Impressionen Berlinale 2012: Auf Wiedersehen!

Das war die Berlinale 2012: Auf Wiedersehen!
Den feierlichen Höhepunkt einer jeden Berlinale markiert die Vergabe der Bären.
Die Hauptpreise des Festivals, die am letzten Tag der Berlinale durch die Internationale Jury vergeben wurden auf einen Blick:

  • Lobende Erwähnung an | Silberner Bär an L’enfant d’en haut (Sister) von Ursula Meier
  • Alfred-Bauer-Preis – in Erinnerung an den Gründer des Festivals an Tabu von Miguel Gomes
  • Silberner Bär für das Beste Drehbuch an Nikolaj Arcel, Rasmus Heisterberg für En Kongelig Affære (Die Königin und der Leibarzt) von Nikolaj Arcel
  • Silberner Bär für eine Herausragende Künstlerische Leistung aus den Kategorien Kamera, Schnitt, Musik, Kostüm oder Set-Design an Lutz Reitemeier für die Kamera in Bai lu yuan (White Deer Plain) von Wang Quan’an
  • Silberner Bär für den Besten Darsteller an Mikkel Boe Følsgaard in En Kongelig Affære (Die Königin und der Leibarzt) von Nikolaj Arcel
  • Silberner Bär für die Beste Darstellerin an Rachel Mwanza in Rebelle (War Witch) von Kim Nguyen
  • Silberner Bär für die Beste Regie an Christian Petzold für Barbara
  • Silberner Bär Großer Preis der Jury an Csak a szél (Just The Wind) von Bence Fliegauf
  • Goldener Bär für den besten Film an Cesare deve morire (Caesar Must Die) von Paolo & Vittorio Taviani

Die Preisverleihung fan am Samstag, den 18. Februar im Berlinale Palast statt.

Unter dem Vorsitz von Jury-Präsidenten Mike Leigh (Regisseur/GB) brachten als Jury Anton Corbijn (Fotograf/NL), Asghar Farhadi (Regisseur/IR), Charlotte Gainsbourg (Schauspielerin/GB), Jake Gyllenhaal (Schauspieler/USA), François Ozon (Regisseur/F), Boualem Sansai (Schriftsteller/ALG) und Barbara Sukowa (Schauspielerin/D) filmische Leidenschaft und Sachverstand nach Berlin.

www.berlinale.de

Zum Ausklang ein paar Impressionen vom 9. bis 19. Februar 2012 aus Berlin.

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Impressionen Berlinale 2012: Podiumsdiskussion Bundesverband Regie (BVR) – Online-Verwertung von Filmen und Fernsehwerken!

Die traditionelle Berlinale-Podiumsdiskussion des Bundesverband Regie (BVR) widmet sich in diesem Jahr dem brandheißen Thema: Online-Verwertung von Filmen und Fernsehwerken.

Background:
Die Europäische Kommission hat als einen Schwerpunkt der EU-Medienpolitik für die kommenden Jahre die Förderung der transnationalen Vermarktung und Verbreitung sowie die Unterstützung des Auf- und Ausbaus flexibler neuer Vertriebswege im Internet ausgegeben. Außerdem hat die Kommission zu den damit in Verbindung stehenden komplexen technischen, rezeptionsästhetischen, ökonomischen und rechtlichen Aspekten des digitalen Medienumbruchs jüngst ein Grünbuch veröffentlicht und um Stellungnahmen gebeten.

Zentrales Instrument des Vertriebs wie des Konsums von Film- und Fernsehwerken dürfte zukünftig die Online-Verbreitung werden. Es ist wahrscheinlich, dass dies weit über die bereits bestehenden, in Deutschland bisher nur zögerlich angenommenen on Demand-Dienste hinausgehen wird. Die Wahrnehmung von Film- und Fernsehwerken wird in stärkerem Maße jenseits der bisher gewohnten räumlichen und zeitlichen Gebundenheit eines Fernseh- oder Kinoprogramms stattfinden. Darüber sind sich die meisten Fachleute wohl einig. Wenig Einigkeit besteht in der Vorhersage des Tempos und der Art und Weise dieser Veränderung, die am Ende ihrer Entwicklung die Rezeption von Filmen und Fernsehwerken neu gestalten könnte. Dass feste Programmstrukturen zumindest in den nächsten Jahren weiterhin ihre Bedeutung haben werden, ist aber nicht nur für das älter werdende Publikum anzunehmen. Damit wird auch das Programm-Fernsehen sehr wahrscheinlich keineswegs obsolet werden.

Zu diesem aktuellen medienpolitischen Zukunftsfeld standen folgende Fragen im Raum:

  1. Wie, in welchem Umfang, unter welchen Programm- und werkästhetischen Bedingungen und unter welchen wirtschaftlichen und rechtlichen Voraussetzungen kann die online-Distribution von Film- und Fernsehwerken erfolgen?
  2. Werden sich feste Programmformen und -orte auflösen und welche Anordnungen treten an deren Stelle?

Diskutanten von rechts nach links:

  • Dr. Urban Pappi (gf. Vorstand VG Bild-Kunst)
  • Alexander Thies (Vorsitzender ProduzentenAllianz Film und Fernsehen)
  • Ansgar Heveling (MdB, CDU)
  • Helga Trüpel (MdEP, Grüne)
  • Hans W. Geißendörfer (Produzent & Regisseur | BVR)
  • Peter Weber (Justiziar ZDF)

Moderation | Mitte:

  • Jobst Oetzmann (Regisseur, Vorstand BVR)

www.regieverband.de

Hier ein paar Impressionen des Panels vom 14. Februar in der Landesvertretung des Saarlandes.

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Impressionen Berlinale 2012: 15 Jahre Shooting Stars!

Zum 15. Mal wurden die Shooting Stars – anlässlich der Berlinale 2012 – vergeben.
Nominiert waren 23 junge Schauspieler, von denen die Jury, der dieses Jahr auch die deutsche Casting Direktorin Simone Bär angehörte, zehn Talente auswählte. SHOOTING STARS wird unterstützt vom MEDIA Programme der EU.

Dieses Jahr sind die folgenden Schauspieler/innen zum Shooting Star 2012 gekürt worden:

  • Anna Maria Mühe (Deutschland)
  • Adèle Haenel (Frankreich)
  • Ana Ularu (Rumänien)
  • Bill Skarsgård (Irland)
  • Antonia Campbell-Hughes (Schweden)
  • Isabella Ragonese (Italien)
  • Jakub Gierszal (Polen)
  • Max Hubacher (Schweiz)
  • Riz Ahmed (Großbritanien)
  • Hilmar Gudjósson (Island)

Wir gratulieren besonders Anna Maria Mühe und ihrer Agentur fitz+skoglund.

