La belle équipe

Es lebe Frankreich (von links nach rechts): ­Oliver Zenglein, Olivier Kluyskens und Vincent Lutz. | Foto: Crew United

­Es lebe Frankreich (von links nach rechts): ­Oliver Zenglein, Olivier Kluyskens und Vincent Lutz. | Foto: Crew United

„Begrüßt bitte ganz herzlich Olivier ­Kluyskens!“ wurde neulich auf Facebook der Neue bei Crew United vorgestellt. Er ist der erste ­eines Teams, das 2018/2019 Crew United Frankreich launchen wird. Was es damit auf sich hat, verraten Kluyskens und die Crew-United-Geschäftsführer Vincent Lutz und ­Oliver Zenglein.

Ein kurzer Post, der vieles andeutet. Was hat es mit Crew United Frankreich auf sich?
Oliver Zenglein: Es ist im Grunde ein logischer Schritt. Frankreich hat die größte Filmwirtschaft des Kontinents, und wir haben jetzt schon viele Überschneidungen. Deutsch-französische Koproduktionen sind längst keine Ausnahme mehr und werden immer wichtiger, es gibt ein gemeinsames Förderabkommen und Zusammenarbeit zwischen Filmhochschulen. Da habe ich von persönlichen Vorlieben und überhaupt einem Respekt vor dem Französischen Film noch gar nicht angefangen.
Vincent Lutz: Schon jetzt nutzen Filmemacher aus Luxemburg und der Schweiz Crew United – auch für die wäre eine auf Frankreich zugeschnittene Version eine gute Erweiterung. Über 20 Jahre lang haben wir mit Crew United ein Netzwerk aufgebaut, das den größten Teil der deutschsprachigen Filmbranche verbindet. Wir hatten dabei immer eine Vision: Europa! Das ist ein schönes Ziel, jetzt ist es greifbar.

In der großen Filmnation Frankreich gibt es keine vergleichbare Plattform für Filmschaffende?
Olivier Kluyskens: Es gibt keine zentrale Stelle, die das anbietet, was Crew United macht. Freelancer zu für ein Projekt zu suchen, basiert auf dem persönlichen Netzwerk. Du musst deine Kontakte durchtelefonieren …

Olivier, Du bist Franzose …
Olivier Kluyskens: Ich bin Frankreich geboren, habe in Paris an der ENS Louis Lumière studiert und meine ersten Schritte in die Filmwelt gemacht – als Motivaufnahmeleiter, Aufnahmeleiter und Regieassistent. Schon in Frankreich hatte ich an deutschen und deutsch-französischen Produktionen mitgearbeitet.
Als Freelancer hatte ich schon gemerkt, dass mir etwas fehlt. In meiner Freizeit hatte ich mich mit Filmdatenbanken beschäftigt. Als ich vor vier Jahren mit 30 nach Deutschland kam, habe ich Crew United entdeckt und bin ein begeisterter Member geworden, ehe ich Mitarbeiter wurde. Ich habe sofort gefunden, dass eine solche Webseite in Frankreich gebraucht wird. Die französische Filmbranche ist die produktivste in Europa und hätte ein großes Bedürfnis danach.

Auf Facebook war da außerdem von Spanisch die Rede …
Oliver Zenglein: Spanisch hat eben eine unvergleichliche Reichweite. Wir erhalten oft E-Mails aus Südamerika, die auch gerne so etwas wie Crew United hätten.

Zugleich ist die Rede vom Relaunch der Website. Ist das aufgeschoben?
Oliver Zenglein: Nein, der Relaunch kommt zuerst. Daran arbeiten wir schon lange und gründlich. Die neue Version ist die Voraussetzung für alles, was noch kommen soll. Sie ist die Grundlage für alle internationalen Aktivitäten.

Was wird anders?
Oliver Zenglein: Sagen wir mal so: Alles wird neu! Technik, Design, Benutzerführung, einfach alles wird auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Und durch ein durchgängiges Responsive Webdesign wird die Nutzung auf Crew United mit dem Smartphone genauso viel Spaß machen wie mit dem Tablet oder einem Desktop-Computer.
Darüber hinaus wird es viele neue und verbesserte Funktionen geben, eine komplett neue Suchtechnik und vieles mehr. Und ab dem Relaunch wollen wir dann dauerhaft ungefähr alle zwei Monate Updates veröffentlichen und uns so ständig verbessern.

Also keine Crew-United-App?
Vincent Lutz: Nein, keine App. Wir wollen eine Lösung, die betriebssystemunabhängig ist und überall gut aussieht und gut funktioniert. Für Premium Member wird es aber eine tatsächlich eine App geben, um den personalisierten Premium-Newsfeed zu verwalten und informiert zu werden. Dieser Newsfeed wird eine große und einschneidende Neuerung sein; er wird aber erst in einem zweiten Schritt einige Monate nach dem Relaunch kommen.

