cn-klappe: ZAV Panel: Kellnern bis der Tatort kommt

ZAV Panel in Berlin im Winter 2011 | © casting-network

Aktueller Videobeitrag: Ein Zusammenschnitt des 3. Netzwerkforums der ZAV Künstlervermittlung Berlin im Winter 2011

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Es diskutierten:
Frank Witter (Schauspieler u.a. | ZAV-Berlin)
Sigrid Andersson (Coach | Die Tankstelle)
Sophie Molitoris (Casting Director | molitoris casting)
Charlotte Siebenrock (Head of Casting | Grundy UFA)
László I. Kish (Schauspieler und Coach | ZAV-Berlin)
Julia Beerhold (Schauspielerin | Vorstand BFFS)

Moderation:
Thomas Melzer (ZAV- Künstlervermittlung Berlin)

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5 Antworten auf cn-klappe: ZAV Panel: Kellnern bis der Tatort kommt

  1. Ja, tatsächlich etwas aus dem Koffer!
    Ich habe dort gelebt und gearbeitet, mit sehr sehr guten Schauspielern im hintersten Eck der U.S.A. bin ich übers Land getingelt – für Spesen, ohne soziales Netz und jeder mit mindestens zwei Nebenjobs. Und es hat Spaß gemacht, weil wir einfach nur gespielt haben! Einfach so, denn unsere Absicht war es, das Publikum zu erfreuen – einfach so.

    Es steht übrigens jedem frei in die U.S.A. zu gehen und dort zu spielen, die Auditions findet man nicht mehr nur in einschlägigen Cafes, sondern von daheim im Internet.

  2. Ach, Tante Sigrid, das ist das alte Lied, wenn man die System-immanenten Probleme hier in Deutschland nicht allzu gerne zugeben möchte:
    man holt die alte Keule “…in USA sind aber die Arbeitsverhältnisse so schlimm…” aus dem Koffer….
    Ich kenne den Film von Helmer sehr gut und er zeigt eben ganz deutlich, das das US-System fairer ist, denn es wird einfach gecastet, was hier nicht passiert. Hier wählt man einfach unter einer mehr oder weniger feststehenden Zahl von Schauspielern aus, in deren illustren Kreis nicht jeder (bzw. die meisten nicht) reinkommen. Es ist und bleibt eine geschlossene Gesellschaft.
    Das es in den USA natürlich Konkurrenz gibt und deshalb auch dort nicht jeder zum Zuge kommt, ist ja kaum der Erwähnung wert. Das System aber ist fairer und es garantiert eben auch, das der Markt immer wieder mit neuen Gesichtern bestückt wird. Was auch daran liegt, das sowohl Caster, als auch Produzenten und sonstige Verantwortliche und Entscheider gierig sind auf Neues, den neuen Soundso suchen (..und am besten selbst finden möchten).
    Wie hat es ein mir ein Producer aus Hollwood, der die deutschen Verhältnisse gut kennt, einmal umschrieben:
    “…Bevor ein unbekannter Schauspieler XY es hier in eine durchgehende Rolle bei einer Serie geschafft, hat er es in Hollywood schon längst zur Oscar-Nominierung geschafft…ohne das er dazu der neuen DeNiro sein muß..”
    In dieser Überzeichnung der Dinge zeigen sich die potentiellen Chancen die dort den inviduellen Wegen der Kollegen zu Grunde liegen.
    Insofern, ja sind dort die Verhältnisse besser.
    Man könnte sich aber auch fragen, ob Helmers Film nicht absichtlich auch tendenziös ist !?!?!?!?

    Natürlich sollen Schauspieler NICHT Hoffen und Harren bis der Anruf kommt, das tun die US-Kollegen auch nicht. Die sind sehr aktiv.
    Dazu kommt das sie durch die Castings die Gelegenheit haben, sich zu zeigen und das immer wieder. Somit sehen Verantwortliche auch eine mögliche Entwicklung.
    Zeigen können sich Schauspieler in Deutschland auch.
    Aber wo? Auf welchen Castings?
    Oder wann hat sich eine Caster oder Producer oder Redakteur das letzte Mal in ein Berliner Hinterhof Theater verirrt, wo es eben keine subventionierten Premiere-Häppchen gibt – sondern schlicht und ergreifend nur Schauspieler..und vielleicht sogar gute….

  3. Arbeitsverhältnisse in den U.S.A. als gutes Beispiel?
    Wer meint, woanders ist es besser, möge sich diesen Film anschauen: http://www.veithelmer.de/Behind_the_Couch.53.0.html?&L=1 (Behind the Couch von Veit Helmer).

    Thema: Schauspieler gehen baden http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.baden-am-stachus-schauspieler-protestieren-fuer-hoehere-loehne.75b90f1f-ec6f-4736-a652-7a5d376c5a5f.html.

    Warum ich das hier überhaupt schreibe?
    Eine Freundin ist schuld (muss ja immer irgendjemand anderer schuld sein).

