Szenenfoto aus dem Tatort – Stau von Dietrich Brüggemann Bild: SWR/Andreas Schäfauer

Der von Dietrich Brüggemann und Daniel Bickermann geschriebene und von Dietrich Brüggemann inszenierte Tatort: Stau hat den Deutschen Fernsehkrimi-Preis 2018 beim Deutsche Fernsehkrimi-Festival 2018 in Wiesbaden gewonnen.

Für seinen Blog hat Dietrich Brüggemann die Dankesrede vom Freitag “stark erweitert und ausformuliert” und uns erlaubt, den Text hier ebenfalls zu veröffentlichen. Der Link zum Originalbeitrag lautet: https://d-trick.de/blog/cinemascopeverbot-und-keine-experimente/

Dietrich Brüggemann am 11. März 2018: “Als ich am vergangenen Freitag in Wiesbaden war, weil „Stau“ den deutschen Fernsehkrimipreis gewann, hatte ich keine Dankesrede vorbereitet, denn irgendwas fällt einem ja immer spontan ein. Während nun die Preisverleihung so vor sich hinlief, kam mir aber ein Gedanke, und der verwandelte sich im Lauf der folgenden 20 Minuten in eine flammende Rede, die ich dann aus dem Stegreif hielt. Was hier folgt, ist die stark erweiterte und ausformulierte Version. Es hat ja seine Gründe, daß man Reden schreibt, bevor man sie hält, aber in Ausnahmefällen kann man es auch hinterher tun. Los ging es natürlich mit einem ausführlichen Dankeschön in alle Himmelsrichtungen, denn Filme macht man bekanntlich nicht allein, au contraire, und nun zur Sache, sehr geehrte Damen und Herren.

Wenn Sie nach der Preisverleihung in diesem Saal sitzenbleiben und unseren Film nochmal anschauen, werden Sie feststellen, daß er im Breitwandformat 1:2,35 gedreht ist (umgangssprachlich „Cinemascope“ oder kurz „Scope“). Wenn das Bild also auf dieser Leinwand gleich breiter wird, dann ist das Absicht. Wenn es stattdessen oben und unten schwarze Balken bekäme, wäre das auch Absicht, in diesem Kinosaal aber trotzdem verkehrt, denn der Platz links und rechts wäre ja vorhanden.

Mir fiel vorhin beim Zusammenschnitt der nominierten Filme auf, daß da einige in Cinemascope waren. Und gerade in diesen Tagen lief im Ersten ein umwerfender Zweiteiler, der rein gar nichts von der Betulichkeit hatte, die im deutschen TV oft so nervt. „Gladbeck“ war ein rasantes Stück Kino im Fernsehen, und natürlich auch in Cinemascope, denn dieses Bildformat ist wundervoll – nicht nur für Western-Panoramen, sondern genausogut für intime Kammerspiele. In Cinemascope kriegt man nämlich viel eleganter zwei oder mehr Menschen gleichberechtigt in ein Bild. Meine Filme sind immer Ensemblefilme, und deswegen drehe ich immer in Cinemascope. Das fernsehübliche 16:9-Format mag ich eigentlich überhaupt nicht. Darin kann man meinetwegen Tagesschau drehen, aber keine Spielfilme.

Nun geht der deutsche Fernsehkrimipreis also an einen Cinemascope-Tatort, aber es wird leider der letzte gewesen sein, denn kurz nach unseren Dreharbeiten wurde das in der ARD verboten. Ab sofort darf es in der ARD keine Filme in Cinemascope mehr geben. Grund? Unklar. Vermutlich haben sich von den schätzungsweise dreißig Zuschauern, die noch auf 30cm-Röhrenfernsehern gucken, zwei oder drei über die Balken im Bild beschwert. Diese Neuregelung kam von ganz oben, von irgendwelchen Leuten auf der Programmdirektionsebene, mit denen ich als kleiner Filmemacher ohnehin nie zu tun habe, also kann ich sie auch ungeniert beleidigen, indem ich hier ungefiltert wiedergebe, was ich als erstes dachte, als mir das zu Ohren kam, nämlich: Was für Vollidioten.