Die deutschen Shooting Stars der vergangenen Jahre waren:

  • 1998 Franka Potente, Jürgen Vogel
  • 1999 Maria Schrader, Moritz Bleibtreu
  • 2000 Nina Hoss, August Diehl
  • 2001 Heike Makatsch, Benno Fürmann
  • 2002 Antonio Wannek
  • 2003 Daniel Brühl
  • 2004 Maria Simon
  • 2005 Max Riemelt
  • 2006 Johanna Wokalek
  • 2007 Maximilian Brückner
  • 2008 Hannah Herzsprung
  • 2009 David Kross
  • 2010 in diesem Jahr wurde kein Shooting Star aus Deutschland gekürt
  • 2011 Alexander Fehling

www.shooting-stars.eu

Hier ein paar Impressionen des Auftritts der 10 Nachwuchstalente im Rahmen des Empfangs der Film und Medienstiftung NRW vom 12. Februar in der Landesvertretung des Landes Nordrhein-Westfalen.

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Impressionen Berlinale 2012: Romantik-Kurzfilm Award BLAUE BLUME

Unter dem Motto „Wir suchen Liebe” den Romantik Award BLAUE BLUME trat der Filmpreis für romantische Kurzfilme – anlässlich der Berlinale 2012 und passend zum Valentinstag – erstmals ins Leben.
Die Expertenjury (Eva Habermann, Andrea Sawatzki u.a.) aus zahlreichen Einreichungen aus dem Genre Romantik entschieden: Zu den Anwärtern für die BLAUE BLUME 2012 gehören die Nachwuchs-Filmemacher und wurden wie folgt geehrt:

1. Platz: Enno Reese („Zwei Zimmer, Balkon“, 30 min)
5.000 Euro und hochwertiges Kamera-Equipment im Wert von 4.500 Euro

2. Platz: Maximilian Engert („Durch die Blume“, 13:40 min)
1.000 Euro

3. Platz: Luca Zamperoni („Lasagne“, 12:50min)
500 Euro

Die Filmproduzentin und Schirmherrin des Awards Prof. Regina Ziegler überreichte die Preise!
Moderation: Alexander Mazza (Agentur Kick)

www.blaueblume.tv

Hier ein paar Impressionen von der Preisverleihung vom 14. Februar aus dem historischen und romantischen Frühstückssaal am Potsdamer Platz!

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Impressionen Berlinale 2012: Diskurs Deutsche Akademie für Fernsehen (DAfF) – Stell Dir vor, es ist Quote und keiner zahlt!

Unter dem Thema „Stell Dir vor, es ist Quote und keiner zahlt!“ – anlässlich der Berlinale 2012 – hat die Deutsche Akademie für Fernsehen (DAfF) zum Diskurs geladen.

Keynote:

  • Hans Zischler (Schauspieler)

Diskutanten von rechts nach links:

  • Aelrun Goette (Regisseurin)
  • Claudius Seidl (Journalist FAZ)
  • Bettina Reitz (Geschäftsführerin der Degeto Film | ab Juni 2012 Fernsehdirektorin des BR)
  • Hubertus von Lobenstein (Partner bei der Berliner Werbeagentur Aimaq von Lobenstein)

Hubertus Meyer-Burckhardt (Geschäftsführer der Polyphon-Gruppe) konnte leider nicht kommen.

Moderation in der Mitte:

  • Lutz Hachmeister (Direktor des Instituts für Medien und Kommunikationspolitik | IfM)

Die Akademie versteht sich als „die Stimme der Fernsehschaffenden in der öffentlichen Diskussion über die Medien und ihre Inhalte“.
Sie will ein Bewusstsein schaffen für die kreativen und künstlerischen Leistungen derjenigen, die Fernsehprogramme gestalten:
www.deutscheakademiefuerfernsehen.de

Hier die Keynote und ein paar weitere Impressionen der interessanten Diskussion vom 13. Februar im NH Hotel.

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Impressionen Berlinale 2012: Deutscher Schauspielerpreis

Der Deutsche Schauspielerpreis wurde vom Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS) – anlässlich der Berlinale 2012 – zum ersten Mal vergeben: Sieben Preise von Schauspielern allen voran für Schauspieler.
“Inspiration” war hier das vordergründige Leitmotiv: Kollegen, die uns durch ihre Arbeit und den entsprechenden Rollen inspirieren.

Die Preisträger 2012:

  • Beste Nebendarstellerin: Dagmar Manzel (für “Zettl” und “Die Unsichtbare”)
  • Bester Nebendarsteller: Ulrich Noethen (für “Die Unsichtbare”)
  • Beste Hauptdarstellerin: Petra Schmidt-Schaller (für “Das geteilte Glück”)
  • Bester Hauptdarsteller: Stefan Kurt (für “Dreileben”)
  • Ehrenpreis: Kulturstaatsminister Bernd Neumann
  • Ehrenpreis Lebenswerk: Katharina Thalbach
  • Überraschungspreis | Kategorie Nachwuchs: Alina Levshin („Kriegerin“)

Nominiert waren:

  • Beste Nebendarstellerin: Jasna Fritzi Bauer, Dagmar Manzel, Lisa Wagner
  • Bester Nebendarsteller: Justus von DohnÁnyi, Marcus Mittermeier, Ulrich Noethen
  • Beste Hauptdarstellerin: Steffi Kühnert, Petra Schmidt-Schaller, Katja Riemann
  • Bester Hauptdarsteller: Olli Dittrich, Milan Peschel, Stefan Kurt

Die Jury bestand aus folgenden Schauspielern:

  • Tim Bergmann
  • Hans-Werner Meyer
  • Antoine Monot
  • Thomas Schmuckert
  • Stefanie Stappenbeck
  • Jasmin Tabatabai

Durch den Abend führten:

  • Stefanie Sick van Hees
  • Antoine Monot (Vorstand BFFS)

Vorwort | Begrüßung:

  • Klaus Wowereit

Laudatoren:

  • Ulrich Höcherl, Chefredakteur Blickpunkt Film
  • Anja Kling, Schauspielerin und Autorin
  • Peter Lohmeyer, Schauspieler
  • Anna Loos, Schauspielerin und Sängerin
  • Prof. Jobst Plog, ehemals Intendant des NDR, BFFS-Beirat
  • Detlef Buck, Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur
  • Alina Levshin, Schauspielerin

Musikalische Einlagen:

  • Jasmin Tabatabai und Band
  • Leon Schmuckert & Vater Thomas Schmuckert

Die wirklich gelungene, bewegende und kurzweilige Verleihung dauerte ca. 2 Stunden. Die Aftershowparty ging bis in den Morgen.