    Gestern hatten wir ein kurzes aber fruchtbares Gespräch:

    Ich: „ …schon Mitte Januar, jetzt könnte aber mal wieder jemand anrufen …“

    Sie: „Hoffen und Harren macht Menschen zu Narren“

    Ich: „Häh?“

    Sie: „Ja, ist doch so.“
    (kurze Pause) „Und was hast DU in 2012 so vor?“

  4. da schließe ich mich ohne wenn und aber an. hervorragender kommentar!

  5. Die ZAV und ihre Panels in allen Ehren, aber dieses Panel beweißt mal wieder, wie bestimmte Leute sich winden, bis der Arzt kommt….und sich dadurch kein bißchen an der Situation für die breite Masse der Schauspieler in diesem Land ändert!
    Aber der Reihe nach:
    Es ist natürlich ehrenvoll, über das viel verschwiegene Thema “WIE und von WAS leben Schauspieler, wenn sie nicht vor der Kamera oder auf der Bühne stehen” zu sprechen, es sogar überhaupt mal anzusprechen.
    Dennoch hinterläßt das Ganze einen faden Beigeschmack:
    Es entsteht der Eindruck, Schauspieler müssen, um erfolgreich zu sein, ihren leidenden Eindruck ablegen, sich auf andere Dinge konzentrieren und schon flutscht die Karriere. Da ist natürlich durchaus was wahres dran, wenn man es unbedingt populär-psychologisch sehen will. Aber hier wurde es dazu benutzt, um wieder mal ein Alibi dafür zu schaffen, das in Deutschland immer wieder die selben Nasen besetzt werden, ob es Sinn macht oder nicht. Es wird hier dazu benutzt, umzu verschleiern, das Caster sich eben NICHT mit der Vielzahl der Schauspieler auseinander setzen.
    Seien wir doch mal ehrlich!!!!
    Aber wie ist es tatsächlich, wenn ein Schauspieler, ob aus finanziellen oder aus anderen Gründen sich auch anderen Dingen zuwendet. So “liberal” sind die Caster dann nämlich nicht, wie ich aus eigener und fremder Erfahrung weiß:
    Ich für meinen Teil arbeite “nebenher-parallel” zur Schauspielerei als Moderator und als Foto-Model. Diese beiden anderen Tätigkeiten wurden mir aber schon häufig nur – und nur – von Castern vorgehalten:
    “….was ich denn nun sei…Schauspieler, Moderator oder Model?????”
    “… wie kann man den so was machen – Modeln???”
    oder, ich werde – wie schon in einem früheren Post von mir hier geschildert – dafür verurteilt, das ich auch Imagefilme drehe…
    WAS IST EIGENTLICH DEREN PROBLEM?????

    Die Beschreibung des US-Systems durch ein der Zuschauerinnen war sehr plastisch und verdeutlichte sehr eindrucksvoll wie einfach es sein könnte.
    Wie das richtige Casting-System die deutsche Film – und Fernsehlandschaft – in der bisher nach feudaler Art und familärer Kungelei-Manier besetzt wird – umkrempeln könnte.
    Hin zu einer echten Besetzung, wo eben nicht nur die bekannten Nasen, sondern auch unbekannte Talente zu sehen sind, wo Talente nachwachsen können.
    Ich frage mich immer, warum Deutschland als so starkes Industrieland, als der drittgrößte TV-Markt der Welt, als ein Land, wo es so viele Kinogänger gibt (für US-Filme sind wir ne Bank) international im Tv und Filmgeschäft so schwach auf der Brust ist????
    Weil keiner was riskiert und so ist auch – oder deshalb – in der Nutzung des schauspielerischen Potentials dieses Landes!

    Nochmals zum Casting an sich:
    Es ist schon bezeichnend das Frau Molitoris genau dann vom Panel verschwindet, wenn eventuell unangenehme Fragen kommen könnten. Vor allem dann, wenn sie kurz vorher mit fast schon kindlicher Art schnaubend miteilt, “….das sie das (Casting) aber SO mache, wie sie es eben mache…” oder so ähnlich. Und natürlich bekommt man ja auch kaum Geld fürs Casting. Ach ja….
    Warum es dann bei manchen Besetzungslisten überhaupt Caster gibt wundert mich dann wiederum. Diese Listen hätte auch der Praktikant aus einer Excel-Tabelle der sagenumwobenen Big 60-Schauspieler zusammen zimmern können.
    Frau Siebenrock (sicher die Grundy castet noch richtig) macht sich aber auch leicht lächerlich, wenn sie sagt sie hätte alle 5000 Schauspieler ihrer Kartei im Kopf und mag es nicht wenn ihr ein Agent Vorschläge macht.
    Hat Frau Siebenrock gar ein Super-Duper-Gedächtniss???

    Nun, der allgemeine Eindruck, der hier hinterlassen wurde:
    Es könnte anders gehen, aber man will einfach nicht. Das ist die große Message dieses Panels. Es ist ein Halten des Status Quo, Verbesserungen oder Änderungen-Nein Danke!
    Ich warte auf die nächste Alibi-Sache die den Schauspielern vorgesetzt wird um sie darüber hinweg zu täuschen, das man als Caster, Produzent und Co. nicht wirklich an ihnen interessiert ist….
    Darum hat jetzt auch die pfälzische Plastik-Blondine Daniela Katzenberger eine Rolle bei Cobra 11.
    Wohl bekomms!!!!