Als dann unser „Tatort“ vor einem halben Jahr ausgestrahlt wurde, schrieb irgendjemand: Ein gelungenes Experiment.
Schön, dachte ich, aber andererseits: Experiment? Ich habe einfach versucht, das Genre ein wenig weiterzudenken, das Rad etwas weiterzudrehen, und allerhand Sachen weggelassen, die ich beim „Tatort“ schon immer doof fand. Ist das schon ein Experiment? Wenn ja, dann wäre das sehr traurig, denn Experimente wird es beim Tatort ab sofort nur noch zweimal im Jahr geben. Auch das ist nämlich eine neue Regelung, die die ARD-Programmdirektion sich in ihrer Weisheit ausgedacht hat: Ab sofort nur noch zwei experimentelle „Tatorte“ pro Jahr. Alle anderen haben bitteschön unexperimentell zu sein.

Das wirft natürlich Fragen auf, die kaum zu beantworten sind: Ab wann ist ein Film experimentell? Kriege ich dann beim nächsten Tatort bitte eine möglichst detaillierte Checkliste, was alles gewährleistet sein muß, damit er als unexperimenteller Tatort durchgeht?

Man kann aber noch weiter ausholen und den Begriff des Experiments hinterfragen. Der ist zwar seit Jahrzehnten modern, hat aber meiner Meinung nach in der Kunst nichts zu suchen. Wer Kunst macht, sollte nicht herumprobieren, sondern gefälligst wissen, was er will. Wer Kunst macht, hat aber umgekehrt auch die verdammte Pflicht, das Rad jeweils neu zu erfinden. Also irgendetwas zu machen, das vorher noch niemand so gemacht hat. Und wenn das schon experimentell ist, dann interessiert mich überhaupt nur das Experimentelle, und dann hätte ich von der ARD gern nicht zwei, sondern vierzig experimentelle Tatorte pro Jahr. Stattdessen bekomme ich Durchschnittsware, bei der ich nach fünf Minuten abschalte, wenn ich überhaupt mal einschalte. Diejenigen Tatorte, die unter „experimentell“ laufen, finde ich beileibe nicht immer so toll, aber immer noch deutlich erfrischender als das, was man sonst so sieht.

Also, zusammengefasst: Wir stehen in der Blüte eines goldenen TV-Zeitalters, überall auf der Welt entstehen aufsehenerregende Seriengesamtkunstwerke, und der Boom ist endlich auch in Deutschland angekommen, nach Jahrzehnten der öffentlich-rechtlichen Monokultur kommt endlich Leben in die Bude, auf einmal entstehen hier wirklich tolle Sachen, alle freuen sich, nur die ARD-Programmdirektion hält es für eine gute Idee, den experimentellen Tatort, was immer das sein soll, auf zwei Stück pro Jahr zu beschränken und Cinemascope zu verbieten.

Haben die eigentlich den Schuß nicht gehört?
Haben die aus dem Untergang der DDR nichts gelernt?

Es geht hier nicht darum, mal wieder die alte Front zwischen den Kreativen und den doofen Sendern aufzumachen. Die ist falsch. Die gibt es so nicht. Die Front verläuft vielmehr zwischen den guten Leuten, die gute Sachen machen wollen, und den Apparatschiks, die alles verhindern wollen, was auch nur irgendwen irgendwo stören könnte. Und die guten Leute, die sitzen natürlich auch in großer Zahl in den Sendern. Das sind diejenigen Redakteure und Fernsehspielchefs, denen noch nicht alles egal ist, die vom eigenen sicheren Job noch nicht korrumpiert wurden oder sich in selbstgefällige Bonzen verwandelt haben. Die gute Filme machen wollen und die ich stets als äußerst faire und engagierte Partner erlebt habe. Gerade diese guten Leute haben im eigenen Haus ständig zu kämpfen mit Sparzwängen und der Konkurrenz von Nachrichten und Unterhaltung und Sport. Diese Leute brauchen wir, und diese Leute brauchen jede erdenkliche Unterstützung von uns. Die sind nämlich ständig unter Beschuß und führen einen zermürbenden Dauerkampf in alle Richtungen gleichzeitig. Aber ohne die könnten wir alle einpacken und nach Amerika auswandern.