Im Mittelpunkt unseres Beitrages haben wir Katharina Thalbach und Ihrem Laudator Detlev Buck den roten Teppich ausgerollt!

Hier ein paar Impressionen von der Verleihung am 12. Februar im Maritim!

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Impressionen Berlinale 2012: Preisverleihung Hoffnungsschimmer

Für faire Produktionsbedingungen wurde von der Bundesvereinigung der Filmschaffenden Verbände zum zweiten Mal der Preis „Hoffnungsschimmer“ – anlässlich der Berlinale 2012 – vergeben.

22.000 Filmschaffende konnten über das Netzwerk crew united ihre fairsten Film- und Fernsehproduktion, bei der sie mitgewirkt haben, bewerten. Ca.1.400 Filmschaffende nutzen diese Möglichkeit aus 668 Filmen ihre fairste Produktion auszuwählen. 5 Filme wurden nominiert.

Preisträger 2011: Barbara von Christian Petzhold | Produktionsleitung: Dorissa Berninger Wettbewerb Berlinale 2012 | Kinostart: 8. März 2012

Hier ein paar Impressionen vom 11. Februar in der Vertretung des Landes Baden Württemberg.

Die auftretenden Personen in chronologischer Reihenfolge:

* Marion Kracht (Schauspielerin, Laudatorin)
* Rolf Becker (Schauspieler, Laudator)
* Florian Koerner von Gustorf (Produzent | Schramm Film, Koerner & Weber von „Barbara“)
* Dorissa Berninger (Produktionsleiterin von „Barbara“)
* Angelika Krüger-Leißner (medienpolitische Sprecherin der SPD Bundestagsfraktion)

www.die-filmschaffenden.de


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Impressionen Berlinale 2012: Peugeot-BVC-Casting Night 2012

Bei der Peugeot-BVC-Casting Night – anlässlich der Berlinale 2012 – feierte der Bundesverband Casting (BVC) mit seinen Gästen und dies bereits zum dritten Mal.
Auf dem roten Teppich wurden die Gäste zunächst vom Blitzlichtgewitter der Presse begrüßt. Für eine hervorragende Betreuung sorgten allen voran die Casting Directors Anja Dihrberg und Gitta Jauch, die selbstverständlich alle Gäste (nicht nur die Schauspieler) namentlich nennen konnten.
Im darauffolgenden Raum standen alle anderen Mitglieder des BVC respektvoll zur Begrüßung im Spalier.
Der BVC wurde 2003 gegründet und vertritt die Interessen der Casting Directors aus dem deutschsprachigen Raum – tätig in den Bereichen Kino, Fernsehen, Theater und Werbung.
Er umfasst aktuell 36 aktive Mitglieder.
Neu im Verband ist Kristin Diehle (Casting Director aus Düsseldorf).
Hier ein paar Impressionen vom 11. Februar in der Vertretung des Saarlandes beim Bund!

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Impressionen Berlinale 2012: crew call

Mit dem crew call trifft sich die virtuelle Filmgemeinschaft auch in der realen Welt und dies seit 5 Jahren.
Die Veranstaltung fand am 9. Februar im HBC parallel zur offiziellen Eröffnungsgala statt.
Der crew call ist eine Veranstaltung von crew united und schauspielervideos in Kooperation mit cinearte.

www.crew-united.com | www.schauspielervideos.de | www.cinearte.net

Hier ein paar Impressionen!

Weitere Informationen zum crew call 2012:
Artikel in der Berliner Zeitung: Beziehungen auf der Berlinale: Ich bin dein Netzwerk

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Video-Protest: Wettbewerbsfilm zum 99Fire Films Award kritisiert Wettbewerb selbst

Der 99-Fire Films Award findet dieses Jahr zum 4. mal im Rahmen der Berlinale statt.

Die Facts:
Glamour, Schein, Blitzlichtgewitter: eine wirklich tolle Veranstaltung mit internationalen Sponsoren wie u.a. McDonald’s (2011) oder Fiat (2012).
Renommierte Jury bestehend aus „Constantin Film” Geschäftsführer Torsten Koch, Schauspielerin Bettina Zimmermann, Schauspieler Kai Wiesinger, Modedesigner Wolfgang Joop, Regisseur Leander Haußmann, Schauspieler Wotan Wilke Möhring, Schauspielerin Natalia Avelon, Schauspieler Roman Knizka und „Myvideo” Geschäftsführer Manuel Uhlitzsch.

Mitmachen kann laut eigenen Angaben der Veranstalter jeder Hobbyregisseur, Filmverrückte, Werber, Student, kreative Kopf mit Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Die Filmemacher kriegen unter einem Wortspiel-Motto (letztes Jahr bspw. „Kaffee”) die Gelegenheit, in exakt 99 Stunden einen Film zu konzipieren, zu drehen und zu schneiden, der wiederum genau 99 Sekunden lang sein darf. Der Gegner: Die Zeit.

1. Preis – „Bester Film” erhält 9.999 €
2. Preis – „Beste Kamera” erhält 999 € für eine Teamparty
3. Preis – „Beste Idee” erhält 999 € für eine Teamparty
„Publikumspreis” powered by MyVideo erhält 999 € für eine Teamparty.

Jubelndes Publikum, feine Party, beste Verköstigung und und und. Aber wie sieht es hinter den Kulissen tatsächlich aus? Damit hat sich ein Bewerber-Team dieses Jahr näher beschäftigt. Weiterlesen

Im vergangenen Jahr habe ich die Preisverleihung selber live miterlebt. Gutgläubig wie ich bin, war ich begeistert über die wunderbaren hochprofessionellen Clips, die nominiert waren. Ein phantasiereicher Mix aus allen Genres konnte bestaunt werden. Meine persönlichen Favoriten darunter:

ONCE UPON A COFFE
PULS DER ZEIT (Gewinner „beste Kamera 2011”)

Generation „Aufklärung via Facebook” belehrte mich dann eines besseren! Vor einigen Tagen kursierte bei Facebook der oben verlinkte Spot „Wir bitten um eure Aufmerksamkeit”. Hier haben junge Filmemacher Modalität und Teilnahmebedingungen vom „99Fire Films Award” im Hinblick auf die Filmrechte mal etwas genauer unter die Lupe genommen. Ihre Erkenntnisse sind im 99 Sekunden langen Clip – den sie zum Wettbewerb eingereicht haben – eindeutig dargestellt.