Das klingt nach viel Aufwand, Zeit und Geld. Reicht für Europa nicht die englische Version von Crew United, die es schon gibt?
Oliver Zenglein: Das ist keine echte Version, wir haben damals nur Teile übersetzt. Das fängt schon beim Einloggen an: Dazu muss man Deutsch können.

„Log-in“ ist eigentlich nicht schwer zu verstehen. Und ließe sich auch rasch übersetzen.
Oliver Zenglein: Die neue Version wird tatsächlich vollständig auf Englisch übersetzt sein. Jeder Button, jeder Text.

Crew United UK?
Oliver Zenglein: Nein, wir haben da kein Land im Fokus. Das soll erstmal auch allen den Zugang erleichtern und Crew United vorstellen, die kein Deutsch können.
Die Internet Movie Database (IMDb) scheint mit Englisch als Hauptsprache gut klarzukommen.
Vincent Lutz: Die IMDb bildet den angelsächsischen Sprachraum sehr gut ab. In den anderen Ländern wird es schon schwieriger, denn für die gibt es keine richtige Redaktion, im Grunde werden die Abspänne der Filme abgetippt. Das ist jetzt kein Konkurrenzvergleich, denn das sind wir nicht: Die IMDb wächst nach dem Wikipedia-Prinzip – ihr Ursprung waren Filmfans, also Zuschauer. Crew United hingegen war von vornherein als Werkzeug und Plattform für die Branche konzipiert worden, in der auch nicht bloß die Angaben der Produktionsfirma allein als Quelle dienen sollte …
Oliver Zenglein: Bei allem, was wir planen, tauschen wir uns ja mit Verbänden, Film Commissions, Förderern, Herstellern und anderen aus. Das heißt, wir sind in ständigem Kontakt und Dialog mit der Branche.

… längst gibt es aber auch eine Pro-Variante der IMDb …
Vincent Lutz: Die wieder sehr gut Nordamerika abdeckt – sofern es um die klassischen Sparten Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilm geht. Musikclips hingegen finden schon viel weniger berücksichtigt und Werbespots nur als Ausnahme. Obwohl viele Filmemacher damit ihren Lebensunterhalt verdienen.

Ein Grund mehr für eine „richtige“ englische Version.
Oliver Zenglein: Klar klingt Crew United UK oder Crew United US reizvoll. Aber erstmal konzentrieren wir uns auf die EU-Länder.
Vincent Lutz: Es reicht ja nicht, einfach nur zu übersetzen – sonst hätten wir das schon längst getan …
Olivier Kluyskens: …die IMDb hatte sich auch mal an einer französischen Version versucht, hat das aber wieder aufgegeben. Schon die Übersetzungen waren schlecht.
Vincent Lutz: Es geht darum, eine Seite zu schaffen, mit der sich die französischen Kollegen identifizieren. Das geht nur mit Muttersprachlern, die die Branche kennen. So wie das auch bei uns war.

Olivier bleibt demnach nicht der einzige Mitarbeiter für Frankreich?
Oliver Zenglein: Wir planen dafür längerfristig. Erstens muss sich Olivier ja erstmal einarbeiten. Dafür rechnen wir etwa ein Jahr, in dem er hier in der Redaktion die Routine durchlebt – er soll ja dann ein französisches Team aufbauen und anleiten. Dieses Team müssen wir zweitens erst noch zusammenstellen …

… die Bewerbungsfrist steht noch nicht fest?
Oliver Zenglein: … nein, bitte noch keine Anfragen schicken! So langfristig können wir auch nicht planen. Denn drittens muss sich das auch finanzieren lassen.
Vincent Lutz: Wir brauchen ein Team von mindestens drei Leuten. Das hängt vom Geld ab. Wir werden erst sehen, welche Auswirkungen der Relaunch auf unsere Mitgliederzahlen hatte, und dann ob die französischsprachigen Filmschaffenden das Angebot genauso rasch und gerne annehmen wie hier in Deutschland.

Ein Branchennetzwerk über Ländergrenzen hinweg – so etwas sollte man in Brüssel und Straßburg doch toll finden?
Vincent Lutz: Wir werden für den europäischen Ausbau tatsächlich im kommenden Frühjahr eine Media-Förderung beantragen. Eine Antwort soll im Juli 2018 kommen, und bis dahin wissen wir auch, wie das neue Crew United einschlägt und wie der ersten Reaktionen aus Frankreich sind. Wir werden sehen, wie auf europäischer Ebene gewichtet wird. Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir gleich auch andere europäische Länder berücksichten müssen.. Es kann also sein, dass es erst Herbst wird oder gar Frühjahr 2019. Wir setzen uns da unter keinen Druck.
Oliver Zenglein: Mir gefällt die Vorstellung, dass eines Tages sehr viele Menschen aus allen möglichen Ländern hier zusammenarbeiten. Ein europäisches Netzwerk eben.

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