All denen sei dieser Preis gewidmet. Wenn ich jemals wieder einen Tatort machen sollte, dann in Cinemascope. Und experimentell wird er vermutlich am Ende auch.”

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Verleihung des FairFilmAwards Non Fiction 2018 – Aufruf zur Teilnahme

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Nach dem FairFilmAward Fiction ist vor dem FairFilmAward Non Fiction! Wir verleihen am 3. Mai 2018 in Kooperation mit dem DOK.fest München und mit Unterstützung der Pensionskasse Rundfunk erstmals den FairFilmAward Non-Fiction. Er zeichnet die Produktionsfirma aus, welche die fairsten Produktions- und Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Dokumentarfilmen in den Jahren 2016/17 ermöglichte. Der Preis wird verliehen im Namen zahlreicher Branchenverbände.

Auch in der Rubrik Non-Fiction gilt: Es ist ein Preis, der sich selbst abschaffen soll. Im Bereich des Dokumentarfilms ein sicher schwieriger und langwieriger Weg – aber von hoher Dringlichkeit. Die unterste (Selbst)Ausbeutungsgrenze ist erreicht. Zu viele non-fiktionale Filme entstehen unter Voraussetzungen, die qualitäts- und existenzgefährdend zugleich sind.

Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir die Fairness-Kriterien für den Non-Fiction Bereich angepasst und definiert, welche Projektsparten teilnehmen können. Anmerkungen, Kritik und Feedback sind ausdrücklich erwünscht!

In einem ersten Schritt möchten wir alle Filmschaffenden, Filmproduktionen und Dienstleistungsunternehmen im Bereich Non-Fiction bitten, bis Freitag, 23. März 2018 zu prüfen, ob ihre Non-Fiction Projekte vom 1.1.2016 bis 22.4.2018 bei Crew United gelistet sind und sich ggf. bei Projekten hinzuzufügen, Projekte/Unternehmen zu ergänzen oder auch andere Branchenteilnehmer.innen über die Möglichkeit zu informieren. Voraussetzung dafür ist aus Gründen der Qualitätssicherung und Transparenz ein kostenloser Basis-Member-Eintrag bei Crew United.

Am Montag, den 26.3. startet dann die Bewertungsphase. Eine Bewertung setzt sich aus jeweils sechs Teilnoten zu folgenden Bereichen zusammen: Arbeitszeiten und Arbeitsschutz – Vertrag, Gagen und Entgelte – Kommunikation und Arbeitsklima – Professionalität und Qualifizierung – Chancengerechtigkeit, Gleichbehandlung und Diversität – Nachhaltigkeit, Solidarität und Perspektiven.

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AUFZEICHNUNG – Film but Fair! Impulse, Diskussion & Verleihung des FairFilmAwards Fiction 2018

Die Veranstaltung zum Thema Fairness in der Film- und Fernsehbranche findet mit Unterstützung der Pensionskasse Rundfunk und des Medienboards Berlin- Brandenburg sowie in Kooperation mit über 30 Branchenverbänden und ver.di statt. Diskussionen und Impulse mit Gästen aus der gesamten Kreativbranche sollen Lösungsansätze ausloten und der Frage nachgehen, wie die Film- und Fernsehschaffenden ihre Zukunft fair gestalten können. Mit der Verleihung des FairFilmAwards 2018 werden Beispiele dafür ausgezeichnet, dass Film und Fairness sich nicht widersprechen müssen.