Ich bin sehr gespannt, ob die offene und kritische Botschaft es in den Kreis der Nominierten schafft, bzw. ob die Entscheidungsträger sich einen solchen Riss ins Image der glanzvollen Veranstaltung erlauben möchten.
Alternativ gibt es ja in manchen Bereichen erfreulicherweise noch ein Mitspracherecht durchs Volk. So können wir auch hier in der Kategorie „Publikumsvoting” am heutigen Tag unter 99 ausgewählten Clips mit wählen. Ob diese schöne Offenbarung der jungen Filmemacher unter die 99 kommt, ist noch offen.

Ab 15 Uhr (Freitag, 10.02.2012) ist Voting-Start. Infos dazu hier!

Ich finde dieser Beitrag hätte es verdient, oder?

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Innovatives Serienpotential: Privatsender vs. Öffentlich-Rechtliche

Anja Kling & Britta Hammelstein sind "Hannah Mangold & Lucy Palm" | Foto: © SAT.1 Wolfgang Wilde, Bernd Jaworek

Sat.1 ist mit „Danni Lowinski“ und „Der letzte Bulle“ die Zuschauerbindung und Image-aufwertung im Bereich Deutsche Fiction erfolgreich gelungen. Erfreulich zu sehen ist, dass dieser Kurs weiter angesteuert wird. Im Januar erblickten zwei neue Piloten das Licht der Fersehgeräte: „Hannah Mangold & Lucy Palm“ sowie „Wolff – Kampf im Revier“.

Ich persönlich schaltete ohne große Erwartungen zufällig letzte Woche Dienstag ein, als „Hannah Mangold und Lucy Palm“ als 90-minüter zur Prime-Time auf Sendung ging. Was sich meinem geschulten und sicherlich auch Krimi-übersättigten Auge da aufbot, glich fast einer Erleuchtung. Weiterlesen

Endlich wieder ein neues Serienhighlight, war mein erster Gedanke. Das gesamte Packet stimmt. Nicht nur Look, Qualität und inhaltlicher Erzählbogen, sondern insbesondere das blendend aufgelegte Ensemble (Casting: Suse Marquardt / BVC) beeindruckt durch vielschichtige Figurentiefe, Humor und Biss. Burn-Out-frisch-aus-der-Psychiatrie-Komissarin mit übersinnlichen Intuitionen (Anja Kling) trifft auf toughe lümmelhafte Gören-Kollegin (Britta Hammelstein). Beide eigensinnig, verstört und doch irgendwie empathisch. Helden-Figuren, wie man sie sonst nur aus amerikanischen Vorbild-Serien kennt und bewundert. Aneckend, ambivalent und sexy. Britta Hammelstein gilt hierbei als „die Entdeckung“ in ihrer Rolle als Lucy Palm und „macht die Serie sehenswert“ laut Fokus.

Ein „Mix aus The Mentalist und Irre“ beschreibt die Süddeutsche, „Diese Ladys bieten allerbeste Krimikost“, sagt TV Direkt, „Ungewohnt und aufregend gut“, findet TV Spielfilm, „Mit Hannah Mangold & Lucy Palm könnte dem Sender wieder Serienpotenzial gelingen(…) Verblüffende Szenen und rotzfreche Dialoge“, urteilt Focus weiterhin.

Astrein, dachte ich. Die Presse ist auch auf meiner Seite, dann kann ja nichts mehr schief gehen, wenn es da nicht dieses gewisse böse Orakel namens Quote geben würde, das über uns schwebt. Die Ernüchterung folgte am nächsten Morgen: Lediglich 2,98  Mio Zuschauer mit einem Marktanteil von 9,2 %. Übersetzt: Zu wenig! Im Umfeld von „Um Himmels Willen“ und „In aller Freundschaft“ (ARD), „Die Simpsons“ (Pro 7), „CSI: Miami“ (RTL) oder „Daniela Katzenberger“ (VOX) ist es „Hannah Mangold und Lucy Palm“ nicht gelungen sich durchzusetzen. Tragisch!

„Der Zuschauer kriegt was er verdient“, habe ich mal hier gelesen. Aber wie lange kann es noch angehen, dass wir von hirnamputierten Katzenberger-Sendungen und Dschungel-Camps regiert werden? Innovative Angebote wie dieser Pilot sind wahre Schätze, nach denen wir uns doch immer sehnen. Generation Wut-Bürger schimpft hierzulande immer gerne und lauthals über das schlechte Fersehprogramm, aber wenn es dann endlich mal ein Häppchen Feinkost gibt, wird doch lieber der gewohnte Cheesburger  konsumiert.

Gut, die Ergebnisse einer Quote sind ansich ja nicht mehr zeitgemäß, wenn man bedenkt, dass nur anhand von 5.100 Haushalten die Fernsehgewohnheiten aller Deutschen ermittelt werden. Darüber hinaus werden nicht-EU Bürger gar nicht erst mit gezählt, Hotels, Public Viewings, versetztes Fernsehen, Internet u.s.w. auch nicht. Wir berichteten darüber bereits im cn-special „Die Einschaltquote“. Oder gut zusammengefasst auch im cn-klappen Interview mit Regisseur Hans Weingartner. Ich persönlich bin also ohnehin eine Kritikerin der allgegenwärtigen Quoten Erhebungs-Methode, die von ihren Wurzeln an schon nicht mehr repräsentativ ist. Aber das ist eine andere Baustelle.
Wir müssen mit diesem herrschenden Übel wohl vorläufig noch auskommen.

Aber wie geht es nun weiter? Vorgestern kam die Pressemeldung, dass „Hannah Mangold & Lucy Palm“ dennoch eine zweite Chance erhalten. „Wolff – Kampf im Revier“ wird dagegen keine Fortsetzung erleben. Eine verwunderliche Entscheidung, wenn man bedenkt, dass die Quote von Wolff sogar ein wenig besser war.
SAT.1-Geschäftsführer Joachim Kosacks Statement dazu: „Das positive Presse-Echo, die erneut hohe Qualität der weiteren Bücher und unsere intensive Marktforschung haben uns überzeugt: Wir glauben an das Format und die grandiose Besetzung der Hauptfiguren. Deshalb haben wir einen zweiten Teil von „Hannah Mangold & Lucy Palm“ in Auftrag gegeben“.