Wie können diese Leuchtturmbeispiele zur Branchennormalität werden? Filme machen ist Teamarbeit auf höchstem Niveau und unter größtem Druck – hochqualifizierte Menschen aus unterschiedlichsten Gewerken arbeiten mit Kreativität, Leidenschaft und Engagement zusammen, aber selten unter fairen und angemessenen Bedingungen. Die zunehmende Prekarisierung von Film- und Fernsehschaffenden in Deutschland wurde unlängst durch Studien und Umfragen belegt.

Stärke entsteht durch gemeinsames Auftreten – was kann Solidarität in der Filmbranche heißen, und wo sind ihre Grenzen? Wer ist legitimiert, im Namen der Filmschaffenden zu sprechen? Und welche Teile der Branche bleiben bislang ohne Vertretung? Kann man Kräfte und Kompetenzen in neuer, besserer Weise bündeln, ohne dass es von Anderen als Bedrohung aufgefasst wird? Welche Beispiele der Selbstorganisation, Kollektivität und Solidarität gibt es bereits in anderen Branchen der Kultur- und Kreativwirtschaft, aber auch in anderen Ländern? Und wie lassen sie sich auf die Filmbranche übertragen?

Bestätigte Gäste:

Prof. Carl Bergengruen, Geschäftsführer MFG Baden-Württemberg

Jutta Brückner, Regisseurin und Autorin

Fabian Eder, Vorstandsvorsitzender des Dachverbands der österreichischen Filmschaffenden und der Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden VdFS GenmbH

Lisa Jopt, Schauspielerin und Vorsitzende des ensemble-netzwerks e.V.

Alexander Thies, Vorsitzender des Gesamtvorstands der Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen e.V.

Frank Werneke, Stellvertretender Bundesvorsitzender der ver.di

Magdalena Ziomek-Frackowiak, Geschäftsführung und Vorstand SMartDe eG

Moderation:

Lisa Basten (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Autorin von „Wir Kreative!“) gemeinsam mit Rüdiger Suchsland (Filmkritiker, Regisseur und Cultural Activist)

Crew United wird im Jahr 2018 übergangsweise für die Bundesvereinigung der Filmschaffenden-Verbände DIE FILMSCHAFFENDEN den FairFilmAward 2018 vergeben. Bei der Preisverleihung, direkt im Anschluss an die Diskussionsveranstaltung, werden die Preise für die fairsten Filmprojekte aus dem Jahr 2017 in den Kategorien Spielfilm und Serie vergeben. Grundlage für die Auszeichnung ist eine umfassende Umfrage unter den projektbeteiligten Filmschaffenden.

Das Diskussionsforum findet am Donnerstag, den 15. Februar 2018 von 16:30 – 19:00 Uhr im Kesselhaus der Kulturbrauerei (Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin) statt.

Die Veranstaltung wird per Livestream auf Out Takes und Facebook übertragen.

Crew United bietet als das größte und relevanteste Netzwerk der deutschsprachigen Branche seit fast 22 Jahren die Plattform für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor und hinter der Kamera, Produktionsfirmen, Dienstleister, Agenturen und mehr.

Nominierungen für den FairFilmAward 2018: https://www.crew-united.com/downloads/2017_Fairness_Ergebnisse.pdf

Fairness-Kriterien FairFilmAward 2018: https://www.crew-united.com/downloads/Fairness_Kriterien.pdf

Branchenverbände als Partner: www.out-takes.de/index.php/2017/wir-suchen-die-fairste-filmproduktion-2017/

Die Veranstaltung auf Facebook: facebook.com/events/1876760305671672/

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Und hier sind sie! Die Nominierungen für den FairFilmAward 2018

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Mit dem alten Jahr ist auch die Umfrage bei Crew United zur fairsten Spielfilm- und Serienproduktion 2017 zu Ende gegangen! Herzlichen Dank für die großartige Beteiligung! Aber noch großartiger ist, dass dieser Preis der Die Filmschaffenden in diesem Jahr im Namen von mittlerweile 33 Verbänden, Organisationen und der Gewerkschaft vergeben werden! Ein starkes und wichtiges Zeichen!

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Als fairste Produktion 2017 sind nominiert:

KATEGORIE SPIELFILM

Der Vorname
https://www.crew-united.com/?mov=231010
Kinospielfilm, Regie: Sönke Wortmann, Produktionsleiter: Sebastian Fröhlich Produktion: Constantin Film

Die Füchsin – Spur in die Vergangenheit
https://www.crew-united.com/?mov=233123
TV-Film (Reihe), Regie: Sabine Derflinger, Herstellungsleiter: Thomas Höbbel, Produktionsleiterin: Claudia Schurian, Produktion: ODEON TV

Das schönste Mädchen der Welt
https://www.crew-united.com/?mov=231675
Kinospielfilm, Regie: Aron Lehmann, Herstellungsleiter: Martin Cichy, Produktionsleiter: Joachim von Bülow, Produktion: Tobis Film GmbH & Co. KG

KATEGORIE SERIE

Die Kirche bleibt im Dorf – Die Serie (Folge 25-30)
https://www.crew-united.com/?mov=225737
TV-Serie, Regie: Ulrike Grote, Herstellungsleiterin: Ilona Schultz, Produktionsleiter: Wolfgang Krenz, Produktion: Fortune Cookie Film GmbH

Club der roten Bänder (Folge 21-30)
https://www.crew-united.com/?mov=228322
TV-Serie, Regie: Sabine Bernardi, Jan Martin Scharf, Felix Binder, Herstellungsleiter: Georg Bonhoeffer, Produktion: Bantry Bay Productions GmbH

Rentnercops (2017 | Folgen 25 – 32)
https://www.crew-united.com/?mov=229759
TV-Serie, Regie: Thomas Durchschlag, Michael Schneider, Produktionsleiter: Andreas Thürnagel, Produktion: Bavaria Fiction GmbH

Die komplette Ergebnisliste 2017 finden Sie unter
https://www.crew-united.com/downloads/2017_Fairness_Ergebnisse.pdf

Crew United in den nächsten Tagen alle nominierten Produktionen kontaktieren und eine finale Bewertungsrunde durchführen, damit wirklich alle an den Projekten Beteiligten Ihre Stimme abgeben. Weiterlesen

Die Sieger werden am 15. Februar bei der Veranstaltung Film but Fair! Impulse, Diskussion und Preisverleihung bekannt gegeben. Wer dabei sein möchte, kann sich ab Mitte Januar dafür anmelden. Die Einladung dazu wird zusammen mit der Einladung zum Crew Call Berlin 2018 an alle Member von Crew United verschickt. Für alle, die nicht vor Ort sein können oder kein Ticket mehr bekommen gibt es wieder einen Livestream und zusätzlich werden wir die Aufzeichnung hier auf Out Takes und unserem YouTube Kanal veröffentlichen!

Abschließend noch ein herzliches Dankeschön an die Pensionskasse Rundfunk, die uns auch in diesem Jahr wieder eine große Unterstützung ist!

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FairFilmAward 2018: Wir suchen die fairste Filmproduktion 2017!

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Nach wie vor ist es notwendig, auf die fairen Produktionen hinzuweisen, weil sie alles andere als die Regel sind. Es hat auch nichts genutzt, dass in der seit 01.01.2017 gültigen Neuauflage des Filmfördergesetzes (§2 9. FFG) erstmals “sozialverträgliche Bedingungen” als Fördergrundlage verankert wurden. Deshalb rufen wir auch dieses Jahr alle Member von Crew United zur Bewertung auf!

Die Kriterien für Faire Filmproduktion wurden erneut weiter entwickelt und überarbeitet. Die Umfrage ist bis einschließlich 31.12.2017 online und nur für die Nominierung ausschlaggebend. Für die Preisvergabe werden alle Teammitglieder nochmals extra befragt – also auch die, die kein Profil bei Crew United haben.