Schulterklopfen bei Sat.1, große Freude bei der schon entstandenen Fan-Base und allen Mitwirkenden. Ein Privatsender als großer Widerstandskämpfer gegen die Quote??? Eigentlich absurd, oder? Allerdings! So sehr man es sich auch wünschen würde, aber aus reiner Nächstenliebe und Idealismus ignoriert kein wirtschaftlich orientiertes Unternehmen den Quotenwettbewerb. Die Quote ist die heiligste Währung der Programmmacher. Und man kann es ihnen auch nicht übel nehmen. Anders als die gepolsterte Lage der Öffentlich-Rechtlichen Sender mit mehr als 7 Milliarden € GEZ Einnahmen existieren Privatsender über den Verkauf von Werbung. Je besser die Quote, desto mehr Werbung und desto teurer je nach Sendeplatz. 20.15 Uhr heißt auch nicht umsonst Prime-Time, denn da sitzen die Meisten Deutschen vor der Glotze und der Rubel rollt.

Nun finden die Dreharbeiten zum nächsten 90-minüter von Hannah und Lucy bereits am 14. Februar bis 15. März 2012 in Berlin und Umgebung unter der Regie von Florian Baxmeyer statt. Bei dem kurzen Vorlauf liegt natürlich die Vermutung nahe, dass sämtliche Vorbereitungen schon längst im Gange waren. Das Drehbuch steht, Regisseur, Cast, Settings u.s.w. zaubert niemand mal eben innerhalb einer Woche aus dem Hut. So würde ein Abbruch des laufenden Prozesses wohlmöglich noch größere finanzielle Schäden bedeuten, sodass man dem ganzen noch die besagte Chance gibt. Die Ausstrahlung ist im Herbst geplant. Wenn dann wiederholt dürftige Quoten aufkommen, bedeutet das mit Sicherheit das endgültige aus der Sendung. Also nicht zu früh freuen, denn von einer seriellen Fortsetzung ist noch nirgends die Rede. Man darf erstmal auf die Ergebnisse der nächsten Folge blicken und Daumen drücken.

Positiv zu bewerten ist jedenfalls, dass die großen Privatsender mit ihren neuen Serien nach und nach ein sehr anschauliches und eigenes Serien-Profil aufbauen. Es ist mir ein Rätsel, warum unsere Öffentlich-Rechtlichen Programme, die gegenüber Privatsendern  ganz andere finanzielle Sicherheiten haben, gleichwertige Entwicklungen nicht zustande kriegen. Stattdessen wurde 2011 starkbrüstig für die neuen ARD Vorabend-Krimis „Heiter bis tödlich“ geworben. In dem Satz stimmt nur das Wort „neu“ nicht so ganz. Gut und schön, dass unser Heimat-Krimi-Dirndl-Potential noch immer nicht ausgeschöpft ist und die ARD für deutsche Fiction diesen Programmplatz adelt, aber was uns fehlt ist doch am aller wenigsten noch mehr Krimis!!!
Im Fahrwasser von – ich hole mal tief Luft – „Tatort“, „Polizeiruf“, „Soko“, „Ein Fall für zwei“, „Der Kriminalist“, „Wilsberg“, „Rosenheim-Cops“, „Notruf Hafenkante“, „Mord mit Aussicht“, „Großstadtrevier“, „Der Staatsanwalt“, „Stubbe“, „Komissar Stolberg“… – aaaausatmen! – frage ich mich: ist bei ARD und ZDF der Finger auf dem Dauer-Kriminalisierungs-Knopf festgeklebt, oder was?

Wir haben nicht einmal eine einzige deutsche Schul-Serie für Nachwuchs und Jugendliche, geschweige denn andere abwechslungsreiche Genres. Sowas wie „Türkisch für Anfänger“ scheint ein Jahrhundertwerk der ARD gewesen zu sein. Obwohl es immerhin zu fünf Staffeln kam, gab es keine vergleichbare Alternative mehr. Auch die mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Mini-Serie „Klimawechsel“ von Doris Dörri gehörte zu den seltenen Kostbarkeiten, die jedoch leider mal wieder spät am Abend versendet wurden. Dabei war die Idee wirklich frisch und kein Abklatsch von…

Stattdessen leben uns die Privatsender die Serien-Innovation vor, die eigentlich Aufgabe des öffentlichen Rundfunks wäre. Obgleich die Privaten sogar einem höheren Risiko ausgesetzt sind. Zugegeben, dort ist Mord und Totschlag nicht weniger im Trend, aber immerhin sind aus „Alarm für Cobra 11“ oder „der Letzte Bulle“ Marken mit Alleinstellungsmerkmal geworden. Bücher, Charaktere, Stil und Stimmung sind auch bei „Countdown“ oder nun bei „Hannah Mangold und Lucy Palm“ in ihrem Umfeld halbwegs einzigartig. Und neben diesen Krimis wagt man sich auch an Sachen wie „Danni Lowinski“, dem Revival von „Der Lehrer“ oder aktuell bei RTL in der Pipeline: „Sekretärinnen“.

Bei einem Tatort oder Polizeiruf dagegen könnte ich beim einschalten erstmal nicht einordnen, welches der zahlreichen Krimis ich mir da grad anschaue, wenn nicht die Komissare bereits bekannt für das jeweilige Produkt wären. Sprich, man könnte genauso ein Buch vom Polizeiruf als Buch für den Tatort anlegen. Oder umgekehrt.

„Das deutsche Fernsehen handele oft nach dem Motto „Wir machen etwas, was wir schon gesehen haben, weil es dann Erfog hat“. In den USA würden Verantwortliche, vor allem bei Kabelsendern, ihren Autoren hingegen eher sagen: „Macht etwas, das wir noch nie gesehen haben“. Das einseitige Schielen auf die Quote sei ein systemisches Problem, das innovativere Formate verhindere.“ laut unserem Kollegen aus dem outtakes Beitrag „Fernsehserien: besser als Kino?“.

Die Quote sei „die Mutter aller Missstände“. Auch wenn ich dankbar für die Nachrichten, Dokus und manchmal erstklassigen Fernsehfilme bin, die uns vorwiegend im ÖR TV geboten werden, sollte das staatliche Fernsehen deutlich nachlegen. Man kann es nicht oft genug schreiben, sagen, denken, schreien, und wieder von vorne.

Ich jedenfalls freue mich nun auf die nächste Folge von Hannah und Lucy und kann jedem nur empfehlen, zur nächsten Ausstrahlung dabei zu sein! Dann steigern wir evtl. auch unsere Chancen auf weitere qualitativ hochwertige Serien. Ob nun bei Sat.1 oder ARD. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

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Fernsehserien: Besser als Kino?

© AMC

Unter dem provokanten Titel „Besser als Kino?“ lud das Filmbüro Nordrhein-Westfalen im Dezember zu einem Symposium nach Köln ein, um über epische Erzählformen in modernen Fernsehserien zu diskutieren. Die These: „Das Kino hat einen Teil seiner künstlerischen Vorreiterolle verloren.“ Wichtige Impulse für filmisches Erzählen seien in letzter Zeit eher aus der früher verpönten Gattung der Serie gekommen – jedenfalls im englischsprachigen Raum. Im Filmforum NRW diskutierten Produzenten, Autoren und Redakteure mit dem überwiegend selbst aus der Branche stammenden Publikum darüber, welche Chancen diese Entwicklung auch für deutsche Filmemacher bietet.

Natürlich durften die eingeladenen Gäste auch ihre eigenen Projekte vorstellen. Auffallend war dabei, dass es sich bei gleich zwei Präsentationen gar nicht um Serien im engeren Sinn handelte. Weiterlesen

Das vor kurzem im Ersten ausgestrahlte „Dreileben“ besteht im Grunde aus drei unabhängigen Fernsehfilmen, die nur locker miteinander verknüpft sind, das für dieses Jahr im ZDF-Programm geplante „Unsere Mütter, unsere Väter“ ist ein klassischer Dreiteiler. Die Autoren zweier der innovativsten deutschen Serien der vergangenen Jahre („Im Angesicht des Verbrechens“ und „Weissensee“), Rolf Basedow und Annette Hess, hatten leider kurzfristig abgesagt.

Das vielversprechendste der vorgestellten Projekte war sicherlich das von Nico Hofmanns Produktionsfirma teamWorx umgesetzte „Unsere Mütter, unsere Väter“ über fünf befreundete junge Erwachsene, deren Lebenswege in den Wirren des Zweiten Weltkriegs unterschiedlichste Pfade einschlagen. Mit Ludwig Trepte, Katharina Schüttler und Tom Schilling ist das Drama nicht nur prominent, sondern auch mit einigen der besten deutschen Schauspieler dieser Generation besetzt. Der Film sei eine Art Dialog des Produzenten Hofmann und von ihm selbst mit ihren Vätern, erklärte Drehbuchautor Stefan Kolditz. Er zeige ganz normale Menschen, keine Nazis oder Widerstandskämpfer. Im Mittelpunkt stünden die Wechselwirkungen zwischen den Protagonisten und ihren Kriegserlebnissen, wobei der Film mit einer für das deutsche Fernsehen ungewöhnlichen Schonungslosigkeit arbeite.

Benjamin Benedict, der den Dreiteiler für teamWorx produziert, betonte, sie hätten serielles Erzählen hier einmal nicht als Beschränkung der Mittel betrachtet. Mit knapp 15 Millionen Euro Budget liege der Film an der absoluten Grenze des in Deutschland Möglichen. Die Umsetzung der ersten Drehbuchfassung hätte allerdings noch zehn Millionen Euro zusätzlich gekostet. Dem epischen Erzählen nähere sich der Film insofern, als dass er vier Handlungsstränge mit fünf Hauptfiguren über einen Zeitraum von vier Jahren erzähle. Literaturverfilmungen seien hingegen oft gerade nicht besonders episch, da sie die Romanhandlung zu stark verkürzen müssten. 50 Seiten Roman ergäben sonst etwa 90 Minuten Film. Während Filmdramaturgie eher zielgerichtet sei, eröffneten Serien mehr Möglichkeiten, eine Geschichte zu erzählen, eher handlungsorientiert wie in „24“ oder eher charakterorientiert wie in „Mad Men“. Sie seien näher am Roman als der Film, da sie nicht unbedingt auf klassische Wende- und Höhepunkte angeweisen seien. Für Sender stellten sie allerdings zunächst ein größeres Risiko dar: „Die Sendeplätze sind auch bei schlechten Quoten erst einmal belegt.“

Das deutsche Fernsehen handele deshalb oft nach dem Motto „Wir machen etwas, was wir schon gesehen haben, weil es dann Erfog hat“, so Autor Kolditz. In den USA würden Verantwortliche, vor allem bei Kabelsendern, ihren Autoren hingegen eher sagen: „Macht etwas, das wir noch nie gesehen haben“. Das einseitige Schielen auf die Quote sei ein systemisches Problem, das innovativere Formate verhindere.

Statt selbst solche Serien zu entwickeln, geht das ZDF seit einigen Jahren den Weg, skandinavische Sender als Co-Produzenten finanziell zu unterstützen. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit sind dann hoch gelobte Krimiformate wie die dänische Serie „Kommissarin Lund“, die das ZDF am späten Sonntagabend ausstrahlt (und die sogar AMC als „The Killing“ für den US-Markt adaptiert hat). Peter Nadermann betreut diese Reihe für ZDF Enterprises. „Bei skandinavischen Krimis ist das Budget größer als beim ‘Tatort’ und es wird effizienter eingesetzt“, erklärte er in Köln. Die geringere Anzahl der Produktionen der skandinavischen Sender ermögliche eine größere kreative Freiheit bei den wenigen umgesetzten Projekten. Zudem erlaube etwa der in Dänemark fest etablierte Krimi-Sendeplatz am Sonntag um 20 Uhr 15 auch komplexere Stoffe, weil das Publikum ohnehin zu dieser Zeit einschalte. „Im Angesicht des Verbrechens“, die einzige von den Produktionbedingungen her vergleichbare deutsche Serie, habe die ARD hingegen auf dem sonst für „Tatort“-Wiederholungen vorgesehenen Programmplatz „in Grund und Boden gesendet“. Die deutschen Senderverantwortlichen würden die Zuschauer oft unterschätzen, so Nadermann. „Wir müssen ihnen sagen, wann komplexe Stoffe laufen.“ Es müsse also feste Sendeplätze dafür geben. Auf den Publikumseinwurf, warum das ZDF sich lieber Kreativität in Skandinavien einkaufe als bei deutschen Autoren, erklärte Nadermann, er arbeite gerade an einer europäischen Cop-Show über eine EU-Spezialeinheit. Die soll zwar vom ZDF produziert, allerdings ebenfalls in Skandinavien – und auf Englisch – gedreht werden.