Zwei, vielleicht auch drei wichtige Änderungen wird es dieses Jahr geben:

Am Donnerstag, den 15.2.2018, werden wir um 16.30 Uhr in der Kulturbrauerei ein Panel veranstalten, das dann in eine kurze, feierliche Preisverleihung übergeht. Im Anschluss beginnt der Crew Call Berlin. Der Bundesverband Die Filmschaffenden wird im Jahr 2018 keine Preisverleihung veranstalten. Den Preis der DIE FILMSCHAFFENDEN werden wir daher zusätzlich im Namen zahlreicher Verbände, Vereinigungen, Organisationen und Gewerkschaften überreichen, die sich für faire Arbeitsbedingungen einsetzen und den Preis unterstützen, egal ob sie Mitglied bei DIE FIlMSCHAFFENDEN sind oder nicht. Noch haben nicht alle auf die laufende Anfrage antworten können, aber schon jetzt liegen 33 Zusagen vor.

AG DOK
Allianz Unabhängiger Filmdienstleister
art but fair
Berufsvereinigung Filmton
Bundesverband Beleuchtung und Bühne
Berufsverband Kinematografie e.V.
Bundesverband Casting e.V.
Bundesverband der Fernsehkameraleute e.V.
Bundesverband deutscher Stuntleute e.V.
Bundesverband Filmschnitt Editor
Bundesverband Locationscouts e.V.
Bundesverband Produktion e.V.
Bundesverband Regie
Bundesverband Schauspiel – Bühne|Film|Fernsehen|Sprache
Bundesvereinigung Maskenbild
DEFKOM Deutsche Filmkomponistenunion
Deutsche Akademie für Fernsehen e.V.
Festivalarbeit in ver.di
FairTV
DIE FILMSCHAFFENDEN
Filmunion Verdi
Filmverband Südwest e.V.
Interessengemeinschaft Licht und Bühne München
Interessenverband Deutscher Schauspieler e.V.
InteressenVerband Synchronschauspieler e.V.
Pro Quote Film
Verband der Agenturen für Film, TV und Theater
Verband der Berufsgruppen Szenenbild und Kostümbild
Verband der Requisiteure & Setdecorator
Verband Deutscher Drehbuchautoren E.V.
Verband Deutscher Filmproduzenten e.V. – VDFP
Verband Deutscher Schauspieler Agenturen
Verband Deutscher Sprecher e.V.

* Wir werden dieses Jahr den Preis in zwei Kategorien vergeben: Spielfilm und Serie. Eine Preis für die fairste Dokumentarfilmproduktion wird es wohl in Zusammenarbeit mit dem DOK.fest München im Mai 2018 geben. Dafür wird eine gesonderte Umfrage stattfinden.

* Anfangs hieß die Auszeichnung Hoffnungsschimmer, die letzten beiden Jahre hieß sie Fair Film Award, der zukünftige Name ist durch eine laufende markenrechtliche Prüfung noch offen. Bis zur Preisverleihung werden wir aber wissen, wie der Preis heißen wird.

Egal wie viel Hoffnung auf Veränderung Sie mit dem Fairness Award verbinden:
Er wird von der Politik und der Branche wahrgenommen und Mitmachen kostet nichts! Einfach ins Crew United Profil einloggen und die Projekte bewerten! Jede Stimme zählt! Und wer noch nicht registriert ist, kann das gerne kostenfrei für die Abstimmung machen.

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Aufzeichnung der Podiumsdiskussion der Deuschen Akademie für Fernsehen 2017


Am 28. Oktober 2017 fand zum fünften Mal die Preisverleihung der DEUTSCHEN AKADEMIE FÜR FERNSEHEN im Filmforum NRW im Museum Ludwig, Köln, statt. Die Auszeichnungen wurden für herausragende Leistungen an Fernsehschaffende aller Gewerke in 21 Kategorien vergeben.

Dieses Jahr fand, im direkten Vorfeld der Verleihung, eine Podiumsdiskussion statt. Das Thema lautete:

„Vor uns die Streamflut“

„ Wie sieht Fernsehen in 10 Jahren aus?“

Hier geht es zu den Nominierungen 2017: https://www.deutscheakademiefuerfernsehen.de/rl/pressemitteilung-koeln-den-21-09-2017/

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