Einig waren sich in Köln eigentlich alle Fernsehmacher, dass gerade die öffentlich-rechtlichen Sender sich vom einseitigen Quotendenken verabschieden müssten und auch künstlerisch prägende Programme bräuchten. Aber deren adäquate Ausstrahlung scheitert dann oft schon daran, dass sie nicht in das starre Programmschema passen. Solange weiterhin Ausnahmeserien wie „KDD“ oder „Im Angesicht des Verbrechens“ auf Sendeplätzen gezeigt werden, die sonst für konservativere Formate wie „SOKO“ oder den „Tatort“ reserviert sind, wird ein interessiertes, auch jüngeres Publikum sie gar nicht erst entdecken. Außerdem wäre es auch ein erster Schritt hin zu mehr Innovation, wenn ARD und ZDF auch andere Serienstoffe produzieren würden als immer nur Krimis. Wie weit deutsche Sender den hohen Ansprüchen immer noch hinterher hecheln, wurde aber spätestens klar, als zum Abschluss der Tagung „Breaking Bad“-Showrunner Vince Gilligan über Skype zugeschaltet wurde. Von den kreativen Freiheiten, die die Verantwortlichen beim US-Kabelsender AMC ihm bei seiner Serie lassen, können deutsche Autoren und Produzenten wohl weiterhin nur träumen.

Marcus Kirzynowski, 1974 in Düsseldorf geboren, studierte Diplom-Sozialwissenschaften in Wuppertal, Duisburg und Groningen. Daran schloss er ein Master-Studium Journalismus in Mainz an.
Seit 2007 schreibt er als freier Journalist für den Evangelischen Pressedienst sowie verschiedene Print- und Online-Medien über Film, Kultur und (Neue) Medien. Als Filmliebhaber fiel ihm seit einigen Jahren auf, dass ihn neuere Fernsehserien zunehmend mehr begeistern als die meisten aktuellen Kinofilme. Daraus entstand die Idee, eine Zeitschrift für Freunde anspruchsvoller, komplexer TV-Serien wie „Mad Men“ oder „Six Feet Under“ auf den Markt zu bringen. Die erste Ausgabe von „torrent – Magazin für serielles Erzählen“ soll Ende Februar erscheinen.
Link zur Webseite: torrent – Magazin für serielles Erzählen

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ZAV Panel: Kellnern bis der Tatort kommt

ZAV Panel in Berlin im Winter 2011 | © casting-network

Aktueller Videobeitrag: Ein Zusammenschnitt des 3. Netzwerkforums der ZAV Künstlervermittlung Berlin im Winter 2011

cn-klappe sehen?

Es diskutierten:
Frank Witter (Schauspieler u.a. | ZAV-Berlin)
Sigrid Andersson (Coach | Die Tankstelle)
Sophie Molitoris (Casting Director | molitoris casting)
Charlotte Siebenrock (Head of Casting | Grundy UFA)
László I. Kish (Schauspieler und Coach | ZAV-Berlin)
Julia Beerhold (Schauspielerin | Vorstand BFFS)

Moderation:
Thomas Melzer (ZAV- Künstlervermittlung Berlin)

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Der deutsche Schauspielerpreis (DSP) zur Berlinale 2012

 

 

 

 

 

 

 

 

Die erste Auszeichnung von Schauspielern für Schauspieler: Der vom BFFS initiierte „Deutsche Schauspielerpreis“ (DSP) wird am 12. Februar 2012 anlässlich der Berlinale im Hotel Maritim verliehen.

Der Preis wird von der Jury – bestehend aus Jasmin Tabatabai, Stefanie Stappenbeck, Tim Bergmann, Thomas Schmuckert, Antoine Monot Jr. und Hans-Werner Meyer –  in sechs Kategorien vergeben.

Die Idee einen eigenen Schauspielerpreis zu erschaffen, schlummerte in BFFS Kreisen schon länger. Der Kinderwunsch war da, das Baby musste allerdings erst gezeugt werden. So eine Herausforderung braucht schließlich erst ein finanzielles Fundament.

Nachdem 2009 die letzte große BFFS Party im Rahmen der Berlinale stattgefunden hatte, konnte die erfolgreiche Feier in den Folgejahren 2010 und 2011 leider nicht wiederholt werden. Zahlreiche Sponsoren waren aufgrund der Wirtschaftskrise nicht mehr verfügbar. Ein Empfang in der Größenordnung ist in der Regel im fünf- bis sechsstelligen Bereich einzuordnen. Die BFFS-Mitgliedsbeiträge sollten davon unberührt bleiben. Zur alljährlichen Mitgliedervollversammlung während der Berlinale werden die Ausgaben immer transparent besprochen und da ist es eindeutig, dass der Verband die Mittel für sinnvolle soziale und politische Zwecke zugunsten unserer Berufsgruppe investieren muss statt für einen einzigen Abend zu verkonsumieren. Weiterlesen

Aber nun sind die Geburtshelfer da: Durch die großzügige Unterstützung von Sponsoren wie „Sony Ericsson“ kann am 12. Dezember der erste Geburtstag gefeiert werden. Eine glamoröse Gala mit anschließender After-Party steht bevor.

Nun fragt man sich natürlich, wie das inhaltlich über die Bühne gehen soll.
Kurz nach Bekanntgabe der Pressemitteilung kamen wie erwartet genau die Fragen auf, worüber sich BFFS-Vorstände sicherlich immernoch den Kopf wund reiben.

Zur Gestaltung der Kategorien, Auswahl der Plakatentwürfe oder Ideen zum Losverfahren werden auf der Facebook-Seite „Deutscher Schauspielerpreis“ bereits Meinungen eingeholt. Auch Vorschläge dazu, welche Schauspieler nominiert werden sollen, sind erwünscht.

Allen voran stand auch die Frage im Raum „Wie man alle knapp 2000 BFFS-Mitglieder samt der ganzen anderen Produzenten, Caster, Agenten, Regisseure u.s.w. räumlich unterkriegt?“

Zunächst einmal ist es wichtig, überhaupt irgendwo anzusetzen. Und da die finanziellen Mittel auch nicht grenzenlos sind, wollte man schon mal „klein“ anfangen.
Zur Preisverleihung können maximal 600 Plätze durch Bestuhlung eingerichtet werden. Zur After-Party danach sind alle weiteren BFFS-Mitglieder plus einer Begleitperson eingeladen.

Hans Werner Meyer beschreibt diesen Vorgang im aktuellen Newsletter wie folgt: „Vor eine ähnliche Schwierigkeit stellt uns die Gestaltung der Preisverleihung selbst. Denn die wirksamste Währung im Zusammenhang mit einer Preisverleihung ist die Aufmerksamkeit, die ihr zuteil wird. Und um eine größtmögliche Aufmerksamkeit zu erreichen, ist ein gewisser Glanz-Faktor von entscheidender Bedeutung, Entscheidungsträger aus Politik und Branche sind wichtig. Natürlich müssten eigentlich alle BFFS-Mitglieder dabei sein können und wir würden uns nichts lieber wünschen. Mit dem engen finanziellen Rahmen, der uns im ersten Jahr zur Verfügung steht, ist dies aber leider beim besten Willen nicht umsetzbar. Wir werden die Preisverleihungsgala auf 600 Plätze beschränken müssen. Ein Teil dieser Plätze wird natürlich an BFFS-Mitglieder gehen, die Lostrommel wird entscheiden. Wir bitten hierfür um Euer Verständnis und freuen uns, wenn wir im Anschluss auf der großen BFFS-Party, zu der selbstverständlich alle BFFS-Mitglieder mit Begleitung eingeladen sind, mit Euch ein rauschendes Fest feiern können.“

Das ist eine absolut nachvollziehbare und gute Lösung, wie ich finde.
Angestrebt wird natürlich – mit wachsenden Mitteln – das Event von Jahr zu Jahr zu erweitern. Und mal ganz ehrlich, die meisten Preisverleihungen sind ohnehin eine Zumutung für das Sitzfleisch, die Blase, den Magen… die Kollegen können es doch eh kaum erwarten, endlich zum vergnüglichsten Teil der Veranstaltung überzugehen: An die Bar und ab auf die Tanzfläche!

Neben der Würdigung von Schauspielleistungen geht es ja in erster Linie auch um unser Selbstwertgefühl und Ansehen als Schauspieler. Was andere Verbände mit jahrzehntelanger Erfahrung weltweit längst praktizieren, hat sich der gerade mal sechs Jahre alte BFFS in kürzester Zeit aufgebaut. Mit dieser Verleihung wird unserer Berufsgruppe sicherlich ein großer Mehrwert zuteil.

Vorab schon mal: Herzlichen Glückwunsch!

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Crowdfundig Deluxe: Fans finanzieren Stromberg – der Film

© Brainpool | Foto Willi Weber | Christoph Maria Herbst aka "Bernd Stromberg"

Seit dem 15. Dezember ist die Finanzierung von „Stromberg - der Film“ als Crowdfundig Aktion angelaufen.

Zunächst war ich entsetzt darüber, dass eine solch erfolgreiche Produktion nicht ausreichend Filmförderung oder Finanziers zusammen kriegt. So heißt es laut Spiegel-Online „so energisch Erfinder und Autor Ralf Husmann und die Produktionsfirma Brainpool ihr Anliegen bei möglichen Geldgebern auch anbrachten – eine ordentliche Summe war für das Projekt nie zusammengekommen“. Unvorstellbar!
Also hat man sich nun an die verlässlicheren Quellen gewendet: Die Fans!

Bis zum 15. März soll per Online-Crowdfunding eine Million Euro Startkapital eingesammelt werden. Der Rest des Budgets wird unter anderem über den Verkauf von Fernsehrechten eingenommen.
Autor Ralf Husmann sieht das Projekt auch als eine Art Marktforschung, um  zu ermitteln, „wie wichtig wir den Fans sind, wie sehr sie sich mit unserer Serie identifizieren“.

Und nach nur fünf Tagen (!) zeichnen sich schon gewaltige Resonanzen ab: knapp 230.000 € ist schon in den Topf geflossen. Weiterlesen

81 Tage sind nach heutigem Stand noch füllbar, das Ziel: Eine Million Euro. Dagegen hatte das Star-trächtig besetzte Crowdfundig Projekt „Hotel Desire“ gerade mal 170.000 € eingenommen. Nach wochenlangem Countdown ging zwar die gewünschten Summe auf den letzten Drücker noch ein, allerdings wurde das Projekt im Vorfeld auch durch viele Marketing- und PR-Kampagnen angetrieben. In zahlreichen Medien wurde das pornografische Genre thematisiert, dass der aufstrebende Jungregisseur und Schauspieler Sergej Moya mit seinem Cast  (u.a. Clemens Schick, Herbert Knaup) mittlerweile fertig inszeniert hat. Verhältnismäßig war das schon eine kleine Erfolgsgeschichte für den deutschen Crowdfunding Markt.
Gegen die Stromberg-Liga ist das aber wohl eher ein kleineres Sümmchen. Die Stromberg Fangemeinde kann sogar auf eine Rendite hoffen: An den Erlösen der Kinoauswertung sollen die Investoren beteiligt werden. Das Investitionsmodell wird auf der offiziellen Seite wie folgt beschrieben:

„Mit „Anteil“ wird das Recht bezeichnet, an den Erlösen aus der Kinoauswertung des Films beteiligt zu werden. Alle Personen, die solche Anteile erwerben, werden einzeln als „Investor“ und zusammen als „Investorengemeinschaft“ bezeichnet.
Wenn der Film produziert wird und im Kino läuft, wird die Investorengemeinschaft am Erfolg der Kinoauswertung des Films beteiligt. Dazu wird an die Investorengemeinschaft pro verkauftem Kinoticket ein Teil der Erlöse in folgender Höhe ausgeschüttet:
- 1,00 Euro für jedes verkaufte Kinoticket bei bis einschließlich 1 Million verkaufter Kinotickets
- 0,50 Euro für jedes weitere verkaufte Kinoticket bei über 1 Million verkaufter Kinotickets.
Mit 50 € bis 1000 € kann man an der Realisierung des Films also mitwirken. Sobald die Million bis zum 14. März 2012 eingegangen ist, sollen im Frühjahr die Dreharbeiten losgehen.

Hierzu ruft Bernd Stromberg sogar in einer Videobotschaft sehr sympathisch als Privatperson „Christoph“ seine Fans zur Beteiligung auf: „Dieses Angebot richtet sich an meine Fans, weil Ihr überhaupt dafür gesorgt habt, dass diese Serie im Fernsehen überlebt hat und Ihr könnt Sie jetzt sogar ins Kino bringen(…)“

Für die Zukunft deutscher Kinoproduktionen werden solche oder ähnliche Modelle sicherlich eine Rolle spielen. Kinofilme sind immer schwieriger finanzierbar.
Für viele junge Filmemacher, die es schaffen ihre ersten Werke auf die Leinwand zu bringen, kommt es erst dann zu den bezahlten Aufträgen, wenn sie fürs Fernsehen inszenieren/arbeiten „dürfen“. Ein deutscher Fernsehspielfilm hat teilweise mehr Budget als ein hochwertiges Kinoprojekt. „Letztendlich ist in Deutschland Fernsehen eine Industrie und Kino eher eine Manufaktur“.

Offizielle Crowdfundig Seite von Stromberg – der Film

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